Tonbach – Das Kronjuwel von Baiersbronn
Man nennt Tonbach das „Kronjuwel" von Baiersbronn, und dieser Titel ist weder übertrieben noch leichtfertig vergeben. Das idyllische Seitental vereint auf engem Raum, was die Welt der Kulinarik und des Wanderns zu bieten hat – und das auf einem Niveau, das seinesgleichen sucht.
Sterneküche und Schwarzwaldromantik
In kaum einem anderen Tal weltweit häufen sich Michelin-Sterne in dieser Dichte. Das Hotel Traube Tonbach beherbergt die legendäre Schwarzwaldstube mit drei Sternen unter Küchenchef Torsten Michel sowie die Köhlerstube mit einem Stern unter Florian Stolte. Das Hotel Bareiss ergänzt dieses Ensemble mit dem gleichnamigen Drei-Sterne-Restaurant unter Claus-Peter Lumpp sowie der rustikalen, aber ebenso hochklassigen Bauernstube. Wer hier ein Stück Schwarzwaldgeschichte auf dem Teller sucht, wird sie finden – zubereitet auf höchstem handwerklichem Niveau.
Wandern im Tonbachtal: Genuss trifft Natur
Doch Tonbach ist nicht nur Kulisse für Feinschmecker. Als Ausgangspunkt für Wanderungen im Nördlichen Schwarzwald ist das Tal ebenso reizvoll. Gleich zwei bedeutende Fernwanderwege – die Murgleiter und der Baiersbronner Seensteig – durchqueren den Ort und öffnen die Tür zu den umliegenden Höhen und Wäldern.
Der Tonbacher Genießerpfad führt auf rund 14 Kilometern durch das Tal und über die Hänge, immer wieder mit spektakulären Aussichten belohnt. Wer mehr sucht, wählt die Holzmachertour: 18 Kilometer auf alten Holzabfuhrwegen, 587 Höhenmeter im Auf- und Abstieg, und als besonderer Lohn der grandiose Blick auf den Huzenbacher See nahe des Hochmoors Kleemiss. Auch der sagenumwobene Priorstein liegt auf dieser Route – ein Ort, an dem Geschichte und Natur ineinandergreifen.
Unterwegs bieten die Blockhütte der Traube Tonbach und die Wanderhütte Sattelei des Hotels Bareiss edle Einkehrmöglichkeiten. Am Ende des Tals wartet das Wildgehege, wo man Rotwild in freier Natur beobachten kann. Wassertretstellen runden das naturnahe Erlebnis ab.
GPS-Tracks und GPX-Daten für alle Wanderungen rund um Tonbach stehen kostenlos zum Download bereit. Der → Sunhikes-Routenplaner hilft beim Planen eigener Touren.
Schönmünzach – Tor zum Schwarzwald an der Murg
Wo die Murg durch das gleichnamige Tal zieht und die Berge ringsum enger werden, liegt Schönmünzach – ein staatlich anerkannter Luft- und Kneippkurort, der seinen Gästen Ruhe, Ursprünglichkeit und eine hervorragende Anbindung an das Wanderwegenetz bietet.
Knotenpunkt der Fernwanderwege
Schönmünzach ist mehr als eine Durchfahrtsstation. Hier beginnt die anspruchsvolle Etappe 4 der Murgleiter – 23,7 Kilometer, 897 Höhenmeter aufwärts, ein langer, belohnender Weg nach Baiersbronn. Die Route passiert den Huzenbacher See, das Hochmoor Kleemiss und das Tonbacher Hirschgehege. Wer lieber auf dem Baiersbronner Seensteig unterwegs ist, wählt die 5. Etappe von hier nach Baiersbronn: 21,3 Kilometer durch den Nationalpark Schwarzwald, vorbei am Huzenbacher See und dem bedeutendsten Auerhuhn-Refugium der Region.
