Man befindet sich in Afur, dort, wo sich das Tal eng zwischen Felsen und steilen Hängen öffnet. Feuchte Luft liegt über dem Dorf, und die Entscheidung ist klar: Heute führt die Afur Wanderung nicht hinab durch die bekannte Schlucht zur Playa de Tamadite, sondern hinauf in die Höhen des Naturparks Anaga. Dieses Gebiet zählt zu den artenreichsten Europas und wurde nicht ohne Grund zum Biosphärenreservat erklärt.
Aufstieg zum Mirador Pico del Inglés
Der Weg steigt stetig an. Schmale, wenig begangene Pfade winden sich durch üppige Vegetation. Das Gefälle ist anspruchsvoll, der Untergrund stellenweise rutschig. Gras und Brombeersträucher überwuchern den Pfad, während sich immer wieder neue Blicke in das zerklüftete Afur-Tal öffnen. Mit zunehmender Höhe wird es stiller. Am Mirador Pico del Inglés, einem der höchsten Punkte im Anaga-Gebirge, entfaltet sich schließlich die Geschichte der Insel: alte Reitwege, einstige Handelsrouten und verstreute Weiler mit traditioneller kanarischer Architektur.
Anspruchsvolle Wege und alpine Passagen
Nun beginnt der technisch schwierigste Teil dieser anspruchsvollen Wanderung auf Teneriffa. Die Route ist nicht markiert, das Gelände wird steiler. Dichte Vegetation, schmale Passagen und enge Schluchten erfordern Konzentration und Orientierungssinn. Besonders im Bereich des Roque del Agua ist Vorsicht geboten, da Steinschlag möglich ist. Ein kurzer Abschnitt verläuft über eine Straße, bevor der Weg wieder in die Wildnis eintaucht. Diese Höhenwanderung auf Teneriffa ist nicht für den Winter geeignet und richtet sich an erfahrene Wanderer.
Landschaftliche Vielfalt im Afur-Tal
Am Ende führt der Weg zurück nach Afur. Zurück bleiben Bilder von Felsen, Schluchten, Bergen und dichter Vegetation. Diese Wanderung im Anaga-Gebirge wirkt nach – ruhig, intensiv und tief verbunden mit der wilden Landschaft des Nordostens von Teneriffa.