Burgenwanderung ab Hagueneck: Drei Burgen Eguisheim & Rocher Turenne
Tourencharakter
Diese Burgen-Rundwanderung im Elsass verbindet das Château du Hagueneck mit den Drei Burgen von Eguisheim, den Drei Exen (auch Drei Egsen), französisch Les Trois Châteaux d’Eguisheim, dem Hexenfels Rocher Turenne und dem Waldweiher Étang Herzog. Man wandert durch das Burgengebiet oberhalb von Wettolsheim, Husseren-les-Châteaux und Eguisheim, über schmale Waldpfade und felsige Aussichtspunkte.
Die Runde ist 9,8 Kilometer lang, hat 398 Höhenmeter und startet und endet am Wanderparkplatz beim Château du Hagueneck. Schmale Waldpfade, Holzstufen und Felstreppen wechseln sich mit breiten Forstwegen und kurzen Straßenabschnitten ab. Burgruinen, Wald und Felsen lösen einander ab, und mit den Burgen, dem Hexenfels und dem Weiher hat man ein Ziel nach dem anderen vor sich. Der Bergfried von Hagueneck, die Rastplätze Damen- und Herrensessel, die Drei Exen, der Rocher Turenne und der Étang Herzog bilden die Höhepunkte.
Der Aufstieg zu den Drei Exen ist der anstrengendste Teil, der Rückweg über den Sentier Herzog führt dagegen gleichmäßig bergab.
Hintergrundinformationen
Château du Hagueneck: Die Burgruine im stillen Waldtal wurde 1263 erstmals urkundlich erwähnt. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie zerstört, seit 1923 steht sie unter Denkmalschutz.
Drei Exen: Aus einer Grafenburg des 11. Jahrhunderts wurden Dagsbourg, Wahlenbourg und Weckmund. Die Wahlenbourg gilt als älteste der drei Burgen. 1466 zerstörten Truppen im Sechs-Denare-Krieg die Anlage. Die drei Türme auf dem 591 Meter hohen Schlossberg blieben stehen.
Rocher Turenne: Der Granitfels trägt die Inschrift „Turenne 1675". Sie erinnert an Marschall Turenne und seinen Feldzug im Elsass. Früher hieß der Felsen Hexefelse.
Étang Herzog: Die Industriellenfamilie Herzog legte den Weiher Anfang des 20. Jahrhunderts als Ausflugsziel mit Bootsteich und steinernen Sitzbänken an.
Routenbeschreibung
Vom Parkplatz zum Château du Hagueneck
Vom Wanderparkplatz nahe dem Château du Hagueneck führen schmale Pfade durch lichten Wald bergauf. Ein idyllischer Weg, und schon nach etwa 400 Metern steht man vor der Burgruine. Ein erster Halt, bevor es weitergeht.
Den Bergfried kann man besteigen. Zuerst windet sich eine Metallwendeltreppe an der Turmmauer nach oben, dann führt ein schmaler Treppenaufgang im Inneren des Turms weiter hinauf. Oben öffnet sich ein großartiger Ausblick weit über die Rheinebene bis zum Schwarzwald.
Über den Elsässer Burgenweg ins Bechtal
Von der Burg Hagueneck folgt man dem Elsässer Burgenweg (Chemin des Châteaux forts d’Alsace) Richtung Les Trois Châteaux d’Eguisheim. Der Weg führt vorbei an einer eingefassten Quelle und durch wechselnde Waldabschnitte. Zwischen den Bäumen zeigen sich die ersten Ausblicke auf die Drei Exen, dann geht es hinunter ins Bechtal. Je nach Jahreszeit führt der Malsbach Wasser. Dann hilft ein kleiner Holzsteg über den Bach.
Aufstieg zum Damen- und Herrensessel
Vom Bechtal beginnt der Aufstieg zum Burgentrio bei Eguisheim. Ein schmaler Waldpfad führt bergauf, vorbei an bemoosten Granitfelsen, durch Tannen-, Buchen- und Kastanienwald. An einigen Passagen stützen hölzerne Trittstufen den Weg. Schließlich bringt eine kurze Felstreppe einen ins Felsmassiv, in dem Damen- und Herrensessel liegen.