Romantiktour: Bach, Wasserfall und See
Besonders empfehlenswert ist die Romantiktour der Baiersbronner Himmelswege, die von Schönmünzach entlang der Schönmünz verläuft, die Stahlbrücke beim ehemaligen Gasthaus Mohren überquert und dann den Bergrücken des Großhahnberg erklimmt. Der Abstieg hinunter zum Huzenbacher See ist fast alpin – steil, wild, unvergesslich.
→ Ausführliche Routenbeschreibung und GPS-Download
17,3 Kilometer, 639 Höhenmeter, pure Schwarzwaldromantik.
Kneipp, Kirche und Kulinarik
Die Kneipp-Anlage am Ufer der Murg lädt zur Erholung nach langen Touren ein. Die Kirche am Fluss ist ein stiller Ort der Besinnung, direkt am Wasser. Hotels wie Holzschuh's Schwarzwaldhotel oder das Wellness-Hotel Elisabeth bieten umfangreiche Spa-Bereiche für die wohlverdiente Auszeit.
Schönmünzach verfügt über einen eigenen S-Bahn-Halt der Linien S8 und S81 (Karlsruhe – Freudenstadt) – ideal für autofreie Etappenwanderungen im Schwarzwald.
Huzenbach – Das Seedorf mit dem eiszeitlichen Karsee
Wer in Huzenbach ankommt, versteht sofort, warum man den Ort das „Seedorf" von Baiersbronn nennt. Das Wahrzeichen des kleinen Murgtaldorfs ist der Huzenbacher See – ein Karsee aus der letzten Eiszeit, der in seiner stillen Schönheit kaum zu überbieten ist.
Der Huzenbacher See: Naturwunder der Eiszeit
Von Juli bis August verwandelt sich die Oberfläche des Sees in ein leuchtendes Meer aus gelben Teichrosen – tausende der seltenen und geschützten Mummeln blühen dann auf dem dunklen Wasser. Wer den besten Blick sucht, steigt zum Huzenbacher Seeblick hinauf: etwa 160 Höhenmeter über dem See liegt ein Pavillon, von dem man senkrecht auf das herzförmige Gewässer hinabblickt – ein Anblick, der sich ins Gedächtnis brennt.
Wanderwege rund um den Huzenbacher See
Die einfachste Route ist die Rundwanderung um den Huzenbacher See: 4 Kilometer, 177 Höhenmeter, breite Forstwege, geeignet für alle Altersgruppen. Wer mehr Tiefe sucht, wählt die Rundwanderung mit Seeblick: 9 Kilometer, 314 Höhenmeter, ein schmaler, verwurzelter Pfad durch die Karwand, vorbei an einem kleinen Seitenbach-Wasserfall – ein Weg, der das Wort „ursprünglich" wirklich verdient.
Die Baiersbronner Eiszeit-Tour verbindet den See mit dem Seltenbach-Wasserfall, dem Kleemiss-Hochmoor und dem verlandeten Karkessel des Dobelbachtals.
→ Eiszeit-Tour: Routenbeschreibung und GPS-Download
12 Kilometer, 539 Höhenmeter – moderat, aber reich an Eindrücken, die noch lange nachklingen.
Genießerpfad Panoramasteig: Wein, Aussicht und Schwarzwaldgeschichte
Huzenbach ist auch Ausgangspunkt des Baiersbronner Panoramasteigs, einem der faszinierendsten Schwarzwälder Genießerpfade. 14,1 Kilometer, 535 Höhenmeter, und immer wieder Panoramaausblicke, die das Schwarzwaldtal in seiner ganzen Breite zeigen. Am Mäder Unterstand wartet ein besonderes Highlight: ein Weinbrunnen mit Weiß- und Roséwein der Oberkircher Winzer – eine unerwartete Begegnung mitten im Wald.
Die Panorama-Hütte auf dem Grubenberg öffnet täglich von 11 bis 18 Uhr und lädt zur Rast mit Blick auf das Baiersbronner Hochtal. Der Weg passiert auch den Verlobungsfelsen – vor rund 250 Jahren gaben sich hier die Tochter eines Lehensbauern und ein armer Waldarbeiter das Heiratsversprechen, ein kleines, poetisches Stück Schwarzwaldgeschichte.
