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Strahlhorn 4.190 m – stiller Viertausender bei Saas-Fee

Walliser Alpen
, Zentralalpen Schweiz , Schweiz
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Auf der Terrasse der Britanniahütte schweift der Blick über ein endloses Meer aus Eis, und plötzlich ist er da. Still. Klar. Vollständig. Das Strahlhorn zeigt sich hier in seiner ganzen Schönheit. Ein Berg, der nichts beweisen muss und doch alles erzählt. 

Mit 4.190 Metern erhebt sich das Strahlhorn hoch über Saas-Fee in den Walliser Alpen. Nur wenige Kilometer trennen seinen Gipfel von der italienischen Grenze. Eingebettet zwischen Mischabelgruppe und Monte-Rosa-Massiv gehört er zur Allalingruppe und ist deren dritthöchster Gipfel. Sein Name erinnert an die Form eines Seesterns – ein passendes Bild für diesen Berg, der seine Grate in alle Richtungen ausstreckt. 

Ein „Einstiegsviertausender“ mit Anspruch 

Unter Kennern gilt das Strahlhorn als Einstiegsviertausender. Technisch mag das stimmen. Doch man merkt schnell: Dieser Berg fordert Ausdauer. Der lange Auf- und Abstieg verlangt eine sehr gute Kondition. Der Weg beginnt meist an der Britanniahütte und führt über Hohlaubgletscher und Allalingletscher hinauf zum Adlerpass, bevor sich der Gipfel auf 4.190 m ü. M. öffnet. 

Man bewegt sich stundenlang durch eine hochalpine Welt aus Eis und Weite. Spalten, Schnee und Wind begleiten jeden Schritt. Der Gipfel belohnt nicht mit Dramatik, sondern mit Ruhe – und einem Panorama, das sich tief einprägt. 

Geografie zwischen Mattertal und Saastal 

Das Strahlhorn markiert den südlichsten Viertausender einer stark vergletscherten Gebirgskette, die Mattertal und Saastal voneinander trennt. Unmittelbar nordwestlich erhebt sich das Rimpfischhorn, verbunden über den Adlerpass (3.786 m). Nördlich liegt das Allalinhorn, südlich das Schwarzberghorn an der italienischen Grenze. Zermatt und Saas-Fee liegen rund elf Kilometer entfernt. 

Vom Gipfel ziehen mehrere markante Grate: ein Südwestgrat über das Adlerhorn zum Findelgletscher, ein Grat über das Fluchthorn Richtung Mattmarksee, sowie ein Südgrat zum Schwarzberg Weisstor. Der Berg liegt – einem Seestern gleich – mitten im Eismeer von Findel- und Allalingletscher

Eis, Grate und Gegensätze 

Die Vielschichtigkeit dieses Berges wird schnell erkennbar. Im Norden reichen sanft geneigte Kämme fast bis an den Gipfel. Im Westen und Nordosten gleiten Grate elegant zu seinen Trabanten Adlerhorn und Fluchthorn. Im Süden bricht der Berg abrupt über Felswände auf ein einsames Gletscherplateau ab. Besonders eindrücklich ist die Ostwand, die steil zum Schwarzberggletscher abfällt. 

Fast der gesamte Berg ist vergletschert. Nur die obersten Meter des Gipfels sind eisfrei. Gerade bei diffuser Sicht kann die Orientierung schwierig werden – Respekt vor dem Gletscher ist hier unerlässlich. 

Hochtouren & Skitouren am Strahlhorn 

Die Hochtour Strahlhorn gehört zu den klassischeren Unternehmungen der Region. Die Normalroute von der Britanniahütte über den Adlerpass und den WNW-Grat wird mit WS bewertet. Eine sehr lange, selten begangene Route führt vom Mattmarksee über das Fluchthorn. Von Westen erreicht man den Gipfel vom Berghaus Fluhalp oberhalb von Zermatt. 

Im Winter zeigt sich das Strahlhorn besonders beliebt als Skitour. Der weite, vergletscherte Charakter macht den Berg zu einem idealen Ziel für erfahrene Skitourengeher. 

Geschichte eines stillen Gipfels 

Man blickt zurück in die goldene Zeit des Alpinismus. Am 15. August 1854 erreichten Christopher Smyth, Edmund J. Grenville sowie die Schweizer Bergführer Ulrich Lauener und Franz Joseph Andenmatten erstmals den Gipfel. 