Die beiden Rastplätze liegen in felsigem Gelände am bewaldeten Hang oberhalb von Husseren-les-Châteaux. Vom höher gelegenen Herrensessel (520 m) öffnet sich der Blick über die elsässische Rheinebene bis zum Schwarzwald. Am Damensessel (500 m) schränkt der Baumbestand das Panorama stärker ein.
Serpentinen zu den Drei Exen
Der Serpentinenpfad durch die Felslandschaft ist einer der schönsten Abschnitte der Tour. Kiefern schlingen ihre Wurzeln über die verwitterten Granitfelsen. Stück für Stück, Kehre für Kehre, kommt man der Burgengruppe näher. Die drei Türme stehen auf dem bewaldeten Schlossberg in etwa 591 Metern Höhe.
Weckmund, Wahlenbourg und Dagsbourg
Die drei benachbarten Burgruinen heißen Dagsbourg, Wahlenbourg und Weckmund. Sie sind nicht als Museum mit festem Rundgang erschlossen. Man erkundet sie auf den vorhandenen Pfaden, eine nach der anderen.
- Weckmund (südliche Burg): Man erreicht sie als Erstes. Vom Burgfelsen reicht der Blick bei guter Sicht weit über die Rheinebene, bis in die Umgebung von Colmar und zum Schwarzwald.
- Wahlenbourg (mittlere Burg): Sie gilt als älteste der drei Burgen. Durch einen Torbogen geht es weiter nach Norden.
- Dagsbourg (nördliche Burg): Der markante Bergfried gehört zu den auffälligsten Überresten der Anlage. Von hier schweift der Blick über den Wald und die Rheinebene bis zum Château du Hohlandsbourg und zur weit entfernten Haute-Koenigsbourg.
Für die Ruinen und die Aussicht lohnt sich eine zusätzliche Pause.
Auf den Spuren des Eichhörnchens Richtung Rocher Turenne
Nach den Drei Exen nimmt man den Weg zum nahen Parkplatz. Von dort folgt man dem breiten Waldweg des Sentier sur les traces de l’écureuil (Auf den Spuren des Eichhörnchens). Markiert ist er mit dem Abdruck einer Eichhörnchenpfote. Der Weg führt durch schattigen Wald Richtung Château du Hohlandsbourg, und Tafeln informieren unterwegs über heimische Baum- und Tierarten.
Unterwegs kommt man am etwas zugewachsenen Aussichtspunkt „Panorama Trois Châteaux” mit Sitzbank vorbei. Der breite Forstweg steigt am Hang entlang sanft an. Dann biegt man nach links ab und geht etwas steiler bergauf, bis man die asphaltierte Zufahrtsstraße zu den Drei Exen erreicht.
Über den GR 532 zum Abzweig
Man folgt der Straße kurz nach links und steigt gegenüber auf einem Waldpfad zum GR 532 (gelbes Quadrat) auf. Ihm folgt man nach rechts. Der markierte Abzweig zum Rocher Turenne ist schnell erreicht – üppig bemooste Granitfelsen im Wald kündigen ihn an.
Rocher Turenne: der Hexenfels
Der als Hexenfels bekannte Rocher Turenne liegt an einem kurzen Stichweg. Er führt durch ein Gebiet mit zahlreichen großen Felsklötzen, die wie hingeworfen wirken. Der Rocher Turenne selbst erscheint wie ein aufgestapelter Felsturm aus bizarren, natürlich verwitterten Blöcken. Er trägt die Aufschrift „Turenne 1675". Sie erinnert an Marschall Turenne (Henri de La Tour d’Auvergne), der damals im Holländischen Krieg das Elsass für Frankreich behauptete und militärisch sicherte. In diesem Krieg kämpfte Frankreich gegen die Niederlande und deren Verbündete.
Étang Herzog und Repos des Chasseurs
Vom Rocher Turenne verläuft die Wanderung parallel zur Straße auf einem breiten Waldweg. Er führt zur Wegkreuzung „Repos des Chasseurs” (600 m) mit Rastplatz beim Étang Herzog. Der kleine künstliche Weiher liegt im Waldgebiet von Wettolsheim und ist ein ruhiger Zwischenstopp, ein Kontrast zu den Felsen und Ruinen. Der Wasserstand schwankt je nach Niederschlag und Jahreszeit. In trockenen Sommern ist der Weiher oft ganz ausgetrocknet.
