Felsentreppe und Einsiedlerpfad – Wanderung durch das Felsenlabyrinth am Battert
Tourencharakter
Der Battert bei Baden-Baden ist kein gewöhnliches Wandergebiet. Es ist ein Labyrinth aus Porphyrfelsen, aus Türmen, Spalten und Schluchten, die der Schwarzwald über Jahrmillionen aus dem Untergrund geschoben hat. Die Wanderung durch Felsentreppe und Einsiedlerpfad führt mittendurch – nicht daran vorbei. Schmale Pfade, in den Fels gehauene Stufen, ein enger Spalt zwischen Blockgrat und Beckerturm. Fast alpin, dabei keine vier Kilometer lang.
Die Tour eignet sich für trittsichere Wanderer mit Freude am Abenteuer. Bei Nässe oder Eis können die Felsstufen rutschig werden – festes Schuhwerk ist Pflicht, keine Empfehlung. Kinder willkommen, Leichtsinn nicht.
Höhenprofil
Hintergrundinformationen
Der Battert – Klettergebiet und Wildnispfad
Der Battert zählt zu den spektakulärsten Felsgebieten im Nordschwarzwald. Seine Porphyrfelsen – vulkanisches Gestein, vor Hunderten von Millionen Jahren erstarrt – ziehen Kletterer aus ganz Deutschland an. Wände wie Prediktstuhl, Frühstückswand, Sass Moos und Cima della Madonna sind Klassiker des deutschen Freikletterns.
Wer nicht klettert, kommt dennoch nah heran. Sehr nah. Die Felsentreppe am Battert führt direkt zwischen den Kletterfelsen hindurch, verbindet den Unteren und den Oberen Felsenweg auf direktem Weg und gewährt Einblicke in eine Landschaft, die sonst den Kletterern vorbehalten scheint.
Graf Broussel und die Geschichte der Wege
Eine markante Inschrift im Fels erinnert an Graf Alexander Broussel, der bereits um 1839 die Wege und Treppenanlagen am Battert anlegen ließ. Was heute selbstverständlich scheint – ein Pfad zwischen den Felswänden, Stufen im Stein – war einmal Pionierarbeit. Die Anlage des Einsiedlerpfads und der Felsentreppen geht auf diese frühe Erschließung zurück. Man wandert hier also nicht nur durch Natur, sondern durch Kulturgeschichte.
Routenbeschreibung
Start: Parkplatz Ebersteinburg
Die Wanderung am Battert beginnt am Parkplatz bei Ebersteinburg. Von dort führt der Weg zur Unteren Batterthütte – ein ruhiger Einstieg, noch bevor die Felsen das Wort übernehmen.
Felsentreppe: Aufstieg durch das Felsenlabyrinth
Auf dem Unteren Felsenweg geht es bis zur Felsentreppe. Diese steigt steil hinauf ins Herz des Felslabyrinths – direkt zwischen Prediktstuhl, Frühstückswand, Sass Moos und Cima della Madonna hindurch. Jede Biegung öffnet eine neue Perspektive: Türme, Spalten, Überhänge. Oben wartet ein natürlicher Aussichtspunkt auf einer Felsformation – eine willkommene Pause nach dem steilen Aufstieg.
Oberer Felsenweg: Falkenwand und Ritterplatte
Oben angekommen mündet die Treppe auf den Oberen Felsenweg. Der Weg führt nach rechts, vorbei an der Hohen Wand, dem Lochwändle und der Bergwachthütte, zur Falkenwand – bekannt für ihr grandioses Panorama und ihre bizarren Felsformationen. Von dort folgt die Route Richtung Battert-Gipfel und Ritterplatte für ein kurzes Stück dem bereits bekannten Oberen Felsenweg. Gleich daneben liegt die uralte Battert-Eiche – und eine dicht bemoste Felsformation, still und dunkel im Waldschatten. Der Weg führt bergab zur Ritterplatte auf 488 Metern.
Von hier der erste große Blick: das Alte Schloss Hohenbaden, Baden-Baden, die Rheinebene.
Altes Schloss Hohenbaden: Rast mit Geschichte
Ein steiler Pfad führt direkt von der Ritterplatte hinab zum Alten Schloss, von dem 11. bis zum 15. Jahrhundert Residenz der Markgrafen von Baden. Wer es gemächlicher mag, nimmt den Oberen Felsenweg, der in einem weiten Bogen hinunterführt. Die Ruine lohnt in jedem Fall: Burgverliese, Mauervorsprünge, Aussichtsterrassen – und von ganz oben ein Rundblick über Stadt, Schwarzwald und Rheinebene, der schon im 19. Jahrhundert Dichter und Maler in seinen Bann zog. Das Restaurant Altes Schloss im alten Gemäuer und ein Bratwurststand mit Aussichtsterrasse laden zur Einkehr ein.
Einsiedlerpfad: Das Herzstück der Tour
Zurück auf dem Unteren Felsenweg – vorbei an der mächtigen Badener Wand mit dem Engländertürmchen, oberhalb einer gewaltigen Blockhalde – wartet der Höhepunkt der Runde. Der Einsiedlerpfad beginnt spektakulär: Eine schmale Treppe führt in die Felsen, dann durchsteigt man den engen Spalt zwischen Blockgrat und Beckerturm – schmal, dunkel, ein kleines Abenteuer. Dahinter: Felsschluchten, Eidechsen auf warmem Stein, das Rauschen des Windes zwischen den Wänden.
Der schmale Pfad verläuft direkt am Fuß der Felsen entlang. Den Einsiedlerpfad bis kurz vor seine Einmündung in den Unteren Felsenweg zu folgen lohnt sich: Wer zu früh abbiegt, verpasst das Beste.
Rückweg zur Unteren Batterthütte
Über den wildesten Pfad der Route führt ein kurzer Aufstieg zurück auf den Oberen Felsenweg, von dort durch malerischen alten Wald mit bemoosten Waldfelsen hinab zur Unteren Batterthütte und auf bekanntem Weg zurück zum Ausgangspunkt bei Ebersteinburg.
Hinweise + Tipps
Hinweis: Sperrzeiten zum Schutz der Wanderfalken
Am Battert brütet der Wanderfalke. Zwischen dem 15. Januar und dem 31. Juli sind bestimmte Felsbereiche (Badener Wand) zum Schutz der Brut gesperrt – für Kletterer und zeitweise auch für Wanderer in Felsnähe. Die Hauptwanderwege bleiben in der Regel geöffnet. Ein Blick auf aktuelle Hinweisschilder vor Ort lohnt sich dennoch.
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