Seitdem hat sich wenig verändert. Das Strahlhorn bleibt ein Berg für jene, die Weite suchen – und Stille. 

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Allalinhorn 4.027 m – Gipfelerlebnis im Saastal der Walliser Alpen

Walliser Alpen
, Zentralalpen Schweiz , Schweiz
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Wenn man aus der Bergbahn tritt, steht man mitten in einer Welt aus Eis, Licht und Stille. Hoch über Saas-Fee thront das Allalinhorn, ein 4.027 Meter hoher Viertausender in den Walliser Alpen. Umgeben von vier grossen Gletschern – Feegletscher, Hohlaubgletscher, Allalingletscher und Mellichgletscher – erscheint der Gipfel wie eine Pyramide aus Schnee und Eis, gleichzeitig majestätisch und zugänglich. 

Wer das Allalinhorn besteigen möchte, sollte Respekt und Trittsicherheit mitbringen. Trotz der moderaten technischen Schwierigkeiten bleibt es ein Viertausender – Vorsicht ist oberstes Gebot. Mit Bergführer und gutem Wetter kann man sich aber Schritt für Schritt diesem beeindruckenden Gipfel nähern. 

Lage & Geografie – zwischen Saastal und Mattertal 

Man schaut auf eine Landschaft, die von vier grossen Gletschern umrahmt wird. Im Norden liegt der Feegletscher, östlich der Hohlaubgletscher, südöstlich der Allalingletscher, im Südwesten der Mellichgletscher. Die Gipfelgrate des Allalinhorns verlieren sich unter einer dicken Eishaube, nur der Hohlaubgrat bleibt sichtbar. 

Westlich erheben sich Feekopf (3887 m) und Alphubel (4206 m), getrennt durch das Feejoch (3808 m) und Alphubeljoch (3770 m). Südlich markiert der Allalinpass (3552 m) die Abgrenzung zum Rimpfischhorn (4199 m). Das Allalinhorn ist ein Eckpfeiler der Allalingruppe, die mit Strahlhorn und Rimpfischhorn weitere beeindruckende Viertausender umfasst. 

Historische Spur – die Erstbesteigung des Allalinhorns 

Unterwegs auf alten Spuren. Die erste Besteigung gelang am 28. August 1856: Franz Andenmatten führte den Engländer Edward Levi Ames zum Gipfel, begleitet von einem weiteren einheimischen Führer. Sechs Jahre später wurde der heutige Normalweg über den Nordwestgrat eröffnet, damals von Franz Andenmatten, Sir Leslie Stephen und weiteren Alpinisten. 

Die erste Überschreitung gelang 1882 über den schwierigen Nordostgrat mit Abstieg über den Hohlaubgrat. Später folgte die Erstbegehung der Südwand und die erste Winterbesteigung 1907. Jede Route erzählt von Entschlossenheit, Technik und der Faszination, die das Allalinhorn seit Generationen ausübt. 

Hochtouren & Normalweg – Schritt für Schritt zum Gipfel 

Die beliebteste Route beginnt an der Metro Alpin-Station Mittelallalin (3456 m). Man quert die Pisten und bewegt sich unter den Séracs der Nordwand hindurch, umgeht Spalten und Schründe und erreicht den Feejoch-Sattel. Über den Firnhang und den Gratrücken gelangt man zum Gipfelgrat. Dort ragen einige Felsen aus dem Eis, das Kreuz auf dem Gipfel ist bald sichtbar. Zwei Stunden sind für den Anstieg einzuplanen, der Schwierigkeitsgrad wird als L eingestuft. 

Für erfahrene Alpinisten bietet der Hohlaubgrat ab der Britanniahütte eine längere Route über Firn und Felsen. Blockwerk und eine kurze, steile Felsstufe (II. Grad) führen in Seillängen zum Gipfel. Auch von der Station Hohlaub (3300 m) kann man den Grat erreichen, eine Alternative, die den Andrang an der Metro Alpin umgeht. 

