Auf 2.197 m ü. M., im südlichen Saastal, thront der Stausee Mattmark, umgeben von hochalpiner Bergwelt. Der See ist mehr als nur ein Wasserreservoir – er ist ein Kraftort, der die Energie der Gletscher und Ströme in Strom verwandelt. Über die Turbinen der Kraftwerke Mattmark AG erzeugt das klare Wasser jährlich rund 650 GWh, während der Blick über den mächtigen Mattmark-Staudamm, Europas größten Erddamm, die Besucher in Staunen versetzt. 

Wandern und Naturerlebnis 

Die Region um den Mattmarksee ist ein Paradies für Wanderer und Naturfreunde. Wer die klare Bergluft einatmet, kann zwischen sanften Spaziergängen und hochalpinen Touren wählen: 

  • Rundwanderung um den Stausee: Leicht, familienfreundlich, 8 km, ca. 2 Stunden 15 Minuten. Auch für Kinderwagen und Rollstühle geeignet. 

  • Alpine Wanderungen: Von Saas-Almagell über den Staudamm oder über die Jazzilücke zum Antronapass – anspruchsvoll, mit atemberaubenden Ausblicken. 

  • Monte-Moro-Pass: Wer Abenteuer liebt, wandert über Gletscher bis zur italienischen Grenze. 

Mountainbiker finden hier ebenfalls perfekte Strecken, während das Bergrestaurant Mattmark zu einer Pause mit spektakulärer Aussicht einlädt. 

Geschichte des Sees 

Bevor der Stausee entstand, formte der Allalingletscher das Tal der jungen Saaser Vispa und bildete natürliche Gletscherseen. 1965 ereignete sich eine Tragödie: Ein Bergsturz von zwei Millionen Kubikmetern Eis und Geröll zerstörte die Baustelle des Staudamms und kostete 88 Arbeitern das Leben. Heute erinnert der Mattmark-Staudamm nicht nur an diese Katastrophe, sondern auch an den menschlichen Innovationsgeist, der den Bau zwischen 1958 und 1987 möglich machte. 

Technik und Besonderheiten 

Der Mattmark-Staudamm ist ein Meisterwerk der Ingenieurskunst: 

  • Erddamm: 120 m hoch, 780 m Kronenlänge, gebaut aus Moränenmaterial mit wasserdichtem Kern. 

  • Speichervolumen: Rund 100 Mio. m³ Wasser. 

  • Multifunktional: Stromproduktion, Hochwasserschutz und touristische Nutzung. Seit 2001 hält die Anlage bei Unwettern bis zu 3,6 Mio. m³ Wasser zurück. 

  • Einzugsgebiet: 88 km², fast die Hälfte vergletschert, mineralreiches Wasser. 

Die Dammkrone ist begehbar und Ausgangspunkt für Wanderungen, während die Dauerausstellung die Geschichte und Technik der Anlage erklärt. 

Gedenken und Zukunft 

Der Mattmark-Stausee ist nicht nur ein Ort der Energie, sondern auch des Gedenkens an die Opfer von 1965. Im Jahr 2026 wird die Erhöhung des Damms um 10 Meter geprüft, um die Stromproduktion im Winter um weitere 60 GWh zu steigern – ein Symbol dafür, wie Natur, Technik und Erinnerung miteinander verbunden sind. 

Anreise 

Der Stausee Mattmark ist bequem mit dem Postauto oder dem Auto von Saas-Almagell erreichbar. Parkplätze stehen an der Dammkrone zur Verfügung (Tarife: 1h = CHF 1 bis 24h = CHF 5). Die Postauto-Verbindung ist von Juni bis Oktober aktiv und macht den See auch für Gäste ohne Auto zugänglich. 

Author Sunhikes | © Sunhikes
Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team