Baiersbronn, Kniebis und Schliffkopf – Wanderungen und Erlebnisse im nördlichen Schwarzwald

Irgendwo zwischen dem Rauschen des Murgtals und dem weiten Schweigen der Grinden beginnt eine Reise, die man nicht so schnell vergisst. Wandern im Nordschwarzwald bedeutet mehr als das bloße Zurücklegen von Kilometern – es ist ein Eintauchen in eine Landschaft, die gleichzeitig wild und sanft, vertraut und geheimnisvoll ist. Wer die Region rund um Baiersbronn, Kniebis und den Schliffkopf kennt, weiß: Hier liegt das Herz des nördlichen Schwarzwalds.

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der Ellbachsee – Karsee auf der Gemarkung Baiersbronn | © Sunhikes
der Ellbachsee – einer der fünf Karseen auf der Gemarkung Baiersbronns

Baiersbronn – Das Sternedorf im Nationalpark Schwarzwald

Man fährt ins Murgtal hinein und spürt sofort, dass dieser Ort besonders ist. Baiersbronn – flächenmäßig die größte Landgemeinde Baden-Württembergs und international als „Sternedorf" bekannt – vereint zwei Welten, die anderswo kaum zusammenpassen: unberührte Natur im Nationalpark Schwarzwald und Spitzengastronomie auf Weltniveau.

Michelin-Sterne: Kulinarik auf Weltniveau

Insgesamt acht Michelin-Sterne (Stand 2025/2026) verteilen sich auf nur wenige Adressen: Die Schwarzwaldstube im Hotel Traube Tonbach unter Küchenchef Torsten Michel und das Restaurant Bareiss unter Claus-Peter Lumpp tragen je drei Sterne – damit zählen beide zu den renommiertesten Restaurantadressen Deutschlands. Die Köhlerstube (Hotel Traube Tonbach) sowie das Gourmetrestaurant Schlossberg (Hotel Sackmann unter Jörg Sackmann) ergänzen das kulinarische Universum mit je einem Stern. Wer hier am Tisch sitzt, versteht, warum Menschen eigens für ein Abendessen nach Baiersbronn reisen.

Nationalpark Schwarzwald – Natur vor der Haustür

Doch Baiersbronn ist weit mehr als Haute Cuisine. Die Gemeinde liegt zu weiten Teilen im Nationalpark Schwarzwald – Deutschlands jüngstem Nationalpark – und damit inmitten einer der letzten großen Wildnisregionen Mitteleuropas. Morgens steigt man durch Nebelschleier auf, mittags sitzt man an einem stillen Karsee, abends hört man in der Schwärze des Waldes nur das leise Rauschen des Baches.

Wald im Nationalpark Schwarzwald | © Sunhikes
urwüchsiger Wald im Nationalpark Schwarzwald

Karseen: Mystische Wasserspiegel im Schwarzwald

Fünf Karseen prägen die Gemarkung Baiersbronns – Zeugen der letzten Eiszeit, die ihre Spuren tief in den Sandstein gegraben hat. Der Sankenbachsee, der Huzenbacher See, der Wildsee, der Buhlbachsee und der Ellbachsee sind beliebte Wanderziele, jeder mit eigenem Charakter: der Sankenbachsee romantisch und leicht erreichbar, der Wildsee tief im Nationalpark und kaum berührt, der Buhlbachsee dezent und von einer besonderen Aura umgeben. Wer alle fünf besucht, hat den Kern dieses Landes verstanden.

Wasserfälle: Wo der Schwarzwald seine wilde Seite zeigt

Neben den Seen sind es die Wasserfälle, die Baiersbronn unverwechselbar machen. Die Sankenbachwasserfälle stürzen aus rund 40 Metern in zwei Stufen in die Tiefe – kraftvoll, laut, unübersehbar. Der Sankenbachsee mit den angrenzenden Wasserfällen ist eines der meistbesuchten Naturziele der Region. Auch der Rosshimmelwasserfall im Bösellbachtal gehört zu den stillen Schätzen, die man abseits der großen Wege entdeckt.