Der Gipfel – Aussicht, Stille und Gletschermeer 

Hier oben atmet man tief ein und lässt den Blick schweifen. Eine Welt aus Eis und Licht eröffnet sich: Die Gletscher im Saastal glitzern in der Sonne, während im Westen das Mattertal und die Pyramiden der Mischabelgruppe sichtbar werden. In der Wintersaison ist der Gipfel sogar nachts beleuchtet – ein leuchtendes Symbol für die Zugänglichkeit und Erschlossenheit dieses beliebten Viertausenders

Ob als erste alpine Hochtour oder als Trainingsziel für höhere Gipfel – das Allalinhorn verbindet Schönheit und Herausforderung. Es ist ein Berg, der Einsteiger willkommen heißt, aber zugleich Respekt einfordert.

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Saas-Fee Schweiz – Urlaub zwischen Viertausendern & Gletschern

Walliser Alpen
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300 Sonnentage, 100 % Schneesicherheit und eine Bergwelt, die ihresgleichen sucht – so präsentiert sich Saas-Fee, das autofreie Juwel im Schweizer Saastal. Wer hierherkommt, spürt sofort die Kraft der Alpen: klare Luft, tiefblaue Himmel und steile Felswände, die zu Abenteuern rufen. Schon beim ersten Blick auf die traditionellen Chalets und die jahrhundertealten Holzstadl fühlt man sich heimisch. Inmitten dieser Idylle beginnen die Pfade zu hochalpinen Wundern, vorbei an der Feevispa-Schlucht bis hinauf zu den 18 stolzen Viertausendern

Die Berge rund um Saas-Fee 

Die Bergkulisse ist überwältigend: Dom (4.545 m), Allalinhorn (4.027 m), Alphubel (4.206 m) oder Rimpfischhorn (4.199 m) – Namen, die Bergsportler:innen und Wandernde gleichermaßen träumen lassen. Für erste Viertausender-Besteigungen eignet sich das Allalinhorn, begleitet von erfahrenen Bergführer:innen. Hochalpin, aber auch familienfreundlich, bietet die Region 350 km Wanderwege, die von gemütlichen Panoramawegen bis zu anspruchsvollen Gletschertouren reichen. 

Wander-Highlights im Saastal 

Almageller Höhenweg – 10,4 km, 3,5 Std., Aufstieg 204 hm 
Vom Kreuzboden startet die Alpenblumen-Promenade, über den Grat Triftgrätji öffnet sich ein Blick vom Mattmark Stausee bis nach Stalden. 

Glacier Trail – 10,2 km, 5,5 Std., Aufstieg 619 hm 
Hochalpin führt der Weg über Hohlaubgletscher und Allalingletscher, vorbei am Schwarzbergchopf, mit fantastischem Blick auf den Mattmarksee. 

Murmeliweg Spielboden – 0,5 km, 45 min 
Familienfreundlich, mit Murmeli Eddie und sieben Stationen zum Füttern und Staunen. 

Mattmark Rundgang – 8 km, 2,5 Std. 
Eine entspannte Route um den größten natürlichen Erddamm Europas, den Mattmark Stausee, mit Ausblick auf die hochalpine Landschaft. 

Weg der 18 Viertausender ab Hohsaas – 1,4 km, 1 Std. 
Auf rund 3.142 m Höhe eröffnen sich die imposanten Gipfel des Saastals, sichtbar und erklärend auf Infotafeln. 

Seen, Wasser und alpine Ruhe 

Saas-Fee bietet nicht nur Gipfel, sondern auch Gletscherseen und Stauseen: 

  • Mattmark-Stausee (2.197 m) – größte Erddamm Europas, ideal für entspannte Spaziergänge. 

  • Kreuzbodensee (2.400 m) – Spiegelung der Mischabelkette, Yoga- und Wellnessweg inklusive. 

  • Gletschersee am Fee-Gletscher – ein stiller Kraftort. 

  • Gletscherseen auf Längfluh (2.869 m) – 15 Minuten von der Bergstation, perfekte Panorama-Rastplätze. 

Jeder See wirkt wie ein lebendiger Spiegel der umliegenden Gipfel und verstärkt die Magie des Saastals. 

Das Saastal erleben 

Die Dörfer Saas-Fee, Saas-Almagell, Saas-Grund und Saas-Baalen behalten ihren traditionellen Charakter. Chalets, Holzstadl und gepflegte Dorfkerne strahlen Wärme aus, während die umliegenden Berge Abenteuer versprechen. Ob Wanderung, Klettersteig, Hochtour oder Gletschererlebnis – die Region ist ein Outdoor-Paradies für jeden Geschmack. 

