Schluchtensteig Etappe 3: Von der Schattenmühle nach Schluchsee-Fischbach
Tourencharakter
Die dritte Etappe des Schluchtensteigs verläuft auf einer Strecke von 18,3 Kilometern und beeindruckt mit einer Höhendifferenz von 716 Metern beim Aufstieg und 264 Metern beim Abstieg. Der Weg offenbart sich mit schmalen Pfaden, atemberaubenden Felsformationen und erfrischenden Wäldern, die angenehmen Schatten spenden. Startend an der Schattenmühle, gelangt man schnell zu den Überresten des Räuberschlösschens. Ab der Rötenbachmündung führt der Pfad in Richtung der malerischen Haslachklamm. Nach einem Abstecher über Lenzkirch, erreicht man das beschauliche Schwendetal, das mit seiner romantischen Atmosphäre beeindruckt, bevor man schließlich in Oberfischbach ankommt.
Höhenprofil
Hintergrundinformationen
Das Räuberschlössle
Hoch über der Schlucht thront auf einem 80 Meter hohen Felsen das Räuberschlössle. Obwohl die Burg keine strategische Bedeutung hatte, galt sie einst als uneinnehmbar. Nachdem die Ritter sie aufgegeben hatten, sollen zwielichtige Gestalten in den Mauern Unterschlupf gefunden haben, was ihr den Namen einbrachte. Im Bauernkrieg 1525 wurde die Burg schließlich zerstört, heute zeugen nur noch Mauerreste von ihrer Geschichte.
Die Gutach und die Gutachschlucht
Die Gutach entspringt am Feldberg und fließt zunächst als Seebach durch den Feldsee zum Titisee. Von dort zieht sie als Gutach weiter nach Neustadt, wo sie nach Südosten abbiegt und sich tief in die Landschaft gräbt. Ab der Kappel-Gutach-Brücke beginnt die wilde Gutachschlucht.
Die Haslach und die Haslachschlucht
Die Haslach entspringt an der Bärhalde bei Neuglashütten. Bei der Löffelschmiede nahe Lenzkirch verengt sich ihr Tal zur malerischen Haslachschlucht, durch die seit 1934 auch der 180 km lange Querweg Freiburg–Bodensee führt. An der Haslachmündung vereinen sich Gutach und Haslach zur Wutach.
Routenbeschreibung
Die dritte Etappe des Schluchtensteigs beginnt am Gasthaus Schattenmühle. Nach Überquerung der Wutach und dem Aufstieg der gegenüberliegenden Treppen durch den Wald entlang des Forstwegs, erreicht man schließlich nach ca. 1,9km den Wegweiser in Richtung Räuberschlössle. Ein idyllischer Pfad führt durch Wiesen und Wälder bis man schließlich nach 1,2km auf den Weg zum Räuberschlössle stößt. Hier eröffnet sich ein atemberaubender Ausblick auf die Reste des Schlosses, die auf einem 80 Meter hohen Felsen thront und einen der wilden und beeindruckendsten Schluchtabschnitte überragt. Ein perfekter Ort für eine Pause und um die Aussicht zu genießen!
Von diesem Punkt aus geht es auf einem Waldpfad und über Stufen steil bergauf. Sobald man oben angekommen ist, wird man auf einen schattigen Pfad geführt, der nach links führt. Der Weg geht dann wieder bergab, vorbei an der Stallegger Brücke. Der Pfad führt dann weiter zur Stallegger Tanne, die bereits seit mehr als 250 Jahren dort steht. Man geht am ältesten Flusskraftwerk Badens, dem Wasserkraftwerk Stallegg, vorbei und kommt schließlich nach etwa zwei Kilometern zur Staumauer. Der Pfad führt nun steil hinab zur Rötenbachmündung, wo man nach 700 Metern auf einer Brücke den Rötenbach überquert. Bald darauf erreicht man einen Weg, der links hinabführt und dann entlang der Wutach verläuft. Der Wanderweg führt dann etwa 2,4km weiter zur Haslachmündung, die das Quellgebiet des Haslachs bildet. Ein hoher Steg führt ein letztes Mal über die Wutach, bevor der Weg sich der Haslachklamm zuwendet und etwa 500 Meter weiter über den imposanten Rechenfelsen und weitere 500 Meter weiter zum Hölllochfelsen führt.