Sankenbachwasserfall bei Baiersbronn im Schwarzwald | © Sunhikes
der Sankenbachwasserfall bei Baiersbronn im Schwarzwald

Nationalparkzentrum Ruhestein – Tor zur Wildnis

Das moderne Nationalparkzentrum Ruhestein ist der ideale Einstieg in den Nationalpark. Eine interaktive Ausstellung erklärt, wie Wildnis entsteht und was passiert, wenn der Mensch aufhört einzugreifen. Der Skywalk – eine Aussichtsplattform, die über die Baumwipfel hinausragt – gibt einen ersten Vorgeschmack auf das, was draußen wartet. Von hier starten geführte Ranger-Touren in den Nationalpark, die Zusammenhänge sichtbar machen, die man allein leicht übersieht.

Nationalparkzentrum Ruhestein | © Sunhikes
das Nationalparkzentrum Ruhestein

Kultur & Sehenswürdigkeiten in Baiersbronn

Wer zwischen zwei Touren Rast macht, findet in Baiersbronn außergewöhnliche Kulturschätze. Hauffs Märchenmuseum widmet sich Wilhelm Hauff, dem Verfasser von „Das kalte Herz" – jenem Schwarzwaldmärchen, das die dunkle Seele des Waldes auf Papier gebannt hat. Der Kulturpark Glashütte Buhlbach erzählt die faszinierende Geschichte der Glasmacher im Buhlbachtal: Hier wurde die moderne Champagnerflasche mitentwickelt – ein Kapitel Industriegeschichte, das kaum bekannt ist und umso mehr überrascht.

Das Kloster Reichenbach aus dem 11. Jahrhundert steht als romanische Anlage still im Tal und erinnert an eine Zeit, in der der Schwarzwald nicht nur Natur, sondern Rückzugsort für Geist und Seele war. Der Lotharpfad an der Schwarzwaldhochstraße schließlich zeigt eindrücklich, wie der Orkan Lothar 1999 die Landschaft veränderte – und wie der Wald seither still und unaufhaltsam zurückkommt.

Bikehimmel: Mountainbiken im Nordschwarzwald

Wer lieber rollt als geht, ist in Baiersbronn ebenso gut aufgehoben. Das 400 Kilometer lange Mountainbike-Streckennetz – der sogenannte „Bikehimmel" – erschließt das gesamte Gemeindegebiet für alle Schwierigkeitsstufen: von sanften Forstwegen für Einsteiger bis zu anspruchsvollen Trails für erfahrene Fahrer.

Über 550 Kilometer Wanderwege: Der Baiersbronner Wanderhimmel

Der sogenannte „Baiersbronner Wanderhimmel" ist kein Marketingbegriff – er ist ein Versprechen. Über 550 Kilometer markierter Wanderwege durchziehen das Gemeindegebiet, darunter prämierte Schwarzwälder Genießerpfade, anspruchsvolle Fernwanderwege und naturnahe Erlebnisrouten für Familien.

Fernwanderwege wie der Baiersbronner Seensteig und die Murgleiter führen durch das gesamte Gebiet und verbinden Täler, Höhen, Wasserfälle und Seen zu einem großen Wandererlebnis. Hinzu kommt ein 400 Kilometer langes Mountainbike-Streckennetz – der Bikehimmel für Zweiradbegeisterte.

Bachlauf des Bösellbachs auf der Baiersbronner Naturgewaltentour | © Sunhikes
am Bachlauf des Bösellbachs auf der Baiersbronner Naturgewaltentour

Der Baiersbronner Sankenbachsteig – Genießerpfad voller Bilder

Man stellt das Auto am Parkplatz Sesselbahn ab und ist sofort mitten drin. Das Kienbächle plätschert neben dem Weg, Licht fällt gefiltert durch das Blätterdach – und mit jedem Atemzug füllt sich die Lunge mit klarer Waldluft.

Der Baiersbronner Sankenbachsteig ist einer der schönsten Schwarzwälder Genießerpfade überhaupt. Er führt durch das Wildgehege, vorbei am idyllisch gelegenen Sankenbachsee – einem der fünf Karseen auf Baiersbronner Gemarkung – und schließlich hinauf zu den Sankenbachwasserfällen, wo das Wasser aus rund 40 Metern in zwei gewaltigen Stufen in die Tiefe stürzt. Die Gischt kühlt das Gesicht, das Tosen dringt tief ins Bewusstsein.

Weiter oben, an der Wasserfallhütte und der Wasenhütte, öffnet sich der Blick in Richtung Freudenstadt – jene Stadt, die 1599 von Herzog Friedrich I. von Württemberg gegründet und von Heinrich Schickhardt geplant wurde. Wandern wird hier zur Zeitreise.

