Vier Orte stehen im Mittelpunkt dieser Wanderreise: Bad Peterstal-Griesbach, Hausach, Gutach und Zell am Harmersbach. Jeder von ihnen ist ein Tor in eine andere Facette des Schwarzwalds – und zusammen erzählen sie von Felsformationen und Karseen, von historischen Aussichtstürmen und stillen Vesperklausen, von Premiumwegen, die zu Recht diesen Namen tragen.
Bad Peterstal-Griesbach – Premiumwanderort im Schwarzwald
Man kommt an und spürt es sofort: Dieser Ort nimmt Wandern ernst. Bad Peterstal-Griesbach im Renchtal zählt zu den ersten Premiumwanderorten Deutschlands und bietet fünf markierte Premiumwanderwege für jedes Niveau – vom gemächlichen Spaziergang entlang von Mineralquellen bis zur konditionsfordernden Schwarzwaldrunde mit fast 550 Höhenmetern.
Teufelskanzelsteig – Fels, Wasserfall und Panorama
Das Herzstück der Wanderungen Bad Peterstal-Griesbach ist der Teufelskanzelsteig. Sieben Kilometer, 381 Höhenmeter, moderat eingestuft – und dennoch ein Erlebnis, das weit über die reine Bewegung hinausgeht. Die Tour beginnt an der Kreuzkopfschanze. Von dort führt der Weg zunächst hinunter zum Griesbacher Wasserfall, der in mehreren Kaskaden über moosbewachsene Steinstufen stürzt. Das Wasser glitzert im Licht, das sich durch die Baumkronen bricht, die Luft riecht nach Feuchtigkeit und Tannennadeln.
Dann beginnt der Aufstieg. Über Felsformationen geht es hinauf zur Aussichtsplattform Teufelskanzel, von der aus das Renchtal in seiner ganzen Breite sichtbar wird – und in der Ferne der Buchkopfturm als stiller Zeuge der Schwarzwaldhöhen. Der Rückweg führt vorbei am Rappenschliff und dem historischen Silbereckle, zwei Stationen, die daran erinnern, dass dieser Wald auch eine Geschichte trägt. Wer möchte, schlägt den Abstecher zum Haberer Turm ein und wird mit einem Rundumblick belohnt, der den Atem stocken lässt.
Schwarzwaldsteig – naturnahe Pfade und geologische Schätze
Der Genießerpfad Schwarzwaldsteig Bad Peterstal-Griesbach führt auf 11 Kilometern durch dichte Wälder, deren Grün im Wind leise rauscht. Mit 536 Höhenmetern gilt die Tour als anspruchsvoll – doch die Weitblicke Schwarzwald entlang der Route machen jede Anstrengung vergessen. Unterwegs warten geologische Besonderheiten wie der Ibacher Schliff, Kneippanlagen für erfrischende Pausen und Einkehrmöglichkeiten wie das Braunbergstüble oder der Getränkebrunnen am Holderstanzenhof.
Wiesensteig – entlang der Wilden Rench
Wer den Wiesensteig Schwarzwald geht, taucht ein in eine Landschaft aus blühenden Bergwiesen, stillen Waldpfaden und plätschernden Bächen. Der Premiumwanderweg schlängelt sich auf rund 13 Kilometern durch das Tal der Wilden Rench, vorbei an der Renchtalhütte, über den Breitenberg und an der Haberer Hütte vorbei, bevor der letzte Abschnitt am Höhengasthaus Herbstwasen zum Weiherplatz in Bad Griesbach zurückführt. Es ist ein Weg, der die Schwarzwaldlandschaft in ihrer schönsten Vielfalt zeigt.
Himmelssteig – einer der schönsten Wanderwege Deutschlands
„Deutschlands schönster Wanderweg" – das Wandermagazin kürte den Himmelssteig Bad Peterstal-Griesbach 2017 mit diesem Titel, und wer die 10 Kilometer mit 485 Höhenmetern gegangen ist, versteht warum. Sanfte Pfade wechseln sich mit steilen Abschnitten ab, Moos- und Wurzelwege führen durch Tannen- und Mischwälder, und immer wieder öffnen sich Panoramaausblicke über das Kinzigtal und die sanften Schwarzwaldhügel. Die 22,5 Meter lange Weißtannenbank ist ein besonderer Moment: Man sitzt, man schaut, man hört nichts als Wald.
