Ausblick von der Hornisgrinde auf den Biberkessel | © Sunhikes Holzbrücke in der Ravennaschlucht | © Sunhikes Panorama am Feldberg im Südschwarzwald | © Sunhikes

Die besten Highlights im Schwarzwald - Seite 3

Der Schwarzwald, das größte Mittelgebirge in Deutschland, präsentiert eine Fülle an vielfältigen Landschaftsformen. Im Nördlichen Schwarzwald erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete, während der Mittlere Schwarzwald durch weite Wiesentäler geprägt ist. Die hohen, baumlosen Gipfel im Südlichen Schwarzwald runden das beeindruckende Landschaftsbild ab.

Der Schwarzwald zieht Besucher mit malerischen Karseen, spektakulären Wasserfällen und idyllischen Schluchten in seinen Bann. Von den Bergen bieten sich traumhafte Ausblicke auf die Rheinebene und bis zu den Alpen.

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Der Sandsee: Wander- und Ausflugsziel nahe der Schwarzwaldhochstraße

Nördlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Der Sandsee ist ein kleiner, malerisch inmitten von Nadelwäldern gelegener See zwischen Herrenwies und Sand nahe der Schwarzwaldhochstraße. Er liegt auf der Gemarkung der Stadt Bühl, die an den See angrenzenden Wälder gehören bereits zum Nationalpark Schwarzwald.

Am Ufer des Sandsees laden Ruhebänke und Picknickplätze Wanderer und Ausflügler zum Verweilen ein. Im seichten Wasser des Sees kann man Forellen beobachten. Der See liegt an einem beliebten Wanderweg von Sand über den Herrenwieser See zur Badener Höhe. Auch ein kurzer Spaziergang vom Ausgangspunkt Sand durch den idyllischen Nadelwald führt zu dem kleinen See.
 
Seinen Namen verdankt der See dem in dieser Region vorherrschenden rötlichen Buntsandsteinboden. Das Wasser des Schwarzenbachs wurde im 18. Jahrhundert kurz hinter seinem Quellgebiet aufgestaut. So entstand der Sandsee als künstlicher See für die Flößerei. Durch die Aufstauung entstand ein sogenannter Schwallsee, der den Bächen und Flüssen unterhalb des Sees kurzfristig die für den Holztransport notwendigen Wassermengen zuführte.

Im Jahr 1933 wurde der Sandsee als Badeort eingerichtet und bis Mitte der 1970er Jahre als Strandbad genutzt. Es gab sogar einen Kiosk und Umkleidekabinen auf dem Areal nahe dem Kurhaus Sand. Das Strandbad gibt es schon lange nicht mehr. Auch das ehemalige Kurhaus Sand an der Schwarzwaldhochstraße ist dem Verfall preisgegeben.

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Eugen-Keidel-Turm Schwarzwald: Aussicht vom Schauinslandturm

Südlicher Schwarzwald
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Schauinslandturm: Ein außergewöhnlicher Aussichtsturm im Schwarzwald 

Der Eugen-Keidel-Turm, auch bekannt als Schauinslandturm, ist ein außergewöhnlicher Aussichtsturm im Schwarzwald. Vier imposante Douglasienstämme aus dem Freiburger Stadtwald tragen eine dreieckige Plattform, und über mehr als 85 Stufen gelangt man hinauf in die Höhe. Von der Aussichtsplattform eröffnet sich ein grandioser Panoramablick: Über die Oberrheinebene hinweg, bis zu den Vogesen, weiter zum Hochschwarzwald mit dem Feldberg und sogar bis zu den zu den höchsten Gipfeln Schweizer Alpen.  

Geschichte und Namensgebung 

Der Turm wurde um die Jahre 1980 bis 1981 errichtet. Seinen Namen erhielt er nach Eugen Keidel, der von 1962 bis 1982 Oberbürgermeister von Freiburg war.  

Wenn ein Turm schweigt – Sperrung und Renovierung 

Doch auch Bauwerke unterliegen dem Alterungsprozess. Im Jahr 2022 wurden Schäden an den Querhölzern festgestellt, woraufhin der Turm gesperrt wurde. Fast drei Jahre lang blieb der Aufstieg verwehrt. Erst im April 2025 war es wieder möglich, nach einer umfassenden Sanierung im Wert von etwa 295.000 Euro hinaufzusteigen. Heute trägt die Konstruktion eine Last von 500 kg/m² und ist somit für viele weitere Jahre gesichert. 

Beliebtes Wanderziel am Freiburger Hausberg Schauinsland 

Den Eugen-Keidel-Turm erreicht man am besten über einen etwa zwei Kilometer langen Rundweg ab der Bergstation der Schauinslandbahn. Startet man dort, ist der Turm bald sichtbar. Auch zahlreiche andere Wanderwege führen zu ihm, und wer den Gipfel erklimmt, versteht rasch, warum dieser Ort zu den beliebtesten Aussichtspunkten im Schwarzwald zählt.

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Schauinsland Freiburg: Natur, Panorama & Geschichte erleben

Südlicher Schwarzwald
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Vom Schauinsland, dem Freiburger Hausberg, breitet sich auf 1.284 Metern Höhe ein atemberaubender Blick aus: die weite Oberrheinebene, die Vogesen, die Schwarzwaldberge mit Hornisgrinde, Feldberg, Belchen und Blauen.  

Insbesondere während Inversionswetterlagen im Herbst eröffnet sich vom Schauinsland aus ein beeindruckender Fernblick, der bis in die Alpen reicht: Tödi, Titlis, Eiger, Jungfrau, Weißhorn, Bietschhorn, Grand Combin und Mont Blanc sind zu sehen. 

Namensherkunft und Geographie  

Der Name „Schauinsland“ stammt vermutlich aus dem Mittelalter und bedeutet so viel wie „Blick ins Land“. 1347 taucht erstmals der Name „Schouwesland“ auf – ein passender Name für einen Berg, der mit seiner Höhe und Lage einen wunderbaren Rundblick bietet. Aufgrund des Silberbergbaus wurde er früher auch „Erzkasten“ genannt. 

Geografisch liegt der Schauinsland südlich von Freiburg im Breisgau und ist Teil des südlichen Schwarzwalds. Seine sanften Hänge und dichten Wälder prägen das Landschaftsbild und machen ihn zu einem beliebten Ziel für Naturfreunde und Wanderer.  

Naturparadies im Schwarzwald – Windbuchen, Wälder und stille Pfade 

Der Schauinsland ist ein grünes Refugium, umgeben von dichten Fichten-, Tannen- und vor allem den charakteristischen Windbuchen: knorrige Bäume, die den starken Winden trotzen. Der überwiegend aus westlichen Richtungen wehende Wind ist für ihre bizarren Formen verantwortlich.  

Wanderwege führen durch blühende Wiesen, vorbei an moosbedeckten Felsen und plätschernden Bächen. Entlang der Wege begegnet man Ziegen- und Kuhherden. Im Frühling und Sommer erwacht die Natur in voller Pracht, seltene Pflanzen blühen und mit etwas Glück kann man heimische Wildtiere beobachten. 

Der Schauinsland stellt ein stark frequentiertes Naherholungsziel für Freiburg und die umliegende Region dar. Outdooraktivitäten wie Wandern, Mountainbiken, Rollerabfahrten und Gleitschirmfliegen machen den Berg das ganze Jahr über attraktiv.  

Im Winter verwandelt sich der Schauinsland in ein beliebtes Ziel für Skifahrer, Schneeschuhwanderer und Winterliebhaber. 

Atemberaubendes Panorama – Blick vom Eugen-Keidel-Turm 

Vom Gipfel des Schauinslands eröffnet sich ein grandioses Panorama. Der Eugen-Keidel-Turm, auch Schauinslandturm genannt, erhebt sich stolz und bietet eine Aussichtsplattform mit Blick über die Oberrheinebene, die Vogesen, den Hochschwarzwald mit dem Feldberg und die Schweizer Alpen.  

Die Schauinslandbahn – Deutschlands längste Kabinen-Umlauf-Seilbahn 

Neben dem Eugen-Keidel-Turm lockt die Schauinslandbahn, die Besucher bequem zum Gipfel bringt. Die Schauinslandbahn wurde im Jahr 1930 als erste Personenseilbahn der Welt, die nach dem Umlaufprinzip funktioniert, in Betrieb genommen. Sie überwindet auf einer Länge von 3.600 Metern einen Höhenunterschied von 746 Metern. Pro Stunde können 37 schaffnerlose Kabinen bis zu 700 Personen von Freiburg (Stadtteil Horben) transportieren.  

Auf dem Berg warten gemütliche Gasthäuser, ein Abenteuerspielplatz für Familien sowie zahlreiche Wanderwege für alle Schwierigkeitsgrade. 

Bergbaugeschichte und Kultur – lebendige Vergangenheit im Museumsbergwerk erleben 

Der Schauinsland war einst ein bedeutendes Bergbaugebiet im Schwarzwald. Über Jahrhunderte wurden hier Silber, Zink und Blei gefördert. Heute erinnert das Besucherbergwerk an diese spannende Epoche. Alte Stollen und Schächte erzählen von harter Arbeit und technischem Fortschritt und laden zu faszinierenden Entdeckungen ein. 

Bauernhofmuseum Schniederlihof 

Der im Jahr 1593 errichtete Schniederlihof zählt zu den ältesten noch erhaltenen Schwarzwaldhöfen. Er befindet sich auf einer Höhe von 1.050 Metern oberhalb des Ortes Hofsgrund am Schauinsland. 

Der Schniederlihof repräsentiert den Haustyp des sogenannten „Schauinslandhauses“ und veranschaulicht, wie sich die Bauweise der Schwarzwaldhäuser an die topografischen Gegebenheiten anpasste. Die Gebäude waren eher klein und eng an den Hang gebaut. Die Zugänge für Menschen und Tiere befanden sich auf der wettergeschützten Ostseite. Unter einem großen Walmdach befanden sich Wohn-, Vieh- und Wirtschaftsräume. 

Das Bauernhausmuseum kann von Mai bis Oktober besichtigt werden. Es vermittelt Einblicke in das Leben der Bergbauern am Schauinsland in früheren Zeiten. 

Engländerdenkmal – Mahnmal und Aussichtspunkt 

Das 1938 errichtete Denkmal erinnert daran, dass am 17. April 1936 fünf Jungen einer Londoner Jungenschule während einer Wanderung über den Schauinsland nach Todtnauberg im Schneesturm ums Leben kamen. Obwohl Wintereinbruch, starker Sturm und Schneefall vorab angekündigt worden waren, ignorierte der Lehrer sämtliche Warnungen. Er führte die Gruppe von 27 Schülern durch tiefen Neuschnee auf den östlichen Kamm des Schauinslands. Aufgrund des heftigen Schneesturms und des dichten Nebels verlor die Gruppe ihre Orientierung. Eine nächtliche Rettungsaktion brachte die meisten der über den südlichen Berghang verstreuten Jungen in Sicherheit, doch fünf Schüler starben an Erschöpfung. Die nationalsozialistische Diktatur nutzte das Unglück für eine umfangreiche Propagandakampagne. 

Vom Engländerdenkmal aus hat man eine schöne Aussicht auf den Feldberg. 

Anreise und Erreichbarkeit – bequem zum Schwarzwaldgipfel 

Der Schauinsland ist von Freiburg aus leicht erreichbar. Mit dem Auto gelangt man über gut ausgebaute Straßen zur Bergstation der Schauinslandbahn.  

Alternativ bringt die Seilbahn Besucher direkt vom Freiburger Stadtteil Günterstal auf den Gipfel – eine Fahrt mit spektakulären Ausblicken.  

Für Wanderfreunde starten zahlreiche Pfade direkt in Freiburg und führen durch die malerische Schwarzwaldlandschaft hinauf zum Berg.

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Hexenlochmühle Schwarzwald – Historische Mühle mit zwei Wasserrädern & Restaurant

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Die Hexenlochmühle liegt idyllisch im schluchtartigen Hexenloch zwischen St. Märgen und Furtwangen auf der Gemarkung von Furtwangen-Neukirch. Sie ist die einzige Mühle im Schwarzwald, die mit zwei Wasserrädern betrieben wird – ein echtes technisches und historisches Kleinod. 

Die Hexenlochmühle ist ein faszinierendes Stück Schwarzwälder Geschichte und Technik, das Besucher mit seiner einzigartigen Architektur, den zwei Wasserrädern und der idyllischen Lage begeistert. Ob zum Essen, Einkaufen oder Wandern – die Mühle ist ein Muss für jeden Schwarzwald-Besucher. 

Geschichte und Technik 

Erbaut wurde die Mühle 1825. Der ursprüngliche Teil mit dem kleineren Wasserrad diente als Nagelschmiede und später zur Herstellung von Uhrengestellen. Einige Jahre später kam der Teil mit dem größeren Wasserrad als Sägemühle hinzu. Das große Wasserrad hat einen Durchmesser von 4 Metern und wird vom Wasser des Heubachs mit etwa 300 Litern pro Sekunde angetrieben. Es liefert bis zu 13 PS und treibt eine Hochgang- und Kreissäge an, die heute noch zu Vorführzwecken laufen. 

Seit 1839 befindet sich die Mühle in Familienbesitz, aktuell in der fünften Generation unter Pascal Trenkle. 

Heute: Restaurant, Laden und Wanderziel 

Die Hexenlochmühle beherbergt ein gemütliches Restaurant mit großer Freiterrasse direkt am Mühlbach, das regionale Schwarzwälder Spezialitäten anbietet. Außerdem gibt es einen Laden mit Souvenirs, darunter eine große Auswahl an Kuckucksuhren und weiteren Schwarzwald-Mitbringseln. 

Die Mühle ist ein beliebtes Fotomotiv und Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderungen, z. B. zu den Zweribachwasserfällen, dem Balzer Herrgott, der Teichschlucht oder dem Thurner bei St. Märgen. 

Modellbau und Kultur 

Die Firma Faller aus Gütenbach stellt die Hexenlochmühle als motorisierten Plastikmodellbausatz im Maßstab 1:87 her – ein Beleg für die Bekanntheit und den Kultstatus der Mühle. 

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Blackforestline Todtnau – Spektakuläre Hängebrücke im Schwarzwald

Südlicher Schwarzwald
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Betritt man auf die Blackforestline, spürt man sofort man das leichte Schwanken unter den Füßen. Hoch oben, eingebettet in die grüne Natur des Schwarzwalds, spannt sich die Hängebrücke in 120 Metern Höhe über den Todtnauer Wasserfall. Mit einer Länge von 450 Metern verbindet sie zwei Aussichtspunkte.  

Lage der Blackforestline Todtnau – Mitten im Schwarzwald 

Die Blackforestline Hängebrücke liegt nahe dem idyllischen Städtchen Todtnau, eingebettet in die sanften Hügel und tiefen Wälder des Schwarzwalds. Von der Brücke eröffnet einen einzigartigen Panoramablick auf die Schwarzwaldregion Belchen und die Todtnauer Wasserfälle.  

Erlebnis & Atmosphäre: Eine filigrane Konstruktion inmitten der Natur 

Die Brücke gilt nicht nur als architektonisches Highlight, sondern auch als Symbol für die Verbindung von Mensch und Natur im Schwarzwald. 

Die Brücke ist wie eine Bühne zwischen Himmel und Tal. Die Aussicht reicht über dichte Nadelwälder, über die fallenden Wassermassen und weit in die Höhen der Todtnauer Bergwelt. Man blickt hinab auf das satte Grün der Bäume, hört das Rauschen des Windes – zugleich Nervenkitzel und Versprechen: Natur pur, Luft und Aussicht. 

Geschichte und Bau der spektakulären Hängebrücke – ein modernes Meisterwerk, das Tradition und Innovation verbindet 

Die Blackforestline wurde 2019 eröffnet und ist eine der längsten Fußgänger-Hängebrücken Deutschlands. 

Die technischen Details sind beeindruckend: Mit einer Spannweite von 450 Metern, einem 1,2 Meter breiten Laufsteg schwebt die Brücke über den Wasserfällen. Die Brücke wiegt insgesamt 730 Tonnen. Die Tragfähigkeit der Brücke liegt bei 1.000 Personen. Die Tragseile haben einen Durchmesser von 76 Millimetern. 

Sie wurde gebaut, um sowohl Abenteuerlustige als auch Naturliebhaber zu begeistern – zugleich beeindruckt die Konstruktion durch Stabilität und Sicherheit. 

Anreise zur Blackforestline in Todtnau 

Man erreicht die Blackforestline bequem mit dem Auto über die B317, die durch den Schwarzwald führt. Parkplätze sind am Besucherzentrum Todtnau vorhanden, von wo aus ein kurzer Spaziergang zur Hängebrücke führt.  

Für Wanderfreunde bieten sich zahlreiche Wege durch die Schwarzwaldregion an, die zur Brücke führen und dabei die Schönheit der Natur erlebbar machen. 

Öffnungszeiten & Eintrittspreise: 

Die Blackforestline ist ganzjährig geöffnet. Kurzfristige Schließungen aufgrund von Sturm oder Gewitter sind jedoch möglich.  

Sommeröffnungszeiten von 1. April bis 31. Oktober: 9:00 – 19:30 Uhr (letzter Einlass 19:00 Uhr) 
Winteröffnungszeiten von 1. November bis 31. März: 9:00 – 16:30 Uhr (letzter Einlass 16:00 Uhr) 

Besucherzentrum 

April bis Oktober 
Täglich: 10:00 bis 16:00 Uhr 

November bis März 
Täglich: 10:00 bis 15:00 Uhr 
(Stand Sept. 2025) 

Eintrittspreise Blackforestline und Todtnauer Wasserfall: 

Kombiticket Brücke & Wasserfall (Tagesticket): 
Erwachsene 12,00 € 
Kinder 9,00 € 

Einzelticket Wasserfall (Tagesticket):
Erwachsene 2,50 € 
Kinder 1,50 €  
(Stand Sept. 2025)

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Triberger Wasserfälle Schwarzwald – 163 m Naturkraft erleben

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Lage der Triberger Wasserfälle – Im Herzen des Schwarzwalds 

Die Triberger Wasserfälle befinden sich mitten im malerischen Städtchen Triberg, eingebettet in die tiefgrünen Wälder des Hochschwarzwalds. Umgeben von moosbedeckten Steinen und uralten Bäumen, spürt man hier die Kraft und Ruhe der Natur. Über bequeme Wanderwege öffnet sich hier ein Naturparadies, das zum Verweilen und Staunen einlädt.  

Hoch über der Stadt stürzt die Gutach über mächtige Granitstufen, sieben Hauptfälle, insgesamt 163 Meter Fallhöhe, hinab. Man sieht die oberen drei Kaskaden, die sich sanfter neigen, über einen steilen Sturzbach gelangt man zu den sieben spektakulären Hauptstufen – ein Wechsel von Geräusch, Sprühregen und Licht.  

Die Wasserfälle sind leicht erreichbar und ziehen Besucher aus aller Welt an. 

Geschichte und Bedeutung der Triberger Wasserfälle 

Schon im 19. Jahrhundert entdeckten Besucher die Faszination der Triberger Wasserfälle. Man kann sich vorstellen, wie die ersten Touristen staunend vor diesem Naturschauspiel standen und die Kraft des Wassers bewunderten. Heute sind die Wasserfälle ein Symbol für die wilde Schönheit des Schwarzwalds und ein geschütztes Naturdenkmal, das mit Wanderwegen und Aussichtsplattformen liebevoll erschlossen wurde. 

