Massiv, rötlich-grau, fast trotzig. Der Breitfelsen ragt als markante Felsnase aus dem bewaldeten Hang – ein stiller Aussichtspunkt mit ganz eigener Atmosphäre. Im Vergleich zu den bekannteren Stationen wie Sesselfelsen oder Bürstenstein wirkt er auf den ersten Blick unscheinbarer – der Weg führt direkt über den Fels, Aussicht inklusive.

Breitfelsen am Ottenhöfener Felsenweg – Aussicht, Geologie & Wandertipps

Der Breitfelsen bei Ottenhöfen ist einer der charakteristischen Wegpunkte auf dem Ottenhöfener Felsenweg, dem zertifizierten Genießerpfad im Nordschwarzwald. Der Fels liegt im westlichen Teil des Achertals, von der Seite betrachtet wie eine massive Felsnase direkt am Pfad.

Aussicht: Achertal, Simmersbach & Hornisgrinde

Vom Breitfelsen blickt man über das obere Achertal und die Seitentäler von Ottenhöfen und Seebach. Bei klarer Sicht reicht das Panorama bis zur Hornisgrinde – dem höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds – und über dichte Schwarzwaldtäler bis zum Horizont – Schwarzwald pur.

Der Aufstieg führt über eine Felsrinne – bei feuchtem Wetter rutschig. Trittsicherheit ist Pflicht.

Geologie: 270 Millionen Jahre in Stein

Während die Felsen rund um Palmfelsen und Bürstenstein aus Granit bestehen, ist der Breitfelsen aus Porphyr, in der Fachsprache auch Rhyolith genannt. Ein geologisch seltenes Nebeneinander auf engem Raum.

Dieses Gestein entstand vor etwa 270 bis 300 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität – zu einer Zeit, als die ersten Saurier begannen, das Festland zu besiedeln. Die glutflüssige Masse schob sich zwischen ältere Sedimentschichten, erstarrte und blieb als harter Riegel zurück – während die weicheren Gesteine ringsum längst abgetragen wurden.

Porphyr vs. Granit – der Unterschied auf einen Blick

Der Quarzporphyr des Breitfelsens ist kantig und schroff – kein abgerundetes Wollsack-Gestein wie beim Granit, sondern scharfe Kanten, rötlich-graue Färbung, eine feinkörnige Grundmasse mit größeren Einsprenglingen aus Quarz und Feldspat. Genau diese Struktur gibt dem Felsenweg seinen alpinen Charakter – und unterscheidet ihn deutlich von den sanfteren Granit-Rundungen anderer Schwarzwaldgipfel.

Der Porphyr-Zug zieht sich entlang des gesamten Westrandes des Schwarzwalds – von Baden-Baden im Norden bis Badenweiler im Süden.

Was steckt hinter dem Namen Breitfelsen?

Der Name ist Programm. „Breit" beschreibt die markante horizontale Ausdehnung der Formation – keine spitze Nadel, kein schmaler Grat, sondern ein massiv gelagerter Gesteinsriegel.

Solche beschreibenden Namen wurden in der Region von Landwirten, Waldarbeitern und Hirten geprägt – lange vor dem Tourismus. Sie dienten als Orientierung im Gelände, als Grenzmarken für Waldstücke. Im lokalen alemannischen Dialekt heißt er schlicht „Breitfels".

Wandern am Breitfelsen: Tipps & Hinweise

Der Breitfelsen liegt auf dem Felsenweg Ottenhöfen. In unmittelbarer Nähe befinden sich der Rappenschrofen, der Pfennigfelsen und der Spitzfelsen.

Wer eine Pause einlegen möchte: Nur ca. 1–2 km entfernt liegt die Bergvesperstube „Zum Fiesemichel" – eine der beliebtesten Einkehrmöglichkeiten auf der gesamten Tour.

Beste Jahreszeit: Im Herbst, wenn Nebel im Tal liegt und die Felsen darüber herausragen. Im Frühling, wenn die frischen Wiesen des Achertals für leuchtende Kontraste sorgen.

Breitfelsen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, westliches Achertal, Nordschwarzwald
  • Gestein: Quarzporphyr (Rhyolith), ca. 270–300 Mio. Jahre alt
  • Aussicht: Achertal, Simmersbach, Hornisgrinde, Schwarzwald
  • Schwierigkeit: Mittelschwer, Felsrinne, Trittsicherheit erforderlich
  • Nachbarn: Rappenschrofen, Pfennigfelsen, Spitzfelsen
  • Einkehr: Bergvesperstube Zum Fiesemichel (ca. 1–2 km)
  • Beste Zeit: Herbst & Frühling
Author Sunhikes | © Sunhikes
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