Am Holchenwasserfall lädt das Wasser zur Rast ein, bevor der steile Anstieg zum Himmelsfelsen beginnt. Der Himmelssteig ist Teil der Schwarzwälder Wandersinfonie – und das Wort Sinfonie passt: Hier spielt die Natur alle ihre Stimmen.
Glaswaldsee – ein Karsee von stiller Schönheit
Für erfahrene Wanderer, die den Schwarzwald von seiner stillen, geschichtlichen Seite erleben möchten, ist die Streckenwanderung vom Glaswaldsee über den Haberer Turm nach Bad Griesbach ein unvergessliches Erlebnis. Rund 18 Kilometer, 817 Höhenmeter im Aufstieg – und am Ende ein Abstieg ins Tal mit der Möglichkeit zur Rückfahrt per Bahn oder Bus.
Der Glaswaldsee liegt auf 840 Metern im Naturschutzgebiet. Entstanden während der letzten Eiszeit durch glaziale Erosion im Buntsandstein, umgeben von steilen Ufern und bis zu 11 Metern tief, verbreitet er eine Atmosphäre von stiller Urzeit. Sein Wasser ist dunkel, fast schwarz, die Stille vollkommen. Von hier führt die Route über schmale, wurzelige Pfade zum Bärenfelsen und zur Marienruhe auf etwa 900 Metern, von der sich tiefe Blicke ins Renchtal öffnen. Dann der Griesbacher Wasserfall, erneut – diesmal von oben –, und schließlich der Haberer Turm, 16 Meter hoch, 1899 erbaut, ein Aussichtspunkt mit Geschichte und weitem Blick über das obere Renchtal.
Wasserlehrpfad – Natur, Heilkraft und Nachhaltigkeit
Nicht jeder Weg im Mittleren Schwarzwald muss konditionell herausfordernd sein. Der Wasserlehrpfad Bad Peterstal-Griesbach ist ein leichter Rundweg auf 5 Kilometern mit 223 Höhenmetern, der Naturerlebnis und Wissensvermittlung verbindet. An 17 Infotafeln lernt man die Bedeutung des Wassers im Schwarzwald kennen – seine Herkunft, seine Heilkraft, die Kneipp-Tradition des Ortes. Vom Rathaus über die Sophienquelle, das Kneippbecken am Wendelinsbächle, das Wasserreservoir der Fichtensodquelle bis zum Wassertretbecken nahe der Schlüsselbadklinik: Ein Weg, der zur Ruhe führt und zum Nachdenken einlädt.
Gutach – Heimat des Bollenhuts und der Tälersteige
Wenige Kilometer entfernt liegt Gutach, bekannt als Heimat des Bollenhuts – des vielleicht bekanntesten Symbols des Schwarzwalds weltweit. Doch Gutach ist mehr als Folklore. Es ist ein hervorragender Ausgangspunkt für Wanderungen im Schwarzwald, der durch seine Lage im Kinzigtal Verbindungen in alle Richtungen ermöglicht: nach Hornberg, Hausach, Wolfach, ins Oberprechtal und nach Schonach.
Gutacher Tälersteig – Wandern durch idyllische Schwarzwaldtäler
Der Gutacher Tälersteig, ein zertifizierter Schwarzwälder Genießerpfad, führt auf 12,7 Kilometern mit 634 Höhenmetern durch sanfte Täler, dichte Wälder und entlang plätschernder Bäche. Das Sonnenlicht malt lebendige Bilder auf moosbedeckte Steine, während die frische Schwarzwaldluft die Sinne belebt.
Highlight der Tour ist der Farrenkopf – der Gutacher Hausberg – mit der Hasemann-Hütte, einem beliebten Aussichtspunkt mit kulturhistorischer Bedeutung. Auf der westlichen Seite folgt der Weg dem Westweg, der zu den Bergrücken und idyllischen Höhen der Region führt. Die Tour lässt sich in zwei Etappen aufteilen: Die westliche Variante startet am Parkplatz Dorfmitte Gutach, die östliche am Restaurant Alexandros im Rössle, von wo aus der Weg über Steinades Bühl zurück nach Gutach führt.
Der Gutacher Tälersteig Schwarzwald ist Bewegung und Naturerlebnis in einem – eine Route, auf der jeder Schritt zählt.
