Mit einer Höhe von 1.009 Metern markiert der Donon in der Gemarkung der Gemeinde Grandfontaine eine der höchsten Erhebungen der nördlichen Vogesen. Seit der Jungsteinzeit zieht der Berg Menschen an und verbindet Geschichte, Mythos und Legende zu einem einzigartigen Erlebnis. Jede Jahreszeit verleiht dem Donon einen besonderen Zauber, und die Aussicht vom Gipfel ist schlicht überwältigend.

Der Donon, auf Deutsch veraltet auch Hohe Donne genannt, ist zudem eine Quelle des Lebens: Am Fuße entspringen die beiden Quellflüsse der Saar, die Rote Saar (Sarre Rouge) und die Weiße Saar (Sarre Blanche).

Donon – Mystik, Legenden und Kraftort

Der Donon ist seit Urzeiten ein Ort, der die Fantasie beflügelt. Als Kraftort verbindet er natürliche Schönheit mit den Überresten vergangener Kulturen. Vom Gipfel aus eröffnen sich Panoramen auf die Vogesen, den Schwarzwald, die Rheinebene und die lothringische Hochebene.

Sein Name stammt vom keltischen »Dun« – Berg und Befestigung zugleich. Schon in der Urgeschichte galt der Donon als heiliger Berg und Treffpunkt für Druiden und Kelten.

Historische Kultstätte der Kelten und Römer

Der Gipfel wurde den Kelten als Kultstätte für den Gott Teutates geweiht. Später verehrten die Römer den Merkur, wodurch der Donon zu einem wichtigen religiösen Zentrum wurde. Archäologische Funde wie Scherben, Steinäxte und Bronzezeitwerkzeuge belegen die kontinuierliche Besiedlung.

Die Eisenzeitstraße über den Donon diente als Handels- und Kommunikationsweg zwischen den gallischen Stämmen und als strategischer Beobachtungsposten.

Temple du Donon – Tempel des Vosegus

Am Gipfel thront der Temple du Donon, eine Nachbildung des römischen Tempels des Vosegus. Vosegus (auch Vosagus oder Vosacius) war ein keltischer Gott und gilt als Namensursprung der Vogesen (französisch Vosges) und des Wasgaus. Als Berggottheit symbolisierte er die Kraft der Landschaft und die spirituelle Bedeutung des Donon. Er wurde unter Napoleon III. errichtet und gilt als freie Rekonstruktion. 

Der Tempel vermittelt einen lebendigen Eindruck der religiösen Verehrung in der Römerzeit und bietet gleichzeitig einen idealen Ort für die panoramische Aussicht auf die Vogesen.

Prähistorische Kultstätte

Überreste eines Ringwalls, einer Zisterne und prähistorischer Gebäude zeugen von der Bedeutung des Donon als Kultstätte. Auf dem Weg zum Gipfel erhebt sich der imposante »Stein der Druiden«, ein Symbol der keltischen Kultur der Region.

Donon im Krieg

Aufgrund seiner exponierten Lage war der Donon in den letzten Kriegen immer wieder hart umkämpft. Bereits im Krieg von 1870/71 rückte die deutsch-französische Grenze bis nahe an den Berg heran.

Erster Weltkrieg: strategischer Beobachtungsposten
Während des Ersten Weltkriegs (1914–1918) war der Donon bis 1918 von deutschen Truppen besetzt, die zahlreiche Befestigungsanlagen errichteten. Der Berg diente als wichtiger Beobachtungsposten und strategischer Punkt. Soldatengräber und Gedenksteine erinnern an die schweren Kämpfe.

Zweiter Weltkrieg: Durchgangspunkt und Fluchtweg
Im Jahr 1940 wurde das 43. Befestigungskorps der französischen Armee auf dem Donon eingekesselt und kapitulierte erst nach dem zweiten Waffenstillstand von Compiègne.
Zwischen 1941 und 1944 war der Donon ein wichtiger Durchgangspunkt für Flüchtlinge. Das Denkmal der Passeurs (entlang der D392) erinnert daran, dass Männer und Frauen Wehrdienstverweigerern und Flüchtlingen aus Konzentrationslagern dabei halfen, in die freie Zone zu fliehen.

Der Donon steht somit als Symbol für Geschichte und Widerstand, geprägt von strategischer Bedeutung und menschlichem Mut in Zeiten des Krieges.

Forschung am Donon

Zwischen 1922 und 1938 widmete sich die Kunstmäzenatin Fanny Lacour der Erforschung des Donon. Zusammen mit Historikern und Archäologen führte sie systematische Ausgrabungen durch, um die Bedeutung des Berges als keltische und gallo-römische Kultstätte zu verstehen.

Dank ihres Engagements wurden Kopien wichtiger Fundstücke, wie der Votivsteine und der Jupitergigantensäule, geschaffen, während die Originale in Museen in Épinal und Straßburg ausgestellt sind.

Die Arbeiten von Lacour trugen entscheidend dazu bei, dass die historische, kulturelle und religiöse Bedeutung des Donon für die Nachwelt sichtbar und dokumentiert wurde.

Besucherinformationen

Heute lädt der Donon zu Wanderungen, Führungen und historischen Entdeckungen ein.

Anfahrt:

  • PKW: von Schirmeck Richtung Grandfontaine/Donon, D392
  • Zug: Bahnhof Schirmeck/La Broque (9 km), Verbindung Straßburg–Epinal
  • Parkplätze: D993 gegenüber Forsthaus Haut-Donon

Wanderung: ca. 4,6 km hin und zurück, 250 Höhenmeter, ca. 2,5 Stunden

Führungen: auf Französisch oder Deutsch, nach Vereinbarung beim Tourismusbüro Bruche Talt 

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Donon

1. Wie hoch ist der Donon?
Der Donon erreicht 1.009 Meter und gehört zu den höchsten Erhebungen der Nordvogesen.

2. Welche Quellflüsse entspringen am Donon?
Am Berg entspringen die Rote Saar (Sarre Rouge) und die Weiße Saar (Sarre Blanche).

3. Was ist der Temple du Donon?
Der Tempel ist eine Nachbildung des römischen Tempels des Vosegus, der keltischen Berggottheit.

4. Wie gelangt man zum Gipfel?
Die Wanderung beträgt ca. 5 km hin und zurück mit 270 Höhenmetern, Dauer ca. 2 Stunden.

5. Gibt es Führungen?
Ja, auf Französisch oder Deutsch nach Vereinbarung beim Tourismusbüro Bruche Talt.

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team