Partnachklamm – wo Wasser den Fels formt
Der erste Schritt in die Partnachklamm fühlt sich an wie ein Übergang. Die Welt wird schmaler, kühler, lauter. Hohe Felswände rücken nah zusammen, das Licht fällt gefiltert herab, während tief unten das Wasser tosend seinen Weg sucht. Die Klamm liegt im Reintal nahe Garmisch-Partenkirchen und zählt zu den eindrucksvollsten Naturdenkmälern der Bayerischen Alpen.
Auf rund 700 Metern Länge hat sich der Wildbach Partnach bis zu 80 Meter tief in den Fels geschnitten. Der Weg folgt stets der rechten Bachseite, auf etwa 800 Metern Höhe – sicher angelegt, aber immer nah am Geschehen.
Eine Landschaft aus Zeit
Was heute spektakulär wirkt, begann vor rund 240 Millionen Jahren. Damals bedeckte ein flaches Meer das Gebiet der heutigen Klamm. Auf seinem Grund lagerten sich dunkle, harte Muschelkalkschichten ab – der sogenannte Wurstel- oder Knollenkalk. Noch heute lassen sich darin Spuren urzeitlicher Meeresbewohner erkennen.
Millionen Jahre später folgten weichere Mergel, die als Partnach-Schichten bekannt sind. Während der alpinen Gebirgsbildung entstand der Wamberger Sattel, und die vom Schneeferner auf dem Zugspitzplatt gespeiste Partnach begann, sich tief in das Gestein zu graben.
Die Kraft des Wassers
Das Wasser ist allgegenwärtig. Es rauscht, spritzt, tropft von den Felswänden. Über Jahrtausende hat es die Klamm geformt – geduldig, unaufhaltsam. Jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven: schroffe Gesteinsmassive, enge Durchgänge, wechselnde Farben zwischen Grau, Grün und Blau. Die Naturgewalt der Partnachklamm zeigt sich nicht in einem Moment, sondern in der Dauer.
Naturdenkmal seit über 100 Jahren
Bereits 1912 wurde die Klamm unter Schutz gestellt. Seitdem gilt sie als eindrucksvolles Beispiel alpiner Erosionskraft. Der Besuch ist kein bloßer Spaziergang, sondern ein intensives Naturerlebnis – unmittelbar, roh und eindrucksvoll.
Wichtige Hinweise für den Besuch
Tickets werden vorab digital erworben und per QR-Code am Eingang gescannt. In der Klamm gibt es keinen Handyempfang, daher sollte das Ticket unbedingt vorher gespeichert werden. Kinderwägen, Buggys, Rollatoren sowie Drohnen sind nicht erlaubt. Das Gelände ist alpin, der Weg schmal – festes Schuhwerk und Aufmerksamkeit gehören dazu.
Am Ausgang bleibt oft ein kurzer Moment des Innehaltens. Die Geräusche klingen nach, der Blick weitet sich wieder. Zurück bleibt das Gefühl, einem Ort begegnet zu sein, der Zeit sichtbar macht.
Wetter