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West Highland Way: 8 Etappen auf Schottlands Weitwanderweg

Highlands
, Schottland , Vereinigtes Königreich
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Manchmal muss man einfach losziehen. Und wenn man sich entscheidet, Schottlands Natur und Kultur zu Fuß zu erleben, dann führt kein Weg am West Highland Way vorbei. Er ist der älteste und beliebteste Weitwanderweg in Schottland – 154 Kilometer pures Abenteuer, das einen Schritt für Schritt in eine andere Welt entführt. 

Der Weg von Glasgow nach Fort William 

Man startet am Rande der pulsierenden Metropole Glasgow, wo die Reise noch wie ein leiser Aufbruch klingt. Mit jedem Kilometer taucht man tiefer ein in das Herz der Highlands, bis man schließlich im Städtchen Fort William, am Fuße des Ben Nevis, ankommt. 

Unterwegs verändert sich die Landschaft ständig: sanfte, grüne Hügel weichen dichten, mystischen Wäldern; weite Moorlandschaften öffnen den Blick in die Ferne. Dann wieder glitzern majestätische Seen wie der Loch Lomond im Sonnenlicht, während im Hintergrund die mächtigen Berge der Highlands aufragen. 

Natur, Wetter und schottisches Flair auf dem West Highland Way 

In Milngavie, einem charmanten Vorort von Glasgow, setzt man den ersten Schritt auf den West Highland Way Wanderweg. Von dort aus beginnt ein Outdoor-Erlebnis, das man nicht so schnell vergisst. 

Man erlebt die wilde Schönheit der Highlands – und ebenso die Launen des Wetters. Ein Augenblick voller Sonnenschein, dann zieht ein nasser Wind vom See herauf. Genau das macht den Reiz dieser Trekkingroute in Schottland aus: Man ist immer mitten in der Natur und stets überrascht, was sie bereithält. 

Schwierigkeit und Infrastruktur – ideal auch für Einsteiger 

Der West Highland Way ist für viele der ideale Einstieg ins Fernwandern in Schottland. Die Etappen sind abwechslungsreich, das Streckenprofil überwiegend moderat. Steile Anstiege sind selten, sodass auch weniger geübte Wandernde ihre Freude haben. 

Zudem ist die Infrastruktur hervorragend. Entlang der Route findet man gemütliche B&Bs am West Highland Way, einfache Hostels und Campingplätze für echte Outdoor-Fans. Abends kehrt man dort ein, findet ein warmes Bett oder ein wärmendes Feuer – genau das, was man nach einem langen Tag braucht. 

Praktische Tipps: Gepäck, Verpflegung und Anreise 

Wer das Abenteuer sucht, kann sein Zelt mitbringen – muss es aber nicht selbst tragen. Gepäcktransfer-Services am West Highland Way bringen den Rucksack bequem von Etappe zu Etappe. So kann man die Wanderung unbeschwert genießen. 

Für das leibliche Wohl ist gesorgt: urige Pubs in den Highlands laden ein, traditionelle Gerichte wie Haggis zu probieren. Kleine Shops am Wegesrand versorgen einen mit Snacks, Blasenpflaster oder Mückenschutz – alles, was man plötzlich dringender braucht, als man dachte. 

Die Anreise ist unkompliziert: Von Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es viele Direktflüge nach Glasgow. Auch Edinburgh ist ein guter Ausgangspunkt; von dort erreicht man den Startort Milngavie bequem mit Zug oder Bus. Wer flexibel bleiben will, profitiert von guten Bus- und Bahnverbindungen entlang der Route – perfekt, um Etappen abzukürzen oder spontan einen Ausstieg zu finden. 

Der West Highland Way: Flexibilität und Abenteuer auf den Etappen 

Manchmal ist der Weg das Ziel, und auf dem West Highland Way teilt man sich dieses Ziel am besten in kleine, genussvolle Abschnitte ein. Die meisten Wanderer entscheiden sich dafür, diese Weitwanderung in acht Tagen zu bewältigen. Das Tempo ist dabei so gewählt, dass man täglich etwa 11 bis 25 Kilometer zurücklegt – ein ideales Pensum, um die Landschaft wirklich zu spüren und zu genießen. Man hat genug Zeit für eine Pause, um einen Moment innezuhalten, und der Tag endet, bevor man vollkommen erschöpft ist. 

Wer sich mehr Zeit nimmt, kann die Tour noch intensiver erleben. Es ist das perfekte Abenteuer für Einsteiger ins Langstreckenwandern und ermöglicht es, abseits des Hauptweges weitere, faszinierende Ecken der schottischen Natur zu erkunden. Für die besonders sportlich Ambitionierten gibt es ebenfalls eine Option: Man kann den gesamten West Highland Way in nur fünf Tagen meistern. Doch das erfordert eine tägliche Distanz von rund 30 Kilometern, die gute Kondition und Erfahrung voraussetzt. 

