Colada de la Costa: Vom Observatorio Punta Camorro zum Torre de Guadalmesí – Küstenwanderung mit Weitblick
Tourencharakter
Die Wanderung vom Observatorio de Aves Planeadoras Punta Camorro zum Torre de Guadalmesí folgt dem ehemaligen Küsten- und Viehtriebweg Sendero Colada de la Costa. Sie führt entlang der Straße von Gibraltar, jener schmalen Meerenge, an der Europa und Afrika sowie das Mittelmeer und der Atlantik aufeinandertreffen.
Der Weg verläuft auf schmalen Pfaden entlang der Klippen, durch Schluchten und über offene Hochebenen, immer begleitet von beeindruckenden Meerblicken. Bei Ebbe entstehen in der Gezeitenzone beeindruckende Brandungsplattformen, glattgeschliffen vom Atlantik. Unterwegs trifft man auf Viehweiden, Flysch-Formationen und historische Militärrelikte, die die geologische und kulturelle Vielfalt der Region zeigen.
Höhenprofil
Routenbeschreibung
Der Ausgangspunkt der Wanderung liegt nahe Tarifa am Observatorio de Aves Planeadoras Punta Camorro, einem Beobachtungspunkt für Zugvögel an der Straße von Gibraltar. Bereits hier öffnet sich ein beeindruckendes Panorama: Der Blick reicht über die Isla de Tarifa, die schmale Meerenge und – bei klarer Sicht – bis zur afrikanischen Küste. Der Jbel Musa und die Silhouette von Tanger scheinen zum Greifen nah.
Der Weg folgt der Küstenlinie und führt zunächst durch offene Landschaft mit Viehweiden, auf denen rostrote Rinder grasen. Das Meer begleitet die Wanderung fast durchgehend, während sich der Pfad sanft in die Landschaft einfügt.
Am Barranco Hondo schwenkt der Weg kurz landeinwärts in Richtung eines Bauernhofs, bevor er wieder zur Küste zurückführt. Dort bieten sich besonders eindrucksvolle Ausblicke auf die Flysch-Formationen im Wasser. Die schichtweisen abgelagerten Gesteine erzählen von tektonischen Bewegungen und jahrmillionenlanger Erosion – ein faszinierender Anblick für Natur- und Geologieinteressierte.
Zwischen Schluchten, Klippen und Hochebenen
Der weitere Verlauf ist geprägt von einem ständigen Auf und Ab. Der Pfad quert Schluchten, steigt über kleine Hochebenen und verläuft immer wieder entlang steiler Klippen. Dabei wechseln offene Abschnitte mit exponierten Passagen, die weite Ausblicke ermöglichen. Vorne rückt allmählich der Torre de Guadalmesí ins Blickfeld, während Tarifa langsam im Rücken verschwindet.
Besonders eindrucksvoll sind die Klippen des Flysch-Komplexes im Naturpark del Estrecho. Hier stehen die Gesteinsschichten teils nahezu vertikal, unterbrochen von Brandungsplattformen und flachen Meeresbänken. Die Landschaft macht die gewaltigen Kräfte sichtbar, mit denen die afrikanische und die europäische Kontinentalplatte in dieser Region aufeinandertreffen. Es lohnt sich immer wieder, kurze Abstiege zur Küste zu machen, um die Felsformationen aus der Nähe zu betrachten.
Spuren der Militärgeschichte
Entlang der Route stößt man immer wieder auf Bunker, Beobachtungsposten und Militärruinen. Diese stammen überwiegend aus der Zeit nach dem Spanischen Bürgerkrieg. Unter dem Franco-Regime wurde der Küstenabschnitt zwischen Conil und dem Guadiaro mit Verteidigungsanlagen gesichert, aus Sorge vor einer möglichen alliierten Landung während des Zweiten Weltkriegs. Heute fügen sich diese stillen Relikte eindrucksvoll in die Landschaft ein.
Zielpunkt und Rückweg
Nach dem Passieren des Barranco de los Alhelíes erreicht man schließlich den Torre de Guadalmesí, einen historischen Wachturm zur Überwachung der Meerenge. Kurz davor lädt eine kleine Vogelbeobachtungsstation zu einer Rast ein – ein idealer Ort, um die Aussicht zu genießen und zur Ruhe zu kommen.
Der Rückweg erfolgt auf derselben Route. In entgegengesetzter Richtung eröffnen sich neue Perspektiven auf Küste, Klippen und Meer, während die vertrauten Wegabschnitte in anderem Licht erscheinen. So wird der Rückweg nicht zur bloßen Wiederholung, sondern zu einem ebenso eindrucksvollen zweiten Teil dieser abwechslungsreichen Küstenwanderung.
Hinweise + Tipps
Um die beeindruckenden Brandungsplattformen sehen zu können, sollte die Wanderung bei Ebbe unternommen werden. Beim Betreten der Gezeitenplattformen ist besondere Vorsicht geboten. Die Felsen sind sehr rutschig und bei einsetzender Flut können einzelne Wellen höher sein als gedacht.
Ausrüstung
Auf dem rauen Küstenpfad sollte man geeignetes Schuhwerk tragen. Auch die Felsen in der Gezeitenzone können sehr rutschig sein. Außerdem ist es wichtig, unterwegs ausreichend Wasser und Sonnenschutz mitzunehmen, da es dort keinen Schatten gibt.
Anfahrt:
Von Tarifa kommend, zweigt man von der N-340 (die zweite Straße rechts) auf eine einspurige Straße ab. Diese schlängelt sich einige Kilometer lang bergauf und bergab, bevor sie zum Parkplatz am Vogelbeobachtungspunkt führt.
Wetter