Hausach – Westweg-Station und Genießerpfad mit Abenteuerfaktor
Hausach liegt fast genau auf der Mitte des Westwegs – und das merkt man. Die Stadt ist Etappenort, Ausgangspunkt und Treffpunkt für Fernwanderer aus ganz Deutschland. Direkt über dem Ort thront der Schlossberg mit den Überresten der Burg Husen, ein kurzes, lohnendes Wanderziel mit herrlichem Blick über das Kinzigtal.
Hausacher Bergsteig – drei Anstiege, ein Panorama
Der Hausacher Bergsteig, ein weiterer zertifizierter Schwarzwälder Genießerpfad, ist mit 13 Kilometern und 762 Höhenmetern anspruchsvoll – und zeigt genau deshalb, was den Schwarzwald ausmacht. Drei steile Auf- und Abstiege verlangen Kondition und Trittsicherheit, doch je höher der Anstieg, desto weiter der Blick: über das Kinzigtal, die umliegenden Berge, dichte Wälder.
Zu den Highlights zählen die Burg Husen, die malerische Hauserbacher Kapelle, die Kreuzbergkapelle und ein 2,8 Kilometer langer Abenteuerpfad für Kinder. Teile der Route verlaufen auf dem Westweg, dem Kinzigtäler Jakobusweg und dem Großen Hansjakobweg.
Der Hausacher Bergsteig verläuft auf der sogenannten „trockenen Seite". Es gibt keine Gasthäuser entlang des Weges – nur Landschaft, Ruhe und Natur. Drei Naturkühlschränke sorgen für Erfrischung, ohne das Erlebnis der Abgeschiedenheit zu stören.
Westweg Etappe 7 – Hausach bis Wilhelmshöhe
Wer auf dem Westweg unterwegs ist, erlebt von Hausach aus eine der anspruchsvollsten Etappen des gesamten Fernwanderwegs. 20,8 Kilometer, 1.123 Höhenmeter im Aufstieg, 382 im Abstieg. Der Farrenkopf, die Prechtaler Schanzen, der Huberfelsen und der Karlstein stellen echte Herausforderungen dar – teils sehr steil, teils mühsam. Ab dem Karlstein aber verläuft der Westweg auf der Höhe und führt durch sanfte Auf- und Abstiege zur malerischen Wilhelmshöhe. Eine Etappe, die den Charakter formt.
Oberharmersbach – Vesper, Vögel und Panoramagipfel
Oberharmersbach im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist ein stiller Ausgangspunkt für Wanderungen, die Genuss in den Vordergrund stellen. Bekannte Routen führen durch das Harmersbachtal, über aussichtsreiche Höhen und zu bewirtschafteten Höfen. Mit dem Brandenkopf und dem Mooskopf warten zwei markante Aussichtsgipfel, die weite Blicke über den Schwarzwald ermöglichen.
Harmersbacher Vesperweg – Genusswandern mit Schwarzwälder Bauernvesper
Der Harmersbacher Vesperweg ist 14,9 Kilometer lang, moderat eingestuft und trägt das Prädikat Schwarzwald Premiumweg. Er ist ein Weg für alle, die wandern als sinnliches Erlebnis verstehen. Der Weg schlängelt sich durch dichte Wälder und grüne Wiesen, erfüllt vom Duft frischer Kräuter und dem Gesang der Vögel. Immer wieder öffnen sich Panoramaausblicke über weite Täler und bewaldete Hügel.
Mehrere Vesperstuben entlang des Weges laden zur Einkehr ein. In der Vesperstube Harkhof oder der Vesperstube Langenberg gibt es herzhaftes Brot, würzigen Käse und frische Wurst – typisch schwarzwälder Bauernvesper, das jeden Gaumen verwöhnt. Wer hier sitzt, hört die Wiesen, riecht den Wald und versteht, warum manche Wanderer immer wieder hierher zurückkehren.
Zell am Harmersbach – Westweg, Brandenkopf und Hahn-und-Henne-Runde
Zell am Harmersbach liegt am Eingang zum Harmersbachtal und ist ein vielseitiger Ausgangspunkt für Wanderungen im Schwarzwald. Die Etappen 5 und 6 des Westwegs führen von hier nach Harkhof oder Hausach – abwechslungsreiche Routen durch dichte Wälder, offene Höhen und stille Täler.