Der West Highland Way bietet somit eine flexible Etappenplanung für jeden Anspruch. Er macht die atemberaubende Natur Schottlands für jedermann zugänglich – ob man die Reise entspannt oder mit einer sportlichen Herausforderung angehen möchte. 

Die Etappen im Detail: Dein Weg durch die schottischen Highlands 

Da die meisten Wanderer die Gesamtstrecke über eine gute Woche verteilen, ist hier eine bewährte Etappenübersicht für eine achttägige Wanderung aufgeführt. 

1. Etappe: Von Milngavie nach Drymen (20,1 km)

Das Wanderabenteuer beginnt in Milngavie, einem charmanten Vorort von Glasgow. Der Weg führt einen durch die sanften Hügel und Felder der Lowlands. Hier spürt man, wie der Alltag langsam zurückbleibt, während man das Tagesziel Drymen, am Rande des Loch Lomond and the Trossachs Nationalparks, anpeilt. Eine moderate Wanderung (20,1 km), die durch die sanften Landschaften der Lowlands führt. Als Highlights werden die Glengoyne Distillery und der älteste Pub Schottlands in Drymen genannt. 

2. Etappe: Von Drymen nach Rowardennan (25,3 km)  

Der Morgen startet mit einer weiten Heidelandschaft, gefolgt vom Anstieg auf den Conic Hill. Oben angekommen, wird man mit einer beeindruckenden Aussicht auf den Loch Lomond belohnt. Danach verläuft der Pfad direkt am malerischen Ufer des Sees. Eine ebenfalls moderate, 25,3 km lange Etappe. Sie zeichnet sich durch den Aufstieg auf den Conic Hill aus, von dessen Gipfel man eine beeindruckende Aussicht auf den Loch Lomond hat. 

3. Etappe: Von Rowardennan nach Inverarnan (21,7 km)  

Diese Etappe ist für alle, die unebenes Gelände und kleine Kletterpartien lieben. Der Weg schlängelt sich fast vollständig durch einen herrlichen Wald direkt am Ufer des Loch Lomond entlang. An warmen Tagen lädt das klare Wasser zu einer belebenden Pause ein. Dieser Abschnitt wird als schwierig eingestuft und verläuft über 21,7 km. Die Route folgt dem Loch Lomond und wird als echtes Abenteuer durch das unberührte Schottland beschrieben. 

4. Etappe: Von Inverarnan nach Tyndrum (18,7 km)  

Dieser Abschnitt ist geprägt von breiten, gut begehbaren Wegen. Die Route führt einen durch weite Täler sowie dichte Misch- und Nadelwälder, während die Hügel allmählich an Höhe gewinnen. Der Weg führt entlang einer alten Militärstraße durch das Tal des River Falloch und des River Fillan. Er verläuft durch die grünen Hügel der Highlands, vorbei an Schaffarmen. Die Route endet in Tyndrum, wo man Vorräte auffüllen kann. 

5. Etappe: Von Tyndrum nach Bridge of Orchy (11,3 km)  

Eine kürzere, entspannende Etappe, die parallel zur A82 und der Eisenbahnlinie verläuft. Man wandert durch ein Tal mit beeindruckendem Bergpanorama. Ein Highlight ist ein Viadukt, der an die Harry-Potter-Brücke erinnert. Man folgt der Bahnstrecke zwischen Glasgow und Fort William. Kurz vor dem Ziel erwartet einen der 320 Meter hohe Mam Carreigh mit einem fantastischen Blick auf das Rannoch Moor. Das Tagesziel ist Bridge of Orchy oder das Inveroran Hotel

6. Etappe: Von Bridge of Orchy nach Kingshouse (19,4 km)  

Hier verlässt man die Straße und begibt sich auf offenes Gelände am Rande des Rannoch Moor. Bei gutem Wetter blickt man auf endlose Heide- und Sumpflandschaften und die Berge in der Ferne. Eine landschaftlich reizvolle Etappe, die mit einem steilen Anstieg zum Mam Carreigh beginnt. Danach führt der Weg über das offene Gelände des Rannoch Moor bis zum Kingshouse Hotel. Auf der Strecke gibt es kaum Schutz vor dem Wetter. 

7. Etappe: Von Kingshouse nach Kinlochleven (14 km)  

Einer der wohl spektakulärsten Abschnitte wartet: Man erklimmt die Devil’s Staircase, den mit 550 Metern höchsten Punkt der gesamten Wanderung. Der Aufstieg ist anstrengend, doch die atemberaubenden Ausblicke sind die Mühe wert. Der Ausblick auf das umliegende Tal Glen Coe ist spektakulär. Die Etappe endet in Kinlochleven, wo man in einem traditionellen Pub entspannen kann. 

8. Etappe: Von Kinlochleven nach Fort William (24,4 km)  

Die letzte Etappe beginnt mit einem steilen Anstieg von 300 Höhenmetern, bevor der Weg durch ein grün-karges Hochtal führt. Der Abstieg ins Glen Nevis ist landschaftlich besonders reizvoll, und bei klarer Sicht zeigt sich der Ben Nevis, Schottlands und Großbritanniens höchster Berg, in seiner ganzen Pracht. Die letzten Meter führen durch die Fußgängerzone von Fort William bis zum offiziellen Zielstein – ein unvergesslicher Moment. 