Der Abstieg über den historischen Grubersteig nach Friedrichstal führt durch einen tief eingeschnittenen Hohlweg, der Jahrhunderte als Handels- und Transportroute diente. Am Stöckerkopf belohnt ein weiter Blick über das Murgtal und die dunklen Höhen des Schwarzwalds. Bevor der Kreis am Ausgangspunkt geschlossen ist, wartet noch ein letztes Highlight: der Schnapsbrunnen der Familie Kalmbach.

→ Details zur Wanderung und GPS-Download 
Länge: 12,7 km | Höhenmeter: 480 hm | Schwierigkeit: moderat

Baiersbronner Sankenbachsteig: Kaskade am Sankenbach | © Sunhikes
Baiersbronner Sankenbachsteig: Kaskade am Sankenbach

Der Baiersbronner Tonbachsteig – Schwarzwaldidylle pur

Gleich zu Beginn des Baiersbronner Tonbachsteigs begleitet das beruhigende Plätschern des Tonbachs die Schritte. Der Weg schlängelt sich durch dichte Wälder, an steilen Felsen und moosbedeckten Steigen vorbei – bis sich der eindrucksvolle Tonbachwasserfall ankündigt, dessen Rauschen tief ins Herz dringt.

Immer wieder öffnen sich Panoramaausblicke auf Baiersbronn und das Schwarzwaldtal. Aussichtspunkte wie der Genussplatz Oberer Zinken oder der Huzenbacher Seeblick laden zum Verweilen ein. In der Blockhütte Traube Tonbach lässt sich die Wanderpause mit regionalen Spezialitäten verlängern.

→ Details zur Wanderung mit Fotos, Karte und GPS-Download 
Länge: 14,0 km | Höhenmeter: 424 hm | Schwierigkeit: schwer

die Stirnleshütte am Baiersbronner Tonbachsteig | © Sunhikes
die Stirnleshütte am Baiersbronner Tonbachsteig

Schliffkopf – 360-Grad-Aussicht im Nationalpark Schwarzwald

Wer einmal auf dem Schliffkopf (1.054 m) gestanden hat, versteht, warum dieser Gipfel zu den markantesten Orten an der Schwarzwaldhochstraße zählt. Die baumfreie Grindenlandschaft – entstanden durch jahrhundertelange Beweidung und heute von Schafen und Ziegen offengehalten – gibt den Blick vollständig frei: bei klarem Wetter bis zu den Alpen im Süden und den Vogesen im Westen. Eine 360-Grad-Aussicht, die man so schnell nicht vergisst.

360-Grad-Aussicht auf dem Schliffkopf | © Sunhikes
360-Grad-Aussicht auf dem 1.054 Meter hohen Schliffkopf

Das Nationalpark-Hotel Schliffkopf – Einkehr mit Weitblick

Direkt auf dem Gipfelplateau liegt das Nationalpark-Hotel Schliffkopf, ein 4-Sterne-Superior-Wellnesshotel, das auch Tagesgäste willkommen heißt. Auf der Sonnenterrasse sitzt man über den Grinden und schaut hinaus, als wäre die Welt ein einziges Panoramabild. Der Außenpool mit Panoramablick ist an sonnigen Tagen ein Erlebnis für sich – Schwimmen auf dem Dach des Nordschwarzwalds, sozusagen. Die gehobene Naturküche des Hauses setzt auf regionale Zutaten und saisonale Gerichte, die den Ort widerspiegeln.

Der Lotharpfad – Natur schreibt ihre eigene Geschichte

Nur wenige Hundert Meter vom Gipfel entfernt beginnt der legendäre Lotharpfad. Am 25. Dezember 1999 fegte der Orkan Lothar über den Schliffkopf und hinterließ große Waldflächen in Trümmern. Was blieb, war die Frage: Was geschieht, wenn man der Natur einfach ihren Lauf lässt?

Der 800 Meter lange Lehr- und Erlebnispfad gibt die Antwort. Über Stege, Leitern und Treppen schlängelt er sich durch eine Landschaft im Aufbruch. Eine Aussichtsplattform bietet atemberaubende Blicke über den Nordschwarzwald und das Tal Richtung Oppenau. Wer ihn geht, begreift, wie mächtig – und wie selbstheilend – Natur ist.

