Der Hohe Ifen, 2.230 Meter hoch, erhebt sich über das Kleinwalsertal und die nordwestlichen Walsertaler Berge. Die sanft geneigten Hänge des Ifenplateaus lassen das Gelände freundlich wirken, doch der Blick vom Gipfel eröffnet eine fast endlose Weite. Auf dem höchsten Punkt treffen die Gemeindegrenzen von Egg, Mittelberg und Oberstdorf zusammen – ein Dreiländereck zwischen Vorarlberg und Bayern. 

Im Winter verwandelt sich der Hohe Ifen in ein Skigebiet, während die Sommermonate Wanderer und Naturliebhaber auf die Ifenhütte und Schwarzwasserhütte locken. Hier verbinden sich alpine Flora, grasbewachsene Plateaus und markierte Hoher Ifen Wanderwege zu einem Erlebnis, das zugleich sportlich und poetisch ist. 

Gottesackerplateau – Karstlandschaft und Naturwunder 

Nordöstlich liegt das Gottesackerplateau, eine unter Naturschutz stehende Karstlandschaft. Kalkfelsen, Höhlen und seltene Gebirgspflanzen formen eine Szenerie, die wie aus der Zeit gefallen wirkt. Bedeutende Höhlen wie das Hölloch im Mahdtal oder die Schneckenlochhöhle bei Schönenbach lassen die Landschaft geheimnisvoll erscheinen. 

Am östlichen Abhang des Bergstocks entdeckte 1998 der Amateurarchäologe Detlef Willand auf der Schneiderkürenalpe eine steinzeitliche Wohnstätte, die mit Unterstützung der Universität Innsbruck freigelegt wurde. Ein faszinierender Beweis dafür, dass der Hohe Ifen seit Jahrtausenden Menschen inspiriert. 

Wandern und Rundtouren am Hohen Ifen 

Der Gipfel ist von Osten über die Ifenhütte und von Westen über die Schwarzwasserhütte erreichbar. Beide Routen können zu einer 17,3 km langen Rundtour kombiniert werden, die 1.103 Höhenmeter überwindet. 

Die östliche Route beginnt an der Auenhütte, führt durch die Ifenmulde und entlang der Ifenmauer hinauf zum grasbewachsenen Plateau. Jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven auf das Plateau und die steilen Nordabbrüche. Die westliche Eugen-Köhler-Route verläuft durch das Schwarzwassertal, vorbei an Geröllfeldern und Felsen, bis zum Gipfelplateau. Eine Gedenktafel erinnert hier an Eugen Köhler, der 1967 tragisch verunglückte – ein stiller Mahner am Berg. 

Natur- und Artenschutz am Hohen Ifen 

Der Hohe Ifen ist nicht nur ein Wanderziel, sondern auch ein Schutzgebiet. Auf der Südseite liegt ein Wildruhegebiet, das Teil des Engagements für alpine Flora und Fauna ist. Hier gilt es, sowohl Skitouren als auch Hoher Ifen Klettertouren verantwortungsvoll zu planen. Trotz Kontroversen um das Kletterverbot ist die Landschaft unberührt geblieben. 

Aussicht vom Gipfel 

Vom Plateau bietet sich eine spektakuläre Rundsicht über die Allgäuer Alpen, das Kleinwalsertal, die Walsertaler Berge und die angrenzenden Gipfel Bayerns und Vorarlbergs. Im Norden ragen die Berge der Nagelfluhkette, im Osten öffnen sich Blicke zum Gottesackerplateau, während das Westlicht die grünen Täler des Schwarzwassertals erfasst. Jeder Sonnenaufgang verwandelt den Hoher Ifen Gipfel in ein Farbenspiel aus Felsen, Gras und Himmel.

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team