Bereits 1805 wurden Wege gesichert, damit Menschen die Fälle gefahrlos erkunden konnten. Mit dem Bau der Schwarzwaldbahn Mitte des 19. Jahrhunderts nahm der Tourismus Fahrt auf — die Triberger Wasserfälle wurden zu einem der bekanntesten Naturdenkmäler Deutschlands.

Und mehr: 1884 nutzte Triberg die Wasserkraft der Gutach, um als eine der ersten Städte Deutschlands elektrische Straßenbeleuchtung einzuführen.  

Eine einzigartige Atmosphäre! 

Man hört das Grollen und spürt die Gischt im Gesicht. Eichhörnchen huschen über die Wege und abends, wenn die Wasserfälle bis 22 Uhr beleuchtet werden, verwandelt sich der Ort in ein märchenhaftes Schauspiel aus Wasser und Licht. Im Winter frieren Teile der Fälle zu und werden zu glitzernden Eisgebilden – ein Zauber, der bleibt! 

Es gibt drei verschiedene Wanderwege: Naturweg, Kulturweg, Kaskadenweg – jeder mit eigenen Ausblicken, Informationstafeln zu Pflanzen und Tieren.  

Anreise & Zugang 

Mit dem Auto: Triberg liegt im Schwarzwald, erreichbar über die B 33 durchs Kinzigtal. Parkplätze sind nahe beim Stadtzentrum, Hauptstraße / Ludwigsstraße (Haupteingang) sowie bei Bergsee, Scheffelplatz und Adelheid.  

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Die Schwarzwaldbahn bringt einen nach Triberg; auch Buslinien verbinden umliegende Orte. Vom Bahnhof oder Marktplatz sind es wenige Gehminuten zum Haupteingang der Wasserfälle.  

Zu Fuß & Wandernd: Wer gerne wandert, wählt den Naturweg oder Kulturweg, startet beim Haupteingang oder einem der anderen vier Zugänge – Bergsee, Scheffelplatz, Adelheid oder hinter der Asklepios-Klinik. 

Öffnungszeiten und Eintrittspreise  

(Stand April 2026)  

Die Triberger Wasserfälle sind ganzjährig täglich geöffnet.  
Der Eingang bei der Asklepios Klinik wurde barrierefrei für Rollstuhlfahrer gestaltet. Der Weg bis zur ersten Plattform ist eben. 
Im Wasserfallgelände sind Hunde an der Leine erlaubt. Weitere Informationen unter: triberg.de 

Eintrittspreise im Sommer: 
Triberg-Inklusiv-Karte (Zugang zum Wasserfall und Schwarzwaldmuseum, sowie Triberg-Fantasy und Triberg-Land)    

Erwachsene: 9,00 €
Ermäßigte Preise: 8,50 €  

  • Kinder im Alter von 6 bis 17 Jahren 

  • Personen mit einer Behinderung von mindestens 50 % (mit Nachweis) 

  • Studierende     

Familienkarte: 20,00 € 
Gruppen ab 20 Personen: 8,00 € 
Freier Eintritt für Kinder unter 6 Jahren.  
0,50 € Nachlass mit Gästekarte. 

Winter: 
Im Winter ist nur der untere Teil der Wasserfälle begehbar. Die Wege dort werden geräumt und gestreut. Der Einlass erfolgt über die Hauptkasse. 

Häufige Fragen zu den Triberger Wasserfällen 

Warum sind die Triberger Wasserfälle so bekannt?  Mit einer Fallhöhe von 163 Metern gehören die Triberger Wasserfälle zu den höchsten Wasserfällen Deutschlands. Sie liegen mitten im Schwarzwald und sind seit Jahrhunderten ein beliebtes Naturdenkmal – ein Ort, an dem sich die Kraft des Wassers mit dem Zauber des Waldes verbindet. 

Wie viele Kaskaden haben die Triberger Wasserfälle? 

Die Wasserfälle bestehen aus sieben Hauptfällen, die sich stufenweise über Granitfelsen in die Tiefe stürzen. Auf den Wegen rundherum kann man jeden Abschnitt aus nächster Nähe erleben. 

Wann ist die beste Zeit für einen Besuch? 

Im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze die Gutach anschwellen lässt, zeigt sich die volle Wucht des Wassers. Aber auch im Sommer bleibt die Schlucht angenehm kühl. Besonders eindrucksvoll ist ein Besuch am Abend, wenn die Wasserfälle kunstvoll beleuchtet sind. 

Wie lange dauert ein Rundgang? 

Je nach Route – Naturweg, Kulturweg oder Kaskadenweg – kann man die Wasserfälle in 30 bis 90 Minuten erleben. Wer sich Zeit nimmt, findet unterwegs Rastplätze, Informationstafeln und Fotomotive in Hülle und Fülle. 

Gibt es Eintrittsgebühren? 

Ja, die Triberger Wasserfälle sind eintrittspflichtig, um die Pflege der Wege, die Sicherheit und den Schutz der Natur zu gewährleisten. Kinder, Familien und Gruppen profitieren von vergünstigten Tarifen. 

Wie erreicht man die Triberger Wasserfälle am besten? 

  • Mit dem Auto: Parkplätze nahe am Haupteingang sowie an Bergsee, Scheffelplatz und Adelheid. 

  • Mit der Bahn: Über die Schwarzwaldbahn direkt bis Triberg, von dort wenige Minuten zu Fuß. 

  • Zu Fuß: Mehrere Zugänge führen durch den Wald zum Wasserfall – ideal für Wanderer. 

Kann man die Wasserfälle im Winter besuchen? 

Ja, auch im Winter sind die Triberger Wasserfälle zugänglich. Dann verwandelt sich das Wasser oft in bizarre Eisformationen, die wie Kristalle im Sonnenlicht glitzern. Ein Anblick, den man nicht so schnell vergisst.

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Menzenschwander Wasserfälle – Schwarzwald Naturwunder

Südlicher Schwarzwald
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Eindrucksvolle Wasserfälle im Gletschertal – Naturerlebnis hautnah 

Am nördlichen Ende des Menzenschwander Gletschertrogtals offenbart sich ein beeindruckendes Schauspiel: die Menzenschwander Wasserfälle. Während und nach der Eiszeit formten vom Feldberg kommende Wasserfluten hier eine Schlucht mit bis zu 30 Meter hohen Felswänden. In der wildromantischen Schlucht fallen die Menzenschwander Wasserfälle fallen mehreren Stufen die in die Tiefe.  

Die Menzenschwander Alb bahnt sich hier ihren Weg, mal wild, mal sanft. Im unteren Bereich leitet ein künstlich angelegter Wassersturz das Wasser zurück in den Fluss – harmonisch eingebettet in das felsige Panorama. Ein gut begehbarer Pfad führt durch die enge Klamm, über Natursteintreppen und schmale Brücken. Von den Aussichtspunkten zwischen bemoosten Felswänden blickt man direkt in das tosende Herz der Wasserfälle. 

Wer die Schlucht betritt, spürt die Kraft des Wassers, hört das Tosen und nimmt die frische Kühle in der Luft wahr. Ein Ort, der Abenteuerlust und Staunen vereint. 

Beleuchtung der Menzenschwander Wasserfälle 

Ein besonderer Tipp sind die beleuchteten Wasserfälle: Von Mai bis Oktober erstrahlt die Klamm an Mittwoch-, Samstag- und Sonntagabenden in romantischem Licht. Im Mai bis September von 20:30–22:30 Uhr, im Oktober von 19:00–21:00 Uhr. Dann verwandelt sich das Naturdenkmal in eine stimmungsvolle Kulisse. 

Beliebte Wanderwege rund um die Menzenschwander Wasserfälle 

Genießerpfad Menzenschwander Geissenpfad

Ein zertifizierter Premiumwanderweg führt rund 11 Kilometer durch die urige Landschaft des Schwarzwaldes. Der Geissenpfad verbindet Naturerlebnis mit Kulturgeschichte: Auf schmalen Pfaden geht es durch die Menzenschwander Klamm, vorbei an Weiden, Wasserläufen und den imposanten Menzenschwander Wasserfällen. Zahlreiche Aussichtspunkte eröffnen weite Blicke über das Tal bis hin zum Feldberg.  

Familienwanderung zu den Menzenschwander Wasserfällen 

Eine leichte und kinderfreundliche Route macht die Wasserfälle in Menzenschwand auch für Familien erlebbar. Über gut ausgebaute Wege führt der knapp 3 Kilometer lange Rundweg direkt zur Schlucht und den rauschenden Kaskaden. Stege, Treppen und kleine Brücken sorgen für Abwechslung, während die Nähe zum Wasser für Spannung bei den Kleinsten sorgt. 

Von Menzenschwand zum Herzogenhorn 

Wer es sportlicher mag, wählt die Tour vom Menzenschwander Tal hinauf zum Herzogenhorn. Auf rund 14 Kilometern und über 800 Höhenmetern gelangt man zum zweithöchsten Gipfel des Schwarzwaldes. Oben erwartet einen ein grandioses Panorama über Feldberg, Titisee und die weite Berglandschaft. Unterwegs säumen Wälder, Alpwiesen und die Aussicht auf die Wasserfall-Schlucht den Weg. 

Beste Besuchszeit und Sicherheit 

Die Menzenschwander Wasserfälle im Schwarzwald sind ganzjährig zugänglich. Bei Schnee und Eis ist jedoch Vorsicht geboten – der Besuch erfolgt auf eigene Gefahr. 

Anreise zu den Wasserfällen  
  • Mit dem Auto: Über die B500 von Waldshut-Tiengen Richtung Titisee-Neustadt, in Häusern auf die L149 Richtung St. Blasien abbiegen, dann rechts auf die L146 nach Menzenschwand. Vor dem Ort zweigt die K5622 zum Wanderparkplatz ab. Der Parkplatz am Wasserfall ist gebührenpflichtig. 

  • Mit Bus & Bahn: Öffentliche Verkehrsmittel bringen Besucher bis Menzenschwand-Hinterdorf. Von dort ist der Weg zu den Wasserfällen ausgeschildert.

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Wildsee Kaltenbronn – Hochmoor, Moorlandschaft & Natur erleben

Nördlicher Schwarzwald
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Der Wildsee liegt auf einer Höhe von 909 Metern im Nordschwarzwald zwischen Bad Wildbad und Gernsbach. Er gilt als das größte Hochmoorauge in Deutschland und ist der zentrale Punkt des Wildseemoors, dem größten Hochmoor des Schwarzwalds. Zum Moorgebiet gehört auch der kleinere Hornsee.

Naturgeschichte – Alte Steine und junge Moore

Unter den Füßen liegt Buntsandstein, abgelagert vor mehr als 250 Millionen Jahren, während die darüber liegenden Hochmoore vergleichsweise jung sind. Sie entstanden erst am Ende der letzten Eiszeit vor rund 10.000 Jahren und wuchsen durch hohe Niederschläge. 

Schutzgebiet Kaltenbronn – Natur und Bannwald

Torfböden, dunkle Wasserflächen und goldgelbe Moose bilden ein geheimnisvolles Gesamtbild. Seit dem Jahr 2000 ist das Wildseemoor zusammen mit dem Hohlohsee und den umgebenden Waldschutzgebieten als Natur- und Waldschutzgebiet Kaltenbronn ausgewiesen. Die Region um den Wildsee ist zusätzlich als Bannwald geschützt. So bleibt die Landschaft aus Hochmoor, Seen und Waldflächen ungestört erhalten – ein Ort voller Ruhe und ursprünglicher Natur.

Landschaft und Flora – Moore, Wälder und offene Wasserflächen

Die Hochmoore um Kaltenbronn – inklusive Wildseemoor und Hohlohsee – bieten eine einzigartige, urwüchsige Landschaft. Am Rand der Seen wechseln sich Schwingrasen und offene Wasserflächen ab, während Hochmoor-, Moorrandkiefern- und Moorrandfichtenwälder die Umgebung prägen. Man erlebt hier die besondere Atmosphäre eines intakten Hochmoors, das alle Sinne anspricht.

Zugänge und Wege – Natur pur erleben

Der kürzeste Zugang zum Wildsee beginnt am Infozentrum Kaltenbronn. Ein Bohlenweg zieht sich durch die Moorlandschaft und führt direkt am See vorbei. Wer möchte, kann die gut ausgeschilderten Wege rund um Kaltenbronn erkunden, verschiedene Routen wählen und den Besuch mit einem Abstecher ins Hohlohmoor und zum Hohlohturm verbinden. So wird der Ausflug zu einem besonders intensiven Naturerlebnis zwischen Moor und Wald.

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Renchtalhütte Bad Peterstal-Griesbach – Wo der Schwarzwald sein Herz zeigt

Mittlerer Schwarzwald
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Irgendwo zwischen dem Rauschen der Tannen und dem weichen Licht eines Spätnachmittags liegt sie, als hätte man sie schon immer hier vermutet: die Renchtalhütte in Bad Peterstal-Griesbach, mitten im mittleren Schwarzwald, auf rund 800 Metern Höhe, mit einem Panoramablick, der die Gedanken weit werden lässt. Eine urige Schwarzwälder Berghütte, die mehr ist als eine bloße Einkehr – sie ist ein Ort, an dem man verweilt, atmet und für einen Moment vergisst, dass es eine Welt jenseits der dunkelgrünen Hügel gibt. 

Die Renchtalhütte gehört als Dependance zum renommierten 5-Sterne-Hotel Dollenberg und verbindet auf bemerkenswerte Weise den Charme des rustikalen Schwarzwalderbes mit dem Anspruch gehobener Gastlichkeit. Wer hier ankommt – ob nach einer ausgedehnten Wanderung oder einfach auf der Suche nach einem besonderen Ausflugsziel im Schwarzwald – spürt sofort: Hier stimmt etwas. 

200 Jahre altes Scheunenholz – Atmosphäre zum Anfassen 

Man tritt ein und der Raum empfängt einen mit der warmen Wucht vergangener Jahrzehnte. 200 Jahre altes Scheunenholz trägt die Decken und Wände, der Kachelofen strahlt eine Wärme aus, die sich tief in die Knochen legt – jene wohltuende Art von Wärme, die man aus Kindheitserinnerungen kennt. Die Balken erzählen Geschichten, die kein Reiseführer je vollständig wiedergeben könnte. 

Draußen, auf der großen Aussichtsterrasse, öffnet sich das Renchtal in seiner ganzen Weite. Man sitzt, hält die Kaffeetasse in beiden Händen und schaut über die Täler des mittleren Schwarzwaldes – ein Panorama, das keine Kamera wirklich einzufangen vermag. Es ist einer jener Momente, für die man reist. 

Schwarzwälder Küche auf höchstem Niveau 

Die Küche der Renchtalhütte ist ein Bekenntnis zur Region – ehrlich, aromatisch und mit jenem Eigensinn, den gute Schwarzwälder Küche verdient. Die Speisekarte bewegt sich zwischen rustikaler Schwarzwälder Vesper und elsässischen Einflüssen, zwischen traditionellen Hausrezepten und gehobenen Hüttengerichten. 

Wer die hausgemachten Maultaschen mit Kartoffelsalat bestellt, bekommt genau das, was er sich erhofft hat: eine Portion Heimat auf dem Teller. Der Wurstsalat, hier oft mit frischen Tomaten serviert, ist von jener unkomplizierten Güte, die man in der Stadt so selten findet. Und der Bibeleskäse – jener cremige Schwarzwälder Kräuterquark – erinnert daran, dass wahre Genüsse manchmal die einfachsten sind. 

Wer es herzhafter mag, findet im Elsässer Bäckeoffe (ca. 16 €) einen wärmenden Eintopf, der mit seinen zarten Fleisch- und Gemüseschichten die Seele tröstet wie ein alter Freund. Das Rumpsteak vom Brett (ca. 23 €) überzeugt durch Qualität, das Holzfällersteak vom Schwein (ca. 18 €) durch Charakter. Tagesgerichte wechseln regelmäßig und halten die Karte lebendig – meist um die 24,50 €. 

Schwarzwälder Kirschtorte – Eine Legende in Kuchenform 

Kein Besuch der Renchtalhütte wäre vollständig ohne ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Unter Kennern gilt sie als eine der besten der gesamten Region – und wer einmal in diese schmelzende Schichtung aus Biskuit, Sahne, Kirschen und Kirschwasser gebissen hat, versteht, warum. Dazu ein Espresso oder ein cremiger Latte Macchiato – und die Welt hat wieder Ordnung. 

Die Kuchenauswahl ist groß, die Kaffeespezialitäten vielfältig, und wer einen badischen Qualitätswein zum Abschluss wünscht, findet in der exzellenten Weinkarte – dem Erbe des Hotel Dollenberg – beste Gesellschaft. Auch Sekt und Champagner stehen bereit für jene Momente, die nach Feier verlangen. 

Raclette & Fondue – Wenn die Hütte zum Erlebnis wird 

Es gibt Gerichte, die mehr sind als Essen – sie sind Ritual. In der Renchtalhütte gehören Raclette und Fondue dazu. Das Raclette à volonté, serviert mit herzhaftem Schwarzwälder Rauchfleisch, kostet ca. 33,00 € pro Person und wird tischweise ab mindestens zwei Personen angeboten. Man schmilzt, wartet, redet – und genießt in einem Tempo, das der Schwarzwald selbst vorgibt: besonnen und ohne Hast. 

Das Fondue Bourguignonne – klassisch in Öl oder Brühe, begleitet von verschiedenen Saucen, Pommes Frites und einem frischen Salatteller – ist ebenfalls ab zwei Personen erhältlich, meist auf Vorbestellung. Wer plant, plant gut: Eine frühzeitige Reservierung wird empfohlen, besonders an Wochenenden und zu besonderen Abenden. 

Hüttenabend mit Musik – Mittwochs lebt die Hütte auf 

Jeden Mittwoch ab 19:00 Uhr verwandelt sich die Renchtalhütte in einen Ort echter Gemeinschaft: Der Hüttenabend lockt mit Live-Musik und einem Rahmenprogramm, das an vergangene Zeiten erinnert, ohne kitschig zu wirken. Fondue und Raclette sind an diesen Abenden oft zentrale Bestandteile des Menüs. Wer einmal dabei war, kommt wieder. 

Die Öffnungszeiten der Renchtalhütte sind großzügig: täglich von 11:00 bis 22:00 Uhr, durchgehend warme Küche – ein Segen für alle, die nach einer langen Wanderung auch außerhalb der klassischen Mittagszeit Hunger verspüren. 

Wandern rund um die Renchtalhütte – Premiumwege im mittleren Schwarzwald 

Die Renchtalhütte ist nicht nur Ziel, sie ist Ausgangspunkt. Direkt an der Hütte kreuzen einige der schönsten Premiumwanderwege des Schwarzwaldes, und wer einmal die gut markierten Pfade durch das Renchtal beschritten hat, versteht, warum diese Region immer mehr Wanderfreunde aus ganz Deutschland und dem benachbarten Elsass anzieht. 