→ Wanderbeschreibung und GPS- Download

Lotharpfad an der Schwarzwaldhochstraße | © Sunhikes
der Lotharpfad an der Schwarzwaldhochstraße

Wandern rund um den Schliffkopf

Der Schliffkopf ist nicht nur Aussichtspunkt, sondern auch Knotenpunkt bedeutender Wanderwege. Der Westweg (Pforzheim–Basel, rote Raute) führt direkt über den Gipfel. Der fast ebene 1000m-Weg zieht sich entlang der Höhenlinie mit offenem Blick ins Rheintal. Ein barrierefreier Panoramaweg auf dem Gipfelplateau macht den Ort auch für weniger geübte Besucher zugänglich.

Der Schliffkopf-Rundweg verbindet Bergheiden, urwüchsige Wälder und weite Aussichten zu einer kompakten, eindrucksvollen Tour. Wer mehr möchte, kombiniert die Route mit dem Ruhestein und dem dortigen Nationalparkzentrum, das mit einer interaktiven Ausstellung und dem Skywalk beeindruckt.

Am Schliffkopf entspringen zudem Acher und Murg – hier liegt der Endpunkt des Fernwanderweges Murgleiter, einer der schönsten Mehrtagesrouten im Nordschwarzwald.

Wanderweg auf dem Schliffkopf | © Sunhikes
Wanderweg auf dem Schliffkopf

Winter am Schliffkopf – Schneesicher und weitläufig

Wenn der Schnee die Grinden in weiße Stille taucht, gehört der Schliffkopf zu den schneesichersten Gebieten im Nordschwarzwald. Die offene Landschaft macht ihn zum idealen Terrain für Schneeschuhwanderungen abseits der Wege. Entlang der Schwarzwaldhochstraßen-Loipe verlaufen hier einige der zuverlässigsten Langlaufloipen der Region.

Nationalpark-Ranger und geführte Touren

Wer den Schliffkopf nicht allein erkunden möchte, findet beim nahegelegenen Nationalparkzentrum Ruhestein regelmäßig geführte Ranger-Touren, die tief in die Ökologie und Geschichte des Nationalparks einführen. Ein Erlebnis, das den Blick auf den Wald dauerhaft verändert.

Winter am Schliffkopf im Nordschwarzwald | © Sunhikes
Winter am Schliffkopf im Nordschwarzwald
Anreise & Praktisches

Der Schliffkopf liegt direkt an der B500 zwischen Ruhestein und Kniebis und ist mit dem Auto bequem erreichbar – ein großer Wanderparkplatz steht zur Verfügung. Wer ohne Auto kommt, nutzt die Nationalparkbuslinie 425, die direkt am Hotel hält und den Schliffkopf komfortabel mit Baiersbronn, Freudenstadt und Oppenau verbindet.

Tipp: Zum Sonnenuntergang gibt es kaum einen schöneren Ort im Nordschwarzwald – die Sonne versinkt hinter den Vogesen in einem Farbspiel, das lange nachhallt. Einfach hinfahren, hinschauen, schweigen.

Baiersbronner Seensteig – Drei Etappen, eine Seenlandschaft

Der Baiersbronner Seensteig verbindet die Karseen der Region auf einem mehrtägigen Wandererlebnis.

→ Etappe 1 führt von Baiersbronn über den Sankenbachwasserfall und den romantischen Sankenbachsee zum Ellbacher Wildgehege – ein moderater Einstieg mit einem urwüchsigen Alternativpfad für Abenteuerlustige. (14,3 km, 379 hm)

→ Etappe 2 trägt von Mitteltal durch dunkle Wälder, vorbei an Lothar-Flächen, hinauf zum Schliffkopf. Highlights sind der Aussichtspunkt Grubensattel, der dezent-mystische Buhlbachsee und – erneut – der Lotharpfad, der die Kraft von Sturm und Regeneration sichtbar macht. (18,3 km, 743 hm)

→ Etappe 3 führt vom Schliffkopf weiter zum legendären Mummelsee – mit der Möglichkeit, den Wildsee direkt zu besuchen, jenen stillen Karsee tief im Nationalpark, an dem man kaum glaubt, dass die Welt um einen herum weiterläuft. (12,2 km, 376 hm)

→ Alle 5 Etappen des Baiersbronner Seensteigs in der Sunhikes-Trailbox

Kniebis – Luftkurort und Wanderdorf an der Schwarzwaldhochstraße

Der Kniebis liegt auf einem bis zu 971 Meter hohen, langgezogenen Bergrücken und ist heute Ortsteil von Freudenstadt. Als Luftkurort und Wanderdomizil vereint er Geschichte, Natur und eine bemerkenswerte Ruhe, die man in touristisch dichteren Gebieten vergeblich sucht. Die Luft hier oben schmeckt anders – klarer, kühler, nach Harz und Weite.