→ Genießerpfad Panoramasteig: Details zur Wanderung und GPS-Download
14,1 km | 535 hm | Panoramaausblicke
Huzenbach hat einen eigenen S-Bahn-Halt (S8/S81) – kein Parkplatz, kein Stress, direkt in die Wanderroute einsteigen. Im Winter verwandelt sich die Gegend rund um den See in eine fast skandinavische Schneelandschaft – ein Geheimtipp für Schneeschuhwanderungen im Schwarzwald.
Hinterlangenbach – Stille am Ende des Tals
Tief im Schönmünztal, dort wo die Straße endet und der Wald beginnt, liegt Hinterlangenbach – einer der abgelegensten und zugleich schönsten Ortsteile von Baiersbronn. Auf 955 Metern Höhe gelegen, ist dieser Ort nicht Durchgangsstation, sondern Ziel.
Forsthaus Auerhahn: Herz des Tals
Das Forsthaus Auerhahn ist das Herzstück von Hinterlangenbach. Das traditionsreiche Hotel und Restaurant serviert regionale Wildgerichte – Hirschgulasch, Schwarzwälder Spezialitäten – und ist für seinen legendären Auerhahneisbecher bekannt. Der Spa-Bereich mit Pool und Fitnesscenter steht auch Tagesgästen offen. Wer hier einkehrt, kommt so schnell nicht wieder weg.
Bannwald-Tour: Wildnis auf 13 Kilometern
Hinterlangenbach ist Startpunkt der Baiersbronner Bannwald-Tour, einem zertifizierten Baiersbronner Himmelsweg. 13,2 Kilometer, 464 Höhenmeter, und ein Weg durch urwüchsige Waldgebiete, die sich selbst überlassen sind. Der Pfad führt steil hinauf zur ehemaligen Falzhütte, dann weiter zum Wildsee – dunkel, still, fast unheimlich schön. Auf dem Wildseewegle geht es über die Karwand zur Hochmoorebene; ein Kilometer entfernt liegt die Darmstädter Hütte als willkommene Einkehrmöglichkeit.
Am Westhang des Altsteigerkopfes öffnet sich die Landschaft: Weite Blicke in die Rheinebene, dann der Abstieg zum Seibelseckle, wo die Rasthütte eine zweite Einkehrmöglichkeit bietet. Über die Brandhütte und einen schmalen Pfad am Schöner Felsen führt der Weg zurück nach Hinterlangenbach.
→ Routenbeschreibung und GPS-Download
13,2 km | 464 hm | urwüchsige Waldgebiete
Tor zum Nationalpark Schwarzwald
Vom Waldparkplatz beim Hotel Auerhahn starten Wanderungen in den Nationalpark Schwarzwald – der Grindenpfad, Routen zum Mummelsee, zum Wildsee und über die Darmstädter Hütte. 550 Kilometer bestens markierter Wanderwege rund um Baiersbronn beginnen hier oder führen hier entlang.
Das Wildgehege Hinterlangenbach direkt im Ort ermöglicht die Beobachtung von Rotwild, das im Schwarzwald seit der Eiszeit heimisch ist. Eine stille Begegnung, die an dieser abgeschiedenen Stelle besonders eindringlich wirkt.
Die Anreise durch das malerische Schönmünztal ist selbst schon ein Erlebnis. Planen Sie genügend Zeit ein – und lassen Sie das Tal auf sich wirken, bevor Sie auch nur einen Schritt wandern.
Zwickgabel – Wo die Täler sich gabeln
Dort, wo Rechtmurg und Rotmurg zusammenfließen, liegt Zwickgabel – ein kleiner Weiler, dessen Name die Geographie erklärt und dessen Stille seinesgleichen sucht. Kaum Mobilfunk, kaum Tourismus, dafür echter, unverfälschter Schwarzwald.