Buchkopfturm – 360-Grad-Aussicht in 2 km Entfernung 

Kaum zwei Kilometer von der Hütte entfernt erhebt sich der Buchkopfturm – und wer den kurzen Anstieg auf sich nimmt, wird mit einer 360-Grad-Aussicht belohnt, die den Atem verschlägt. Das gesamte mittlere Schwarzwaldpanorama liegt zu Füßen, bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Vogesen. Ein Pflichtprogramm für jeden Besucher. 

Rundwanderung: Von der Zuflucht zum Buchkopfturm & Renchtalhütte 

Auf dem Wanderportal Sunhikes wird diese Tour als eine der attraktivsten der Region gelistet. Die Rundwanderung führt vom Hochplateau der Zuflucht über den Buchkopfturm zur Renchtalhütte – eine aussichtsreiche, naturnahe Route mit folgenden Eckdaten: 

  • Distanz: ca. 8,0 km 

  • Dauer: ca. 2,5 – 3 Stunden 

  • Höhenmeter: ca. 250 hm im Auf- und Abstieg 

  • Schwierigkeit: Leicht bis moderat 

Für GPS-Geräte und Smartphones können auf Sunhikes GPX-Dateien direkt heruntergeladen werden – eine echte Erleichterung auf den teils verzweigten Waldpfaden. → Informationen zur Tour

Schwarzwälder Genießerpfade – Preisgekrönte Wege direkt an der Hütte 

Wer länger bleiben oder tiefer in den Schwarzwald eintauchen möchte, findet rund um die Renchtalhütte gleich mehrere ausgezeichnete Schwarzwälder Genießerpfade

  • Wiesensteig (11 km): Naturbelassene Pfade, weite Aussichten über das obere Renchtal – Wandern im Schwarzwald in seiner schönsten Form.  → Informationen zur Tour

  • Himmelssteig (10 km): Steilere Anstiege, die sich lohnen – mit der „Himmelsbank" und dem „Himmelsfelsen" als besondere Highlights. 
    → Informationen zur Tour

  • Schwarzwaldsteig (ca. 11 km): Für geologisch Neugierige – der sogenannte „Ibacher Schliff" zeigt Spuren der Eiszeit in Fels und Landschaft. → Informationen zur Tour

  • Renchtalsteig, Etappe 4 (ca. 23 km): Für ambitionierte Fernwanderer führt die Strecke von der Alexanderschanze über die Renchtalhütte bis zu den stimmungsvollen Klosterruinen Allerheiligen – ein Weg, der Geschichte atmet. 

Familienausflug in den Schwarzwald – Auch für die Kleinen ein Erlebnis 

Die Renchtalhütte ist kein Ort nur für Erwachsene. Direkt an der Hütte gibt es einen Abenteuerspielplatz, der Kinderherzen höherschlagen lässt, und einen Streichelzoo mit Ziegen, bei dem selbst die Kleinsten sofort auftauen. Ein Familienausflug in den Schwarzwald führt hier zu einem Ort, an dem jeder – vom Kleinkind bis zum Großelternteil – seinen Platz findet. 

Hunde sind übrigens herzlich willkommen, solange sie an der Leine bleiben. Auch das ist Schwarzwald: unkompliziert, naturnah und gastfreundlich. 

Anreise & Praktisches – So erreicht man die Renchtalhütte 

Die Renchtalhütte liegt auf ca. 800 Metern Höhe oberhalb von Bad Peterstal-Griesbach im Ortenaukreis. Die Anreise ist auf mehreren Wegen möglich: 

  • Zu Fuß: Wer im Hotel Dollenberg logiert, erreicht die Hütte in rund einer Stunde auf ausgeschilderten Wanderwegen – ein perfekter Morgenspaziergang. 

  • Mit dem PKW: Eine asphaltierte Straße führt direkt zur Hütte. Ein Wanderparkplatz befindet sich ca. 100 Meter hinter der Hütte. 

Wichtig zu wissen: Eine Übernachtung direkt in der Renchtalhütte ist nicht möglich. Wer länger verweilen möchte, bucht am besten im nahegelegenen Hotel Dollenberg – einem der renommiertesten Häuser der Region. 

Fazit – Die Renchtalhütte: Ein Stück echter Schwarzwald 

Es gibt Orte, die man nicht erklärt, sondern erlebt. Die Renchtalhütte in Bad Peterstal-Griesbach ist so ein Ort. Eine urige Schwarzwälder Berghütte auf 800 Metern, mit allem, was das Herz begehrt: hervorragende regionale Küche, ehrliches Ambiente, unvergessliche Wanderwege im Schwarzwald und jene besondere Stille, die man nur in den Bergen findet. 

Ob als Ziel einer Rundwanderung über den Buchkopfturm, als Kulisse für einen unvergesslichen Hüttenabend mit Musik, als Familienausflug mit Kindern und Hund oder einfach als Ort zum Innehalten – die Renchtalhütte hält, was der Schwarzwald verspricht. Und manchmal sogar ein bisschen mehr. 

Reservierung empfohlen – besonders für Raclette, Fondue und Hüttenabende. 

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Abseits des Trubels: die Talsperre Kleine Kinzig bei Alpirsbach-Reinerzau

Mittlerer Schwarzwald
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Kein Handyempfang. Keine Liegestühle. Kein Softeis-Stand. Und trotzdem – oder genau deswegen – einer der schönsten Orte im ganzen Schwarzwald. Die Talsperre Kleine Kinzig bei Alpirsbach-Reinerzau ist das Gegenprogramm zur übertouristischen Schwarzwald-Postkarte: ursprünglich, ruhig, echt. 

Wer hier ankommt, schaltet runter. Nicht weil er muss – sondern weil der Ort es einem einfach macht. 

Und ja, dieser Stausee im Schwarzwald ist gleichzeitig die einzige Trinkwassertalsperre in Baden-Württemberg. Stilles Wasser mit großer Verantwortung. 

Kein Baden, kein Lärm – und das ist der Punkt 

Das Wasser hier ist Trinkwasser. Zukünftiges Leitungswasser für eine ganze Region. Deshalb gilt: kein Baden, kein Bootfahren, kein Angeln – und auch Hunde bleiben bitte aus dem Wasser raus. 

Was erstmal nach Einschränkung klingt, ist in Wahrheit das Beste an diesem Ort. Denn genau dieser Schutzstatus hält den Trubel fern. Keine Jetskis. Keine Campingstühle am Ufer. Nur Wald, Wasser, Wind. 

Für alle, die Natur nicht konsumieren, sondern wirklich erleben wollen – genau richtig. 

Wandern an der Talsperre: einfach, schön, unaufgeregt 

Der Rundwanderweg Kleine Kinzig ist rund 12 bis 13 Kilometer lang, breit, gut befestigt und größtenteils kinderwagentauglich. Drei bis vier Stunden sollte man einplanen – weniger wegen der Anstrengung, mehr wegen der Pausen, die man unweigerlich einlegen wird. 

Wer kürzer unterwegs sein will: Die 450 Meter lange Staumauer bietet eine direkte Abkürzung auf 5 bis 6 Kilometer. Und den besten Blick auf den gesamten See gleich dazu. Panorama pur, ohne großen Aufwand. 

Wasserpfad Reinerzau – Naturerlebnis für die ganze Familie 

Für Familien mit Kindern ist der Wasserpfad Reinerzau ein echtes Highlight. Der lehrreiche Pfad startet am Wanderparkplatz und führt direkt zur Talsperre – mit Stationen, die Wasser nicht erklären, sondern erfahrbar machen. 

Kein Museum. Kein Erklärfilm. Einfach draußen sein und verstehen. 

E-Bike oder Fahrrad – die Runde läuft auch auf zwei Rädern 

Die Strecke rund um den Stausee Kleine Kinzig ist nicht nur für Wanderer gemacht. Breite, befestigte Wege machen den Rundkurs auch für Fahrräder und E-Bikes richtig gut befahrbar. Entspanntes Radeln, frische Luft, kein Gegenverkehr – das ist Schwarzwald, wie er sein sollte. 

Unter dem See: Führungen, die man nicht vergisst 

Hier wird's richtig besonders. Der Zweckverband Wasserversorgung Kleine Kinzig bietet Führungen durch die technischen Anlagen an – und die haben es in sich: Man läuft unter dem Stausee hindurch und steigt in den 70 Meter hohen Entnahmeturm auf. 

Oben angekommen, schaut man auf stilles Wasser, dichten Wald und eine Mauer, die alles zusammenhält. Ein Moment, der sitzt. Und der zeigt, was passiert, wenn Ingenieurskunst und Naturschutz an einem Strang ziehen. 

Praktisches – kurz & knapp 

Parken: Wanderparkplatz Kleine Kinzig, Berneckstraße 16 (Oberes Dörfle), Reinerzau. Von dort ca. 2 km Fußweg zur Staumauer – eine gute Einstimmung. 

Essen & Trinken: Keine Gastronomie direkt an der Talsperre Alpirsbach-Reinerzau. Rucksack packen, Thermoskanne mitnehmen. Einkehrmöglichkeiten gibt's in Alpirsbach oder Reinerzau

Bester Aussichtspunkt: Die Staumauer. Auf dem Rundweg versteckt sich der See oft hinter Bäumen – was die Waldstimmung aber eher noch besser macht. 

Tipp: Burgbachwasserfall direkt dazu kombinieren 

Wer noch nicht genug hat: Der Burgbachwasserfall liegt nur rund 15 Minuten Fahrzeit entfernt und zählt zu den höchsten freifallenden Wasserfällen im Schwarzwald. Stiller Stausee am Vormittag, tosender Wasserfall am Nachmittag – ein perfekter Kontrast für einen vollen Ausflugstag. 

Fazit: Nicht für jeden – aber für die Richtigen 

Die Talsperre Kleine Kinzig bei Alpirsbach-Reinerzau ist kein überlaufener Fotomotiv-Hotspot. Sie ist ein Ort für Menschen, die Ruhe nicht suchen, weil es gerade Trend ist – sondern weil sie sie wirklich brauchen. 

Man kommt einmal. Und kommt wieder. Garantiert. 

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Der Harkhof am Westweg – Rast mit echtem Schwarzwald-Feeling

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Beine, die brennen. Ein Rucksack, der schwerer wird mit jeder Kurve. Und dann – auf 700 Metern, irgendwo zwischen Baumkronen und Bergrücken – taucht er auf: der Harkhof. Kein Instagram-Filter nötig, kein Konzept. Nur echter Schwarzwald, direkt an der 6. Etappe des Westwegs bei Oberharmersbach

Wer hier ankommt, bleibt länger als geplant. Meistens. 

Wo der Harkhof liegt – und warum das zählt 

Der Harkhof liegt nicht zufällig genau hier. Er markiert einen der schönsten Rastpunkte zwischen der Littweger Höhe und dem Brandenkopf – und das gleich an zwei Wegen: dem Fernwanderweg Westweg und dem Harmersbacher Vesperweg, einem der beliebtesten Premiumwanderwege im Schwarzwald. 

Mit dem Auto kommt man über eine steile, asphaltierte Straße von Oberharmersbach aus hoch. Aber ehrlich gesagt – zu Fuß ist besser. Dann weiß man, was man sich verdient hat. 

Die Vesperstube: hausgemacht, ehrlich, gut 

Die Vesperstube am Harkhof funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Was auf den Tisch kommt, kommt vom Hof. Keine langen Karten, keine Fusion-Küche. Dafür Schwarzwälder Vesper in Reinform. 

Das gibt's: 

  • Hausmacher Wurstplatten & Speckvesper – deftig, sättigend, genau richtig 

  • Bibeleskäse mit frischen Kräutern und selbstgebackenem Holzofenbrot 

  • Bauernbratwürste mit Zwiebeln & Kartoffelsalat – der Klassiker unter den warmen Gerichten 

  • Flädlesuppe – besonders nach einer langen Etappe ein echter Seelenwärmer 

  • Hausgemachter Käsekuchen und Schwarzwälder Kirsch zum Abschluss 

Die Küche ist bis ca. 20:30 Uhr geöffnet – was für Wanderer kein unwichtiges Detail ist. 

Hofeigene Brennerei & Apfelmost – kein Supermarkt, sondern Hof 

Was viele unterschätzen: Der Harkhof hat eine eigene Schwarzwälder Brennerei. Die hofeigenen Schnäpse haben Charakter – den man schmeckt. Dazu gibt es frischen Apfelmost, der nach genau dem schmeckt, wonach er klingt: nach Apfel, nach Hof, nach Schwarzwald. 

Preise? Fair. Bezahlung? Bar – also Scheine mitnehmen. 

Öffnungszeiten auf einen Blick 

  • Di–So ab 10:00 Uhr geöffnet 

  • Warme Küche bis ca. 20:30 Uhr 

  • Montag Ruhetag 

  • Übernachtung möglich: Gästezimmer & Mehrbettschlafräume für Wanderer 

Wer die nächste Westweg-Etappe ausgeruht angehen will, schläft hier – und frühstückt vermutlich besser als zuhause. 

Das Highlight: Drei riesige Holzstühle mit Weitblick 

Direkt oberhalb des Hofes stehen drei überdimensionale Holzstühle – und ja, man klettert rauf. Das Fotomotiv ist das eine. Der Blick das andere: Bei klarem Wetter schweift er weit über die Schwarzwälder Hügelketten bis ins Rheintal. Eine Aussicht, die man sich gemerkt hat – lange nach der Wanderung. 

Fazit: Der Harkhof ist kein Geheimtipp mehr – aber ein Muss 

Der Harkhof bei Oberharmersbach ist das Gegenteil von austauschbar. Bodenständig, gastfreundlich, mit Substanz. Ob als Wanderrast auf dem Westweg, Tagesausflug oder Übernachtung mit Programm – hier trifft man Schwarzwald so, wie er sein sollte. 

Tipp: Nur Barzahlung. Kein Kartenterminal, dafür alles andere, was zählt. 

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Hausach – Das Kinzigtal von seiner besten Seite

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Man steigt aus dem Zug – und der Schwarzwald trifft einen sofort. Frische Tannenluft, das Rauschen der Kinzig, und hoch über den Dächern: die Silhouette von Burg Husen. Hausach, das „Herz im Kinzigtal", ist kein Ort, der laut nach Aufmerksamkeit ruft. Aber wer eine Nacht bleibt, kommt selten am nächsten Morgen los. 

Burg Husen: Kurzer Aufstieg, großes Panorama 

Der Weg nach oben dauert nicht lange – aber er verändert die Perspektive. Durch lichten Mischwald, vorbei an moosbedeckten Felsen, dann plötzlich: Weite. Der Blick vom Aussichtspunkt Burg Husen reicht weit ins Kinzigtal und Gutachtal hinein. Man begreift sofort, warum hier oben einst eine Burg stand. 

Die Ruine Burg Husen ist das Wahrzeichen der Stadt – und einer der schönsten Aussichtspunkte im Schwarzwald überhaupt. Familien mit Kindern, Paare, Solo-Wanderer: Hier oben findet jeder seinen Moment. 

Abenteuerpfad Einbach: Wo Kinder (und Erwachsene) ausrasten dürfen 

Vom Burgberg runter, Richtung Einbach – und schon beginnt das nächste Kapitel. Der Abenteuerpfad Hausach ist kein gewöhnlicher Wanderweg. Auf rund 3 Kilometern warten 20 Mitmach-Stationen zum Klettern, Balancieren und Entdecken. 

Man sieht Kinder, die mit vollem Körpereinsatz über Baumstämme balancieren – und Eltern, die leise mitfiebern (und insgeheim selbst ausprobieren wollen). Der Erlebnispfad Einbach ist genau das, was ein Familienausflug in den Schwarzwald sein sollte: draußen, aktiv, ungeplant gut. Dazwischen: typische Schwarzwaldhöfe, die das Tal so aussehen lassen, als hätte die Zeit hier einen anderen Rhythmus. 

Wandern in Hausach: Westweg, Bergsteig & Spitzfelsen 

Hausach ist ein echter Etappenort am Westweg – dem Klassiker unter den deutschen Fernwanderwegen. Die Westweg-Etappe 6 führt vom Harkhof hinab ins Kinzigtal: 15,6 Kilometer, ein steiler Abstieg, und Ausblicke, die man nicht so schnell vergisst. 

Wer es ruhiger mag: Der Hausacher Bergsteig ist ein zertifizierter Genießerpfad Schwarzwald auf der sonnigen Talseite – mit cleveren Ideen am Wegrand und einem Abschnitt über den Abenteuerpfad. Etwas sportlicher wird's am Spitzfelsen, einem markanten Aussichtspunkt, der in viele Rundtouren ab Hausach eingebunden ist. Und wer den inneren Pilger spürt: Der Kinzigtäler Jakobusweg führt direkt durch die Stadt. 

Bergbau, Badefreuden & mehr 

Hausach hat auch eine Tiefe, die man nicht sofort sieht. Das Freilichtmuseum Erzhof erzählt von einer Zeit, als hier Silber und Blei aus dem Berg geholt wurden. Wer noch tiefer will: Das Besucherbergwerk Grube Segen Gottes im benachbarten Haslach-Schnellingen beeindruckt mit riesigen Kristallformationen. 

Nach dem letzten Anstieg wartet das Kinzigtalbad Hausach – Freibad, Hallenbad, wohlverdiente Abkühlung. Kein schlechter Abschluss für einen Tag im Schwarzwald

Fazit: Hausach lohnt sich – wirklich 

Hausach ist kein Instagram-Hotspot. Keine überlaufene Sehenswürdigkeit, kein Selfie-Pflichtprogramm. Es ist ein Ort, der einfach funktioniert: Burg Husen, Abenteuerpfad Einbach, Westweg, Bergbaugeschichte, Schwarzwaldluft. Wer einmal anhält, kommt auf den Geschmack – und plant beim Abfahren schon die Rückkehr. 

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Wo die Donau wirklich beginnt

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Vergiss die Postkarten. Vergiss den Schlosspark in Donaueschingen. Wer den echten Ursprung der Donau sucht, der verlässt die ausgetretenen Pfade – und folgt einem schmalen Waldweg hinauf auf 1.078 Meter. Dort oben, am Kolmenhof bei Furtwangen im Schwarzwald, tritt Wasser still aus dem Boden. Unspektakulär. Leise. Und doch: Das hier ist der Anfang von allem. 

Die Bregquelle beim Kolmenhof gilt geografisch und hydrologisch als die wahre Donauquelle – und wer einmal hier gestanden hat, versteht warum. 

Der Quell, der Europa verändert 

Ein Rinnsal. Mehr ist es nicht, was man sieht. Und doch trägt dieses Wasser eine Reise vor sich, die erst am Schwarzen Meer endet – über 2.800 Kilometer entfernt. Die Breg, Quellfluss der Donau, entspringt genau hier, direkt hinter dem Kolmenhof. Eine schlichte Bronzetafel markiert die Stelle, als wolle man dem Wasser sagen: Ja. Du bist gemeint. 

Was viele nicht wissen: Es gibt zwei Quellflüsse der Donau – die Brigach und die Breg. Beide treffen sich in Donaueschingen. Der alte Merksatz kennt das jeder: „Brigach und Breg bringen die Donau zuweg."  

Doch welcher Fluss ist der eigentliche Ursprung? 

Die Hydrologie ist eindeutig: Die Breg ist mit 46 Kilometern der längere und wasserreichere der beiden. Ihre Quelle liegt weiter vom Meer entfernt als die der Brigach. Damit ist die Bregquelle – hydrologisch korrekt – der eigentliche Donauursprung. Kein Schlosspark. Kein Brunnen mit Skulptur. Sondern dieser stille Fleck im Schwarzwald. 

