Das Weissmies ist mit 4.017 m einer der eindrucksvollsten Viertausender der Walliser Alpen. Auf der Saastal-Seite präsentiert er sich vergletschert, während Ost- und Südflanken felsig und oft aper sind. Die Talorte Saas-Grund und Saas-Almagell dienen als Ausgangspunkt für die Besteigung. 

Das Weissmies gehört zum Dreigestirn Weissmies/Lagginhorn/Fletschhorn und ist besonders wegen seiner guten Erreichbarkeit und der atemberaubenden Aussicht auf die Mischabel-Gruppe, Monte Rosa und die Berner Alpen beliebt. 

Geschichte und Namensherkunft 

Die Erstbesteigung fand Ende August 1855 durch Jakob Christian Heusser und den Walliser Notar Peter Joseph Zurbriggen von der Almageller Alp aus statt. 

Der Name Weissmies leitet sich vom Dialektwort „Mies“ ab, was „Moos“ bedeutet – „weisses Moos“ also. Der Berg ist damit ein Neutrum, wie viele Viertausender in den Walliser Alpen. 

Die Normalwege und Hochtouren 

1. Nordwestflanke – Triftgletscher / Hohsaas 

  • Ausgangspunkt: Bergstation Hohsaas (3.140 m) oder Weissmieshütte (2.726 m) 

  • Route: Über den spaltenreichen Triftgletscher, Nordwestflanke und oberen Westgrat (Triftgrat) 

  • Dauer: 3,5–4 Stunden 

  • Schwierigkeit: Für geübte Bergsteiger:innen, Vorsicht vor Gletscherspalten, Eisschlag und Lawinen 

2. Südgrat – Almagellerhütte / Zwischbergenpass 

  • Ausgangspunkt: Almagellerhütte (2.896 m) 

  • Route: Über Zwischbergenpass (3.271 m) und Südgrat 

  • Dauer: 4–5 Stunden 

  • Besonderheit: Anspruchsvoller, aber landschaftlich besonders lohnenswert 

Charakter und Gefahren 

Obwohl das Weissmies als „leichter Viertausender“ gilt, ist Vorsicht geboten: 

Der Triftgletscher hat sich in den letzten Jahren stark verändert – Spalten und Eisabbrüche sind häufig. Gefahren wie Eisschlag, Steinschlag, Spalten und Gewitter müssen unbedingt beachtet werden. Sommer 2017 und Frühjahr 2018 wurden mehrere große Eisabbrüche registriert. 

Aussicht und Panorama 

Vom Gipfel des Weissmies genießt man ein spektakuläres Panorama: 

Die Aussicht macht die Anstrengung der Hochtour mehr als wett und belohnt Bergsteiger:innen mit unvergesslichen Blicken über das Saastal

Tipps für die Besteigung 

  • Seilbahn Hohsaas: Für Tagestouren zur Gipfelbesteigung ideal 

  • Beste Jahreszeit: Sommer bis Frühherbst, bei stabilen Wetterbedingungen 

  • Ausrüstung: Steigeisen, Pickel, Helm und Sicherungsausrüstung unbedingt erforderlich 

  • Gletscherkunde: Orientierung auf dem Triftgletscher ist entscheidend 

Author Sunhikes | © Sunhikes
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