Wer von La Laguna über die TF-12 in Richtung Anaga fährt, kann kurz vor dem Besucherzentrum Cruz del Carmen auf die Straße nach El Batán abbiegen. Das abgelegene Dorf ist auch unter dem Namen Los Batanes bekannt. Die beiden Ortsteile Batán de Abajo und Batán de Arriba liegen verstreut in einem tief eingeschnittenen Tal und an den umliegenden Berghängen.
Schon die Fahrt nach El Batán zeigt, wie anders dieser Teil des Anaga-Gebirges ist. Die schmale Straße führt zunächst durch dichten Lorbeerwald und Baumheide. Wo sich der Wald öffnet, erscheinen zwischen den Bergen immer wieder Blicke in die tief eingeschnittenen Täler.
Batán de Abajo: Häuser, Gärten und schmale Wege
In Batán de Abajo endet die Zufahrt an einer kleinen Bar. Von hier führen schmale Wege und Treppen zwischen den Häusern und Gärten hindurch. Die Siedlung verteilt sich über die Hänge, statt sich um einen großen Ortskern zu gruppieren.
Dazwischen liegen kleine Terrassen mit landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die steilen Hänge lassen nur wenig Platz für Häuser und Felder – entsprechend eng ist das Wegenetz, das die einzelnen Bereiche miteinander verbindet.
Über einige der Schluchten spannen sich Seilzüge, die zum Transport von Gütern genutzt werden. Solche einfachen Teleféricos rurales sind eine Besonderheit des Anaga-Gebirges. Sie erleichtern den Transport von Ernte, Baumaterial und anderen Lasten zwischen den schwer zugänglichen Hängen.
Von verschiedenen Stellen im Dorf reicht der Blick bis zum gegenüberliegenden Gebirgskamm. Dort liegt Chinamada, das für seine traditionellen Höhlenhäuser bekannt ist, eng an die Berghänge geschmiegt.
Warum heißt El Batán eigentlich Los Batanes?
Der Name des Ortes hat mit der früheren Nutzung des Wassers zu tun. Ein Batán ist eine wasserbetriebene Anlage, die früher zum Bearbeiten von Wolle und Leinen verwendet wurde. Die Wasserkraft des Bachs im Tal wurde für diese Arbeit genutzt.
Daraus erklärt sich auch der Name Los Batanes, unter dem die beiden Ortsteile zusammengefasst werden. Wasser war für die Bewohner des abgelegenen Tals aber nicht nur für das Handwerk wichtig. Es spielte auch bei der Bewässerung der landwirtschaftlichen Flächen eine zentrale Rolle.
Noch heute prägen Terrassen, kleine Anbauflächen und Wasserläufe das Bild des Tals. Auf den Feldern werden unter anderem Kartoffeln, Zitrusfrüchte und Wein angebaut. Die Landwirtschaft ist hier eng mit der Topografie verbunden: Kleine Flächen werden zwischen den steilen Hängen genutzt, wo es überhaupt möglich ist.
Batán de Arriba
Weiter oben im Tal liegt Batán de Arriba. Der Ortsteil ist über eine schmale, einspurige Betonpiste erreichbar. Das letzte Stück der Zufahrt führt durch einen kleinen Tunnel, der zugleich als Parkplatz genutzt wird.
Auch hier gibt es keinen klassischen Dorfplatz. Die Häuser liegen verstreut am Hang und sind über schmale Wege miteinander verbunden. Wer zu Fuß weitergeht, bekommt einen guten Eindruck davon, wie weitläufig und gleichzeitig eng die Siedlung in die Landschaft eingebettet ist.
Am Talgrund fließt der Bach, der seit jeher für das Leben im Tal eine wichtige Rolle spielt. Zwischen Wald, Felsen und den kleinen Anbauflächen zeigt sich hier eine Seite Teneriffas, die mit den bekannten Stränden und Aussichtspunkten der Insel wenig gemeinsam hat.
El Batán: Anaga abseits der bekannten Wege
El Batán ist kein Ort für einen schnellen Zwischenstopp. Die verstreuten Häuser, alten Wege, Terrassen und Seilzüge erzählen von einem Leben, das sich über lange Zeit an die schwierige Landschaft des Anaga-Gebirges angepasst hat.
Wer sich auf die schmale Straße und die Wege durch das Tal einlässt, erlebt eine ruhigere Seite von Anaga. El Batán verbindet Natur, Landwirtschaft und die Geschichte der Bergdörfer auf eine Weise, die sich besonders gut zu Fuß entdecken lässt.