Gebiete Zentralalpen Deutschland

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Hochvogel Allgäuer Alpen – Gipfel, Wandern & Panoramablick

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Österreich
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Der Hochvogel, 2.592 Meter hoch, thront majestätisch zwischen Deutschland und Österreich. Obwohl nur der dreizehnthöchste Gipfel der Allgäuer Alpen, dominiert er das Ostteil der Gebirgsgruppe, während die höheren Gipfel sich weiter westlich konzentrieren. Die Gipfelmarkierung ist für geübte Bergsteiger erreichbar, doch der Berg wirkt von weitem wie ein stiller Wächter über Täler und Almen. 

Die Nordseite lädt zu einer technisch einfachen Hochvogel Wanderung ein, während die Südflanken in früheren Zeiten durch den Bäumenheimer Weg bekannt waren, der heute aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Über die Jahrhunderte hinweg haben sich die Felsformationen Hochvogel durch Erosion und tektonische Kräfte zu schroffen, dennoch eindrucksvollen Gipfeln geformt. 

Aufbau und geologische Besonderheiten 

Der Hochvogel Gipfel besteht aus brüchigem Hauptdolomit, eingebettet in die sogenannte Lechtaldecke, die während der Alpenauffaltung über jüngere Gesteinsschichten geschoben wurde. Dieses Zusammenspiel von Dolomit und Erosion prägt die markante Gestalt des Berges. 

Berühmte Felsstürze, etwa 1935, 2005, 2007 und 2016, haben das Bild verändert. Die Gipfelspalte Hochvogel, bis zu zwei Meter breit und hundert Meter tief, gilt als warnendes Zeichen der Naturgewalten. Moderne Messgeräte überwachen die Bewegungen des Felsbereichs, der potentiell 260.000 Kubikmeter in Bewegung setzen könnte – ein beeindruckendes Zeugnis der alpinen Dynamik. 

Geschichte und Erstbesteigungen 

Die erste dokumentierte Hochvogel Besteigung stammt von Trobitius 1832, die Winterbesteigung gelang Leo Dorn 1882. Hermann von Barth unternahm 1869 eine spektakuläre Hochvogel Überschreitung, übernachtete am Gipfel und durchquerte das ganze Allgäu zu Fuß. 

Die Geschichten der frühen Bergsteiger verschmelzen mit der Landschaft: steile Flanken, schroffe Kamine, schneegefüllte Rinnen und der weite Blick über Allgäuer Alpen, Lechtaler Alpen, Wetterstein, Karwendel, Zillertaler Alpen und sogar den Säntis in der Schweiz. 

Talorte und Stützpunkte 

Die südliche Basis bildet Hinterhornbach (Tirol), die nördliche Hinterstein (Bayern). Auf deutscher Seite ist das Prinz-Luitpold-Haus ein zentraler Stützpunkt. Von dort führt der markierte Normalweg Hochvogel über die Balkenscharte und den Kalten Winkel in 2½ Stunden zum Gipfel. Frühsommerliche Schneefelder erfordern Steigeisen oder Grödel, während einige Passagen durch gesicherte Steige und felsige Rinnen führen. 

Der frühere Bäumenheimer Weg von Hinterhornbach wurde wegen akuter Felssturzgefahr gesperrt. Heute erschließt der Fuchssattel die Südseite, sicher und dennoch anspruchsvoll. 

Aussicht und Naturschutz 

Vom Gipfel eröffnet sich ein Panorama über die Allgäuer Alpen, die Lechtaler Alpen, die Hohen Tauern, Zillertaler und Ötztaler Alpen bis hin zu den Schweizer Alpen. Das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen auf deutscher Seite bewahrt die alpine Flora und Fauna, während das Tiroler Lech Naturschutzgebiet im Süden die Täler schützt. 

Die Aussicht umfasst Wetterstein, Karwendel, Silvretta, Albulaberge, Säntis, Tödi und die Schwäbische Alb. Besonders klar ist der Blick im Herbst und Winter, wenn die Luft kühl und durchsichtig über den Gipfeln liegt – ein Moment, in dem die Größe des Hochvogel Allgäuer Alpen tief ins Herz dringt.

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Hoher Ifen Allgäuer Alpen – Wandern, Gipfel & Naturschutz

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Österreich
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Der Hohe Ifen, 2.230 Meter hoch, erhebt sich über das Kleinwalsertal und die nordwestlichen Walsertaler Berge. Die sanft geneigten Hänge des Ifenplateaus lassen das Gelände freundlich wirken, doch der Blick vom Gipfel eröffnet eine fast endlose Weite. Auf dem höchsten Punkt treffen die Gemeindegrenzen von Egg, Mittelberg und Oberstdorf zusammen – ein Dreiländereck zwischen Vorarlberg und Bayern. 

Im Winter verwandelt sich der Hohe Ifen in ein Skigebiet, während die Sommermonate Wanderer und Naturliebhaber auf die Ifenhütte und Schwarzwasserhütte locken. Hier verbinden sich alpine Flora, grasbewachsene Plateaus und markierte Hoher Ifen Wanderwege zu einem Erlebnis, das zugleich sportlich und poetisch ist. 