Die Etappen des West Highland Way bieten eine perfekte Mischung aus Herausforderung und purem Genuss, die jede Etappe zu einem Höhepunkt macht. 

B&Bs und Unterkünfte am West Highland Way – Schlafplätze voller Atmosphäre 

Wenn man den West Highland Way wandert, dann ist es nicht nur der Pfad durch Schottlands wilde Landschaft, der die Erinnerung prägt. Es sind auch die Nächte: die kleinen B&Bs am West Highland Way, die urigen Gasthäuser, die komfortablen Hotels und manchmal auch einfache Hostels. Unterkünfte, die wie Oasen am Weg liegen und den Wandernden ein Stück Heimat auf Zeit schenken. 

Doch gerade in der Hauptsaison ist die Nachfrage groß. Wer sicher sein will, am Ende des Tages ein Bett zu finden, sollte früh buchen – viele West Highland Way Unterkünfte sind Monate im Voraus ausgebucht. 

1. Etappe: Milngavie – Drymen 

Am Anfang der Reise, noch in Stadtnähe, spürt man die Vorfreude, die in die Ferne zieht.

  • Premier Inn Milngavie – ein gut bewertetes Hotel, ideal für den Start, wenn man frisch und ausgeruht in die erste Etappe gehen möchte.
  • The Drymen Inn (Drymen) – ein B&B mit Herz, geschätzt für seine Gastfreundschaft und das Essen, das nach einem langen Tag Körper und Seele wärmt. 

2. Etappe: Drymen – Rowardennan 

Hier begegnet man zum ersten Mal dem Loch Lomond, dessen Wasser im Abendlicht wie Glas glänzt. 

  • Birchwood Guest Lodge (Balmaha) – ein Stück abseits vom Weg, mit gemütlichen Zimmern und einer Gemeinschaftsküche, die Begegnungen zwischen Wandernden möglich macht. 

  • The Oak Tree Inn (Balmaha) – direkt am Ufer gelegen, eines der beliebtesten Hotels am Loch Lomond, berühmt für seine Lage und die warme, schottische Küche. 

3. Etappe: Rowardennan – Inverarnan 

Die Wälder werden dichter, der Weg ursprünglicher, und man findet Unterkünfte, die wie kleine Zufluchten wirken. 

  • Inversnaid Bunkhouse (Inversnaid) – ein einfaches, aber herzliches Haus oberhalb der Route, das mit einem Shuttle erreichbar ist. 

  • Beinglas Farm (Inverarnan) – von B&Bs bis Hütten reicht hier das Angebot, direkt am West Highland Way gelegen. 

5. Etappe: Tyndrum – Inveroran 

Zwischen Bergen und Mooren, wo die Landschaft still wird, liegen traditionsreiche Gasthäuser. 

  • Bridge of Orchy Hotel – direkt am Weg, eine Institution unter Wanderern. 

  • Inveroran Hotel (Inveroran) – ein Ort, der noch den Zauber der alten Highlands atmet. 

7. Etappe: Kingshouse – Kinlochleven 

Hier tragen die Berge ein anderes Gesicht, rauer und majestätischer. 

  • Blackwater Hostel (Kinlochleven) – zentral gelegen, praktisch und geschätzt auch für private Zimmer. 

  • Glencoe House (Glencoe) – eine luxuriöse Alternative, die ein Stück abseits der Route liegt und eine ganz besondere Erfahrung verspricht. 

8. Etappe: Kinlochleven – Fort William 

Die letzte Etappe, das Ziel schon nah, und die Unterkünfte sind wie ein würdiger Abschluss der Reise. 

  • The Garrison (Fort William) – ein modernes Hotel im Zentrum, beliebt für seine Lage und gute Bewertungen. 

  • Nevis Bank Inn (Fort William) – komfortabel am River Nevis, mit Vier-Sterne-Komfort und bekannt für sein Frühstück. 

Schlafplätze, die den West Highland Way unvergesslich machen 

Wer den West Highland Way wandert, entdeckt nicht nur Schottlands Landschaft, sondern auch die Gastfreundschaft seiner Menschen. Die Unterkünfte am West Highland Way – ob B&B, Hotel oder Hostel – sind mehr als nur Schlafplätze. Sie sind Orte, an denen man ankommt, Geschichten hört und neue Kraft für den nächsten Abschnitt sammelt. 

Fazit: Der West Highland Way als unvergessliches Wanderabenteuer 

Der West Highland Way in Schottland ist mehr als ein Fernwanderweg. Er ist eine Einladung, die Highlands zu Fuß zu entdecken, die Landschaft mit allen Sinnen zu erleben und sich von der Gastfreundschaft der Menschen tragen zu lassen. 

Man muss nur den ersten Schritt wagen – und schon beginnt ein Abenteuer, das man nie vergessen wird.