Ein Regentropfen, zwei Weltmeere 

Was diesen Ort noch surrealer macht: Nur wenige Schritte vom Kolmenhof entfernt verläuft die Europäische Hauptwasserscheide zwischen Rhein und Donau. Wer hier einen Stein ins Gras wirft, entscheidet über Weltmeere. Links – Nordsee. Rechts – Schwarzes Meer

Rund 200 Meter entfernt steht die historische Martinskapelle, exakt auf dieser Wasserscheide. Eine Dachhälfte entwässert gen Norden, die andere gen Südosten. Selten ist Geografie so spürbar wie an diesem Ort. Man steht buchstäblich auf der Kippe zwischen zwei Kontinentalabflüssen – und merkt: Natur hat eine ziemlich gute Dramaturgie. 

Kolmenhof: Ankommen, essen, bleiben 

So ein Ort verdient eine gute Einkehr. Und die gibt es. Der Kolmenhof ist kein Museum – er ist ein lebendiges Berggasthaus mit Seele. Rustikal, herzlich, direkt. Die Küche läuft durchgehend: Schwarzwälder Vesper, hausgemachter Kuchen, Wildspezialitäten. Dazu eine Sonnenterrasse, die den Blick in den Schwarzwald freigibt wie eine ruhige Hand, die einen Vorhang beiseite schiebt. 

Für Westweg-Wanderer ist der Kolmenhof ohnehin Pflichtprogramm – er liegt direkt auf Etappe 8 (Wilhelmshöhe → Kalte Herberge). Gästezimmer in Einzel- und Doppelbelegung sowie ein Wanderlager sorgen dafür, dass man nicht weitermuss, wenn man nicht will. Und meistens will man nicht. 

Raus in den Schwarzwald – Was noch wartet 

Die Bregquelle ist kein Endpunkt. Sie ist ein Aufbruch. Wer hier oben ankommt, hat noch viel vor sich – im besten Sinne. 

Günterfelsen: Rund 30 Gehminuten entfernt ragen mächtige Granitformationen aus dem Wald. Riesige Felsblöcke, bemooste Oberflächen, Stille. Ein Ausflug, der sich für jeden lohnt – ob Gelegenheitswanderer oder Ausdauerläufer. 

Westweg: Wer den Schwarzwald-Fernwanderweg in seiner ganzen Länge begehen will, kommt am Kolmenhof sowieso vorbei. Hier tankt man auf – kulinarisch und emotional. 

Winter im Hochschwarzwald: Auf knapp 1.100 Metern Höhe ist Schnee keine Überraschung, sondern Programm. Das Loipennetz Schonach–Belchen verläuft direkt am Haus. Stille, Weiß, Winterluft – und danach ein heißer Kaffee im Gasthaus. So geht Schwarzwald. 

Der Anfang eines Stroms – und einer Reise 

Es gibt Orte, die man kennt, weil alle davon reden. Und es gibt Orte, die man kennt, weil man selbst dort war. Die Bregquelle am Kolmenhof gehört zur zweiten Kategorie. 

Kein Gedränge. Kein Touristenrummel. Nur ein kleiner Quell, ein altes Gasthaus, dunkle Tannen und das leise Wissen: Hier beginnt die Donau. Wirklich. Hier – und nirgendwo sonst.

Praktische Infos 

Adresse: Kolmenhof, Martinskapelle, Furtwangen im Schwarzwald Höhe: 1.078 m ü. NHN Wanderweg: Westweg, Etappe 8 Gastronomie: Durchgehend warme Küche, Vesper, Kuchen, Wildspezialitäten Übernachtung: Gästezimmer (EZ/DZ) & Wanderlager Winter: Loipennetz Schonach–Belchen direkt am Haus In der Nähe: Martinskapelle (200 m), Günterfelsen (30 min), Europäische Wasserscheide 

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Griesbacher Wasserfälle – wo der Schwarzwald sein stilles Herz zeigt

Mittlerer Schwarzwald
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Wer dem Rauschen des Alltags entfliehen will, muss nicht weit fahren. Tief im bewaldeten Seitental von Bad Peterstal-Griesbach warten die Griesbacher Wasserfälle – ein Naturschauspiel, das man nicht laut ankündigt, sondern leise entdeckt. Über mehr als 30 Meter Fallhöhe stürzt das Wasser in mehreren Kaskaden und Felsstufen in die Tiefe, umrahmt von Moos, Fels und dem unverwechselbaren Duft des Schwarzwaldes

Ein Wasserfall, der Geheimtipp geblieben ist 

Während andere Schwarzwald-Wasserfälle von Besuchermassen belagert werden, gehören die Griesbacher Wasserfälle noch immer zu den stillen Entdeckungen der Region. Man steht hier nicht in der Schlange – man steht im Rauschen. Treppen und Holzstege führen direkt entlang der Schlucht nach oben und ermöglichen Ausblicke, die man sonst nur von Postkarten kennt: schäumendes Wasser, moosbedeckter Fels, ein Lichtspiel, das durch die Baumkronen bricht. 

Dieser Kaskadenwasserfall im Schwarzwald ist kein Spektakel für die große Bühne – er ist eines für alle, die genau hinschauen. 

Wandern zu den Griesbacher Wasserfällen – drei Wege, ein Ziel 

→ Teufelskanzelsteig – der direkteste Weg ins Herz der Schlucht 

Rund 7 Kilometer misst dieser Premiumwanderweg, der an der Kreuzkopfschanze beginnt und schnurstracks zum Wasserfall führt. Auf moosbewachsenen Steinstufen und über Holztreppen arbeitet man sich am tosenden Wasser empor – jeder Schritt ein kleines Abenteuer. Für alle, die wandern rund um Bad Peterstal-Griesbach neu entdecken wollen, ist dies die erste Wahl. 

→ Wiesensteig – Genuss auf 13,5 Kilometern 

Wer es etwas ausgedehnter mag, wählt den Wiesensteig – ein rund 13,5 km langer Genießerpfad, der Abschnitte entlang der Wilden Rench und kleiner Bachläufe einbindet. Hier wandert man durch eine Landschaft, die sich wie ein Bilderbuch liest. 

→ Renchtalsteig – der große Bogen durch das Tal 

Auf der Etappe zwischen Kurhaus Bad Peterstal und der Alexanderschanze ist der Wasserfall ein fester Orientierungspunkt des Renchtalsteigs. Wer diese Route wählt, erlebt das gesamte Renchtalpanorama – und bekommt den Wasserfall gleichsam als Belohnung serviert. 

Besucherinfos – das sollte man vor dem Besuch wissen 

Der ideale Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Kreuzkopfschanze in Bad Griesbach. Von dort führt ein weitgehend ebener Forstweg in etwa 1,5 Kilometern direkt zum Wasserfall Bad Peterstal-Griesbach. Der Eintritt ist kostenlos, der Zugang ganzjährig rund um die Uhr möglich. 

Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Wasserfall nach starken Regenfällen oder zur Schneeschmelze – dann entfaltet er seine volle Wucht. In trockenen Sommerperioden hingegen kann die Wassermenge spürbar nachlassen. Das Gelände ist oft feucht und moosbedeckt: trittsicheres Schuhwerk ist kein Luxus, sondern Pflicht. 

Tipp: Aussichtspunkt Marienruhe kombinieren 

Wer den Ausflug abrunden möchte, kombiniert den Wasserfall mit dem Aussichtspunkt Marienruhe auf rund 900 Metern Höhe. Von dort öffnet sich ein Panoramablick über das Renchtal, der nach dem Aufstieg durch die Schlucht wie eine Belohnung wirkt – weit, still und atemraubend schön.

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Burgruine Rötteln: Wo 900 Jahre Geschichte auf den Horizont treffen

Südlicher Schwarzwald
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Wer von einem Bergrücken über das Wiesental schaut und plötzlich diese mächtigen Mauern aus dem Wald ragen sieht, versteht sofort, warum die Burgruine Rötteln seit Jahrhunderten Menschen in ihren Bann zieht. Sie ist kein museales Relikt, das man pflichtbewusst abhakt. Sie ist lebendig – rau, dramatisch, mit einem Hauch Geheimnis in jeder verwitterten Steinfuge. 

Als Wahrzeichen von Lörrach und eine der größten Burganlagen ganz Südbadens thront das Röttler Schloss auf einem Bergsporn hoch über dem Tal. Wer hier steht, steht auf fast 900 Jahren Geschichte. 

Von Rittern und Markgrafen – die Geschichte der Burg Rötteln 

Die Anfänge: Ein Name, der bleibt (11.–14. Jahrhundert) 

1102 taucht ein gewisser Dietrich von Rötteln erstmals in einer Urkunde auf. Die Burg, die er bewohnt, ist damals noch überschaubar – doch ihr Standort ist klug gewählt: strategisch günstig, den Zugang zum Wiesental kontrollierend, von Wald und Fels geschützt. 

Im 13. Jahrhundert entsteht die Oberburg in ihrer heutigen Form. Die Herren von Rötteln sind zu diesem Zeitpunkt längst keine unbedeutenden Lokalherrscher mehr – sie stellen Bischöfe in Basel und gehören zu den einflussreichsten Geschlechtern am Oberrhein. Macht, die man in Stein gemeißelt sieht. 

Die Markgrafen übernehmen das Ruder (1315–1678) 

1315 ändert sich alles. Der letzte Röttler stirbt ohne männlichen Erben – die Burg fällt an die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Rötteln wird Residenz, Verwaltungszentrum, Machtsymbol. 

Das Erdbeben von Basel 1356 trifft die Anlage hart. Doch anstatt sie verfallen zu lassen, bauen die Markgrafen sie prächtiger und wehrhafter wieder auf – als wollten sie dem Schicksal trotzen. 

1503 wechselt die Burg durch Erbschaft erneut den Besitzer: Das Haus Baden übernimmt. Rötteln wird Sitz der Landschreiberei, militärischer Stützpunkt an der Grenze zur Schweiz, ein Ort, an dem Geschichte nicht beschrieben, sondern gemacht wird. 

Das Ende einer Festung (17. Jahrhundert) 

Der Dreißigjährige Krieg macht auch vor der Burg Rötteln nicht halt. Schwedische, kaiserliche und französische Truppen belagern die Festung im Wechsel – sie hält stand. 

Dann kommt der 29. Juni 1678. Im Holländischen Krieg rücken die Truppen Ludwig XIV. unter Marschall Créqui an. Die Festung wird besetzt, gesprengt, niedergebrannt. Seitdem ist die Burgruine Rötteln das, was sie heute ist: ein Fragment aus einer anderen Zeit, das trotzdem nichts von seiner Wucht verloren hat. 

Rettung in letzter Minute 

Im 18. und 19. Jahrhundert droht der Ruine ein stiller Tod als Steinbruch – Quader um Quader wandert ins Tal, in Keller und Hausfundamente. Erst der Röttelnbund e.V., gegründet 1925, stoppt den Verfall. Der Verein saniert die Mauern, richtet ein Museum ein und betreibt die Anlage bis heute mit großem Engagement. 

Heute gehört die Burg dem Land Baden-Württemberg, verwaltet von den Staatlichen Schlössern und Gärten, und gilt als eine der am besten erschlossenen Ruinen Süddeutschlands.  

Die Weiße Frau von Rötteln – ein Geist, der keine Ruhe findet 

Natürlich hat eine Burg wie diese ihre Sage. Und die Weiße Frau von Rötteln ist keine gewöhnliche Spukgeschichte – sie ist die bekannteste Geisterlegende des Markgräflerlands. 

Es heißt, eine Tochter eines Markgrafen habe auf der Burg gelebt: wunderschön, hochmütig, herzlos gegenüber allen Verehrern. Zur Strafe für ihre Lieblosigkeit fand sie nach dem Tod keine Ruhe. Seither wandelt sie in mondhellen Nächten als blasse Gestalt im langen weißen Gewand durch die Oberburg – einen schweren goldenen Schlüsselbund am Gürtel, lautlos und allein. 

Wer ihr begegnet, dem tut sie nichts. Aber ihr Erscheinen gilt als Vorbote großer Veränderungen. 

Eine zweite Version der Sage erzählt von einer unglücklichen Geliebten, die in der Burg eingemauert wurde oder aus Kummer starb. Sie wartet auf Erlösung – durch einen Wanderer, der sie dreimal küsst, ohne zu erschrecken. Bisher ist das noch niemandem gelungen. 

Bei Abendführungen und den beliebten Burgfestspielen Rötteln berichten Besucher immer wieder von einem merkwürdigen Frösteln, wenn sie nachts allein im Schatten des Bergfrieds stehen. Ob das die Abendluft ist oder doch etwas anderes – diese Frage lässt sich beim Besuch der Ruine vortrefflich selbst beantworten. 

Tipp: Bei Dämmerung lohnt sich ein besonders aufmerksamer Blick in die Fensterhöhlen des alten Palas – dort soll sie am häufigsten gesehen werden. 

Was es zu sehen gibt – Highlights der Burgruine Rötteln 

Der Bergfried: Aussicht, die sprachlos macht 

Zwei begehbare Türme hat die Burgruine Lörrach zu bieten. Wer sich die Stufen des großen Bergfrieds hinaufkämpft, wird belohnt: Der Panoramablick reicht über das gesamte Wiesental, erfasst das Rheinknie bei Basel, schweift über den Schwarzwald – und an klaren Tagen bis zu den Schweizer Alpen. Einer der beeindruckendsten Aussichtspunkte Südbadens, ohne Frage. 

Das Burgmuseum 

In der wiederhergestellten Landschreiberei befindet sich ein kleines, feines Museum, das die Geschichte der Anlage und der Region anschaulich aufbereitet. Auch für Kinder geeignet – hier wird Geschichte nicht gelesen, sondern erlebt. 

Burgfestspiele Rötteln 

Jeden Sommer verwandelt sich die Ruine in eine Freilichtbühne. Theater unter freiem Himmel, mit mittelalterlichen Gemäuern als Kulisse – das ist die Art von Kulturerlebnis, die man so schnell nicht vergisst. Die Burgfestspiele Rötteln haben sich längst als feste Größe im regionalen Kulturkalender etabliert. 

BurgLiebe – Einkehr mit Charakter 

Burgruine besichtigt, Hunger mitgebracht – das passt gut zusammen. In der Unterburg wartet die BurgLiebe, die Burgschenke mit Biergarten, auf hungrige Wanderer und entspannte Tagesgäste. 

Die Küche verbindet rustikale Biergartenklassiker mit einer feineren Abendkarte unter dem Motto „BURG. WALD. WILD." – regionaler Wildküche, die dem Ort mehr als gerecht wird. 

Auf der Karte stehen unter anderem Rindergulasch mit Paprika, Nudeln und Mandelbrokkoli (ca. 26,90 €) und Kalbsröllchen aus der Keule, gefüllt mit Schwarzwälder Schinken, Emmentaler und Champignons, dazu Honigmöhrchen und Spätzle (ca. 31,90 €). Dazu kommen Flammkuchen, Schnitzel und Currywurst für alle, die es unkompliziert mögen – sowie hausgemachte Kuchen zum Kaffee und ein beliebter Sonntagsbrunch. Getrunken wird Pils vom Fass oder Hefeweizen der Brauerei Lasser, dazu badische Weine und Spezialitäten. 

Öffnungszeiten BurgLiebe (Sommersaison): Freitag 12–18 Uhr · Samstag 9–18 Uhr · Sonntag 10–18 Uhr · Mo–Do in der Regel geschlossen (Ausnahme: Events und Feiertage) 

Tipp: Für die „BURG. WALD. WILD."-Abende und den Sonntagsbrunch ist eine Reservierung dringend empfohlen. 

Wer lieber selbst grillt: Direkt hinter der Burg gibt es einen gepflegten Grill- und Picknickplatz für Selbstversorger. 

Wandern rund um die Burgruine Rötteln 

→ Westweg Etappe 12: Kandern – Basel 

Für Fernwanderer auf dem Westweg ist die Burgruine Rötteln der letzte große kulturelle Höhepunkt vor dem Ziel. Die zwölfte Etappe von Kandern nach Basel führt durch die wildromantische Wolfsschlucht, durch majestätische Buchenwälder und über malerische Weinberge – direkt zur Burg.

Von dort geht es weiter über den aussichtsreichen Tüllinger Berg mit Panoramablick auf das Dreiländereck und schließlich durch den Tierpark „Lange Erlen" ins Basler Stadtzentrum. 

Eckdaten: ca. 26 km · ca. 7 Stunden · moderat bis fordernd 

Rundweg: Burg Rötteln – Rümminger Moos 

Wer es ruhiger mag, startet die Rundwanderung am Fuße der Burg und taucht bald in das Naturschutzgebiet Rümminger Moos ein – ein feuchter Eichen-Hainbuchenwald, der eine ganz andere Atmosphäre als die Burganlage selbst mitbringt. Stille, Vogelstimmen, dichtes Grün. Nach der Runde bietet sich die Einkehr im Biergarten geradezu an. 

Eckdaten: ca. 8,7 km · ca. 2,5 Stunden · moderat 

Burg Rötteln nach Basel 

Wer direkt an der Burg startet und die Grenze zur Schweiz überqueren möchte, folgt dem Weg stetig südwärts – vorbei am Rhein, bis ins Basler Stadtzentrum. Eine kompakte, lohnende Route zwischen zwei Welten. 

Eckdaten: ca. 13,7 km · ca. 3,5 Stunden · moderat 

Ausrüstungstipp: Auf den Pfaden der Wolfsschlucht und am Tüllinger Berg kann es bei Feuchtigkeit rutschig werden. Festes Schuhwerk ist Pflicht, keine Option.  

Praktische Informationen auf einen Blick 

Öffnungszeiten Burgruine Rötteln: April bis Oktober: täglich 10–18 Uhr November bis März: samstags und sonntags ca. 11–16 Uhr (bei Glättegefahr geschlossen) 

Eintritt: ca. 2,50 € pro Erwachsenem – eine der günstigsten Eintrittspreise für eine Anlage dieser Größe in ganz Süddeutschland. 

Anfahrt & Parken: Es gibt einen Parkplatz direkt bei der Burg. Wer lieber zu Fuß ankommt, startet am Wanderparkplatz „Stern" und erreicht die Ruine nach rund 25 Minuten durch den Rötteler Wald. 

Öffentliche Verkehrsmittel: Lörrach und Basel sind hervorragend ans Schienennetz angebunden – ideal für Einweg-Wanderungen wie die Westweg-Etappe 12. 

Fazit: Einmal hinauf, und man versteht, warum 

Die Burgruine Rötteln ist mehr als ein Ausflugsziel. Sie ist ein Ort, der etwas mit einem macht. Die Mauern erzählen von Macht und Verfall, die Aussicht weitet den Blick, die Sage lässt die Fantasie arbeiten – und der Biergarten sorgt dafür, dass man am Ende trotzdem mit einem Lächeln nach Hause fährt. 

Ob als Ziel einer kurzen Runde durch das Rümminger Moos, als krönender Abschluss des Westwegs oder einfach als Nachmittagsausflug aus Lörrach oder Basel: Die Burg Rötteln gehört auf jede Liste, die das Markgräflerland ernst nimmt. 

