Versteckt in einer tiefen Schlucht zwischen den Dörfern Alajeró und Imada wächst der Drago de Agalán – der berühmteste, größte und älteste Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) auf La Gomera. Über 400 Jahre wird sein Alter geschätzt, doch genaue Angaben lassen sich mangels Jahresringen kaum treffen. Gerade diese Ungewissheit macht ihn zu einem der stillen, großen Rätsel der Insel.
Ein Baum als Symbol
Der Kanarische Drachenbaum gilt als tief verwurzeltes Symbol der soziokulturellen Identität der Kanarischen Inseln. Den Ureinwohnern La Gomeras galt er als heilig, teils sogar als eine Art Orakel: Nur alle paar Jahre – etwa alle 15 Jahre – blüht der Baum, um sich danach zu verzweigen. So wächst der Drago de Agalán in einem eigenen, sehr langsamen Rhythmus, fernab menschlicher Zeitrechnung.
Für die Gemeinde Alajeró ist der Baum so bedeutend, dass er sogar im Gemeindewappen erscheint. Anders als der bekannte Drago Milenario in Icod de los Vinos auf Teneriffa führt der Drago de Agalán bis heute ein eher verborgenes Dasein – umso reizvoller für alle, die La Gomera abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten entdecken möchten.
Standort und Landschaft
Der Baum steht im Barranco de Tajonaje, auch als Barranco de Agalán bekannt, umgeben von Feigenkakteen und Agaven sowie alten Steinterrassen, die von der einstigen landwirtschaftlichen Nutzung dieser kargen Süd-Landschaft erzählen.
Erreichbarkeit
Mit dem Auto lässt sich der Drago de Agalán nicht direkt erreichen – der Baum liegt an einem malerischen Wanderweg unterhalb von Alajeró. Wer ihn besuchen möchte, steigt zu Fuß in das terrassierte Seitental hinab und nach der Besichtigung auf demselben Weg wieder hinauf.
Wanderungen im Gebiet
Der Drago de Agalán ist Ziel einer eigenen, gut 2 km langen Rundwanderung ab Alajeró durch den Barranco de Tajonaje. Gut kombinierbar ist ein anschließender Rückweg über Alajeró, den Hauptort des Inselsüdens, mit einem Abstecher zur Iglesia de El Salvador im historischen Ortskern. Ebenfalls von Alajeró aus erreichbar ist die kurze Wanderung zur Montaña de Tagaragunche mit der Ermita San Isidro, einem Aussichtsberg mit weitem Blick bis zum Teide.
Anreise zum Ausgangspunkt
Ausgangspunkt ist eine Parkbucht an der Hauptstraße oberhalb von Alajeró, nahe dem Abzweig nach Imada (Cruce de Imada) – hier befindet sich auch eine Bushaltestelle.
Tipps
- Die Schutzzäune um das Naturdenkmal unbedingt respektieren und auf den Wegen bleiben, da der Baum auf beziehungsweise an privatem Gelände steht.
- Festes Schuhwerk und ausreichend Wasser mitnehmen – der Weg ist unbefestigt und die Gegend sonnenexponiert.
- Am besten in den Morgenstunden besuchen, wenn das Licht in der Schlucht am schönsten fällt.