Palmfelsen & Bürstenstein – Leichte Kurzwanderung am Felsenweg Ottenhöfen
Tourencharakter
Vier Felsen, ein Hexentanzplatz, 4,3 km – und Zeit zum Genießen. Diese leichte Kurzwanderung am Felsenweg Ottenhöfen ist der perfekte Einstieg in eine der schönsten Felslandschaften im Nordschwarzwald. Kein langer Aufstieg, keine alpinen Passagen – dafür Granit, Panorama und Sagenwald in kompakter, entspannter Form.
Ideal für Familien, Einsteiger und alle, die einen ruhigen Halbtagsausflug im Achertal suchen. Wer mehr Felsen, mehr Höhenmeter und mehr Abenteuer möchte, findet mit der großen Runde über alle 9 Felsen die passende Steigerung.
Hintergrundinformationen
Granit – weich in der Form, hart im Kern
Alle vier Felsen dieser Runde erzählen dieselbe Geschichte: Granit, geformt von Jahrmillionen stiller Verwitterung. Abgerundete Blöcke, sandige Böden, warme Farben. Die Wollsackverwitterung hat die Kanten gleichmäßig abgetragen, Wasser und Frost die Oberflächen geglättet. Was bleibt, wirkt fast organisch – gedrungen, ruhig, vertraut.
Am Palmfelsen treten Kalifeldspat-Einsprenglinge zentimeterweit aus der Felswand heraus – härter als das umgebende Gestein, trotzen sie der Verwitterung, während der Rest des Felsens langsam zu Sand wird. Der Boden rund um den Fels ist trocken und grobkörnig – ein stilles Zeugnis dieser physikalischen Verwandlung.
Hexensagen – wo der Wald Geschichten trägt
Zwischen Palmfelsen und Katzenschrofen liegt der Hexentanzplatz – tief im Waldulmer Wald, hoch oben am Bergrücken, fernab jedes Trubels. Der Ort hält alte Achertalsagen lebendig. Wer hier rastet, spürt: dieser Wald hat ein Gedächtnis.
Routenbeschreibung
Start: Grillplatz Blaubronn
Der Grillplatz Blaubronn liegt hoch oben, fast auf dem Bergrücken – die Wanderung beginnt dort, wo andere erst ankommen wollen. Ein kurzes asphaltiertes Stück führt durch die Siedlung Blaubronn – verstreute Berghöfe, Obstwiesen, stilles Schwarzwaldtal. Dann nimmt der Wald einen auf, leise und ohne Umwege.
Stierfelsen – der stille Wächter
Wenige Minuten nach dem Start: der Stierfelsen. Turmartig, ruhig, mitten im Wald – ein Fels, der keine Aufmerksamkeit sucht und sie trotzdem bekommt.
Bürstenstein – Schwarzwald trifft Rheinebene
Über einen Wurzelpfad erreicht man den Bürstenstein. Rau, borstig, nach Westen geöffnet. Von der exponierten Felskante reicht der Blick weit über die Weinberge von Waldulm, die Rheinebene, das Straßburger Münster – und bei klarer Sicht bis zu den Vogesen. Stille Größe, freier Himmel. Eine hölzerne Aussichtsplattform mit Rastplatz und Bänken lädt zum Verweilen ein – Panorama inklusive.
Über breite Forstwege und die Obstwiesen bei Blaubronn geht es zurück – ein ruhiger Zwischenabschnitt, bevor die zweite Hälfte beginnt.
Palmfelsen – Granit, Panorama, Rastplatz
Von Blaubronn folgt man dem Felsenweg Ottenhöfen bergauf. Ein schmaler Pfad führt abenteuerlich durch die Granitformationen des Palmfelsens – mit Geländer gesichert, ein eigener Rastplatz direkt auf dem Fels. Weiter Himmel, sanfte Hügel, blauer Horizont. Der Blick reicht über das Achertal bis zu den Vogesen. Sand unter den Sohlen, Wollsackverwitterung zum Anfassen – der Palmfelsen ist der ruhige Höhepunkt dieser kurzen Runde.
Hexentanzplatz – Hexenhaus, Besen & Sage
Über einen Waldpfad und Forstwege erreicht man den Hexentanzplatz – und für Kinder beginnt hier das Beste der Tour. Das schiefe Hexenhaus lädt ein, von innen zu schauen: absichtlich schräge Wände, ein Dach das sich neigt – als wäre es nie gerade gewesen. Draußen wartet der riesige Hexenbesen aus einem gewaltigen Baumstamm – zum Anfassen, Draufsetzen, Staunen. Die Sage von der beschlagenen Hexe steht auf einem Schild zum Nach- oder Vorlesen. Hier beginnen Geschichten, sie enden nicht.
Katzenschrofen – Moos, Granit, Abenteuer
Am Ende des Forstwegs schlängelt sich ein Pfad bergab. Dann tauchen sie auf: die ersten Blöcke des Katzenschrofens. Riesige Granitbrocken, abgerundet, überzogen von dickem Moos und üppigen Farnen. Ein schmaler Pfad windet sich hindurch – für Kinder ein kleines Abenteuer: Felsen zum Verstecken, Moos zum Anfassen, ein Labyrinth aus Stein.
Die steilste und felsigste Passage der Tour – Vorsicht, langsam angehen, bei Nässe besonders rutschig.
Zurück zum Grillplatz Blaubronn
Vom Katzenschrofen folgt man dem breiten Forstweg nach links. Ein schmaler Waldpfad führt ruhig zurück zum Ausgangspunkt am Grillplatz Blaubronn.
Hinweise + Tipps
Hinweis: Der Katzenschrofen ist die anspruchsvollste Passage – steil, felsig, bei Nässe rutschig. Festes Schuhwerk ist Pflicht, auch auf dieser kurzen Runde.
Anreise
Mit dem PKW: Navigationsziel „Grillplatz Blaubronn, 77883 Ottenhöfen im Schwarzwald". Von Ottenhöfen Richtung Unterwasser, dann steil bergauf durch die Siedlung Blaubronn bis zum Waldrand. Kleiner Wanderparkplatz direkt am Grillplatz.
Material & Ausrüstung
- Festes Wanderschuhwerk – auch auf leichter Runde empfohlen
- Am Katzenschrofen: steil, felsig, bei Nässe rutschig
- Karte oder GPS empfohlen (Felsenweg Ottenhöfen)
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