Klima und beste Reisezeit 

Mit seinen 300 Sonnentagen ist Saas-Fee besonders für Wintersportler:innen ideal, aber auch im Sommer ein Traum für Wandernde. Im Sommer 14 °C Durchschnitt, im Winter kühle Nächte, geschützt durch die umliegenden Berge. 

Anreise nach Saas-Fee 

Die Anreise erfolgt bequem mit der Bahn über Brig oder Visp. Autofahrende nehmen die Route über Bern, knapp 112 km bis zum autofreien Dorf. Flughäfen Basel, Zürich, Genf oder Mailand liegen 210–250 km entfernt. Schon die Anfahrt verspricht atemberaubende Naturblicke und stimmt auf den Urlaub in dieser Bergwelt ein.

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Dom Schweiz – Höchster Berg nur auf Schweizer Boden

Walliser Alpen
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Wer von den höchsten Bergen der Schweiz spricht, denkt sofort an die Dufourspitze. Doch der Dom (4.545 m) ist der höchste Berg, der vollständig auf Schweizer Territorium liegt. Eingebettet in die Walliser Alpen, erhebt er sich majestätisch und zeigt sowohl die wilde Saaser Seite als auch die sanfte Westflanke. Hier oben spürt man, dass jeder Meter in alpiner Höhe eine Herausforderung und ein Erlebnis zugleich ist. 

Geschichte und Erstbesteigung 

Der Dom wurde erstmals am 11. September 1858 von J. Llewellyn Davies, Johannes Zumtaugwald, Johann Kronig und Hieronymous Brantschen bestiegen. Früher als Grabenhorn bekannt, erhielt der Berg seinen heutigen Namen durch den Domherrn Berthold von Sion während Vermessungsarbeiten im Jahr 1833. Die Mischabelgruppe, deren Zinken der Dom, das Täschhorn und die Lenzspitze bilden, erstreckt sich über sechs Kilometer und umfasst stolze sieben Viertausender

Aufstieg zum Dom – Eine Hochtour für Geübte 

Die Normalroute beginnt im Dorf Randa (1.407 m) im Mattertal. Von hier führt ein Pfad über Wanderwege und versicherte Steige zur Domhütte (2.940 m), einem idealen Rast- und Ausgangspunkt. Über den Hohberggletscher gelangt man auf den Firngrat, der den Gipfel mit seinen 4.545 m erreicht. Wer den Festigrat wählt, muss sich auf ausgesetzte Passagen einstellen. Beide Routen erfordern Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. 

Der Hohberggletscher – Eisige Schönheit 

Der Hohberggletscher bedeckt die Nordwestflanke des Doms, etwa 4 km lang und 3,4 km² groß. Ganzjährig schneebedeckt, bietet er atemberaubende Ausblicke auf die Walliser Alpen. Eisige Risse und Gletscherspalten machen jede Begehung spannend und anspruchsvoll. Wer sich hierher wagt, erlebt die Bergwelt der Schweiz in ihrer reinsten Form. 

Alpine Flora – Höchstgelegene Blüten Europas 

Unterhalb des Südgrats entdeckten Bergführer Ende der 1970er Jahre den zweiblütigen Steinbrech (Saxifraga biflora) – die höchstgelegene je gefundene Blütenpflanze Europas. Heute gilt der gegenblättrige Steinbrech (Saxifraga oppositifolia) als Rekordhalter, etwa 40 m unter dem Gipfel. Trotz rauer Bedingungen dokumentierten Forscher und Künstler 2023 die Pflanze, die am kältesten bekannten Standort der Welt blüht. 

Technische Fakten und Toureninfos 

Höhe: 4.545 m ü. M. 

Routen: Nordflanke (Normalweg, WS+), Festigrat (WS+) 

Hütte: Domhütte, 2.940 m, bewirtschaftet von Ende Juni bis Mitte September 

Zustieg: Von Randa, Gehzeit bis Domhütte ca. 4 Std. 

Schwierigkeit: Nur für erfahrene Bergsteiger:innen 

Der Dom – Ein Gipfelerlebnis für alle Sinne 

Wer den Dom erklimmt, wird nicht nur mit atemberaubender Aussicht belohnt: die Stille der Walliser Alpen, das Eis des Hohberggletschers, die Sonnenstrahlen auf schroffen Felsen und die Blütenpflanze am Grat machen jede Hochtour Dom zu einem unvergesslichen Erlebnis.

