Die Kalmit ist mit 673,64 m ü. NHN der höchste Berg im Pfälzerwald und nach dem Donnersberg der zweithöchste Gipfel der gesamten Pfalz. Wer hier oben steht, versteht sofort, warum zeitgenössische Wanderer die Kalmit einst als »den schönsten Aussichtsberg der Pfalz« bezeichneten: Der Blick reicht weit über die Rheinebene, an klaren Tagen bis zum Schwarzwald.
Die Kalmit liegt im Naturpark Pfälzerwald und im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord – einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas. Ihr Gipfel erhebt sich rund 3,8 km westnordwestlich von Maikammer und 5,5 km südwestlich von Neustadt an der Weinstraße.
Lage und Umgebung
Die Kalmit liegt in der Haardt, dem steilen Ostrand des Pfälzerwalds. Um den Gipfel gruppieren sich mehrere Vorberge, darunter der Hüttenberg (620 m) im Südwesten – auf dem das bekannte Felsenmeer am Hüttenberg liegt – sowie der Taubenkopf (603 m) im Nordosten und der Stotz (603 m) im Süden.
Das Kalmitmassiv ist von mehreren Quellen umgeben. Im Osthang entspringt der Alsterweiler Bach, der nach Maikammer fließt. Nordwestlich des Gipfels hat der Kaltenbrunnertalbach seinen Ursprung. Das Einzugsgebiet der Kalmit speist über verschiedene Bäche schließlich den Speyerbach und damit das Rheintal.
Natur erleben: Wald, Wasser und Weitsicht
Der Pfälzerwald rund um die Kalmit ist vorwiegend von Mischwald bedeckt. Kiefern dominieren den Baumbestand, Buchen und Eichen sorgen im Herbst für ein leuchtendes Farbenspiel. Wer ruhig und aufmerksam unterwegs ist, kann auf den Wegen zur Kalmit Rehen, Wildschweinen und einer Vielzahl von Waldvögeln begegnen.
Das Kalmitmassiv liegt vollständig im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord – einem UNESCO-anerkannten Schutzgebiet, das sich grenzüberschreitend bis in die französischen Vogesen erstreckt. Für Naturliebhaber ist das eine Garantie: Hier ist die Natur noch weitgehend intakt, die Wege sind ruhig und das Erlebnis echt.
Was steckt im Namen »Kalmit«?
Der Ursprung des Namens ist nicht eindeutig geklärt – und das macht ihn umso faszinierender. Eine Deutung leitet ihn vom lateinischen calvus mons – »kahler Berg« – ab. Eine andere sieht einen indogermanischen Ursprung in kel/qel für »hoch, ragen«, was den Namen als »Höhenberg« oder »Gipfelberg« erklären würde. Vergleichbare Namen wie Calmont, Kallmünz oder Kalsmunt werden als verwandte Beispiele genannt. Welche Deutung die richtige ist, bleibt offen – vielleicht ist gerade das der Reiz.
Auf dem Gipfel: Was erwartet einen oben?
Kalmithaus – höchste und älteste Wanderhütte im Pfälzerwald
Das Kalmithaus – früher Ludwigshafener Hütte – wurde 1908 von der PWV-Ortsgruppe Ludwigshafen als bewirtschaftete Wanderhütte errichtet. Es ist damit nicht nur die höchstgelegene, sondern auch eine der ältesten Wanderhütten im Pfälzerwald.
Seine Geschichte ist bewegt: Nach dem Zweiten Weltkrieg von der französischen Besatzungsmacht genutzt, 1953 freigegeben, 1957 durch einen Neubau ersetzt. Am 13. November 1981 zerstörte eine Gasexplosion den vorderen Teil des Hauses – der Wiederaufbau dauerte bis 1983. Seit 2012 wird das Kalmithaus nicht mehr ehrenamtlich, sondern durch fest angestelltes Personal bewirtschaftet.
Heute bietet das Kalmithaus auf Terrasse und im Innenbereich pfälzische Küche, Wildspezialitäten und wechselnde Tagesgerichte. Das Haus liegt direkt am Pfälzer Weinsteig und ist zu jahreszeitlich wechselnden Zeiten geöffnet.
Aussichtsturm und Sendeturm
Der Aussichtsturm Kalmit wurde 1928/29 vom Hauptverein des Pfälzerwald-Vereins errichtet – als Ersatz für einen 1868 erbauten und später eingestürzten Vorgänger. Der 21 m hohe Turm war von Anfang an mit Wohnräumen, elektrischem Licht und fließendem Wasser ausgestattet. Heute beherbergt er Relaisfunkstelle, Wetterstation und Fernsicht-Messstation und ist leider für die Öffentlichkeit gesperrt.
Der Königstein – ältestes Bauwerk auf der Kalmit
Auf dem Gipfel steht ein 5,5 m hohes Sandsteindenkmal für König Maximilian I. Joseph von Bayern. Es wurde 1824 von den Bürgern Maikammers und Alsterweilers anlässlich seines 25. Regierungsjubiläums errichtet und ist damit das älteste Bauwerk auf der Kalmit. Volkstümlich wird es »Königstein« genannt. Das Denkmal wurde 2025 saniert.
