Wenn man den Santnerpass Klettersteig in der Rosengartengruppe betritt, öffnet sich eine Welt aus Fels, Himmel und schwindelerregenden Ausblicken. Benannt nach dem Bozner Bergsteiger Johann Santner, verbindet dieser legendäre Klettersteig in Südtirol die beiden Welten von Südtirol und Trentino. Schon nach den ersten Höhenmetern spürt man, warum der Steig als einer der eindrucksvollsten Dolomiten-Klettersteige gilt: Tief unten liegt der Bozner Talkessel, hoch über einem ragen die Vajolettürme auf wie steinerne Kathedralen.
Schwierigkeitsgrad und Anforderungen
Mit Schwierigkeitsgrad B/C – im alpinen Maßstab als „2“ eingestuft – richtet sich der Steig an Bergsteiger mit solider Kondition und Trittsicherheit. Die gesamte Tour dauert je nach Abstiegsvariante zwischen 4 und 7 Stunden. Wer mit Kindern ab etwa acht Jahren unterwegs ist, kann den Santnerpass Klettersteig auch in Begleitung erfahrener Bergführer begehen und das Abenteuer so sicher genießen.
Magische Highlights entlang der Route
Panoramablicke über die Dolomiten
Am Santnerpass selbst öffnet sich ein unvergleichliches Panorama: Im Osten funkelt die Ortlergruppe, im Westen erheben sich die Ampezzaner Dolomiten. Und zu Füßen breitet sich der Bozner Talkessel wie ein grünes Mosaik aus.
Die Santnerpasshütte – Genuss auf 2.734 Metern
Auf halber Höhe erwartet einen die Santnerpasshütte mit uriger Gastfreundschaft und Südtiroler Küche. Hier schmeckt man die Berge: Rote-Beete-Knödel mit würziger Gorgonzolasauce und der hausgemachte Apfelstrudel sind mehr als nur eine Rast – sie sind ein Stück alpine Kultur.
Rundtouren und Hüttentouren
Der Klettersteig lässt sich als Tagestour von der Kölner Hütte aus erkunden. Wer länger bleiben möchte, kann ihn in eine mehrtägige Hüttentour einbinden – etwa mit Übernachtung auf der Vajolet Hütte, direkt unterhalb der Rosengartenspitze.
Der Charakter des Santnerpass Klettersteigs
Der Santnerpass Klettersteig ist ein alpiner Klassiker, geprägt von wilden Felsformationen und ausgesetzten Passagen. Drahtseile sichern die Schlüsselstellen, doch die meiste Zeit wandert man auf natürlichen Felsbändern und Blockgelände. Hier ist Erfahrung in den Bergen ebenso gefragt wie ein sicherer Tritt.
Die Umgebung ist atemberaubend: Über hundert Meter hohe Felszähne, eine dramatische Eisrinne und die majestätischen Abstürze der Rosengartenspitze. Selbst der Rückweg bleibt spektakulär, wenn man an den Vajolettürmen vorbeizieht, ins Vajolettal hinabsteigt und schließlich die schroffe Kulisse des Tschager-Jochs hinter sich lässt.
Routenbeschreibung – Schritt für Schritt
Vom Ausgangspunkt führt der Steig hinter der Santnerpasshütte zunächst über einen 40 Meter hohen Felsaufschwung mit Drahtseilen (A–A/B). Weiter geht es über ein weites Schuttband zu den Westabstürzen der Rosengartenspitze.
Man folgt dem markierten Steig 542S, überquert natürliche Felsbänder, ungesicherte Passagen und kurze Seilstellen (bis Schwierigkeit B). Danach führt der Weg über Blockgelände, hinauf zu einer Scharte und weiter zur berühmten Eisrinne – oft mit Altschnee bedeckt und nur mit Seilhilfe sicher zu überwinden.
Die Schlüsselstelle bildet eine nahezu senkrechte Steilstufe (B/C), die bei Nässe herausfordernd wird. Schließlich gelangt man über leichtere Passagen (bis B) auf den Grat und genießt den Blick in die weite Dolomitenwelt. Steinmännchen und rote „S“-Markierungen erleichtern die Orientierung im unteren Bereich.
Ausrüstung und Sicherheit
Für den Klettersteig in Südtirol ist eine komplette Klettersteigausrüstung inklusive Helm Pflicht. Im Frühjahr, wenn die Eisrinne noch mit Altschnee gefüllt ist, sind zusätzlich Steigeisen sinnvoll.
Mit Bergführern sicher zum Gipfelerlebnis
Wer den Steig in Begleitung eines erfahrenen Bergführers begeht, kann sich voll auf das Erlebnis konzentrieren. Ob als Tagesausflug oder mehrtägige Hüttentour – die Klettersteige in den Dolomiten entfalten so ihre ganze Faszination: unvergessliche Panoramen, alpine Stille und das Gefühl, Teil einer gewaltigen Berggeschichte zu sein.