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Täschhorn Schweiz – Anspruchsvoller Viertausender im Wallis

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Mit seinen 4.491 m Höhe thront das Täschhorn als zweithöchster Berg der Mischabelgruppe und zählt zu den anspruchsvollsten Viertausendern der Schweiz. Zwischen Dom im Norden und Alphubel im Süden gelegen, entfaltet der Berg seine charakteristische spitze Pyramidenform. Die Flanken fallen im Osten Richtung Saas-Fee und im Westen hinab nach Täsch und Randa, sodass schon aus der Ferne die markante Silhouette imponiert. 

Anspruchsvolle Gipfeltouren – Herausforderung für Alpinisten 

Wer den Gipfel des Täschhorns erklimmen will, sollte Erfahrung im Bergsteigen und Hochtouren besitzen. Die Normalroute über den Mischabelgrat gilt als technisch schwierig und verlangt Trittsicherheit, Schwindelfreiheit sowie alpine Kondition. Doch viele Bergsteiger berichten: Die Mühe lohnt sich! Vom Gipfel eröffnet sich ein Panorama auf die umliegenden Walliser Viertausender, das jeden Schritt wert ist. 

Geschichte der Erstbesteigung 

Die Erstbesteigung gelang am 30. Juli 1862 den Brüdern Stefan und Johann Zumtaugwald gemeinsam mit J. Llewelyn Davies, J.W. Hayward und Peter-Josef Summermatter. Die Zumtaugwalds prägten viele Erstbesteigungen der Walliser Alpen – unter anderem auch die des Doms und der Dufourspitze. So steht das Täschhorn in einer langen Tradition alpiner Entdecker. 

Routen und Grate – spektakuläre Herausforderungen 

Das Täschhorn beeindruckt durch drei markante Grate und Flanken, die allesamt anspruchsvolle bis sehr schwierige Touren darstellen: 

Nordwestflanke (Kinflanke) 
Schwierigkeit: ZS, II (AD, II UIAA) 
Zeit: 6 Stunden 
Ausgang: Domhütte (2.940 m) oder Kinhütte (2.584 m) 
Talort: Randa (1.407 m) 

Mischabeljoch 
Schwierigkeit: ZS-, II (AD-, II UIAA) 
Zeit: 4 Stunden 
Ausgang: Täschhütte (2.701 m) 
Talort: Täsch (1.450 m) 

Mischabelgrat 
Schwierigkeit: ZS, III (AD, III UIAA) 
Zeit: 4 Stunden 
Ausgang: Mischabeljochbiwak (3.847 m) 
Talort: Täsch (1.450 m) 

Westsüdwestgrat (Teufelsgrat) 
Schwierigkeit: S+, IV (D+, IV UIAA) 
Zeit: 12–14 Stunden 
Ausgang: Täschhütte 
Talort: Täsch 

Hütten rund um das Täschhorn 

Für die Hochtour Täschhorn bieten sich mehrere SAC-Hütten als Ausgangspunkt oder Unterkunft an: 

  • Täschhütte (2.701 m) 

  • Mischabeljochbiwak (3.847 m) 

  • Domhütte (2.940 m) 

Diese Hütten sind ideale Stützpunkte, um das Täschhorn und die umliegende Mischabelgruppe zu erkunden, Pausen einzulegen und sich für den Gipfelanstieg zu stärken. 

Das Täschhorn – König der Mischabelgruppe 

Der Gipfel des Täschhorns bleibt oft im Schatten des benachbarten Doms, doch seine perfekte Pyramidenform und die schroffen Grate lassen jeden Bergsteiger ins Staunen geraten. Wer es nach oben schafft, spürt die Kraft der Walliser Alpen

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Nadelhorn Schweiz – Hochtour in der Mischabelgruppe Wallis

Walliser Alpen
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Mit 4.327 m Höhe erhebt sich das Nadelhorn als vierthöchster Gipfel der Mischabelgruppe in den Walliser Alpen. Es gehört nach Monte Rosa zu den höchsten Gebirgsmassiven der Schweiz und ist, neben dem Dom, einer der meistbesuchten Gipfel der Kette. Vom Tal aus bleibt das Nadelhorn oft verborgen, nur die scharfen Grate verraten seine Präsenz zwischen Hohberggletscher und Riedgletscher