Sentier Herzog: zurück nach Hagueneck
Vom Weiher folgt man dem Sentier Herzog etwa 2,8 Kilometer durch schattigen Wald in weiten Kurven bergab zur Burg Hagueneck. Es ist der frühere Kutschenweg der Familie Herzog zum Weiher. Vorbei an Ruinenmauern und Felsformationen geht es nun stetig abwärts. Wer möchte, kürzt die obersten Wegschleifen über eine Mountainbike-Strecke ab.
In einer Kurve oberhalb des Château du Hagueneck fällt der Blick in den tiefen Burggraben. Schließlich lichtet sich der Wald, und man erreicht den Parkplatz am Ausgangspunkt der Tour.
Hinweise + Tipps
Anreise und Parken
Mit dem Auto: Ziel ist Wettolsheim, unweit von Colmar und Eguisheim. Von dort fährt man in westlicher Richtung durch die Weinberge, über die Rue du Château und asphaltierte Weinbergstrecken am Ortsrand bergauf, Richtung Waldrand und Hagueneck. Die letzten Meter führen über schmalere Wirtschaftswege durch Weinberge und Wald. Sie sind für normale PKW gut befahrbar.
Parkplatz: Der offizielle Wanderparkplatz liegt unweit der Burg Hagueneck (Château du Hagueneck), idyllisch und oft schattig im Wald. Hier startet und endet die Runde.
Für das Navigationssystem:
- Ort: Wettolsheim (Frankreich)
- Plus Code: 373H+6C (in Kombination mit Wettolsheim)
- GPS-Koordinaten des Parkplatzes: ca. 48.0532° N, 7.2789° E
Mit dem Bus: Busse verbinden Colmar mit Wettolsheim und Eguisheim. Von dort verlängert sich die Tour um den Zustieg durch die Weinberge deutlich.
Tipps für die Wanderung
- Schuhwerk: Wanderschuhe mit griffiger Sohle, besonders bei Nässe auf Felstreppen und Waldpfaden.
- Pausen: Herrensessel und die Drei Exen eignen sich am besten für eine längere Rast.
- Eintritt: Burgen und Fels sind frei zugänglich. Bei den Drei Exen steht eine Spendenbox für den Erhalt der Ruinen.
- Sicherheit: Auf Mauern und Felsen nicht klettern. Es gibt lose Steine und Absturzkanten.
- Wasser und Proviant: Unterwegs gibt es keine Einkehr, also genug mitnehmen.
- Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst. Im Herbst leuchten die Hänge und Weinberge besonders.
- Zum Ausklang: Eguisheim mit Fachwerkgassen und Weinstuben liegt nah.
Häufige Fragen zur Burgenwanderung ab Hagueneck: Drei Burgen Eguisheim & Rocher Turenne
Wie lang ist die Wanderung zu den Drei Exen ab Hagueneck?
Die Rundwanderung ist 9,8 Kilometer lang und hat 398 Höhenmeter. Sie startet und endet am Wanderparkplatz beim Château du Hagueneck.
Wo parkt man für die Wanderung?
Der offizielle Wanderparkplatz liegt unweit des Château du Hagueneck oberhalb von Wettolsheim. Der Plus Code lautet 373H+6C (in Kombination mit Wettolsheim).
Kann man den Bergfried der Burg Hagueneck besteigen?
Ja. Zuerst führt eine Metallwendeltreppe an der Turmmauer nach oben, dann ein schmaler Treppenaufgang im Inneren des Turms. Oben reicht der Blick weit über die Rheinebene bis zum Schwarzwald.
Wie heißen die drei Burgen der Drei Exen?
Sie heißen Weckmund im Süden, Wahlenbourg in der Mitte und Dagsbourg im Norden. Die Wahlenbourg gilt als älteste der drei Burgen.
Kostet der Besuch der Burgruinen Eintritt?
Nein. Alle Ruinen und der Rocher Turenne sind frei zugänglich. Bei den Drei Exen steht eine Spendenbox für den Erhalt der Ruinen.
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