Gottesackerplateau – Karstlandschaft und Naturwunder 

Nordöstlich liegt das Gottesackerplateau, eine unter Naturschutz stehende Karstlandschaft. Kalkfelsen, Höhlen und seltene Gebirgspflanzen formen eine Szenerie, die wie aus der Zeit gefallen wirkt. Bedeutende Höhlen wie das Hölloch im Mahdtal oder die Schneckenlochhöhle bei Schönenbach lassen die Landschaft geheimnisvoll erscheinen. 

Am östlichen Abhang des Bergstocks entdeckte 1998 der Amateurarchäologe Detlef Willand auf der Schneiderkürenalpe eine steinzeitliche Wohnstätte, die mit Unterstützung der Universität Innsbruck freigelegt wurde. Ein faszinierender Beweis dafür, dass der Hohe Ifen seit Jahrtausenden Menschen inspiriert. 

Wandern und Rundtouren am Hohen Ifen 

Der Gipfel ist von Osten über die Ifenhütte und von Westen über die Schwarzwasserhütte erreichbar. Beide Routen können zu einer 17,3 km langen Rundtour kombiniert werden, die 1.103 Höhenmeter überwindet. 

Die östliche Route beginnt an der Auenhütte, führt durch die Ifenmulde und entlang der Ifenmauer hinauf zum grasbewachsenen Plateau. Jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven auf das Plateau und die steilen Nordabbrüche. Die westliche Eugen-Köhler-Route verläuft durch das Schwarzwassertal, vorbei an Geröllfeldern und Felsen, bis zum Gipfelplateau. Eine Gedenktafel erinnert hier an Eugen Köhler, der 1967 tragisch verunglückte – ein stiller Mahner am Berg. 

Natur- und Artenschutz am Hohen Ifen 

Der Hohe Ifen ist nicht nur ein Wanderziel, sondern auch ein Schutzgebiet. Auf der Südseite liegt ein Wildruhegebiet, das Teil des Engagements für alpine Flora und Fauna ist. Hier gilt es, sowohl Skitouren als auch Hoher Ifen Klettertouren verantwortungsvoll zu planen. Trotz Kontroversen um das Kletterverbot ist die Landschaft unberührt geblieben. 

Aussicht vom Gipfel 

Vom Plateau bietet sich eine spektakuläre Rundsicht über die Allgäuer Alpen, das Kleinwalsertal, die Walsertaler Berge und die angrenzenden Gipfel Bayerns und Vorarlbergs. Im Norden ragen die Berge der Nagelfluhkette, im Osten öffnen sich Blicke zum Gottesackerplateau, während das Westlicht die grünen Täler des Schwarzwassertals erfasst. Jeder Sonnenaufgang verwandelt den Hoher Ifen Gipfel in ein Farbenspiel aus Felsen, Gras und Himmel.

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Leutascher Geisterklamm Mittenwald – Wanderung & Wasserfall

Bayerische Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Österreich
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Die Leutascher Geisterklamm, auch bekannt als Leutaschklamm, schlängelt sich wild und geheimnisvoll durch das bayerisch-tirolische Grenzgebiet. Hier, wo die Leutascher Ache ihre Wasser in tiefen Schluchten zerteilt, flüstern die Felsen Geschichten aus Jahrhunderten. Bereits 1880 wagten sich erste Besucher entlang der steilen Klammsteige, fasziniert vom 23 Meter hohen Wasserfall, der wie ein silbernes Band in die Tiefe stürzt. 

Die Klamm, die längste erschlossene Schlucht der östlichen Kalkalpen, wurde erst 2006 vollständig für den Tourismus geöffnet. Ein EU-gefördertes Projekt montierte auf 970 Metern Stahlsteige und Brücken, die sicher durch die wilde Schlucht führen. Heute ziehen die Leutascher Geisterklamm Wanderwege Familien, Naturbegeisterte und Abenteurer gleichermaßen an. 

Koboldpfad und Wasserfallsteig 

Auf dem 1,9 Kilometer langen Koboldpfad werden Sagen lebendig: 40 Stationen zeigen Flora, Fauna, Geologie und Mythen der Klamm. Blinkende Augen, Klangspiele und kleine Geisterfiguren begleiten den Weg. Wer zum Wasserfallsteig Leutascher Geisterklamm möchte, zahlt Eintritt – die Holzbretter führen direkt über die fließende Leutascher Ache zum tosenden Wasserfall. Hier trifft Geschichte auf Abenteuer: Die Strecke folgt etwa der ursprünglichen Erschließung von vor 1895. 

Für alle, die die Klammwanderung Mittenwald genießen wollen, gibt es noch den Klammgeistweg, der durch weniger dramatische, aber ebenso faszinierende Abschnitte führt. Die Klamm ist ganzjährig geöffnet, nur bei starkem Schnee gesperrt. 

Geologie und Naturschutz 

Die Leutascher Geisterklamm ist nicht nur ein Wanderziel, sondern ein geschütztes Geotop Bayerische Alpen. Das Bayerische Landesamt für Umwelt (Geotop-Nummer 180R035) weist auf die geologische Bedeutung der Klamm hin: kalkige Felsen, Wassererosion, seltene Pflanzenarten und die raue Dynamik des Gebirgsbaches. Jeder Schritt auf den Stegen eröffnet spektakuläre Ausblicke in eine urtümliche Naturkulisse.