Wenn man aus der Bergbahn tritt, steht man mitten in einer Welt aus Eis, Licht und Stille. Hoch über Saas-Fee thront das Allalinhorn, ein 4.027 Meter hoher Viertausender in den Walliser Alpen. Umgeben von vier grossen Gletschern – Feegletscher, Hohlaubgletscher, Allalingletscher und Mellichgletscher – erscheint der Gipfel wie eine Pyramide aus Schnee und Eis, gleichzeitig majestätisch und zugänglich. 

Wer das Allalinhorn besteigen möchte, sollte Respekt und Trittsicherheit mitbringen. Trotz der moderaten technischen Schwierigkeiten bleibt es ein Viertausender – Vorsicht ist oberstes Gebot. Mit Bergführer und gutem Wetter kann man sich aber Schritt für Schritt diesem beeindruckenden Gipfel nähern. 

Lage & Geografie – zwischen Saastal und Mattertal 

Man schaut auf eine Landschaft, die von vier grossen Gletschern umrahmt wird. Im Norden liegt der Feegletscher, östlich der Hohlaubgletscher, südöstlich der Allalingletscher, im Südwesten der Mellichgletscher. Die Gipfelgrate des Allalinhorns verlieren sich unter einer dicken Eishaube, nur der Hohlaubgrat bleibt sichtbar. 

Westlich erheben sich Feekopf (3887 m) und Alphubel (4206 m), getrennt durch das Feejoch (3808 m) und Alphubeljoch (3770 m). Südlich markiert der Allalinpass (3552 m) die Abgrenzung zum Rimpfischhorn (4199 m). Das Allalinhorn ist ein Eckpfeiler der Allalingruppe, die mit Strahlhorn und Rimpfischhorn weitere beeindruckende Viertausender umfasst. 

Historische Spur – die Erstbesteigung des Allalinhorns 

Unterwegs auf alten Spuren. Die erste Besteigung gelang am 28. August 1856: Franz Andenmatten führte den Engländer Edward Levi Ames zum Gipfel, begleitet von einem weiteren einheimischen Führer. Sechs Jahre später wurde der heutige Normalweg über den Nordwestgrat eröffnet, damals von Franz Andenmatten, Sir Leslie Stephen und weiteren Alpinisten. 

Die erste Überschreitung gelang 1882 über den schwierigen Nordostgrat mit Abstieg über den Hohlaubgrat. Später folgte die Erstbegehung der Südwand und die erste Winterbesteigung 1907. Jede Route erzählt von Entschlossenheit, Technik und der Faszination, die das Allalinhorn seit Generationen ausübt. 

Hochtouren & Normalweg – Schritt für Schritt zum Gipfel 

Die beliebteste Route beginnt an der Metro Alpin-Station Mittelallalin (3456 m). Man quert die Pisten und bewegt sich unter den Séracs der Nordwand hindurch, umgeht Spalten und Schründe und erreicht den Feejoch-Sattel. Über den Firnhang und den Gratrücken gelangt man zum Gipfelgrat. Dort ragen einige Felsen aus dem Eis, das Kreuz auf dem Gipfel ist bald sichtbar. Zwei Stunden sind für den Anstieg einzuplanen, der Schwierigkeitsgrad wird als L eingestuft. 

Für erfahrene Alpinisten bietet der Hohlaubgrat ab der Britanniahütte eine längere Route über Firn und Felsen. Blockwerk und eine kurze, steile Felsstufe (II. Grad) führen in Seillängen zum Gipfel. Auch von der Station Hohlaub (3300 m) kann man den Grat erreichen, eine Alternative, die den Andrang an der Metro Alpin umgeht. 

Der Gipfel – Aussicht, Stille und Gletschermeer 

Hier oben atmet man tief ein und lässt den Blick schweifen. Eine Welt aus Eis und Licht eröffnet sich: Die Gletscher im Saastal glitzern in der Sonne, während im Westen das Mattertal und die Pyramiden der Mischabelgruppe sichtbar werden. In der Wintersaison ist der Gipfel sogar nachts beleuchtet – ein leuchtendes Symbol für die Zugänglichkeit und Erschlossenheit dieses beliebten Viertausenders

Ob als erste alpine Hochtour oder als Trainingsziel für höhere Gipfel – das Allalinhorn verbindet Schönheit und Herausforderung. Es ist ein Berg, der Einsteiger willkommen heißt, aber zugleich Respekt einfordert.

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team