El Bastón GR 131 – Etappe 3: Die Route der Vulkane vom Refugio El Pilar zum Leuchtturm von Fuencaliente
Tourencharakter
Die Cumbre Vieja im Süden von La Palma bildet den geologisch jüngsten Teil der Insel und ist geprägt von einer Kette zahlreicher Vulkankegel, Krater und Lavafelder. Als Fortsetzung der älteren Cumbre Nueva teilt sie La Palma in zwei klimatisch gegensätzliche Regionen: Während der Westen mit Orten wie Los Llanos und El Paso überwiegend trocken und sonnig ist, sorgt auf der Ostseite um Santa Cruz der Passatwind für ein feuchteres Klima. Die eindrucksvolle Vulkanlandschaft aus Schlackenkegeln, Lapilli-Feldern und Pinienwäldern steht als Naturpark Cumbre Vieja unter Schutz.
Besonders bekannt ist die Ruta de los Volcanes, die mit weiten Panoramablicken über junge und historische Vulkane zu den spektakulärsten Wanderwegen der Kanaren zählt. Markante Vulkane wie Hoyo Negro, Nambroque, Duraznero, die Deseadas, der rötlich schimmernde Vulkan Martín sowie der jüngste Vulkan Tajogaite zeugen von der bis heute spürbaren vulkanischen Kraft der Insel. Ausgangspunkte für Wanderungen sind unter anderem Refugio El Pilar, Fuente de los Roques und Fuencaliente.
Auf der letzten Etappe des El Bastón GR 131 durchquert man diese Landschaft wie ein lebendiges Geschichtsbuch aus Lava und Asche. Vom Start am Refugio El Pilar führt der Weg durch Kiefernwald, vorbei am Hoyo Negro, über Lavafelder und Kraterlandschaften bis zu den Gipfeln der Deseadas. Der Abstieg leitet schließlich von den Vulkanen zur Küste, vorbei an San Antonio und Teneguía, bis zum Leuchtturm von Fuencaliente – ein eindrucksvoller Übergang vom Feuer der Erde zurück zum Atlantik.
Höhenprofil
Routenbeschreibung
Wandern durch das Gedächtnis der Erde
Man betritt auf dieser letzten Etappe des El Bastón GR 131 eine Landschaft, die mehr erzählt als Worte es könnten. Die Ruta de los Volcanes auf La Palma ist ein offenes Geschichtsbuch aus Lava, Asche und Feuer. Seit dem 17. Jahrhundert wird dieser Weg begangen, einst als Camino de los Palos Jincados, markiert von Holzpfählen in einer weiten, ungeschützten Vulkanlandschaft. Heute folgt man diesen Spuren durch eine der eindrucksvollsten Regionen der Kanaren.
Start am Refugio El Pilar
Der Einstieg liegt im Erholungsgebiet El Pilar, auf 1.455 Metern Höhe zwischen Cumbre Nueva und Cumbre Vieja. Der rot-weiß markierte Fernwanderweg GR 131 führt zunächst in sanften Kurven durch Kiefernwald bergauf. Kanarische Kiefern, Ginster und Amagante begleiten den Weg. Schnell wird klar: Die kommenden 14 Kilometer durch den Naturpark Cumbre Vieja bieten keinerlei Versorgung – diese Etappe verlangt Planung und Respekt.
Aufbruch in die Vulkanlandschaft
Mit dem Anstieg zum Hoyo Negro beginnt der eigentliche Kern der Vulkanroute La Palma. Der Krater, Teil der Juan-Eruption von 1949, zeigt eindrucksvoll geschichtete Brauntöne, geformt von Wind und Wasser. Vom Aussichtspunkt öffnet sich der Blick über den Krater zu Duraznero und Deseada, bei klarer Sicht bis zur Nachbarinsel El Hierro.
Der Wald lichtet sich, Lapilli und Vulkansand übernehmen. Tajinaste, Palmenthyme und Pajonera-Gras setzen leuchtende Akzente in der kargen Weite.
Zwischen Kratern und Lavafeldern
Man lässt den Nambroque links liegen und steigt zu den Malforada-Laven ab. Gewaltige alte Kiefern rahmen den schmalen Pfad. Ein natürlicher Aussichtspunkt gibt den Blick frei auf den erstarrten Lavasee, den Montaña del Fraile und den Krater Duraznero. Dahinter erheben sich die Doppelgipfel der Deseadas.
Der offizielle GR-131 umgeht den Krater, doch trittsichere Wanderer wählen den Nebenpfad: durch loses Lavagestein hinauf zum farbenprächtigen Krater Duraznero. Von dort führt der Weg weiter zum Gipfel Deseada II auf 1.933 Metern. Kurz vor dem Gipfelpfosten zeigt sich der junge Vulkan Tajogaite – ebenso die gewaltigen Lavaströme, die sich 2021 ins Aridanetal ergossen.
Vom Feuer zur Küste
Ein geschlossenes Kraterbecken aus Lapilli des El Charco leitet den langen Abstieg ein. Man passiert Vulkan Martín, erreicht die Fuente de los Roques und taucht wieder in trockene Pinienwälder ein. Zistrose und Kanarischer Kreuzdorn prägen nun das Bild.
Über Los Canarios führt der Weg weiter zum Besucherzentrum der Vulkane von Fuencaliente, vorbei am Vulkan San Antonio.
Finale am Atlantik
Am Vulkan Teneguía wechselt die Szenerie erneut. Weinberge, schwarze Lavafelder und salztolerante Pflanzen begleiten den letzten Abschnitt. Schließlich steht man am Leuchtturm von Fuencaliente. Hier endet nicht nur diese Etappe des El Bastón GR 131, sondern eine Reise vom Meer, über Feuer und Gipfel, zurück zum Atlantik.
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