Natur & Aussichtspunkte

Vom Ellbachseeblick – einer barrierefrei zugänglichen Aussichtsplattform – öffnet sich ein weiter Panoramablick über den tief unten liegenden Ellbachsee bis zur Hornisgrinde, dem höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds (1.164 m). Wer nach unten wandert, findet am See selbst eine Stille, die sich festsetzt. Nur rund 1,5 Kilometer vom Besucherzentrum Schwarzwaldhochstraße entfernt, ist der Ellbachseeblick auch für Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhl problemlos erreichbar.

Die Klosterruine Kniebis erinnert an eine über 750-jährige Geschichte. Die Wege durch Wald und Heide erzählen von Glasmachern, Zollpfaden und Grenzgängern zwischen den ehemaligen Territorien Württemberg und Baden.

Wintersport: Einer der schneesichersten Orte im Nordschwarzwald

Wenn der erste Schnee fällt, verwandelt sich der Kniebis in ein stilles Winterparadies. Das weitläufige Loipennetz gehört zu den schneesichersten im Nordschwarzwald – eine der Loipen ist sogar beleuchtet und bis 22 Uhr geöffnet, sodass man den Abend auf Skiern verbringen kann. Zwei Rodelbahnen sowie präparierte Winterwanderwege und Schneeschuhtrails runden das Angebot ab. Wer es ruhiger mag, schlendert einfach durch den verschneiten Wald und hört – nichts außer dem leisen Knirschen unter den Schuhen.

Winter am Kniebis | © Sunhikes
Winter am Kniebis

Sommer am Kniebis: Waldschwimmbad und Erholung

Im Sommer kehren sich die Vorzeichen um: Das Waldschwimmbad Kniebis mit Riesenrutsche und Kinderbecken lockt Familien in die kühle Waldluft. Drumherum erstrecken sich Wiesen und Wälder, die zum Nordic Walking, Radfahren oder schlichten Nichtstun einladen.

Einkehren am Kniebis

Wer nach einer langen Tour hungrig zurückkommt, hat die Qual der Wahl. Die Kniebishütte direkt an den Loipen und Wanderwegen ist ein uriges Ausflugsziel mit Schwarzwälder Gemütlichkeit. Das Hotel & Restaurant Waldblick verbindet regionale Küche mit einem Wellnessbereich, das Hotel Restaurant Kniebishöhe überzeugt mit persönlicher Atmosphäre und guter Hausmannskost. Wer deftige Spezialitäten sucht, findet sie im Gasthaus „Zum Ochsen" nahe der Klosterruine.

Kniebiser Heimatpfad – Prämierter Genießerpfad mit Geschichte

Man wandert den Kniebiser Heimatpfad – einen authentischen, prämierten Schwarzwald Genießerpfad – und spürt von den ersten Metern an, dass hier Natur und Kulturgeschichte auf einzigartige Weise verflochten sind.

Licht flutet durch Baumwipfel, eine sanfte Brise trägt den Duft von Kiefern heran. Der fast ebene Rundweg (ca. 10 km) führt durch beide Ortsteile – den württembergischen und den badischen Kniebis –, vorbei am Kloster mit Kräutergarten, entlang des alten Grenzweges und durch Wald, Heide-Moor und Wiesenlandschaften. Informationstafeln, das „Räuberwegle" und ein freigelegtes Stück des alten Gleisweges machen die Route zu einem Erlebnis für Groß und Klein.

2008 belegte der Kniebiser Heimatpfad bei der Wahl „Deutschlands Schönster Wanderweg" den dritten Platz – eine Auszeichnung, die man nach wenigen Kilometern versteht.