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Wolfsschlucht Kandern – wo der Schwarzwald seine wilde Seite zeigt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Es gibt Orte, die man nicht vergisst. Die Wolfsschlucht bei Kandern ist so ein Ort. Kein breites Wandertal, kein braver Forstweg – sondern ein urwaldartiges Naturwunder direkt vor den Toren der kleinen Markgräfler Stadt. Wer hier einmal zwischen moosbewachsenen Jurakalk-Felsen hindurchgewandert ist, trägt dieses Bild lange mit sich. 

Geologisches Highlight: Kalkfelsen mit Charakter 

Was die Wolfsschlucht Kandern so besonders macht, ist ihre Geologie. Die verwitterten Kalksteinformationen ragen meterhoch auf und haben durch Jahrtausende der Erosion skurrile, fast surreale Formen angenommen. Wer genau hinschaut, entdeckt das berühmte „Gesicht" – ein Fels, dem die Natur ein Antlitz eingeschrieben hat. Man meint, der Stein beobachte einen. 

Das Mikroklima im Taleinschnitt verstärkt die Atmosphäre: Es ist kühler hier, feuchter, stiller. Fast mystisch. Die mächtigen Buchen filtern das Licht in Streifen, der Boden ist weich unter den Sohlen, und von irgendwo tropft Wasser über Moos und Stein. 

Wandern durch die Wolfsschlucht – Zugang & Rundweg 

Der Einstieg ins Abenteuer beginnt ganz entspannt: Vom Kanderner Marktplatz aus ist man in etwa 15 bis 20 Minuten zu Fuß am Eingang der Schlucht – Richtung Hammerstein, immer dem Schildern nach. Ein 4 km langer Rundweg führt durch das Kernstück des Geländes und eignet sich ideal für einen ausgedehnten Nachmittagsspaziergang. 

Die Pfade sind naturbelassen, schmal und verschlungen. Bei Nässe können sie rutschig werden – festes Schuhwerk ist kein Luxus, sondern Pflicht. Alpine Erfahrung braucht man nicht, aber Trittsicherheit ist hilfreich. Der Weg belohnt mit kleinen Nischen, verborgenen Felsüberhängen und immer wieder überraschenden Ausblicken auf die bizarren Gesteinsformationen. 

→ Auf dem Westweg: Etappe 12 von Kandern nach Basel 

Die Wolfsschlucht ist kein Geheimtipp unter Insidern – sie ist fester Bestandteil der 12. Etappe des Westwegs, dem berühmtesten Fernwanderweg Deutschlands. Wer die gesamte Etappe von Kandern nach Basel läuft, wandert direkt durch das Herzstück dieser wilden Schlucht. Das verleiht der Tour eine besondere Note: Man bewegt sich auf einem Weg, der Geschichte hat. 

Kombiroute mit Burg Rötteln – das perfekte Duo 

Wer mehr Kilometer und mehr Geschichte will, kombiniert die Wanderung Wolfsschlucht mit einem Abstecher zur Burgruine Rötteln – und hat damit einen der schönsten Halbtagestouren im südlichen Schwarzwald gefunden. 

Die Route führt von Kandern durch das stille Kandertal, vorbei an Hammerstein und Wollbach durch idyllische Buchenwälder und offene Wiesenlandschaften. Über die Wittlinger Höhe öffnet sich der Blick weit über die Rheinebene – bei klarem Wetter bis in die Schweizer Berge. 

Eckdaten der Kombiroute: 

  • Distanz: ca. 14 bis 16 km (bis zur Burg Rötteln) 

  • Gehzeit: ca. 4 bis 5 Stunden, je nach Pausen 

  • Höhenmeter: rund 400 bis 450 m im Aufstieg 

  • Schwierigkeit: moderat 

Kurz vor Lörrach taucht dann die Ruine Rötteln auf – imposant, weitläufig, von der Geschichte gezeichnet. Man kann die Festungsanlage direkt erkunden oder im Biergarten einkehren und den Tag bei einem kühlen Getränk ausklingen lassen. 

Rückweg & praktische Tipps 

Wer nicht die gesamte Westweg-Etappe bis Basel (rund 26 km) abschließen möchte, steigt einfach von der Burg Rötteln nach Lörrach ab und nimmt dort die S-Bahn zurück nach Haltingen oder Kandern. Unkompliziert, gut getaktet, familientauglich. 

Für Familien gilt: Die Felsformationen der Wolfsschlucht sind ein natürlicher Abenteuerspielplatz. Kinder (und alle, die innerlich jung geblieben sind) klettern vorsichtig über Steine, entdecken kleine Nischen und lugen in Felshöhlen – echtes Naturerlebnis ohne App und Bildschirm.  

Fazit: Die Wolfsschlucht Kandern lohnt sich immer 

Ob als kurzer Rundwanderer Wolfsschlucht, als Teil des legendären Westwegs oder als Auftakt zur Burgruine Rötteln – dieses urwaldartige Naturjuwel im Markgräflerland hinterlässt Eindruck. Nicht laut, nicht spektakulär im touristischen Sinne, aber auf eine stille, kraftvolle Art unvergesslich. Man kommt als Spaziergänger und geht als jemand, der etwas gesehen hat, das die meisten Menschen verpassen. 

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Bahnhof Weizen und die Sauschwänzlebahn – wo der Schwarzwald dampft

Südlicher Schwarzwald
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Es gibt Orte, die man nicht googlet. Man findet sie, weil man irgendwo eine alte Landkarte aufschlägt, weil ein Großvater davon erzählt hat, oder weil man an einem Sonntagnachmittag einfach der Nase folgt. Bahnhof Weizen ist so ein Ort. Klein, unscheinbar, irgendwo im südlichen Schwarzwald bei Stühlingen – und doch der Startpunkt für eines der unvergesslichsten Eisenbahnerlebnisse in ganz Deutschland. 

Hier beginnt und endet die Sauschwänzlebahn, offiziell Wutachtalbahn, inoffiziell Legende. 

Warum heißt sie eigentlich Sauschwänzlebahn? 

Wer zum ersten Mal auf eine Karte der Strecke schaut, versteht sofort, woher der Name kommt. Die Bahnlinie ringelt sich durch das Wutachtal wie ein Schweinsschwanz – mit Kehrtunneln, Schleifen und Brücken, die man so anderswo kaum findet. Auf nur 26 Kilometern überwindet die historische Eisenbahn sage und schreibe 231 Höhenmeter. Ohne Zahnrad. Rein durch ingenieurtechnische Raffinesse. 

Das ist kein Zug. Das ist ein Kunststück. 

Die Wutachtalbahn gilt heute als technisches Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung – und wer einmal mitgefahren ist, versteht warum. Dampf quillt aus dem Schornstein, der Wald rückt nah ans Fenster, und irgendwo im Tunnel wird es plötzlich dunkel, bevor die Welt wieder hell und grün aufflackert. 

Bahnhof Weizen: Das südliche Ende der Welt 

Der Bahnhof Weizen in 79780 Stühlingen ist die südliche Endstation der Sauschwänzlebahn. Hier kehren die Nostalgie-Züge um, hier steigt man aus, reckt den Rücken, atmet tief durch – und spürt, dass man gerade etwas Besonderes erlebt hat. 

Der Bahnhof liegt direkt an der B314, ist gut mit dem Auto erreichbar und verfügt über einen rollstuhlgerechten Parkplatz. Wer mit dem eigenen Rad anreist, kann es für 12 Euro (Hin- und Rückfahrt) im Zug mitnehmen lassen – was die Sauschwänzlebahn auch für Fahrradausflüge im Schwarzwald attraktiv macht. 

Kulinarisch ist man ebenfalls versorgt: Das nahegelegene Gasthaus Kreuz sorgt dafür, dass kein Magen knurrt. Am anderen Ende der Strecke, in Blumberg-Zollhaus, steht sogar ein Speisewagen bereit. 

Familientheater, Wanderpfade und Eisenbahn-Romantik 

Was den Bahnhof Weizen von einem gewöhnlichen Haltepunkt unterscheidet, ist das Leben, das hier zwischen den Abfahrten pulsiert. Saisonal finden direkt am Bahnhofsgelände Familientheater-Aufführungen statt – ein echtes Highlight für Kinder, die nicht nur Zug fahren, sondern auch staunen wollen. 

Wer lieber die Beine bewegt, startet hier eine Wanderung in die Wutachflühen, eine der wildesten und eindrucksvollsten Schluchtlandschaften des Schwarzwalds. Oder man folgt dem Eisenbahn-Lehrpfad nach Blumberg – eine entspannte Route, die Naturgenuss und Eisenbahngeschichte auf charmante Weise verknüpft. 

Die Sauschwänzlebahn als Ausflugsziel für Familien trifft hier ins Schwarze: Fahrt, Wandern, Museum, Theater – das reicht locker für einen ganzen Tag. 

Sauschwänzlebahn Fahrplan 2026: Wann dampft, wann rattert's? 

Die Sauschwänzlebahn fährt saisonal – und wer mitdampfen will, sollte den Fahrplan 2026 vorab genau studieren. Denn nicht an jedem Fahrtag schnauft die Dampflok. Manchmal übernimmt eine historische Diesellok, und der ist etwas günstiger im Tarif. 

In der Hauptsaison Sommer 2026 gilt folgendes Muster: Donnerstag, Samstag und Sonntag gehören der Dampflok – meist zwei Fahrten pro Tag, vormittags und nachmittags. In den Ferienzeiten (Pfingsten, Sommer) kommen vereinzelt Mittwoche dazu. Freitags fährt häufig die Dieselvariante. Montag und Dienstag ruht der Betrieb planmäßig. 

Am Bahnhof Weizen kommen die Züge aus Blumberg-Zollhaus üblicherweise gegen 11:07 Uhr und 15:07 Uhr an – die Rückfahrt startet jeweils ca. 28 Minuten später, also um 11:35 Uhr und 15:35 Uhr. 

Wichtig: Bei extremer Trockenheit und Waldbrandgefahr kann die Dampflok kurzfristig gegen eine Diesellok getauscht werden. Das ist kein Bürokratismus, das ist Vernunft im Schwarzwald-Sommer. 

Den interaktiven Fahrplan mit tagesgenauen Angaben – inklusive Symbol, ob Dampf oder Diesel – gibt es auf der offiziellen Website

Tickets & Preise 2026: Was kostet der Dampf-Spaß? 

Eine Fahrt auf der Sauschwänzlebahn ist kein Schnäppchen – aber ein echtes Erlebnis, das seinen Preis wert ist. Die Tickets beinhalten den Eintritt in das Eisenbahnmuseum Blumberg-Zollhaus, was den Ausflug nochmal runder macht. 

Für die Dampfzugfahrt Hin- und Rückfahrt zahlen Erwachsene 35 Euro, Kinder zwischen 4 und 15 Jahren 19,50 Euro. Die einfache Fahrt kostet 30 Euro (Erwachsene) bzw. 16,50 Euro (Kinder). Wer als Familie reist: Eine Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) kostet 85 Euro hin und zurück, 73 Euro einfach. Hunde dürfen für 6 Euro mit – egal ob hin, zurück oder beides. 

Für Spontanentscheider, die nur eine Teilstrecke von Haltepunkt zu Haltepunkt fahren möchten, fällt ein Dampfzug-Zuschlag von 6 Euro an. Kleinkinder unter 4 Jahren reisen kostenlos, haben aber keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Gruppen ab 15 Personen profitieren von ermäßigten Gruppenpreisen – Erwachsene zahlen dann rund 35 Euro für Hin- und Rückfahrt. 

Hinweis: Das Deutschland-Ticket gilt auf der Sauschwänzlebahn nicht. Tickets gibt es ausschließlich über das offizielle Buchungsportal – und eine Reservierung wird dringend empfohlen, besonders für Dampfzug-Termine. Die sind oft Wochen im Voraus ausgebucht. 

Das Eisenbahnmuseum in Blumberg: Geschichte zum Anfassen 

Am anderen Ende der Strecke, im Bahnhof Blumberg-Zollhaus, wartet das kostenlose Eisenbahnmuseum. Wer hier ein wenig stöbert, taucht ein in die Geschichte einer Bahn, die ursprünglich als strategische Militärverbindung geplant war – für den Bau wurden einst 21,3 Millionen Reichsmark aufgewendet. Heute ist sie ein Denkmal, das lebt und atmet und dampft. 

Die Ausstellung zeigt historische Fahrzeuge, Dokumente und Exponate, die die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte der Wutachtalbahn greifbar machen. Perfekt als Abschluss vor der Rückfahrt nach Weizen. 

Tipps für den perfekten Tag an der Sauschwänzlebahn 

Man bucht früh – besonders Dampfzug-Samstage im Sommer sind schnell vergriffen. Man prüft vorab den interaktiven Fahrplan, um sicher zu gehen, ob die Dampflok oder die Dieselvariante fährt. Man plant Zeit für das Eisenbahnmuseum in Blumberg ein. Und man startet am besten von Bahnhof Weizen aus – mit einem kurzen Abstecher in die Wutachflühen oder einfach einem Kaffee im Gasthaus Kreuz, bevor der Zug pfeift. 

Denn hier, wo der Schwarzwald am wildesten und die Schluchten am tiefsten sind, rattert eine Bahn, die das 21. Jahrhundert höflich ignoriert. Und wer einmal in diesem Dampf gesessen hat, weiß: Das ist kein Ausflug. Das ist eine Reise zurück in eine Zeit, als Reisen noch nach Abenteuer roch. 

Alle Preise und Fahrzeiten beziehen sich auf die Saison 2026 und können sich kurzfristig ändern. Aktuelle Informationen und Buchungen ausschließlich über die offizielle Website der Wutachtalbahn/Sauschwänzlebahn. 

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Wutachflühen: Das wilde Herz der Wutachschlucht

Südlicher Schwarzwald
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Man hört sie, bevor man sie sieht. Ein Rauschen, das aus dem Fels zu kommen scheint. Dann biegt der Pfad um eine Ecke – und plötzlich stehen sie da: senkrechte Muschelkalkwände, die wie versteinerte Riesen aus dem Wald ragen, bis zu hundert Meter hoch, bemoost, rissig, zeitlos. Willkommen in den Wutachflühen, dem wildesten Abschnitt der berühmten Wutachschlucht

Was bedeutet „Flühen" eigentlich? 

Der Name kommt nicht von ungefähr. Flühen ist ein alemannischer Begriff für steile Felswände oder schroffe Felsabstürze – und er beschreibt diesen Ort besser als jedes Tourismusprospekt es könnte. Die Wutachflühen liegen im unteren Teil der Wutachschlucht, zwischen Stühlingen und Blumberg, und bilden dort eine eigene, rauere Welt. Schroffer als die obere Schlucht, einsamer, ursprünglicher. 

Kalkfelsen, die den Horizont zerreißen 

Das Rückgrat der Flühen sind die gewaltigen Muschelkalkwände. Auf mehreren Kilometern Länge ragen sie senkrecht empor, hell leuchtend im Sonnenlicht, dunkel und feucht im Schatten. Sie sind nicht nur ein optisches Spektakel – sie sind der Grund, warum hier ein einzigartiger Schluchtwald entstehen konnte. 

Weil die Hänge zu steil und für die Forstwirtschaft schlicht unzugänglich sind, hat die Natur hier ihren eigenen Weg gefunden. Mächtige Baumruinen liegen quer über dem Gelände. Riesige Farne wachsen aus Felsspalten. Moospolster bedecken jeden Stein. Man spürt förmlich, dass hier seit Jahrhunderten keine menschliche Hand eingegriffen hat. 

Markanter Wegpunkt: Der Mannheimer Felsen 

Wer die Flühen läuft, begegnet irgendwann dem Mannheimer Felsen – einer imposanten Felsnadel, die wie ein einsamer Wächter mitten über dem Pfad thront. Er ist einer jener Momente, wo man kurz anhält, den Kopf in den Nacken legt und einfach nur staunt. 

Sturzdobel: Wo das Wasser die Felskante hinunterjagt 

Wenige Schritte weiter wartet der Sturzdobel, eine tief eingeschnittene Rinne, durch die das Wasser spektakulär über die Kalksteinkante in die Wutach stürzt. Das Geräusch ist unverwechselbar – ein Grollen, das den Boden vibrieren lässt. Wer zur richtigen Jahreszeit kommt, erlebt den Sturzdobel als tosende Wasserschau. 

Der Wanderweg: Nichts für schwache Nerven 

Der Pfad durch die Flühen ist Teil des Schluchtensteigs, einem der schönsten Fernwanderwege Deutschlands – und auf diesem Abschnitt auch einer der anspruchsvollsten. Schmal, oft wurzelig, windet er sich direkt am Abgrund entlang oder zwängt sich unter überhängenden Felsen hindurch. Man braucht Trittsicherheit und Schwindelfreiheit

Bei Nässe wird's heikel: Die Kalksteine werden rutschig wie Eis. Wanderschuhe mit gutem Profil sind keine Empfehlung, sondern Pflicht. 

Der beste Einstieg gelingt am Wanderparkplatz Wutachflühen bei Fützen oder ab dem Bahnhof Weizen. Von dort aus ist man schnell mitten drin. 

Mehr Informationen zur Schluchtensteig Etappe 1

Frühjahrsmagie: Der Märzenbecher-Teppich 

Zwischen März und April passiert in den Wutachflühen etwas Außergewöhnliches. Der Waldboden verwandelt sich in ein schier endloses, weißes Blütenmeer – Tausende von Märzenbechern, so weit das Auge reicht. 

Die schattigen, feuchten Hänge und der kalkhaltige Boden bieten diesen seltenen Wildblumen den perfekten Lebensraum. Besonders dicht stehen sie im Bereich des Sturzdobels und unterhalb der Muschelkalkwände – wer auf dem Weg vom Parkplatz Fützen Richtung Stühlingen unterwegs ist, kommt direkt an den schönsten Teppichen vorbei. 

Die Märzenbecher sind streng geschützt. Pflücken oder Ausgraben ist verboten. Und der Hinweis gilt es ernst zu nehmen: Bitte unbedingt auf den Pfaden bleiben. Die empfindlichen Zwiebeln der Pflanzen reagieren auf Bodenverdichtung – ein paar Schritte abseits des Weges können einem ganzen Bestand schaden. 

Die Blütezeit hängt vom Wetter ab. Nach einem milden Winter geht es oft schon Anfang März los, bei spätem Frost kann sich die Blüte bis Mitte April ziehen. 

Botanische Raritäten abseits der Blüte 

Auch außerhalb der Märzenbecherzeit hat die Flora der Flühen einiges zu bieten. Das feuchte Mikroklima der Schlucht schafft Bedingungen, unter denen seltene Farne und Moosarten gedeihen, die man andernorts kaum noch findet. Wer langsam geht und genau hinschaut, entdeckt eine stille Vielfalt, die man so nicht erwartet hätte. 

Blick nach oben: Die Sauschwänzlebahn 

Manchmal hört man sie schon von weitem – ein fernes Pfeifen, das von oben durch die Schlucht hallt. Wer den Blick nach oben richtet, sieht die gewaltigen Steinviadukte der Sauschwänzlebahn, jener legendären Schmalspurbahn, deren Gleise am oberen Rand der Flühen entlangführen. Sie überspannen die Seitentäler in schwindelerregender Höhe – ein Kontrast, der kaum größer sein könnte: unten der uralte Wald, oben die Ingenieurskunst des 19. Jahrhunderts. 