Höchster Weinberg in Rheinland-Pfalz
Eine Besonderheit der jüngeren Geschichte: Am 25. April 2023 wurde auf der Kalmit der höchstgelegene Weinberg in Rheinland-Pfalz angelegt – eine schöne Verbindung zwischen dem höchsten Berg des Pfälzerwalds und der Weinkultur der Region.
Panoramablick: Was sieht man von der Kalmit?
Von der Terrasse des Kalmithauses reicht der Blick rund 500 Höhenmeter hinab in die Oberrheinische Tiefebene. Gut zu sehen sind die bergnahen Weinbaugemeinden Maikammer (170 m) und St. Martin (225 m), weiter entfernt die Städte Ludwigshafen, Mannheim, Speyer und Philippsburg.
Bei klarer Sicht reicht die Fernsicht bis zum Odenwald bei Heidelberg mit dem Königstuhl (570 m), weiter zum Nordschwarzwald mit der Hornisgrinde (1164 m) – dem höchsten Berg des Nordschwarzwalds – und der Badener Höhe (1002 m). Ein Panorama, das man sich ruhig eine Weile gönnen sollte – am besten mit einem Glas Pfälzer Wein in der Hand.
Im Nordnordwesten ist der Donnersberg (686 m) zu sehen, der höchste Gipfel der Pfalz. Eine besondere Blickachse verbindet die Kalmit mit dem Schloss Schwetzingen (36 km entfernt), dessen Hauptachse exakt auf den Kalmitgipfel ausgerichtet ist.
Wanderwege auf die Kalmit
Die Kalmit ist Etappenziel mehrerer zertifizierter Wander- und Fernwege:
Der Pfälzer Weinsteig – ein seit 2010 zertifizierter Prädikatsweg des Deutschen Wanderverbandes – führt auf seiner vierten Etappe von Neustadt über das Hambacher Schloss und die Hohe Loog auf den Kalmitgipfel. Anschließend verläuft der Weg durch das Felsenmeer am Hüttenberg hinunter nach St. Martin.
Der Wanderweg mit der Markierung Roter Punkt führt vom Hauptbahnhof Neustadt über die Hohe Loog auf die Kalmit – alternativ von St. Martin über Wolselquelle und Felsenmeer.
Der Weg mit der Markierung Weiß-Grün führt von Maikammer direkt auf die Kalmit – eine rund 11 km lange Rundwanderung mit etwa 500 Höhenmetern, die teilweise auf der Route der Kleinen Kalmit Runde verläuft und Weinromantik mit Pfälzerwald-Idylle verbindet. Wer es kürzer und familienfreundlicher mag, ist mit der Kleinen Kalmit Runde (4,9 km) vom Wanderparkplatz Hüttenhohl bestens bedient – ideal auch für Kinder.
Kalmit-Klapprad-Cup – Kult seit 1992
Seit 1992 findet jährlich der Kalmit-Klapprad-Cup statt – ein Radrennen, bei dem ausschließlich Klappräder ohne Schaltung erlaubt sind. Die rund 6 km lange Strecke führt von Maikammer auf den Gipfel. Ein Pflichttermin für alle, die den Pfälzerwald auch von seiner humorvollen Seite kennenlernen wollen.
FAQ: Häufige Fragen zur Kalmit
Wie hoch ist die Kalmit?
Die Kalmit ist 673,64 m ü. NHN hoch und damit der höchste Berg im Pfälzerwald.
Wie komme ich auf die Kalmit?
Der kürzeste Weg führt vom Parkplatz Kalmit direkt unterhalb des Gipfels – von dort sind es nur rund 300 m bis zum Kalmithaus. Wer jedoch das Beste der Region erleben möchte, startet am Wanderparkplatz Hüttenhohl: Die Kleine Kalmit Runde (4,9 km) führt durch das Felsenmeer am Hüttenberg und über lohnenswerte Waldwege auf den Gipfel – und ist damit die deutlich schönere Wahl. Alternativ geht es von Maikammer oder Neustadt über den Pfälzer Weinsteig.
Hat das Kalmithaus geöffnet?
Das Kalmithaus ist zu jahreszeitlich wechselnden Zeiten geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten direkt auf kalmithaus.de.
Kann man auf dem Kalmit-Aussichtsturm hochgehen?
Leider nein – der Aussichtsturm ist für Besucher gesperrt, da er heute als Relaisfunkstelle und Wetterstation genutzt wird.
Ist die Kalmit mit Kindern machbar?
Ja – die Kleine Kalmit Runde ist ausdrücklich familienfreundlich. Das Felsenmeer begeistert Kinder, und der Aufstieg ist gut machbar.
Was ist die Kleine Kalmit?
Die Kleine Kalmit ist eine völlig andere Erhebung – nur 270,5 m hoch, rund 15 km südsüdwestlich der Kalmit zwischen Ilbesheim und Arzheim gelegen. Sie gehört zur Vorhügelzone des Pfälzerwalds und liegt geologisch im Oberrheingraben.