→ Routenbeschreibung und GPS-Download 
Länge: 9,9 km | Höhenmeter: 160 hm | Schwierigkeit: leicht

Kniebiser Heimatpfad am Ellbach-Seeblick | © Sunhikes
Kniebiser Heimatpfad am Ellbach-Seeblick

Von Kniebis zum Glaswaldsee – Wandern auf dem Westweg

Der Glaswaldsee ist ein gut gehütetes Geheimnis. Er liegt nahe Bad Rippoldsau-Schapbach in einem Kar, das Gletscher einst aus dem Buntsandstein herausgehobelt haben – steile Ufer, bis zu elf Meter tief, eine Wasserfläche von rund drei Hektar, gespeist von unterirdischen Quellen. Die Route über den Höhenweg und den Westweg vom Kniebis zu diesem See ist eine der lohnendsten im mittleren Schwarzwald.

Von der Grünen Sitzbank öffnet sich der Blick ins Wolftal. Auf dem Rückweg über den Eichelbach erhebt sich die Landschaft noch einmal: die Rheinebene auf der einen Seite, das Renchtal auf der anderen – ein Panorama, das tief im Gedächtnis bleibt.

→ Ausführliche Routenbeschreibung und GPS-Download 
Länge: 20,7 km | Höhenmeter: 578 hm | Schwierigkeit: schwer

Staumauer am Glaswaldsee | © Sunhikes
Staumauer am Glaswaldsee

Alexanderschanze – Ausgangspunkt für Höhenwege und Talwanderungen

Die Alexanderschanze ist einer der vielseitigsten Startpunkte im nördlichen Schwarzwald. Von hier aus erschließen sich Wanderwege in alle Himmelsrichtungen: zum Ruhestein mit dem modernen Nationalparkzentrum, hinunter ins Tal der wilden Rench mit dem spektakulären Buchkopfturm und der Renchquelle auf 822 Metern, oder über den Bauernkopf und die Teufelskanzel mit ihren abenteuerlichen Holztreppen zum Griesbacher Wasserfall und weiter zum Haberer Turm.

Wer von der Alexanderschanze nach Osten zieht, folgt dem Westweg – der roten Raute von Pforzheim nach Basel – durch eine stille Welt aus Wind, Wald und Weite, zwischen 870 und 1.030 Höhenmetern, bis der Ruhestein mit dem Nationalparkzentrum in Sicht kommt. Für den Rückweg bringt die Nationalparkbuslinie Wanderer entspannt zurück.

Kulturelles Erbe: Sehenswertes abseits der Wanderwege

Wer zwischen zwei Touren tiefer in die Geschichte der Region eintauchen möchte, findet in Baiersbronn außergewöhnliche Kulturschätze.

Hauffs Märchenmuseum widmet sich Wilhelm Hauff, dem Verfasser von „Das kalte Herz" – jenem Schwarzwaldmärchen, das die dunkle Seele des Waldes auf Papier gebannt hat. Der Kulturpark Glashütte Buhlbach erzählt die faszinierende Geschichte der Glasmacher: Hier, im Buhlbachtal, wurde die moderne Champagnerflasche mitentwickelt. Das Kloster Reichenbach aus dem 11. Jahrhundert schließlich steht als romanische Anlage still im Tal und erinnert an eine Zeit, in der der Schwarzwald nicht nur Natur, sondern Rückzugsort für Geist und Seele war.

Jahreshöhepunkte: Baiersbronn im Veranstaltungskalender 2026

Wer zur richtigen Zeit kommt, erlebt Baiersbronn in einem besonderen Licht – im wörtlichsten Sinne.

Die Tälerbeleuchtung im Tonbachtal (25. Juli 2026) ist eines der bewegendsten Ereignisse des Jahres. Wenn die Straßenlaternen erlöschen und rund 40.000 Kerzen die Gärten und Hänge in ein warmes Meer aus Licht tauchen, entsteht eine Atmosphäre, die sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Helfer und Hotelteams – darunter die Familie Finkbeiner der Traube Tonbach – entzünden zehntausende Lichter, die fantasievolle Motive in die Dunkelheit zeichnen.

Die Burgunder Nacht (14.–15. August 2026) auf der Schelklewiese verbindet edle Weine aus Baden-Württemberg – Spät-, Grau- und Weißburgunder – mit Live-Musik und einem freien Eintritt. Am Freitag stimmt DJ Mike Tunes auf das Wochenende ein, am Samstag sorgt die Band „E!N KOMPL!MENT" für Tanzstimmung.

Die Baiersbronn Classic (24.–26. September 2026) schließlich versammelt historische Automobile zur „Schwarzwaldrallye für Genießer" – ein Fest für Liebhaber von Handwerk, Eleganz und Geschwindigkeit im Zeichen der guten alten Zeit.