Das Wichtigste auf einen Blick 

Wer in die Wutachflühen wandert, sollte trittsicher sein, gutes Schuhwerk mitbringen und – gerade im Frühjahr – früh starten, bevor der Parkplatz voll ist. Der Abschnitt ist kein Spaziergang, aber er belohnt mit einer Landschaft, die man so schnell nicht vergisst: Kalkfelsen, Urwaldatmosphäre, Wasserfälle und ein Blütenmeer, das einem den Atem verschlägt. 

Die Wutachschlucht Wanderung durch die Flühen ist eine der eindrücklichsten Touren im Schwarzwald – roh, still und auf eine ganz eigene Art atemberaubend. 

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Otilienhöhe bei Epfenhofen – wo Dampf, Stille und Weite aufeinandertreffen

Südlicher Schwarzwald
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Wer auf knapp 785 Metern Höhe steht und den Blick schweifen lässt, begreift sofort, warum die Otilienhöhe bei Epfenhofen zu den außergewöhnlichsten Aussichtspunkten im Schwarzwald zählt. Hier, hoch über dem Wutachtal, verschmilzt die Stille der Natur mit dem Donnern einer längst vergangenen Eisenbahnepoche – und das auf eine Art, die man so schnell nicht vergisst. 

Panoramablick der Extraklasse 

Man muss nicht lange suchen, um zu verstehen, worum es geht. Der erste Blick von der Ottilienhöhe trifft einen fast wie ein Schlag: Tief unter einem schwingt sich das Biesenbach-Viadukt durch das Tal, daneben das Wutach-Viadukt – zwei steinerne Meisterwerke, die die Landschaft dramatisch rahmen. An klaren Tagen reicht das Panorama bis zur Schweizer Alpenkette, ein Horizont, der jeden Atemzug ein bisschen tiefer macht. 

Dampf, Tunnel und ein magischer Moment 

Die Sauschwänzlebahn schreibt hier ihre schönsten Kapitel. Wer den richtigen Moment erwischt, erlebt, wie der Dampfzug aus dem Tunnel bricht und schnaufend über die Viadukte zieht – Rauch, Stahl, Technik und Natur in einem einzigen, unwirklichen Bild. Kein Wunder, dass die Otilienhöhe ein absoluter Hotspot für Eisenbahnfotografen und Schwarzwald-Enthusiasten ist. Der Sauschwänzle-Weg, ein Themenweg direkt am Aussichtspunkt, erklärt die ingenieurtechnische Meisterleistung hinter dem berühmten Kreiskehrviadukt – Bahngeschichte zum Anfassen. 

Ottilienkapelle – Stille mitten im Spektakel 

Abseits des Panoramas wartet ein kleines Juwel: die Ottilienkapelle, ein schlichtes, idyllisches Gotteshaus, das dem Ort eine fast mystische Ruhe verleiht. Man tritt ein, lässt den Blick nach draußen schweifen und fragt sich, ob dieser Platz nicht schon immer eine besondere Anziehungskraft hatte – lange bevor die ersten Dampfloks die Täler durchquerten. 

Rasten, genießen, ankommen 

Bänke und Panoramaliegen laden dazu ein, die Aussicht auf Epfenhofen, die Kehren der Bahnstrecke und das weite Tal in aller Ruhe aufzusaugen. Man lehnt sich zurück, hört den Wind – und wartet vielleicht auf den nächsten Zug. 

Wandern zur Otilienhöhe – Wege & Anfahrt 

Die Otilienhöhe liegt auf dem Schluchtensteig, konkret auf Etappe 1 zwischen Bielwasenhütte und Buchberg. Nach dem kräftezehrenden Aufstieg aus den Flühen ist sie der erste Moment, an dem sich der Horizont wieder weit öffnet – eine natürliche Belohnung. Von Epfenhofen aus erreicht man den Aussichtspunkt in rund 20 bis 30 Minuten über einen steilen Wanderweg; wer möchte, nutzt den nahegelegenen Wanderparkplatz

Insider-Tipp: Den Fahrplan der Sauschwänzlebahn vorher checken und gezielt zur Durchfahrt des Dampfzugs auf der Höhe sein – das ist kein Foto, das man zweimal verpasst.

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Der Sackpfeiferdobel – wo der Wald zu flüstern beginnt

Südlicher Schwarzwald
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Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht – man taucht in sie ein. Der Sackpfeiferdobel ist so ein Ort. Eine tief eingeschnittene, wildromantische Schlucht in den Wutachflühen, direkt benachbart zum Sturzdobel, empfängt einen mit kühler Luft, feuchtem Moos und dem leisen Rauschen von Wasser über altem Stein. 

Was ist eigentlich ein Dobel? 

Im süddeutschen Sprachraum – vor allem im Schwarzwald und in Schwaben – nennt man ein tief eingeschnittenes, enges Waldtal einen Dobel. Steile, bewaldete Hänge, ein schmaler Talgrund, ein Bach, der sich über Jahrtausende ins Gestein gefressen hat: Das ist das Wesen dieser Orte. In einem Dobel herrscht ein eigenes Klima – schattig, feucht, kühl. Farne wachsen hier, wo anderswo längst die Sonne regiert. Moose überziehen die Felsen wie grüner Samt. 

Bekannte Beispiele finden sich gleich in der Nachbarschaft: das Monbachtal bei Bad Liebenzell, das Gaistal rund um Bad Herrenalb – und natürlich Sackpfeifer- und Sturzdobel als wilde Doppelnatur in den Wutachflühen. 

Muschelkalk und Jahrmillionen Geduld 

Geologisch gesehen ist der Sackpfeiferdobel ein Zeugnis stiller Beharrlichkeit: Das Wasser hat sich hier durch den oberen Muschelkalk gearbeitet – hart, grau, unnachgiebig. Und doch liegt die Schlucht heute offen vor einem, als hätte die Erde tief Luft geholt. Der Fels erzählt, wer länger atmet. 

Der Schluchtensteig führt mittendurch 

Wer die Wutachflühen erwandern will, kommt am Sackpfeiferdobel nicht vorbei – im wörtlichsten Sinne. Die erste Etappe des Schluchtensteigs führt auf schmalen, teils ausgesetzten Pfaden genau durch diesen Abschnitt. Es ist einer der schattigsten, urwaldartigsten Momente der gesamten Wanderung. Der Weg zwischen dem Wanderparkplatz Fützen und dem Bahnhof Weizen passiert den Dobel zwischen dem Mannheimer Felsen und dem Sturzdobel – eine Passage, die man so schnell nicht vergisst. 

Trittsicherheit ist Pflicht. Bei feuchtem Wetter werden die kalkhaltigen Steine und freiliegenden Wurzeln zur rutschigen Herausforderung. 

Märzenbecher, Farne und ein Hauch Urwald 

Im Frühjahr, wenn der März sich in den April schiebt, explodiert der Dobel in zartem Weiß: Märzenbecher bedecken den Boden in dichten Beständen – ein Schauspiel, das nur wenige Wochen währt. Die hohe Luftfeuchtigkeit im Dobel sorgt dafür, dass seltene Farne und Moose an den Felswänden gedeihen, die andernorts längst verschwunden wären. 

Warum heißt er eigentlich Sackpfeiferdobel? 

„Sackpfeifer" ist ein alter Begriff für Dudelsackspieler. Ob eine lokale Legende diesen Namen geprägt hat oder ob es der Wind war, der durch die engen Felsspalten pfeift wie ein altes Instrument – man weiß es nicht genau. Aber wer still genug steht und lauscht, kann es vielleicht selbst hören. 

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Der Haberer-Turm – wo der Schwarzwald seine Weite zeigt

Nördlicher Schwarzwald
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Wer einmal auf dem Burgberg bei Bad Peterstal-Griesbach gestanden hat, weiß: Es gibt Aussichten, die man nicht vergisst. Der Haberer-Turm ist so ein Ort. Sechzehn Meter massiver Buntsandstein, der sich seit 1899 in den Nordschwarzwald-Himmel reckt – und wer oben ankommt, begreift sofort, warum dieser Aussichtsturm im Schwarzwald bis heute Menschen anzieht. 

Ein Denkmal mit Geschichte – der Turm und sein Namensgeber 

Es war der Schwarzwaldverein, der den Turm baute. Am 9. Juli 1899 wurde er feierlich eingeweiht, benannt nach Dr. Albert Haberer (1828–1893) – Badearzt, Visionär, Förderer. Haberer war es, der die Renchtalbäder im 19. Jahrhundert aus der regionalen Stille in internationales Ansehen führte. Ein Mann, dem das Tal so viel verdankt, dass man ihm Stein auf Stein setzte, hoch über den Dächern von Bad Griesbach

Der historische Aussichtsturm wurde 1955 und 1983 grundlegend saniert – heute steht er unter Denkmalschutz und ist festes Glied auf dem Teufelskanzelsteig, einem der schönsten Premiumwanderwege im Nordschwarzwald

Der Blick, der einen atemlos macht 

Wer die schmale Wendeltreppe hochsteigt, wird belohnt. Der Blick reicht weit über das obere Renchtal, über die Höhenzüge des Schwarzwalds, bis zum Buchkopfturm am Horizont. Tief unten liegt Bad Griesbach, eingebettet in sanfte Hügel und dunkle Tannenwälder. Man versteht an diesem Ort, warum die Kurgäste des 19. Jahrhunderts hierher pilgerten – für Luft, Weite, Stille. 

Der Aussichtspunkt Haberer-Turm ist ganzjährig und rund um die Uhr zugänglich. Der Eintritt ist kostenfrei. Es braucht nur Beine – und die Lust auf einen Anstieg. 

Wandern zum Haberer-Turm: drei Wege, eine Belohnung 

Direkter Aufstieg vom Bahnhof Bad Griesbach 

Rund 1,6 Kilometer, aber mit 250 Höhenmetern hat es der direkte Weg vom Bahnhof in sich. Der Pfad ist kurz, aber klar: Wer ihn geht, spürt jeden Schritt – und genießt oben umso mehr. 

→ Der Teufelskanzelsteig 

Der Haberer-Turm liegt mittendrin auf diesem markanten Wanderweg – zwischen der mystisch klingenden Teufelskanzel und dem Abstieg zurück ins Tal. Wer diesen Premiumwanderweg Schwarzwald geht, taucht tief ein in die Eigenart dieser Landschaft. 

→ Die große Runde: Glaswaldsee und Marienruhe 

Für alle, die mehr wollen: Eine anspruchsvolle Rundwanderung im Renchtal verbindet den Glaswaldsee mit dem Haberer-Turm und der Marienruhe – rund 20 Kilometer, die alles bieten, was der Nordschwarzwald zu geben hat. 

Was liegt noch in der Nähe? 

Der nächste Aussichtspunkt im Schwarzwald ist die Marienruhe – mit eigenem Bergpanorama und ruhiger Atmosphäre. Wer die umliegenden Pfade erkundet, kommt auch an der Kreuzkopfschanze vorbei, von wo aus man auf die Sommerskisprunganlage blickt – ein überraschender Kontrast in dieser stillen Waldwelt. 

Fazit: Ein Turm, der erzählt 

Der Haberer-Turm bei Bad Peterstal-Griesbach ist mehr als ein Aussichtspunkt. Er ist ein Stück Kurgeschichte des Renchtals, ein Monument für einen Mann, der das Tal formte, und ein Ort, an dem Wandern im Schwarzwald seine schönste Form annimmt. Kostenlos, ganzjährig offen, unvergesslich – der Aufstieg lohnt sich zu jeder Jahreszeit. 

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Burg Husen in Hausach – 800 Jahre Geschichte, eine verdammt gute Aussicht und kein Eintritt

Mittlerer Schwarzwald
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Steil. Steinalt. Atemberaubend. Die Burgruine Husen thront seit dem 13. Jahrhundert auf dem Schlossberg über Hausach – und macht dabei noch immer eine richtig gute Figur. Zinnengekrönt, von Jahrhunderten geformt, ist sie das unübersehbare Wahrzeichen von Hausach und einer der coolsten Aussichtspunkte im ganzen Schwarzwald. Das Beste? Kostenlos. 

Gegründet von Zähringern, geliebt von allen – die Ursprünge der Burg Husen 

Um 1220 ließen die Zähringer hier oben bauen – nicht für die Optik, sondern aus knallhartem Kalkül: Die Silbergruben rund um Hausach waren bares Geld wert, und wer sie schützte, hatte die Macht. Die erste urkundliche Erwähnung als „castrum husen" stammt aus dem Jahr 1246 – die Burg war also schon ein Begriff, als anderswo noch Schlammpfade als Straßen galten. 

1303 wechselte sie auf romantischem Weg den Besitzer: Gräfin Verena von Freiburg brachte die Burg als Mitgift in ihre Ehe mit Graf Heinrich II. von Fürstenberg – ein Hochzeitsgeschenk, das über 500 Jahre Bestand hatte. Zwischen 1453 und 1477 erlebte die Anlage dann ihre Glanzzeit: Graf Heinrich VI. ließ großzügig ausbauen, und so entstanden Palas, Halsgraben und Bergfried in der Form, die man heute noch sehen kann. 

Krieg, Feuer, Ruine – und trotzdem noch da 

Das 17. Jahrhundert war kein Spaß. 1632 brannte die Burg nieder – ein harter Schlag, der zunächst noch überwunden wurde. Doch 1643 kamen die Weimarischen Truppen und machten kurzen Prozess: Die Festung Husen wurde endgültig zerstört. Ein Wiederaufbau? Kam nicht mehr. Was blieb, waren dicke Mauern, trotzige Steine – und eine Ruine mit Charakter. 

Interessantes Detail am Rande: Nach dem Krieg war die Ruine noch lange nicht aus dem Spiel. Sie wurde in ein militärisches Verteidigungssystem eingebunden – ein Netz aus Schanzen, das sich quer durchs Kinzigtal zog, um feindliche Truppen aufzuhalten. Selbst als Wrack hatte Burg Husen noch strategischen Wert. Respekt. 

Was heute noch steht – und beeindruckt 

Wer die Burgruine Hausach besucht, erlebt mehr als Steine und Moos. Der Bergfried mit seiner markanten Zinnenkrone – die 1896 den ursprünglichen Turmhelm ablöste – dominiert die Silhouette und ist aus dem Kinzigtal weithin sichtbar. Dazu: Reste des Palas und der gut erhaltene Halsgraben, einst die letzte Hürde für jeden Angreifer. 

1968 kaufte die Stadt Hausach die Ruine von der Familie zu Fürstenberg. Von 1985 bis 1989 wurde saniert, gesichert und fit für Besucher gemacht. Heute kann man frei durch die Anlage laufen – ohne Kassenhäuschen, ohne Wartezeit, ohne schlechtes Gewissen. 

Die Aussicht? Ein echtes Highlight 

Der Aufstieg ist kurz und steil – der Blick oben oben macht ihn mehr als wett. Von der Burgruine Husen aus öffnet sich ein weites Panorama über Hausach, das Kinzigtal, das Einbachtal und bis hin zum Brandenkopf. An klaren Tagen wirkt die Welt von hier oben erstaunlich ruhig – ein schöner Kontrast zur bewegten Geschichte des Ortes. 

BURGerLEBEN – wenn die Ruine wieder lebendig wird 

Von Mai bis Oktober passiert hier jeden ersten Sonntag etwas Besonderes: Beim „BURGerLEBEN" erwacht die Burg zum Mittelalterspektakel. Handwerk, Vorführungen, Lagerfeuer-Atmosphäre – und endlich ist auch der Aussichtsturm im Bergfried offen, der ein kleines Museum beherbergt und sonst geschlossen bleibt. Für Familien, Geschichtsnerds und alle, die einfach mal Lust auf etwas anderes haben: ein echter Tipp. 

So kommt man hin 

Zu Fuß: Von der Hausacher Innenstadt oder dem Bahnhof geht es in rund 20 Minuten bergauf zur Ruine – steil, aber machbar. Wer lieber eine schönere Route wählt: Der 3 km lange Abenteuerpfad Hausach führt direkt an der Burg vorbei und macht auch mit Kindern Spaß. 

Mit dem Auto: Aus Richtung Offenburg am Ortseingang der Beschilderung zum Waldparkplatz folgen – von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang. 

Eintritt: Kostenlos. Das Gelände ist frei zugänglich und das ganze Jahr über offen. 

Fazit: Einfach hingehen. 

Man verlässt die Burgruine Husen in Hausach mit dem Gefühl, dass manche Orte keine große Inszenierung brauchen. Keine Eintrittskasse, kein Audioguide, kein Rummel. Nur 800 Jahre Geschichte, ein fantastischer Blick übers Kinzigtal – und Mauern, die schon einiges gesehen haben und offensichtlich noch lange nicht fertig sind. 

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Hotel & Restaurant Schöne Aussicht – Aussicht auf alles, was zählt

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
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Es gibt Orte, die man nicht googelt – die man irgendwann einfach findet. Das Hotel & Restaurant Schöne Aussicht auf dem Rensberg zwischen Schonach und Hornberg ist so ein Ort. Panoramalage, Familienbetrieb, echter Schwarzwald – kein Filter nötig. Die Familie Duffner hat hier etwas gebaut, das selten geworden ist: ein Haus mit Haltung, direkt am Westweg, mit Blick auf alles, was man im Alltag vermisst. 

Karlstein – 968 Meter pure Dramatik 

Bevor man sich ins Hotel fallen lässt, lohnt sich der Abstecher. Nur 10 bis 15 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt schiebt sich der Karlstein (968 m) aus dem Waldboden – ein gewaltiges Ensemble aus Granitblöcken, geformt durch Millionen Jahre Wollsackverwitterung. Oben angekommen: Panorama über den Mittleren Schwarzwald, das Gutachtal, und bei klarer Sicht bis zu den Vogesen. Das ist kein Aussichtspunkt. Das ist ein Argument. 

Der Karlstein markiert die Grenze zwischen Hornberg, Triberg und Schonach – und trägt eine Gedenktafel für den Besuch von Großherzog Karl von Baden im Jahr 1814. Geschichte inklusive, ohne Eintritt. 

Für Westweg-Wanderer hat der Felsen eine besondere Bedeutung: Er liegt am Ende der anspruchsvollen 7. Etappe von Hausach zur Wilhelmshöhe – nach rund 700 Höhenmetern Aufstieg aus dem Kinzigtal ist er die stille Belohnung kurz vor dem Ziel. Da das benachbarte Gasthaus Karlstein häufig geschlossen bleibt, ist das Hotel Schöne Aussicht die verlässliche Anlaufstelle. Der „Finisher-Kaffee" hier oben trifft anders. 

Küche, die nicht erklärt werden muss 

Man tritt ein – und versteht sofort. Das Restaurant Schöne Aussicht serviert gehobene gutbürgerliche Schwarzwälder Küche, täglich und ohne Ruhetag. Keine Ausreden, keine Schließtage. Dafür echte Zutaten, klare Handschrift und Gerichte, die man am nächsten Tag noch kennt. 

Öffnungszeiten: 

  • Frühstück: 07:30 – 10:00 Uhr 

  • Mittagessen: 12:00 – 14:00 Uhr 

  • Kaffee & Kuchen: 14:30 – 17:00 Uhr 

  • Warme Küche: 18:00 – 20:30 Uhr 

Highlight am Nachmittag: die Schwarzwälder Kirschtorte. Kein Klischee – sondern genau das Richtige nach einem langen Wandertag. 