Der Pfad führt kontinuierlich bergauf und erreicht schließlich die Hochfläche, wo ein alter Bahnhof bereits in Sichtweite ist. Die Straße nach rechts führt zum Wegweiser, der den Weg über die Wiese und in den Wald weist. Eine Brücke überquerend, geht es links auf einem Pfad und durch einen Tunnel wieder hinab. Auf der rechten Seite sind die Mühlen zu sehen, während der Wiesenweg am Bach entlangführt. Der Wanderweg führt 700 Meter rechts hinauf bis zum Wegweiser "An der Schleifensäge". Von dort geht es links zum Rappenfelsen, der als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Der Weg ist asphaltiert und führt nach zwei Kilometern direkt nach Lenzkirch. Eine Brücke führt den Wanderer ins Dorfzentrum von Lenzkirch. Nach der Infotafel an der Brücke geht es rechts in Richtung Geopark, Fischbach. Vom Wiesenweg gelangt man auf einen Pfad, der einen fantastischen Blick auf Lenzkirch bietet. Schließlich führt der Pfad nach 700 Metern rechts zu einem Rastplatz.
Die Route zum Geopark führt zunächst auf einer geteerten Straße bergauf, bevor der Schluchtensteig nach links auf einen Waldweg abzweigt. Der Weg führt durch abwechslungsreiches Gelände und nach etwa 2,6km vorbei an der St. Cyriaks-Kapelle. Beim Erreichen von Schwende beeindrucken prächtige Bauernhäuser. Der Anstieg wird steiler und führt schließlich nach etwa 1,2km zu einem Aussichtspunkt, der sich als idyllischer Rastplatz eignet. Der breite Weg führt von hier aus für weitere 500 Meter bis zur Endstation dieser Etappe, der Bushaltestelle an der L156 in Oberfischbach.
Hinweise + Tipps
Beste Wanderzeit & praktische Tipps
Die schönste Zeit für die dritte Etappe des Schluchtensteigs im Südschwarzwald reicht von Mai bis Oktober. Im Frühsommer leuchtet der Laubwald in frischem Grün, und die Wutach rauscht wild und wasserreich durch die Schlucht, dafür sind die Pfade dann oft noch feucht und matschig. Im Hochsommer spendet das dichte Blätterdach angenehmen Schatten, allerdings ist die beliebte Etappe an Wochenenden und in den Ferien gut besucht. Wer Ruhe sucht, kommt im September und Oktober, wenn Buchen und Ahorn die Schluchten in goldenes Licht tauchen. Die Tage sind dann kürzer, und am Morgen kann es in der Tiefe des Tals schon frisch sein.
Nach starkem Regen oder während der Schneeschmelze kann die Wutach Stege und Behelfsbrücken überfluten, deshalb informiert man sich vorab über den aktuellen Wegzustand. Die Etappe führt über schmale Pfade, Wurzeln, Steine und Holzstege und verlangt Trittsicherheit sowie feste Wanderschuhe. Bei Nässe werden Fels, Holz und lehmiger Boden sehr rutschig, bei Starkregen oder Gewitter meidet man die Schluchten besser. Mehr über die einzigartige Landschaft entlang des Flusses erfährt man im Beitrag Naturschatz Wutachschlucht.
Häufige Fragen zur Schluchtensteig Etappe 3 von der Schattenmühle nach Schluchsee-Fischbach
Wie schwer ist die dritte Etappe des Schluchtensteigs?
Die Etappe ist als schwer eingestuft. Auf 18,3 km sind 714 Höhenmeter im Aufstieg und 261 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. Schmale Pfade, Wurzeln und Stege erfordern Trittsicherheit und eine gute Grundkondition.
Wie lange dauert die Etappe von der Schattenmühle nach Schluchsee-Fischbach?
Für die Strecke sollte man 6 bis 6:45 Stunden reine Gehzeit einplanen. Mit Pausen, etwa am Räuberschlössle oder in Lenzkirch, wird daraus schnell ein ganzer Wandertag.
Welche Highlights liegen am Weg?
Die Etappe führt vorbei an der Burgruine Räuberschlössle hoch über der Schlucht, der Stallegger Tanne und dem Wasserkraftwerk Stallegg. Danach geht es durch die wildromantische Haslachschlucht mit Rechenfelsen und Hölllochfelsen, weiter über Lenzkirch und durch das Schwendetal bis nach Fischbach.
Wann ist die beste Zeit für die Wanderung?
Ideal ist die Zeit von Mai bis Oktober. Besonders stimmungsvoll und ruhiger ist der Herbst, wenn sich das Laub in den Schluchten golden färbt. Nach starkem Regen oder während der Schneeschmelze sollte man sich vorab über den Wegzustand informieren.
Wie ist die Etappe markiert?
Der Schluchtensteig ist durchgehend mit einer grünen Raute und einem geschwungenen blaugrünen S markiert und gut zu finden.
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