Lage und Gletscherlandschaft 

Das Nadelhorn thront zwischen drei mächtigen Gletschern: der Nordflanke entströmt der Riedgletscher, der sich Richtung Grächen ergießt, westlich liegt der Hohberggletscher, östlich der Hohbalmgletscher. Diese Eisfelder rahmen den Berg ein, verleihen ihm die charakteristische, hochalpine Aura und machen das Nadelhorn zu einem Paradies für erfahrene Alpinisten und Hochtourengeher

Geschichte der Erstbesteigung 

Am 16. September 1858 wurde das Nadelhorn erstmals erklommen. Franz Andenmatten, Baptiste Epiney, Aloys Supersaxo und Joseph Zimmermann erklommen den Nordostgrat, um ein trigonometrisches Signal zu setzen. Seitdem ist der Gipfel ein beliebtes Ziel für Bergsteiger in der Mischabelgruppe, besonders da die meisten Anstiege technisch nicht extrem schwierig sind. 

Die drei Grate des Nadelhorns 

Das Nadelhorn besteht aus drei markanten Graten, die in den spitzen Gipfel münden. Nur wenige Bergsteiger finden gleichzeitig Platz auf dem kleinen Gipfelplateau. Besonders auffällig ist das sogenannte Nadelloch, ein ovales Felsenfenster rund zehn Meter nordwestlich des höchsten Punktes. Dieses kleine Naturwunder macht den Namen des Berges mehr als passend: Nadelhorn – die Nadel der Mischabelgruppe. 

Der Gipfel bildet das Scharnier zwischen Nadelgrat und Lenzspitze. Viele Alpinisten kombinieren die Überschreitung des Nadelgrats mit dem Nadelhorn, eine der spektakulärsten Hochtouren der Walliser Alpen

Hochtouren und Routen 

Das Nadelhorn bietet Anstiege für erfahrene Alpinisten, die Trittsicherheit und Kenntnisse im Gletschergelände mitbringen. Die Normalroute verläuft über den Nordostgrat, während anspruchsvollere Touren den Nadelgrat oder die Grate der Südwest- und Ostseite einbeziehen. 

Beliebte Stützpunkte für die Besteigung: 

  • Mischabelhütte 

  • Bordierhütte 

Diese Hütten ermöglichen es, Gipfeltage optimal zu planen, zu akklimatisieren und den Aufstieg früh am Morgen zu beginnen. 

Nadelhorn – Gipfelpanorama und alpine Faszination 

Wer den Gipfel erreicht, wird mit einem unvergesslichen Panorama belohnt: die benachbarten Viertausender der Mischabelgruppe, das Tal von Saas-Fee und die schroffen Eis- und Felswände der Walliser Alpen entfalten sich in voller Pracht. Das Nadelhorn ist ein Symbol für alpine Abenteuer, für Herausforderung, Schönheit und die stille Erhabenheit der hohen Berge.

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Stausee Mattmark Wallis – Wandern, Natur & Kraftwerk

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Auf 2.197 m ü. M., im südlichen Saastal, thront der Stausee Mattmark, umgeben von hochalpiner Bergwelt. Der See ist mehr als nur ein Wasserreservoir – er ist ein Kraftort, der die Energie der Gletscher und Ströme in Strom verwandelt. Über die Turbinen der Kraftwerke Mattmark AG erzeugt das klare Wasser jährlich rund 650 GWh, während der Blick über den mächtigen Mattmark-Staudamm, Europas größten Erddamm, die Besucher in Staunen versetzt. 

Wandern und Naturerlebnis 

Die Region um den Mattmarksee ist ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Wer die klare Bergluft einatmet, kann zwischen sanften Spaziergängen und hochalpinen Touren wählen: 

  • Rundwanderung um den Stausee: Leicht, familienfreundlich, 8 km, ca. 2 Stunden 15 Minuten. Auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet. 

  • Alpine Wanderungen: Von Saas-Almagell über den Staudamm oder über die Jazzilücke zum Antronapass – anspruchsvoll, mit atemberaubenden Ausblicken. 

  • Monte-Moro-Pass: Wer Abenteuer liebt, wandert über Gletscher bis zur italienischen Grenze. 