Was auf den Tisch kommt 

Die Speisekarte ist ehrlich und treffsicher: regionale Zutaten, klassische Technik, gelegentlich ein moderner Dreh. Das Wiener Schnitzel vom Kalb mit Petersilienkartoffeln (ca. 30 €) ist Handwerk in Bestform – wer es günstiger mag, greift zur Schweinsvariante (ca. 19 €). Der Rostbraten mit Püree und Speckbohnen (ca. 30 €) ist das, was Schwarzwald schmeckt. Die Spanferkelstelze mit Krautsalat macht keine Kompromisse. Und der Kaiserschmarrn mit Zwetschkenröster (ca. 14 €) ist kein Dessert – er ist der Schlusspunkt, auf den man hinarbeitet. 

Wichtig: Reservierung wird dringend empfohlen. Hunde sind im Restaurant nicht gestattet. 

Zimmer mit Aussicht – und das wörtlich 

48 Zimmer, viele davon mit Balkon und direktem Blick in die Schwarzwaldberge. Man öffnet morgens die Tür, und der Tag fängt schon gut an – Tanne, Stille, Weitblick. Das ist kein Hotelprospekt-Versprechen, das ist Realität auf dem Rensberg. Für Wanderurlaub im Schwarzwald direkt am Westweg gibt es kaum eine bessere Basis. 

1.000 m² Wellness – weil man sich das verdient hat 

Nach der 6. Etappe Westweg oder einem ausgedehnten Tag in den Schwarzwaldbergen wartet ein 1.000 m² großer Spa-Bereich – exklusiv für Hotelgäste. Schwimmbad, Whirlpool, mehrere Saunen: Das ist kein Bonus, das ist der Plan. 

Preise 2026: Übernachtung mit Halbpension ab ca. 107 € bis 116 € pro Person – je nach Saison und Zimmerlage. Für Panorama, Küche und Wellness in Kombination ein fairer Deal. 

Kurz gesagt 

Das Hotel & Restaurant Schöne Aussicht auf dem Rensberg ist kein Zwischenstopp. Es ist das Ziel. Für Wanderer am Westweg, für Schwarzwald-Entdecker, für alle, die wissen wollen, wie es sich anfühlt, wenn Lage, Küche und Gastfreundschaft auf einmal stimmen. Die Familie Duffner hat dem Haus einen Namen gegeben, der hält, was er verspricht. 

Schöne Aussicht. In jede Richtung. 

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Bildstein am Schluchsee – wo der Schwarzwald den Himmel berührt

Südlicher Schwarzwald
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Wer einmal auf dem Bildstein am Schluchsee gestanden hat, weiß: Es gibt Orte, die man nicht einfach besucht – man erlebt sie. Auf 1.134 Metern Höhe öffnet sich das felsige Gipfelplateau wie eine Bühne. Der Blick fällt weit über das glitzernde Blau des Schluchsees, des größten Schwarzwaldsees, schweift hinüber zum Feldberg und verliert sich an klaren Tagen irgendwo in den Schweizer Alpen. Grandios, still, unvergesslich. 

Vier Wege hinauf – jeder ein Erlebnis für sich 

Der Bildstein Schwarzwald ist kein Geheimtipp mehr – und das zu Recht. Gleich mehrere zertifizierte Wanderwege zum Bildstein führen auf diesen Aussichtsberg. 

Wer das große Abenteuer sucht, wandert auf dem Schluchtensteig (Etappe 4) von Fischbach nach St. Blasien – der Bildstein liegt mittendrin wie ein natürlicher Höhepunkt. Der Genießerpfad „Schluchseer Jägersteig" schlängelt sich als rund 12 km langer Premiumweg durch geheimnisvolle Bannwälder hinauf zum Gipfel – Wandern am Schluchsee auf höchstem Niveau. 

Wer es kompakt mag, startet ab Bahnhof Aha: In rund 45 Minuten und 2,5 km ist der Gipfel erreicht. Lohnend auch die Zwei-Seen-Runde, die den Schluchsee über den Bildstein mit dem idyllischen Windgfällweiher verbindet – zwei Seen, ein Berg, ein perfekter Tag. 

Praktisch & gut vorbereitet auf den Gipfel 

Die Wanderung zum Bildstein fordert festes Schuhwerk – die Pfade sind felsig, verwurzelt und herrlich naturbelassen. Bequeme Turnschuhe bleiben besser zu Hause. 

Wer ohne Auto anreist, liegt richtig: Die Dreiseenbahn hält in Aha und Schluchsee und macht den Ausflug zum Bildstein zum entspannten Erlebnis ohne Parkplatzstress. Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhlnutzer sollten beachten, dass der Aussichtspunkt Bildstein aufgrund seines felsigen Charakters nicht barrierefrei zugänglich ist. 

Fazit: Der schönste Aussichtspunkt über dem Schluchsee 

Der Bildstein am Schluchsee ist mehr als ein Wanderziel – er ist eine Aussicht, die sich ins Gedächtnis brennt. Ob auf dem Schluchtensteig, dem Jägersteig oder der schnellen Tour ab Aha: Wer hier oben ankommt, versteht sofort, warum der Schwarzwald Menschen aus aller Welt anzieht. 

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Lenzkirch: Wo der Schwarzwald seinen wilden Kern zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Wer den Hochschwarzwald wirklich kennenlernen will, kommt an Lenzkirch nicht vorbei. Das Städtchen liegt mittendrin – geografisch, atmosphärisch und als Wanderknotenpunkt sowieso. Hier laufen der Schluchtensteig, der Querweg Freiburg–Bodensee und der Mittelweg zusammen, als hätten die alten Pfade hier eine stille Verabredung getroffen. 

Haslachschlucht: Die wilde Schwester der Wutach 

Direkt am Ortsrand beginnt eine der eindrucksvollsten Kurztouren der Region. Die Haslachschlucht gilt als die „kleine Schwester" der berühmten Wutachschlucht – und wer sie einmal durchquert hat, versteht warum. Felsformationen wie der Rechenfelsen und das geheimnisvolle Hölloch säumen den Weg, bevor man am Roodbach-Wasserfall innehält. Festes Schuhwerk ist kein optionales Zubehör, sondern echte Notwendigkeit: Die Pfade sind wurzelig, feucht und wunderschön. 

Auf dem Schluchtensteig markiert Lenzkirch das Ende der Etappe 3 und den Start der Etappe 4 – rund 18,3 Kilometer von Schattenmühle hierher, mit 6,5 Stunden Gehzeit und jeder Menge Höhenmetern, die man hinterher mit gutem Gewissen feiert. 

Ursee: Moorlandschaft aus einer anderen Zeit 

Wer es ruhiger mag, folgt dem Urseeweg in ein stilles Seitental. Der Ursee ist einer der letzten nacheiszeitlichen Hochmoorseen im Schwarzwald – ein Naturschutzgebiet, in dem Heideröschen und Fingerhut blühen und die Zeit sich spürbar verlangsamt. Die Rundwanderung ist mit etwa 8 bis 9 Kilometern und 2,5 Stunden Gehzeit für die meisten gut machbar, der Blick auf das Panorama von Lenzkirch inklusive. 

Burgruine Urach & Bähnle-Radweg 

Etwas oberhalb des Ortes, in Richtung Fischbach, thronen die Mauerreste der Burgruine Urach. Von hier oben öffnet sich ein weites Tal, das man am liebsten mit den Augen abschreitet. Wer lieber rollt als läuft, nimmt den Bähnle-Radweg: Die ehemalige Bahntrasse zwischen Titisee-Neustadt, Lenzkirch und Bonndorf ist nahezu steigungsfrei – ideal für Familien, entspannte Nachmittage oder alle, deren Beine nach der Schlucht schon genug gehabt haben. 

Kurpark, Kino & das Flair eines echten Schwarzwaldorts 

Im Ortszentrum lädt der Kurpark zur kurzen Pause ein – ein gepflegtes Stück Schwarzwald-Idylle zwischen zwei Etappen. Und wer abends noch Energie hat: Das ehrenamtlich betriebene Kino befindet sich direkt im Ortskern und ist eines der kleinsten und charmantesten Kinos der Region. Eintritt lohnt sich. 

Für Familien mit Kindern sei noch der Kuhnigundes Kuhle(h)rpfad am Kuhberg erwähnt – ein Erlebnispfad mit Spielstationen und grandiösem Gipfelpanorama direkt vor der Haustür. 

Abends essen: Zwei Adressen, zwei Stimmungen 

Nach einem langen Wandertag stellt sich die entscheidende Frage: wohin? 

Wer es gehoben und badisch möchte, ist im Adler Post richtig. Rinderfilet, hausgemachte Maultaschen, saisonale Wildgerichte – die Küche ist regional, der Service aufmerksam, das Ambiente gediegener Schwarzwald. Reservierung unter +49 7653 9692440. 

Deftig und gemütlich geht's im Brauereigasthof Rogg zu. Brauhaus-Schnitzel, Vesperplatten mit Schwarzwälder Speck, Kässpätzle – und dazu ein frisch gezapftes Rogg Spezial aus der lokalen Brauerei. Rustikale Holztische, große Portionen, kein Schnickschnack. Reservierung: +49 7653 96210. 

Mehr entdecken: Sunhikes-Touren rund um Lenzkirch 

Das Wanderportal Sunhikes listet mehrere Touren in der Umgebung, die das Beste der Region bündeln – von der anspruchsvollen Schluchtensteig-Etappe über den beschaulichen Urseeweg bis zur Drei-Schluchten-Tour bei Löffingen-Bachheim (ca. 15 Minuten entfernt), die Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht auf rund 10 Kilometern verbindet. 

GPX-Daten herunterladen oder die Route selbst im 3D-Routenplaner planen? Weiter zu den Wanderzielen auf Sunhikes. 

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Wo ein Fluss seinen Namen bekommt – die Geburt der Wutach

Südlicher Schwarzwald
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Es gibt Momente in der Landschaft, an denen man spürt, dass hier etwas Besonderes passiert. Unterhalb von Lenzkirch-Kappel ist so ein Moment – still, fast unscheinbar, und doch von atemberaubender Wucht: Zwei Flüsse treffen aufeinander und werden zu einem einzigen, ungebändigten Strom. Die Wutach ist geboren. 

Der Zusammenfluss von Haslach und Gutach – ein stilles Drama 

An der Gutachbrücke bei Kappel vollzieht sich, was die Geografie nüchtern „Zusammenfluss" nennt – und was sich vor Ort wie eine Begegnung zweier Charaktere anfühlt. Die Gutach kommt vom Titisee herab, wo sie noch den Namen Seebach trägt, glatt und bedächtig. Die Haslach stößt aus Richtung Lenzkirch dazu, dunkler, entschlossener. 

Ab dem Punkt, an dem sie sich vereinen, ändert der Fluss seinen Namen – und seine Natur. Er heißt jetzt Wutach. Die „wütende Ach". Und er meint es ernst. 

Ein Fluss, der der Donau das Wasser stahl 

Wer am Ursprung der Wutach steht, steht an einem der spannendsten Schauplätze alpiner Flussgeschichte. Vor etwa 20.000 bis 70.000 Jahren floss das Wasser dieser Region noch Richtung Donau. Doch die Ur-Wutach hatte andere Pläne. 

Sie fraß sich – rückschreitend, unaufhaltsam – vom Rhein her durch das Schwarzwälder Urgestein und „stahl" der Donau kurzerhand das Wasser der Feldbergregion. Geologen nennen das Flussanzapfung. Man könnte es auch Rebellion nennen. 

Das Ergebnis dieser Kehrtwende: das charakteristische Wutachknie – eine radikale Richtungsänderung, durch die das Wasser seither mit enormer Erosionskraft in die Tiefe stürzt. Schicht für Schicht, Jahrtausend für Jahrtausend hat die Wutach sich so tief in die Landschaft gefressen, dass man heute vom „Grand Canyon des Schwarzwalds" spricht. 

Hier beginnt die Wutachschlucht 

Der Zusammenfluss von Haslach und Gutach markiert nicht nur die Namensgeburt eines Flusses – er markiert den Beginn der Wutachschlucht, einer der wildesten und ursprünglichsten Naturlandschaften Deutschlands. Direkt hier setzt das Hölloch an, jener enge, schroffe Abschnitt, in dem die Wutach tief in Granit und Gneis eingeschnitten ist, als hätte sie das Gestein mit bloßer Hartnäckigkeit ausgehöhlt. 

Wer hier steht und in die Tiefe blickt, versteht den Namen. Dieser Fluss war nie zahm. 

Wandern am Ursprung der Wutach – der perfekte Ausgangspunkt 

Der Zusammenfluss liegt direkt auf dem Schluchtensteig, dem großen Fernwanderweg durch den Schwarzwald. Auf der 3. Etappe von Schattenmühle nach Lenzkirch passiert man diesen geschichtsträchtigen Punkt – und wer Augen hat für das, was Landschaft erzählt, hält hier inne. 

Tipp für Aufmerksame: Nach starken Regenfällen lässt sich kurzzeitig beobachten, wie das hellere Wasser der einen Ach mit dem dunkleren der anderen verschmilzt – ein kurzes, sichtbares Zögern, bevor beide gemeinsam als Wutach weiterziehen. Ein Naturschauspiel, das keine Eintrittsgebühr kostet und kaum einer kennt.

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Burgruine Zavelstein: Wo Steine Geschichten flüstern

Nördlicher Schwarzwald
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Wer einmal auf der Burgruine Zavelstein gestanden hat, versteht sofort, warum dieser Ort Menschen seit Jahrhunderten in seinen Bann zieht. Hoch über dem Teinachtal im Nordschwarzwald reckt sich der 28 Meter hohe Bergfried in den Himmel – stumm, trotzig, unvergänglich. Ringsum das malerische Fachwerkensemble des „Städtle" Zavelstein, eines Ortsteils von Bad Teinach-Zavelstein. Die Zeit scheint hier anders zu laufen. Langsamer. Bewusster. 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Museum, das man hinter Glasscheiben betrachtet. Sie ist ein Ort, den man atmet. 

Eine Burg entsteht – Stauferzeit um 1200 

Alles beginnt um das Jahr 1200. Die Staufer, jene mächtige Herrscherdynastie, die das mittelalterliche Europa prägte, erkennen das strategische Potenzial einer Bergnase hoch über dem Teinachtal. Hier, wo der Blick weit über die Wälder des Nordschwarzwalds schweift, lassen sie die Burg Zavelstein errichten – eine klassische Höhenburg, gebaut zur Sicherung und Kontrolle des Gebiets. 

Was damals als nüchternes Militärprojekt beginnt, entwickelt sich zu einem der faszinierendsten Orte der Schwarzwald-Geschichte

1367: Die Flucht im Badehemd – und Stadtrechte als Dank 

Dann kommt das Jahr 1367. Graf Eberhard II. von Württemberg – im Volksmund „der Greiner" genannt, was so viel wie „der Streitsüchtige" bedeutet – weilt in Bad Wildbad im Bad. Entspannung, Erholung, Ruhe. Doch seine Feinde, die sogenannten Martinsvögel, ein kriegerischer Ritterbund, überraschen ihn. Nur knapp entwischt er – im Badehemd, so erzählt es die Überlieferung – und flüchtet auf die damals als uneinnehmbar geltende Burg Zavelstein

Die Burg rettet ihn. Und der Graf weiß, wie man sich bedankt: Noch im selben Jahr verleiht er der kleinen Siedlung vor der Burgmauer die Stadtrechte. Zavelstein wird damit zur kleinsten Stadt Württembergs – ein Titel, der das „Städtle" bis heute mit einem gewissen Stolz trägt. 

Diese Geschichte ist mehr als eine Anekdote. Sie ist der Ursprung des denkmalgeschützten Ortsbildes, das Zavelstein bis heute bewahrt hat. 

Das Renaissanceschloss des Heinrich Schickhardt 

Anfang des 17. Jahrhunderts weht ein neuer Wind durch die alten Mauern. Der Freiherr Benjamin Buwinghausen beauftragt niemand Geringeren als Heinrich Schickhardt, den berühmtesten württembergischen Baumeister seiner Zeit, mit einem kompletten Umbau. Aus der mittelalterlichen Wehrburg wird ein repräsentatives Spätrenaissanceschloss – elegant, weltläufig, dem Zeitgeist entsprechend. 

Man kann sich vorstellen, wie das Schloss damals geleuchtet haben muss. Heller Sandstein, symmetrische Fenster, der Bergfried als mächtiges Rückgrat. Eine Herrschaftsarchitektur, die Respekt einflößt – und gleichzeitig Schönheit ausstrahlt. 

1692: General Mélac und das Ende einer Ära 

Doch dann kommt der Pfälzische Erbfolgekrieg. Und mit ihm General Mélac, bekannt als einer der brutalsten Heerführer Ludwigs XIV. Im Jahr 1692 erreichen seine französischen Truppen das Teinachtal. Was folgt, brennt sich tief ins kollektive Gedächtnis der Region ein: Die Burg Zavelstein wird zerstört. Nahezu vollständig. Ebenso die Stadt darunter. 

Die Bürger bauen ihre Häuser wieder auf. Das Schloss aber bleibt Ruine – bis heute. 

In Stadtführungen wird diese Zerstörung noch immer als dramatischer Wendepunkt erzählt, fast wie eine dunkle Legende. Dabei ist sie bittere Realität – und Teil der europäischen Kriegsgeschichte. 

Der Bergfried: Aufstieg mit Aussicht 

Von all dem, was einst war, hat der Bergfried der Burgruine Zavelstein am meisten überlebt. 28 Meter aus solidem Mauerwerk, nahezu unversehrt. Wer den Aufstieg wagt – für eine kleine Gebühr von rund 50 Cent – wird mit einem Panoramablick über den Schwarzwald belohnt, der seinesgleichen sucht. 

Wälder, Täler, Höhenzüge – die Landschaft öffnet sich in alle Richtungen. Klar und ruhig an guten Tagen, dramatisch verhangen bei aufziehendem Wetter. Beides hat seinen Reiz. 

Wer die Burgruine Zavelstein besuchen möchte: Das Gelände ist frei zugänglich und zu jeder Jahreszeit geöffnet. Kein Eintritt, kein Voranmelden. Einfach hinkommen und staunen. 

Was die Mauern noch zu bieten haben 

Neben dem Bergfried sind weitere Teile der mittelalterlichen Burganlage erhalten geblieben: die Kernburg mit Palasruine, beeindruckende Kellergewölbe, eine mächtige Schildmauer sowie die historische Toranlage. Wer aufmerksam durch die Ruine streift, entdeckt überall Details, die Fragen aufwerfen – und die Fantasie beflügeln. 

Direkt im Vorbereich der Burg laden ein Spielplatz und Bänke zum Verweilen ein. Für Familien mit Kindern ist das ein echter Pluspunkt. 

Sagen, Spiele und mystische Abende 

Rund um die Burgruine Zavelstein ranken sich Geschichten. Manche sind historisch verbürgt, andere wandern zwischen Legende und Wirklichkeit. 

Das Outdoor-Escape-Spiel „Annis Schwarzwald Geheimnis" greift genau diese Atmosphäre auf. Familien lösen Rätsel, folgen Spuren, entschlüsseln lokale Legenden – und erleben die sagenumwobene Burgruine dabei auf eine ganz neue Art. 

