Von Wasserfall zu Wasserfall – Wanderung von Allerheiligen zum Edelfrauengrab
Tourencharakter
Die eindrucksvolle Wasserfallwanderung Schwarzwald führt vom Eingangsportal der Allerheiligen-Wasserfälle durch abwechslungsreiche Natur bis zu den Edelfrauengrab-Wasserfällen bei Ottenhöfen. Startpunkt ist der Besucherbereich am rauschenden Lierbach, von wo aus der Weg an den größten natürlichen Wasserfällen des Nordschwarzwalds hinauf zum historischen Kloster Allerheiligen führt. Die ehemalige Klosteranlage lädt mit Ruinen, Gaststätte und Nationalparkzentrum zum Verweilen ein – sie prägte über Jahrhunderte die religiöse und kulturelle Geschichte des Renchtals.
Über Serpentinen und Panoramawege erreicht man den Aussichtspunkt Blöchereck mit Blick auf den Karlsruher Grat. Nach Durchquerung der Siedlungen Strittwald und Gottschläg geht es steil und naturnah hinab zum Gottschlägbach und den sagenumwobenen Edelfrauengrab-Wasserfällen. Dieser Abschnitt besticht durch schmale Schluchten und wildromantische Kaskaden. Der Rückweg führt sanft nach Ottenhöfen, wo Bahn- und Busverbindungen die bequeme Heimkehr ermöglichen. Die Wanderung kombiniert Naturwunder, geschichtsträchtige Orte und Sagenwelt – ein echtes Schwarzwald-Highlight.
Highlights der Wanderung
Allerheiligen-Wasserfälle – Naturspektakel im Nordschwarzwald
Klosterruine Allerheiligen – Historische Stätte und Rastplatz
Blöchereck & Karlsruher Grat – Panorama und Denkmal des 110. Bataillonsregiments
Edelfrauengrab-Wasserfälle – Sagenumwobene Felsen und Kaskaden
Gottschlägbach & Gottschläg – Naturpfade mit Trittsicherheit
Höhenprofil
Hintergrundinformationen
Die Sage der Edelfrauengrab-Wasserfälle
Die Edelfrauengrab-Wasserfälle verdanken ihren Namen einer uralten Sage:
Ritter Wolf von Bosenstein zog während der Kreuzzüge ins Heilige Land. Seine Frau, zurückgeblieben, lebte mit ihrem Liebhaber „in Saus und Braus“. Eines Tages bat eine arme Bettlerin mit sieben Kindern um Almosen, wurde aber von der hochmütigen Schlossherrin verspottet. Die Frau sprach daraufhin einen Fluch aus: „Sieben Kinder sollst du auf einmal zur Welt bringen, alle so elend wie die, welche du verhöhnst.“
Der Fluch wurde wahr, und die Schlossherrin befahl ihrer Dienerin, die Kinder zu töten. Zurückkehrend vom Kreuzzug verhinderte Ritter Wolf das grausame Schicksal der Kinder, ließ sie bei Verwandten aufziehen und nach sieben Jahren auf Burg Bosenstein auftreten. Wütend auf die Mutter, ließ er sie in eine von Wasser umspülte Höhle im Gottschlägtal einmauern – das heutige Edelfrauengrab, das der Bach später teilweise wieder füllte und somit die Frau von ihren Qualen erlöst wurde.
Kloster Allerheiligen – Historisches Zentrum im Renchtal
Das Kloster Allerheiligen ist ein ehemaliges Prämonstratenser-Chorherrenstift auf der Gemarkung von Oppenau. Gegründet um 1195, bestand das Kloster bis zur Säkularisation 1803. Über Jahrhunderte übte es durch seelsorgerische Aufsicht und die Klosterschule kulturellen und religiösen Einfluss auf den mittleren Schwarzwald aus, insbesondere auf das Rench- und Achertal.
Auf dem Klosterareal laden zahlreiche Sehenswürdigkeiten zum Entdecken ein: die Klosterruine, der ehemalige Ross-Stall mit Informationszentrum, das Begrüßungszentrum des Nationalparks, eine Gaststätte und die Bildungsstätte der Caritas.
Allerheiligen-Wasserfälle – Naturgewalt im Nordschwarzwald
Die Allerheiligen-Wasserfälle sind die größten natürlichen Wasserfälle des Nordschwarzwaldes. Der Grindenbach, Oberlauf des Lierbachs, stürzt unterhalb des Klosters in einer steilen Porphyr-Schlucht über sieben Stufen in die Tiefe. Wegen der natürlichen Auskolkungen, den sogenannten Gumpen, werden sie auch Büttensteiner Wasserfälle oder Sieben Bütten genannt.
Edelfrauengrab-Wasserfälle – Mystische Schlucht bei Ottenhöfen
Die Edelfrauengrab-Wasserfälle bei Ottenhöfen bilden eine dramatische Kaskade in einer Schlucht, die der Gottschlägbach durch einen quer verlaufenden Porphyr-Riegel geschnitten hat. Die Wasserfallschlucht erinnert in ihrer Geologie den Allerheiligen-Wasserfällen, liegt jedoch gut drei Kilometer weiter nördlich im Tal der Achertal-Zuflüsse.
Routenbeschreibung
Wanderung von den Allerheiligen-Wasserfällen zum Edelfrauengrab bei Ottenhöfen
Die Tour beginnt am Eingangsportal der Allerheiligen-Wasserfälle und folgt zunächst dem Lierbach hinauf entlang der tosenden Wasserfälle.
Kloster Allerheiligen und Ehrenmal
Nach einem Aufstieg erreicht man das Ehrenmal und die Klosterruine Allerheiligen, wo eine Rast lohnenswert ist. Auf dem Klosterareal können die historischen Gebäude besichtigt und die Atmosphäre der ehemaligen Prämonstratenseranlage erlebt werden.
Höhenweg und Aussichten
Ein Serpentinenweg führt hinauf zum höchsten Punkt der Wanderung. Von dort verläuft ein breiter Wirtschaftsweg weiter nach Strittwald. Am Blöchereck eröffnet sich ein beeindruckender Blick auf den Karlsruher Grat sowie auf das Denkmal der gefallenen Soldaten des Bataillonsregiments 110 aus dem Ersten Weltkrieg.
Abstieg und Edelfrauengrab-Wasserfälle
Weiter geht es zur Siedlung Gottschläg, bevor ein serpentiniger Abstieg hinunter zum Gottschlägbach und zu den Edelfrauengrab-Wasserfällen folgt. Dieser Abschnitt erfordert Trittsicherheit, da die Wege teilweise schmal und naturbelassen sind.
Rückweg nach Ottenhöfen
Vom Edelfrauengrab führen Wege weiter nach Ottenhöfen. Dort gibt es Anschluss an Bahn- und Busverbindungen, die eine bequeme Rückkehr zum Ausgangspunkt ermöglichen.
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