Mountainbiker finden hier ebenfalls perfekte Strecken, während das Bergrestaurant Mattmark zu einer Pause mit spektakulärer Aussicht einlädt. 

Geschichte des Sees 

Bevor der Stausee entstand, formte der Allalingletscher das Tal der jungen Saaser Vispa und bildete natürliche Gletscherseen. 1965 ereignete sich eine Tragödie: Ein Bergsturz von zwei Millionen Kubikmetern Eis und Geröll zerstörte die Baustelle des Staudamms und kostete 88 Arbeitern das Leben. Heute erinnert der Mattmark-Staudamm nicht nur an diese Katastrophe, sondern auch an den menschlichen Innovationsgeist, der den Bau zwischen 1958 und 1987 möglich machte. 

Technik und Besonderheiten 

Der Mattmark-Staudamm ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst: 

  • Erddamm: 120 m hoch, 780 m Kronenlänge, gebaut aus Moränenmaterial mit wasserdichtem Kern. 

  • Speichervolumen: Rund 100 Mio. m³ Wasser. 

  • Multifunktional: Stromproduktion, Hochwasserschutz und touristische Nutzung. Seit 2001 hält die Anlage bei Unwettern bis zu 3,6 Mio. m³ Wasser zurück. 

  • Einzugsgebiet: 88 km², fast die Hälfte vergletschert, mineralreiches Wasser. 

Die Dammkrone ist begehbar und Ausgangspunkt für Wanderungen, während die Dauerausstellung die Geschichte und Technik der Anlage erklärt. 

Gedenken und Zukunft 

Der Mattmark-Stausee ist nicht nur ein Ort der Energie, sondern auch des Gedenkens an die Opfer von 1965. Im Jahr 2026 wird die Erhöhung des Damms um 10 Meter geprüft, um die Stromproduktion im Winter um weitere 60 GWh zu steigern – ein Symbol dafür, wie Natur, Technik und Erinnerung miteinander verbunden sind. 

Anreise 

Der Stausee Mattmark ist bequem mit dem Postauto oder dem Auto von Saas-Almagell erreichbar. Parkplätze stehen an der Dammkrone zur Verfügung (Tarife: 1h = CHF 1 bis 24h = CHF 5). Die Postauto-Verbindung ist von Juni bis Oktober aktiv und macht den See auch für Gäste ohne Auto zugänglich. 

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Triftgletscher Saas-Fee – Gletscher, Wandern & Bergtouren

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Der Triftgletscher liegt auf der orografisch rechten Seite des Saastals in den Walliser Alpen und gehört zur Weissmiesgruppe. Mit einer Länge von etwa 2,5 km und einer Fläche von rund 2 km² ist er ein imposanter Vertreter der hochalpinen Gletscherlandschaften. Sein Ursprung liegt knapp oberhalb von 4.000 m am Gipfel des Weissmies, bevor er mit einem steilen Gefälle von bis zu 60 % hinunter in eine Karmulde fließt. 

Das Schmelzwasser des Triftgletschers speist den Triftbach, der später bei Saas-Grund in die Saaser Vispa mündet. Im oberen Bereich ist der Triftgletscher mit dem Mälliggletscher verbunden, einem weiteren Gletscher an der Westflanke des Weissmies. 

Zugang und Erreichbarkeit 

Die Region um den Triftgletscher ist gut erschlossen: 

  • Gondelbahn Hohsaas: Zwei Sektionen führen von Saas-Grund bis zur 2005 neu errichteten Bergstation Hohsaas auf 3.142 m, direkt nördlich des Gletschers. 

  • Hohsaashütte: Ideal für Bergsteiger:innen, Wanderer:innen und Gletscherbegeisterte als Ausgangspunkt für Touren. 

Aktivitäten am Triftgletscher 

Der Triftgletscher bietet sowohl für Abenteurer:innen als auch für Familien abwechslungsreiche Erlebnisse: 

  • Gletschertouren: Geführte Touren ab der Bergstation Hohsaas (ca. 3.200 m) führen durch spektakuläre Eisformationen und dauern etwa 2,5 Stunden. 

  • Weissmies-Aufstieg: Die klassische Route über den Triftgletscher ist beliebt bei Bergsteiger:innen. Aktuell empfiehlt sich die Querung am westlichen Rand, um Gletscherspalten zu vermeiden. 