In den weitläufigen Kellergewölben finden regelmäßig Märchenabende statt. Wenn die Kerzen flackern und die Geschichten aus vergangenen Jahrhunderten durch die alten Mauern hallen, spürt man: Hier ist Geschichte lebendig. Nicht eingemottet, sondern atmend. 

Veranstaltungen, die den Besuch zum Erlebnis machen 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Ort, der nur von seiner Vergangenheit lebt. Das ganze Jahr über gibt es Anlässe, die hierher locken. 

Krokusblüte im März: Zavelstein ist berühmt für seine wilde Krokusblüte. Ab Mitte März verwandeln Tausende violetter Blüten die Wiesen rund ums Dorf in ein leuchtendes Farbmeer. Ein Naturschauspiel, das jedes Jahr von Tausenden Menschen bestaunt wird – und das man einmal erlebt haben muss. 

Zavelsteiner Burgweihnacht: Am zweiten Adventswochenende wird die Ruine zum Weihnachtsmarkt. Zwischen alten Mauern, Lichterschein und Glühweinduft entsteht eine Stimmung, die man anderswo nicht findet. Nächster Termin: 5.–6. Dezember 2026

Zavelsteiner Burgsommer: Im Sommer dient die Ruinenkulisse als Bühne für Open-Air-Kino und weitere Kulturveranstaltungen. Kino unter freiem Himmel – mit Burgflair. 

Wandern rund um die Burgruine: Der Teinacher Premiumweg 

Wer Zavelstein wirklich verstehen will, sollte es erwandern. Der Schwarzwälder Genießerpfad „Der Teinacher" ist dafür die erste Wahl. Ein rund 12 Kilometer langer Rundweg, mittelschwer, mit 486 Höhenmetern – und die Burgruine Zavelstein als zentraler Höhepunkt mittendrin. 

Man startet am Freibadparkplatz in Bad Teinach, im Herzen des Nordschwarzwalds. Schon die ersten Schritte auf diesem zertifizierten Teinacher Premiumweg machen klar, dass dieser Pfad mehr ist als Sport. Er ist eine Einladung – hinaus in eine Landschaft, die nicht laut spricht, sondern erzählt. 

Der Beerenweg zu Beginn führt entlang des klaren Bachs durch ursprüngliche Wälder. Stille. Vogelstimmen. Leises Wasserplätschern. Hier zeigt sich der Schwarzwald klassisch und unverfälscht. 

Dann kommen die Mathildenstaffeln – über 600 Stufen, die Konzentration und Ausdauer fordern. Wer oben ankommt, blickt über die Höhenzüge rund um Emberg und versteht, warum Wanderer aus ganz Deutschland hierher kommen. 

Die Wolfsschlucht folgt: eine der eindrucksvollsten Passagen des gesamten Wegs. Schaurig-schön, geheimnisvoll, lebendig. Das Rauschen der Bäume, das Flüstern des Waldes – man geht schneller, ohne zu wissen warum. 

Dann, nach der Schlucht: Zavelstein. Das Fachwerkstädtchen empfängt einen mit Stille und Geschichte. Und über allem thront sie – die Burgruine Zavelstein, majestätisch und wachsam. 

Beim Abstieg ins Teinachtal begleitet die Teinach den letzten Abschnitt. Das Wasser, der Rhythmus der Schritte, die ruhiger werdenden Gedanken. Man geht langsamer, bleibt stehen. Atmet. Dieser letzte Teil des Genießerpfads ist kein Schlussstück – er ist ein Ausklingen. 

Der gesamte Weg ist dank des Schwarzwaldvereins hervorragend gepflegt und klar beschildert. Weitere Infos zur Route gibt es bei Sunhikes. 

Zavelstein: Klein, aber unvergesslich 

Die Burgruine Zavelstein ist kein Ort, den man mal eben abhakt. Sie ist ein Ort, zu dem man zurückkommt. Im März wegen der Krokusse. Im Advent wegen der Burgweihnacht. Im Sommer zum Wandern. Im Herbst, wenn der Schwarzwald golden leuchtet und die Mauern im Abendlicht glühen. 

Wer einmal oben auf dem Bergfried stand und den Blick über den Nordschwarzwald schweifen ließ, weiß: Manche Orte erklären sich nicht. Die muss man einfach erleben. 

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Was gibt's in Wehr? Das Ziel des Schluchtensteigs – und so viel mehr

Südlicher Schwarzwald
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Man hat 119 Kilometer in den Beinen. Die Schluchten des Hotzenwaldes liegen hinter einem, der Rhein glitzert irgendwo da unten – und dann steht man plötzlich in Wehr (Baden), am offiziellen Ziel des Schluchtensteigs. Was zunächst wie ein schlichter Ort wirkt, entpuppt sich als kleine Stadt mit erstaunlich viel Charakter, Geschichte und Leben. 

Am Zielstein: Das erste Foto nach 119 Kilometern 

Der markante Schluchtensteig-Zielstein im Stadtzentrum – unweit von Busbahnhof und Stadtkirche – ist das erste, was man sucht. Zu Recht. Hier holt man sich den finalen Stempel ins Wanderbuch, atmet durch und lässt den Moment sacken. Ein einfacher Stein, aber mit einer Menge emotionaler Wucht für alle, die ihn zu Fuß erreicht haben. 

Ritter, Habsburger, Textilbarone – die Geschichte von Wehr 

Wer einen Moment länger bleibt, merkt: Wehr hat Schichten. Im 11. Jahrhundert war die Stadt Stammsitz der Freiherren von Wehra, bewacht von Burgen wie der Burg Werrach (heute Ruine Altschloss) und der Burg Bärenfels, die strategisch über dem Rheintal thront. Später gehörte Wehr Jahrhunderte lang zu Vorderösterreich – die habsburgische Prägung steckt noch heute in der Architektur und der katholischen Tradition der Stadt. 

Im 19. Jahrhundert dann der nächste Umbruch: Die Wasserkraft der Wehra machte Wehr zu einem bedeutenden Zentrum der Textilindustrie im Schwarzwald. Unternehmerfamilien wie die Brennets hinterließen herrschaftliche Villen und mächtige Fabrikareale – eine Kulisse, die heute noch das Stadtbild prägt. 

Altes Schloss & Neues Schloss: Barock trifft Mittelalter 

Mitten im Ort erzählen zwei Schlösser die Stadtgeschichte auf engstem Raum. Das Alte Schloss, ein spätmittelalterlicher Bau, beherbergt heute das Textilmuseum Wehr – ein Ort, an dem Webstühle, Druckmaschinen und Stoffmuster von zwei Jahrhunderten Industriegeschichte erzählen. Gleich daneben das Neue Schloss: ein barocker Prachtbau, der heute als Rathaus dient, umgeben von einem gepflegten Schlosspark – ideal für eine entspannte Runde nach langer Wanderung. 

Der Kontrast zwischen Barockfassade und massiven Fabrikgebäuden ist kein Zufall, sondern das eigentliche Markenzeichen dieser Stadt am Fluss

Wehratalsperre und Kavernenkraftwerk: Technik im Großformat 

Kurz vor dem Ortseingang liegt die Wehratalsperre – ein 40 Meter hoher Staudamm, von dem aus man nochmal zurückblickt in die Schlucht, durch die man gerade gewandert ist. Darunter, tief im Fels, arbeitet das Kavernenkraftwerk Wehr, seit 1976 eines der wichtigsten Pumpspeicherwerke Deutschlands. Regenerative Energie im XXL-Format – unsichtbar, aber beeindruckend. 

Mediathek in der alten Fabrikhalle: Architektur mit Haltung 

Wer noch einen Moment der Ruhe sucht, findet ihn in der preisgekrönten Mediathek Wehr – untergebracht in einer umgebauten Fabrikhalle. Industriecharme trifft auf moderne Bibliothekskultur. Ein schöner Ort, um in Wanderführern zu blättern oder einfach anzukommen. 

Essen, Trinken, Feiern – der verdiente Abschluss 

Auf 119 Kilometer folgt ein kühles Bier. In der Innenstadt laden Cafés und Gasthöfe zum Verweilen ein – wer einen klassischen Anlaufpunkt sucht, ist im Gasthaus Zum Ochsen gut aufgehoben. Auf die geschafften Kilometer, auf die Schluchten, auf den Hotzenwald. 

Wer noch Kraft übrig hat: Der Aufstieg zur Burgruine Bärenfels dauert vom Ortszentrum rund 45 Minuten und belohnt mit einem letzten weiten Blick über das Rheintal bis in die Schweiz. Ein Abschluss, der sitzt. 

Fazit: Wehr lohnt sich – vor und nach dem Weg 

Wehr (Baden) ist mehr als ein Zielort. Es ist eine Stadt, die ihre Widersprüche trägt – mittelalterliche Burgen, habsburgische Tradition, industrielle Vergangenheit und moderner Wandertourismus –, und dabei erstaunlich lebendig bleibt. Wer hier ankommt, hat nicht nur den Schluchtensteig beendet. Man hat eine Region erlebt, die sich lohnt. 

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Was gibt's an der Wehratalsperre? Stausee, Kraft & Stille am Ende der Schlucht

Südlicher Schwarzwald
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Wer durch die Wehratalschlucht gewandert ist, kennt das Gefühl: enger Fels, tosende Wildheit, das Rauschen des Wassers als ständiger Begleiter. Und dann – fast abrupt – öffnet sich das Tal. Der Blick weitet sich. Vor einem liegt die Wehratalsperre, ruhig und gewaltig zugleich, auch bekannt als Stausee Wehr. Ein Ort, der Natur und Ingenieurskunst auf beeindruckende Weise vereint. 

Die Staumauer – 40 Meter Beton, unendlich viel Perspektive 

Der Wanderweg führt direkt über die Krone der 40 Meter hohen Staumauer – und dieser Moment hat etwas Theatralisches. Auf der einen Seite das weite, spiegelnde Wasser des Stausees. Auf der anderen ein Tiefblick zurück in die wilde Wehratalschlucht, aus der man gerade herausgetreten ist. Der Kontrast könnte kaum größer sein. 

Auf der Mauerkrone warten Informationstafeln, die erklären, was sich unsichtbar im Berg verbirgt: das Kavernenkraftwerk Wehr, eines der leistungsstärksten Pumpspeicherwerke Deutschlands

Unter Tage: Das Kavernenkraftwerk Wehr 

Was außen unscheinbar wirkt, ist innen ein technologisches Meisterwerk. Die gesamte Maschinenhalle des Kraftwerks wurde in den Fels gesprengt – 219 Meter lang, 19 Meter breit, 35 Meter hoch. Vier Francisturbinen erzeugen eine Spitzenleistung von rund 910 Megawatt und stabilisieren damit maßgeblich das deutsche Stromnetz. 

Das Prinzip dahinter ist so simpel wie faszinierend: Bei Stromüberschuss pumpt das Werk Wasser aus dem Wehrabecken durch einen 1,3 Kilometer langen Druckstollen hinauf ins Hornbergbecken – satte 625 Höhenmeter. Wird der Strom gebraucht, stürzt das Wasser zurück und treibt die Generatoren an. Ein gigantischer Akku aus Wasser, verborgen im Schwarzwälder Granit. 

Betrieben wird das Ganze von der Schluchseewerk AG, die nach Voranmeldung auch Gruppenführungen durch den Zufahrtsstollen in die unterirdische Kaverne anbietet – ein absolutes Highlight für alle, die Technik nicht nur lesen, sondern erleben wollen. 

Der Rundweg – wo Jogger, Spaziergänger und Wasservögel friedlich koexistieren 

Wer den Stausee Wehr lieber im gemächlichen Tempo kennenlernen möchte, findet rund um den See einen flachen, rund 6 Kilometer langen Rundweg. Er ist bei Joggern ebenso beliebt wie bei Familien am Wochenendausflug. Nach der engen Schlucht wirkt das weite, glatte Wasser fast meditativ – und nicht selten tauchen Wasservögel auf, die das Ufer in aller Ruhe absuchen. 

Wichtig: Baden und Wassersport sind im gesamten Stauseebereich streng verboten. Der Kraftwerksbetrieb erzeugt starke, unsichtbare Strömungen – das Verbot ist absoluter Ernst. 

Etappe 6 des Schluchtensteigs – fast am Ziel 

Die Wehratalsperre markiert auf dem Schluchtensteig den Übergang von der Wildnis in die Zivilisation. Von der Staumauer sind es noch rund 3 Kilometer – etwa 45 Minuten – bis zum offiziellen Zielstein mitten in der Stadt Wehr. Der letzte Abschnitt: flach, entspannt, mit dem guten Gefühl im Gepäck, die Schlucht bezwungen zu haben. 

Mehr Informationen zur Schluchtensteig Etappe 6

Das Hornbergbecken – der Balkon des Hotzenwaldes 

Wer Zeit und Kondition hat, sollte den steilen Abstecher auf den Öflesberg (Dachsberg) nicht scheuen. Dort oben, auf 1.050 Metern über dem Meeresspiegel, liegt das Hornbergbecken – das Oberbecken des Pumpspeicherwerks und eines der am höchsten gelegenen Kunstgewässer Deutschlands. 

Die Dammkrone lässt sich auf einem rund 1,7 Kilometer langen Rundweg vollständig umrunden. Was man dabei sieht: auf der einen Seite das tiefblaue Wasser, auf der anderen den steilen Abfall ins Tal – und rundum einen 360-Grad-Panoramablick, der den Feldberg im Norden, das Wehratal in der Tiefe und bei klarer Sicht die gesamte Schweizer Alpenkette im Süden zeigt. 

Wer das Alpenglühen erleben will, sollte den Abend hier oben einplanen. Wenn die Sonne versinkt, spiegelt sich der Himmel im stillen Wasser, während die Alpen rosa aufleuchten. Kaum ein Ort im Schwarzwald bietet dieses Schauspiel so ungestört wie das Hornbergbecken. 

Das Becken liegt nicht direkt am Schluchtensteig, ist aber über einen etwa 3 Kilometer langen Pfad von der Wehratalschlucht erreichbar – oder bequem per Auto bis zum Wanderparkplatz Hornbergbecken. Der Albsteig führt ebenfalls in unmittelbarer Nähe vorbei. 

Auch hier gilt: Kein Baden, kein Wassersport. Die Pumpen erzeugen lebensgefährliche Strömungen, die von außen nicht sichtbar sind. 

Fazit: Ein Ort, der mehr ist als ein See 

Die Wehratalsperre ist kein gewöhnliches Wanderziel. Sie ist Finale, Ruhepunkt und technisches Wunder in einem. Wer hierher kommt, erlebt den Schwarzwald nicht nur als Naturkulisse, sondern als Ort, an dem Natur und menschlicher Erfindungsgeist seit Jahrzehnten Hand in Hand arbeiten – unsichtbar, leise, kraftvoll. 

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Ibacher Kreuz: Wo der Hotzenwald seinen wilden Kern zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Wer hier oben ankommt, merkt sofort: Das ist kein Ort für halbe Sachen. Das Ibacher Kreuz auf rund 1.050 Metern über NHN ist kein romantischer Aussichtsgipfel – es ist ein echter Knotenpunkt, rau, zugig, mit einem Panorama, das einen kurz verstummen lässt. Denn direkt zu Füßen öffnet sich die Hochwehraschlucht, der wildeste Abschnitt des gesamten Wehratals

Aussicht, die Bilder hinterlässt 

Man tritt ans Kreuz, und plötzlich fällt das Gelände ab – steil, dramatisch, fast unverschämt schön. Die Hochwehraschlucht liegt da unten wie ein dunkler Spalt im Schwarzwald, eng, felsig, vom Bannwald Wehratal eingerahmt. Die Vegetation ist karg, moosig, oft von Nebel durchwirkt – genau das, was man sich unter „mystischer Hochlage im Hotzenwald" vorstellt. Hier verbindet das Ibacher Kreuz das Ibacher Hochtal mit dem oberen Wehratal – geografisch, aber auch atmosphärisch. 

Wander-Knotenpunkt am Schluchtensteig 

Das Ibacher Kreuz ist kein zufälliger Wegpunkt. Hier treffen drei bedeutende Routen aufeinander: der Schluchtensteig Etappe 5, der Albsteig und regionale Wanderwege. Man muss sich entscheiden – hinunter nach Todtmoos oder weiter Richtung Ibach und Bernau. Diese Entscheidung fühlt sich an wie eine aus einem anderen Jahrhundert: Tal oder Kamm? 

Wer von Todtmoos startet, braucht rund 45 bis 60 Minuten für den Aufstieg. Der Weg ist knackig, aber lohnend. Am Ibacher Kreuz markiert man den Übergang von der Wehraquelle zum Abstieg in die Schlucht – der Schluchtensteig führt spektakulär am oberen Rand entlang, bevor er tiefer eintaucht. 

Tipp: Direkt am Ibacher Kreuz gibt es eine Schutzhütte mit Bänken. Hier oben pfeift oft der Wind – eine Jacke einpacken, auch wenn es unten in Todtmoos noch angenehm warm war. 

Sagen, Nebel und die Geister der Schlucht 

Wer durch den Nebel wandert, der sich zwischen den Tannen verfängt, versteht sofort, warum die Menschen hier früher an Geister glaubten. Rund um das Ibacher Kreuz und die finstere Hochwehraschlucht rankten sich Geschichten, so rau wie das Gelände selbst. 

Der Graue Mann soll lautlos an den Felswänden der Schlucht entlanggeschwebt sein – ein Wächter des Tals, der unehrliche Holzfrevler in die Tiefe lockte. Nahe der Wehraquelle sollen Irrlichter Wanderer vom sicheren Pfad in sumpfige Wiesen geführt haben – die Seelen derer, so hieß es, die in der Schlucht verunglückten. 

Verborgene Schätze im Bannwald 

Im Bannwald Wehratal, wo keine Axt angesetzt werden darf, blüht der Aberglaube besonders gut. Eine Sage erzählt vom Gold der Wehra: ein verborgener Stollen in der Hochwehraschlucht, nur zur Geisterstunde sichtbar, gefüllt mit den Schätzen der alten Ritter von Wehr. Wer etwas mitnimmt, findet am Morgen nur Kieselsteine in der Tasche. 

Und unter der ältesten Tanne der Schlucht? Ein Kessel voller Goldmünzen – bewacht von einer riesigen Schlange. Ob man's glaubt oder nicht: Diese Orte erzählen ihre Geschichten ganz von selbst. 

Der Hirschsprung – die bekannteste Legende 

Die wohl berühmteste Geschichte trägt der Fels selbst im Namen: Der Hirschsprung. Ein Hirsch, auf der Flucht vor Jägern, soll an der engsten Stelle der Hochwehraschlucht mit einem gewaltigen Satz über den Abgrund gesprungen sein. Die Jäger wagten es nicht, ihm zu folgen. Der Hirsch war frei – und die Stelle hat seitdem ihren Namen. 

Fazit: Ein Ort, der bleibt 

Das Ibacher Kreuz oberhalb der Hochwehraschlucht ist kein Selfie-Spot und kein touristisches Highlight mit Café und Parkplatz direkt daneben. Es ist ein echter Ort des Schwarzwalds – wild, offen, ein bisschen unheimlich. Wer den Schluchtensteig geht, wer die Hotzenwald-Landschaft spüren will, wer versteht, warum alte Sagen in rauem Gelände entstehen: hier ist der richtige Platz.