Man macht sich auf den Weg – ruhig, erwartungsvoll – und betritt die barrierefreie NaTour am Hohloh, einen besonderen barrierefreien Wanderweg im Schwarzwald. Der Boden ist fest, die Wege sanft geschwungen, das Vorankommen mühelos. Schritt für Schritt öffnet sich eine Landschaft, die niemanden ausschließt. Hier wird Naturerlebnis barrierefrei spürbar, ohne Hast, ohne Schwellen.
Das Hohlohmoor – Stille mit nordischem Charakter
Gleich zu Beginn taucht man ein in das Hohlohmoor, eines der bedeutendsten Hochmoore im Nordschwarzwald. Feuchte Moorflächen, weiche Torfmoose und lichte Birken erzeugen Bilder, die an skandinavische Weiten erinnern. Man hört das leise Glucksen des Wassers, das Rascheln der Gräser, das gedämpfte Atmen des Waldes. Besonders im Herbst leuchten die Farben, während im Frühsommer das Wollgras wie weißes Licht über dem Moor schwebt.
Panorama und Weitblick im Nordschwarzwald
Immer wieder bleibt man stehen – nicht aus Erschöpfung, sondern aus Staunen. Die Panoramaausblicke Schwarzwald reichen über Moorlandschaften, junge Sturmwälder und endlose Höhenzüge. Vom Hohlohturm aus öffnet sich bei klarer Sicht der Blick bis ins Murgtal, in die Rheinebene und bei besonderen Inversionslagen sogar bis zu den Alpen. Die Täler liegen dann wie in Watte gebettet, während man selbst im Sonnenlicht steht.
Barrierefreiheit bewusst erleben
Diese barrierefreie Wanderung im Schwarzwald wurde für Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen getestet: für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson oder technischer Unterstützung, für Menschen mit Kinderwagen und für alle, die nicht gut zu Fuß sind. Man bewegt sich achtsam, nutzt Rastplätze zum Innehalten und spürt, wie barrierefreier Tourismus Entschleunigung möglich macht. Ohne Unterstützung ist die Tour für Rollstuhlfahrer aufgrund der Steigungen nicht geeignet – mit Begleitung jedoch bedingt machbar.
Natur, Genuss und Aufmerksamkeit
Unterwegs laden regionale Spezialitäten zum Verkosten ein. Man stärkt sich mit Brot, Käse und typischen Schwarzwälder Köstlichkeiten, während der Blick über den Wald schweift. Mit etwas Glück entdeckt man eine Kreuzotter oder beobachtet, wie sich nach den Orkanen „Vivian“, „Wiebke“ und „Lothar“ ein vielfältiger junger Wald entwickelt hat.
Tipp – Zur richtigen Zeit
Man kommt am bestem im Juni, wenn das Wollgras blüht und der offene Bereich um den Hohlohsee besonders eindrucksvoll ist. Ein Abstecher ins Infozentrum Kaltenbronn rundet die Tour ab – mit spannenden Einblicken in die Landschaft und einem barrierefreien WC.
So wird die barrierefreie NaTour Hohloh zu einer stillen, kraftvollen Reise durch den Schwarzwald – zugänglich, bildreich und nachhaltig im Gedächtnis.