  • Wintererlebnisse: Eine 11 km lange Schlittelabfahrt von Kreuzboden nach Saas-Grund bietet Adrenalin und beeindruckende Ausblicke auf die Mischabel-Gruppe

Historisches Ereignis: Gletscherabbruch 2017 

Im September 2017 sorgte ein drohender Gletscherabbruch für Aufregung: Rund 220 Bewohner von Saas-Grund mussten evakuiert werden. Glücklicherweise erreichte der Gletscherabbruch das Dorf nicht, doch das Ereignis zeigte eindrucksvoll die Macht der alpinen Natur. 

Natur, Bergwelt und Panorama 

Der Triftgletscher ist nicht nur ein Gletscher für Bergsteiger, sondern ein beeindruckendes Naturdenkmal im Saastal. Von der Bergstation Hohsaas aus eröffnen sich atemberaubende Panoramablicke auf die Walliser Viertausender, darunter Dom, Täschhorn, Nadelhorn und Weissmies. Hier spürt man die Kraft des alpinen Eises und die Stille der hochalpinen Landschaft.

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Weissmies Saastal – Gipfel, Gletscher & Hochtouren

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Das Weissmies ist mit 4.017 m einer der eindrucksvollsten Viertausender der Walliser Alpen. Auf der Saastal-Seite präsentiert er sich vergletschert, während Ost- und Südflanken felsig und oft aper sind. Die Talorte Saas-Grund und Saas-Almagell dienen als Ausgangspunkt für die Besteigung. 

Das Weissmies gehört zum Dreigestirn Weissmies/Lagginhorn/Fletschhorn und ist besonders wegen seiner guten Erreichbarkeit und der atemberaubenden Aussicht auf die Mischabel-Gruppe, Monte Rosa und die Berner Alpen beliebt. 

Geschichte und Namensherkunft 

Die Erstbesteigung fand Ende August 1855 durch Jakob Christian Heusser und den Walliser Notar Peter Joseph Zurbriggen von der Almageller Alp aus statt. 

Der Name Weissmies leitet sich vom Dialektwort „Mies“ ab, was „Moos“ bedeutet – „weisses Moos“ also. Der Berg ist damit ein Neutrum, wie viele Viertausender in den Walliser Alpen. 

Die Normalwege und Hochtouren 

1. Nordwestflanke – Triftgletscher / Hohsaas 

  • Ausgangspunkt: Bergstation Hohsaas (3.140 m) oder Weissmieshütte (2.726 m) 

  • Route: Über den spaltenreichen Triftgletscher, Nordwestflanke und oberen Westgrat (Triftgrat) 

  • Dauer: 3,5–4 Stunden 

  • Schwierigkeit: Für geübte Bergsteiger:innen, Vorsicht vor Gletscherspalten, Eisschlag und Lawinen 

2. Südgrat – Almagellerhütte / Zwischbergenpass 

  • Ausgangspunkt: Almagellerhütte (2.896 m) 

  • Route: Über Zwischbergenpass (3.271 m) und Südgrat 

  • Dauer: 4–5 Stunden 

  • Besonderheit: Anspruchsvoller, aber landschaftlich besonders lohnenswert 

Charakter und Gefahren 

Obwohl das Weissmies als „leichter Viertausender“ gilt, ist Vorsicht geboten: 

Der Triftgletscher hat sich in den letzten Jahren stark verändert – Spalten und Eisabbrüche sind häufig. Gefahren wie Eisschlag, Steinschlag, Spalten und Gewitter müssen unbedingt beachtet werden. Sommer 2017 und Frühjahr 2018 wurden mehrere große Eisabbrüche registriert. 

Aussicht und Panorama 

Vom Gipfel des Weissmies genießt man ein spektakuläres Panorama: 

Die Aussicht macht die Anstrengung der Hochtour mehr als wett und belohnt Bergsteiger:innen mit unvergesslichen Blicken über das Saastal

Tipps für die Besteigung 

  • Seilbahn Hohsaas: Für Tagestouren zur Gipfelbesteigung ideal 

  • Beste Jahreszeit: Sommer bis Frühherbst, bei stabilen Wetterbedingungen 

  • Ausrüstung: Steigeisen, Pickel, Helm und Sicherungsausrüstung unbedingt erforderlich 

  • Gletscherkunde: Orientierung auf dem Triftgletscher ist entscheidend