Westweg Etappe 6 – Harkhof nach Hausach
Die sechste Etappe des Westwegs erstreckt sich über 15,6 Kilometer und ist moderat eingestuft: 309 Höhenmeter im Aufstieg, 774 im Abstieg. Der Weg führt über den schmalen Kamm zwischen Wolftal und Einbachtal bis zum Spitzfelsen, der dramatisch ins Kinzigtal vorspringt.
Das herausragende Highlight ist der Brandenkopf auf 945 Metern. Sein Aussichtsturm bietet ein spektakuläres Schwarzwaldpanorama, und das Schwarzwaldvereins-Wanderheim auf dem Gipfel lädt zur Einkehr ein. Ein Abstecher lohnt sich allemal.
Hahn-und-Henne-Runde – Genießerpfad durch Kulturlandschaft
Die Hahn-und-Henne-Runde ist ein zertifizierter Schwarzwald Premiumweg und führt auf 14 Kilometern mit 478 Höhenmetern durch moosige Tannenwälder, entlang von Waldrändern und über weiche Wiesenpfade. Der Blick schweift über einsam gelegene Bauernhöfe, das Harmersbachtal und das Hinterhambachtal – an klaren Tagen bis hin zu den elsässischen Vogesen.
Die schönsten Aussichtspunkte sind mit liebevoll gestalteten Bänken im typischen Hahn-und-Henne-Look ausgestattet. Dazwischen stattliche Schwarzwaldhöfe, eingerahmt von bewaldeten Bergkuppen, Obstbaumwiesen und einer Kulturlandschaft, die Jahrhunderte erzählt. In den Vesperstuben entlang der Strecke findet man Erfrischung, Gespräch und regionalen Genuss – der Abschluss eines Weges, der Wandern zur Kunst macht.
Fazit: Wandern im Mittleren Schwarzwald – ein Erlebnis für alle Sinne
Wandern im Mittleren Schwarzwald bedeutet mehr als Bewegung in der Natur. Es ist das bewusste Erleben einer Landschaft, die ihre Schönheit nicht preisgibt, sondern verschenkt – an alle, die langsam genug gehen, um sie wahrzunehmen. Bad Peterstal-Griesbach, Hausach, Gutach, Oberharmersbach und Zell am Harmersbach bieten dafür das perfekte Fundament: Premiumwanderwege und Genießerpfade, die Natur, Geschichte und Kulinarik auf einzigartige Weise verbinden.
Ob der Blick vom Teufelskanzelsteig über das Renchtal, die Stille am Glaswaldsee, das Panorama vom Brandenkopf oder die Einkehr in einer Schwarzwälder Vesperstube – der Ortenaukreis im Mittleren Schwarzwald hat für jeden Wanderer den richtigen Weg. Man muss ihn nur gehen.
Alle Wanderungen im Überblick – von leicht nach schwer
|
Wanderung |
Ort |
Schwierigkeit |
Länge |
Aufstieg |
Abstieg |
|
Bad Peterstal-Griesbach |
Leicht |
5,2 km |
223 hm |
223 hm |
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|
Bad Peterstal-Griesbach |
Moderat |
7,1 km |
381 hm |
381 hm |
|
|
Gutach |
Moderat |
12,7 km |
634 hm |
634 hm |
|
|
Zell am Harmersbach |
Moderat |
15,6 km |
309 hm |
774 hm |
|
|
Oberharmersbach |
Moderat |
14,4 km |
556 hm |
556 hm |
|
|
Zell am Harmersbach |
Moderat |
13,9 km |
478 hm |
478 hm |
|
|
Bad Peterstal-Griesbach |
Schwer |
10,2 km |
485 hm |
485 hm |
|
|
Bad Peterstal-Griesbach |
Schwer |
11,1 km |
536 hm |
536 hm |
|
|
Bad Peterstal-Griesbach |
Schwer |
13,2 km |
480 hm |
480 hm |
|
|
Hausach |
Schwer |
13,0 km |
662 hm |
662 hm |
|
|
Bad Peterstal-Griesbach |
Schwer |
17,6 km |
817 hm |
751 hm |
|
|
Hausach |
Schwer |
20,8 km |
1.123 hm |
382 hm |