Zwickgabel ist ein direktes Eingangstor in die Kernzone des Nationalparks Schwarzwald. Von hier führen Wege zum Schurmsee, einem tiefschwarzen Karsee inmitten strenger Naturschutzgebiete, sowie zum Blindsee bei Hundsbach. Die Zwickgabel-Seen-Tour verbindet beide Gewässer auf 15,5 Kilometern mit 554 Höhenmetern – eine anspruchsvolle, aber lohnende Schwarzwald-Wanderung für alle, die Einsamkeit und ursprüngliche Landschaft suchen.
→ Zwickgabel-Seen-Tour: Details zur Wanderung und GPS-Download
15,5 km | 554 hm | Hochmoor und Karsee
Wer Hunger mitbringt, kehrt im Forellenhof Buhlbach ein – fangfrische Forellen aus eigener Zucht, serviert in einer Atmosphäre, die man nur im Schwarzwald findet. Kulturell lohnt ein Abstecher zum Kulturpark Glashütte Buhlbach, wo die Geschichte der Schwarzwälder Glasherstellung aus dem 18. und 19. Jahrhundert lebendig wird.
Wandern im Nördlichen Schwarzwald: Praktische Hinweise
Alle hier beschriebenen Wanderrouten – von der leichten Rundwanderung um den Huzenbacher See bis zur anspruchsvollen Murgleiter Etappe 4 – sind mit GPS-Tracks hinterlegt und können als GPX-Dateien kostenlos heruntergeladen werden. Der Sunhikes-Routenplaner bietet die Möglichkeit, in ausgewählten Karten zu stöbern oder eigene Touren zu planen.
Fernwanderwege in der Region: Die Murgleiter und der Baiersbronner Seensteig verbinden die Ortschaften Tonbach, Schönmünzach, Huzenbach und Hinterlangenbach zu einem großen, zusammenhängenden Wandernetz. Wer eine Etappe nicht zurücklaufen möchte: Die S-Bahn-Halte in Schönmünzach und Huzenbach (Linien S8/S81) machen komfortable Streckenwanderungen ohne Auto möglich.
Alle Wanderungen im Überblick – sortiert nach Schwierigkeitsgrad:
|
Wanderung |
Startort |
Schwierigkeit |
Distanz |
Aufstieg |
Abstieg |
|
Huzenbach |
leicht |
4,0 km |
177 hm |
177 hm |
|
|
Huzenbach |
leicht |
9,0 km |
314 hm |
314 hm |
|
|
Zwickgabel |
moderat |
9,6 km |
271 hm |
271 hm |
|
|
Hinterlangenbach |
moderat |
13,2 km |
464 hm |
464 hm |
|
|
Huzenbach |
moderat |
14,1 km |
535 hm |
535 hm |
|
|
Huzenbach |
moderat |
12,0 km |
539 hm |
539 hm |
|
|
Tonbach |
moderat |
18,0 km |
587 hm |
587 hm |
|
|
Zwickgabel |
schwer |
15,5 km |
554 hm |
554 hm |
|
|
Schönmünzach |
schwer |
17,3 km |
639 hm |
639 hm |
|
|
Baiersbronner Seensteig Etappe 5: Schönmünzach – Baiersbronn |
Schönmünzach |
schwer |
21,3 km |
636 hm |
551 hm |
|
Schönmünzach |
schwer |
23,7 km |
897 hm |
742 hm |
Fazit: Ein Landstrich, der Bilder hinterlässt
Tonbach, Hinterlangenbach, Huzenbach und Schönmünzach – das sind keine Orte, die man in einer Liste abhakt. Es sind Täler, die man durchatmet. Wo der Wald dunkler wird und die Wege schmaler, wo Karseen wie Spiegel zwischen den Bäumen liegen und Wasserfälle das Schweigen brechen, da ist man im nördlichen Schwarzwald angekommen – in einem der ursprünglichsten und zugleich vielfältigsten Wandergebiete Deutschlands.
Wer einmal hier war, kommt wieder. Nicht wegen der Sterne und Spa-Bereiche, nicht wegen der GPX-Tracks und Genießerpfade. Sondern wegen dieser stillen Gewissheit, die einen nach einer langen Wanderung überkommt: Hier ist die Welt noch in Ordnung.