Kein Aussichtspunkt, keine Tafel, kein Trubel. Riesige Granitblöcke, abgerundet von Millionen Jahren Erosion, stapeln sich wie übergroße Kissen aufeinander. Moos und Flechten überziehen das Gestein in satten Grüntönen.

Was ist der Katzenschrofen?

Der Katzenschrofen ist eine markante Felsformation bei Ottenhöfen im Schwarzwald – geografisch bereits auf der Gemarkung von Kappelrodeck gelegen. Das Gestein besteht aus dem sogenannten Oberkirch-Granit, einem für die Region typischen Hartgestein. Seine charakteristische Form verdankt er der Wollsackverwitterung: Erosion über erdgeschichtliche Zeiträume rundete die Kanten ab, sodass die Blöcke heute fast organisch wirken – gedrungen, bucklig, ein kleines Labyrinth aus Stein.

Ein schmaler Pfad schlängelt sich direkt zwischen den Felsblöcken hindurch. Kein Panorama, kein Aussichtspunkt – nur Wald, Stein, Stille.

Wandern am Katzenschrofen: Felsenweg & Hexensteig

Der Katzenschrofen ist fester Bestandteil zweier bekannter Wanderwege im Achertal:

  • Ottenhöfener Felsenweg (ca. 15 km): Premiumwanderweg mit mehreren markanten Felsformationen – Sesselfelsen, Rappenschrofen, Stierfelsen. Der Katzenschrofen gehört zu den eindrucksvollsten Stationen.
  • Kappelrodecker Hexensteig (ca. 18 km): Qualitätswanderweg, der ebenfalls direkt an der Formation vorbeiführt. In unmittelbarer Nähe liegt das Hexenhäuschen, ein Rastplatz für Wanderer.

Der Pfad durch den Katzenschrofen ist felsig, steil und bei Nässe rutschig. Festes Schuhwerk und gute Trittsicherheit sind Pflicht.

Kein Fernblick – dafür alles andere

Im Gegensatz zu den nahegelegenen Palmfelsen oder dem Sesselfelsen bietet der Katzenschrofen selbst kaum Fernsicht. Er liegt tief im Wald, direkt an der Gemeindegrenze zwischen Ottenhöfen (Ortsteil Lauenbach) und Kappelrodeck – im Waldgebiet Richtung Waldulm/Blaubronn. Sein Reiz ist ein anderer: die Nahansicht der Gesteinsblöcke, das Licht, das durch das Blätterdach fällt, Farne und Bäume, die auf den Felsen balancieren, das Moos unter den Händen, wenn man sich zwischen den Felsen hindurcharbeitet.

Tipp: Wer den Felsenweg geht, sollte den kurzen Abstecher zum Bürstenstein nicht auslassen. Von dort reicht der Blick über das Achertal bis zur Rheinebene und zu den Vogesen.

Was steckt hinter dem Namen Katzenschrofen?

Der Name erklärt sich auf zwei Ebenen.

„Schrofen" bezeichnet im süddeutschen Raum steil aufragende, zerklüftete Felsen – unwegsames, karges Gelände. Das Wort ist in den Alpen und im Schwarzwald weit verbreitet.

„Katzen" verweist weniger auf die Hauskatze als auf die Wildkatze, die in den Felsspalten des Nordschwarzwalds ideale Verstecke fand. Es gibt aber noch eine andere Lesart: Im Volksglauben des Achertals nahmen Hexen die Gestalt von Katzen an. Felsen wie der Katzenschrofen galten als ihre Versammlungsorte.

Mit viel Fantasie sieht man in der Silhouette der Granitblöcke die Form eines Katzenkopfes oder eines gekrümmten Katzenbuckels – was zur Namensgebung beigetragen haben könnte.

Katzenschrofen am Ottenhöfener Felsenweg – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Gemeindegrenze Ottenhöfen/Kappelrodeck, Waldgebiet Richtung Waldulm/Blaubronn
  • Eingebunden in: Ottenhöfener Felsenweg (ca. 15 km) & Kappelrodecker Hexensteig (ca. 18 km)
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Trittsicherheit erforderlich
  • Besonderheit: Wollsackverwitterung, Hexensagen, urwüchsige Waldatmosphäre
  • Kombinierbar mit: Bürstenstein (Aussicht über Achertal und Rheinebene)
  • Beste Bedingungen: Stabiles Wetter, trockene Pfade
Author Sunhikes | © Sunhikes
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