Baierbronner Naturgewaltentour | © Sunhikes
auf der Baierbronner Naturgewaltentour

Alle Wanderungen im Überblick

Wanderung

Region

Länge

Höhenmeter

Schwierigkeit

Baiersbronner Erlebnispfad 2 – Im Tal der Hämmer

Friedrichstal

4,5 km

80 hm

leicht

Lotharpfad an der Schwarzwaldhochstraße

Schliffkopf

0,9 km

12 hm

leicht

Rundwanderung von Kniebis zum Ellbachsee

Kniebis

4,5 km

168 hm

leicht

Genießerpfad Kniebiser Heimatpfad

Kniebis

9,9 km

160 hm

leicht

Rundwanderung Ellbachsee mit Rosshimmelwasserfall von Kniebis

Kniebis

6,8 km

237 hm

leicht

Baiersbronner Satteleisteig

Baiersbronn

10,8 km

383 hm

moderat

Rundwanderung von Baiersbronn über Sankenbachwasserfall und Sankenbachsee

Baiersbronn

12,3 km

411 hm

moderat

Baiersbronner Sankenbachsteig

Baiersbronn

12,7 km

480 hm

moderat

Baiersbronner Seensteig Etappe 3: Schliffkopf – Mummelsee

Schliffkopf

12,2 km

376 hm

moderat

Rundwanderung Guter und Böser Ellbach mit Rosshimmelwasserfall

Mitteltal

12,6 km

412 hm

moderat

Wandern von der Alexanderschanze zum Haberer Turm

Kniebis

11,6 km

127 hm

moderat

Baiersbronner Himmelsweg – Naturgewaltentour

Mitteltal

15,8 km

476 hm

moderat

Das Dorf der Quellen und Parzellen – Erlebnispfad 3

Mitteltal

16,0 km

493 hm

moderat

Westweg von Alexanderschanze nach Harkhof – Etappe 5

Kniebis

16,9 km

209/461 hm

moderat

Kniebis: Sankenbachwasserfälle und Stöckerkopf

Kniebis

17,0 km

458 hm

moderat

Von der Alexanderschanze durch das Tal der wilden Rench

Kniebis

17,7 km

351/852 hm

moderat

Wanderung von der Alexanderschanze über den Glaswaldsee nach Bad Peterstal

Kniebis

18,2 km

292/865 hm

moderat

Von der Alexanderschanze zum Ruhestein – Höhenweg

Kniebis

14,7 km

252/299 hm

moderat

Baiersbronner Himmelsweg – Höhentour

Schliffkopf

21,5 km

569 hm

moderat

Baiersbronner Himmelsweg – 2-Seen-Tour

Baiersbronn

21,0 km

573 hm

moderat

Baiersbronner Seensteig Etappe 1: Baiersbronn – Ellbacher Wildgehege

Baiersbronn

14,3 km

379 hm

moderat

Baiersbronner Tonbachsteig

Baiersbronn

14,0 km

424 hm

schwer

Die Genießertour – Baiersbronner Himmelsweg

Baiersbronn

16,9 km

443 hm

schwer

Von Kniebis über den Höhenweg zum Glaswaldsee

Kniebis

20,7 km

578 hm

schwer

Baiersbronner Seensteig Etappe 2: Ellbacher Wildgehege – Schliffkopf

Mitteltal

18,3 km

743 hm

schwer

Murgleiter Etappe 5: Baiersbronn – Schliffkopf

Baiersbronn

21,1 km

831 hm

schwer

Schwarzwaldpanorama im Baiersbronner Wanderhimmel | © Sunhikes
Schwarzwaldpanorama im Baiersbronner Wanderhimmel

Fazit: Eine Region, die unter die Haut geht

Man kann den nördlichen Schwarzwald rund um Baiersbronn, Kniebis und Schliffkopf besuchen – oder man lässt ihn sich zeigen. Wer geht, wer innehält, wer den Blick am Horizont ruhen lässt, wird verstehen, warum Menschen immer wieder hierher zurückkehren. Die Wege führen durch Jahrhunderte, die Seen spiegeln den Himmel, die Gipfel öffnen die Aussicht bis zu den Alpen – und abends wartet ein Stern am Tisch, der zeigt, dass Genuss und Wildnis kein Widerspruch sind.

Der Nationalpark Schwarzwald ist keine Kulisse. Er ist Erfahrung – und diese Region ist einer seiner schönsten Zugänge.