Drei Exen Eguisheim – Les Trois Châteaux: drei Burgruinen über der Rheinebene
Die Drei Exen (auch Drei Egsen) erkennt man schon von weitem: drei Türme aus rosa Sandstein, darüber der Himmel, dahinter der Wald. Die Les Trois Châteaux d’Eguisheim, auch Drei Burgen von Eguisheim oder Hoch-Eguisheim genannt, thronen auf dem 591 Meter hohen Schlossberg oberhalb von Eguisheim und Husseren-les-Châteaux.
Aus einer einzigen Grafenburg wurden im Mittelalter drei Burgruinen, bis 1466 im Sechs-Denare-Krieg alles in Flammen aufging. Heute stehen die drei Bergfriede still im Wald. Von hier reicht der Blick über Weinberge und elsässische Rheinebene, bei klarer Sicht bis zum Schwarzwald.
Auf einen Blick
- Drei Exen (Les Trois Châteaux d’Eguisheim, auch Hoch-Eguisheim): drei Burgruinen auf dem Schlossberg, 591 m
- Lage: oberhalb von Eguisheim und Husseren-les-Châteaux, Département Haut-Rhin
- Bauzeit: ab dem 11. Jahrhundert, zerstört 1466
- Eintritt frei, ganzjährig zugänglich
- Wintersperre der Zufahrt: 15. November bis 15. März
Lage der Drei Exen: zwischen Weinbergen und Vogesen
Auf Französisch heißen die Burgen Les Trois Châteaux du Haut-Eguisheim. Die Dagsbourg im Norden liegt auf dem Gebiet von Eguisheim, Wahlenbourg und Weckmund im Süden gehören zu Husseren-les-Châteaux. Unter ihnen liegen die beiden Weinorte, dahinter beginnen die Vogesen.
Von den Burgruinen sieht man über Weinberge und Rheinebene bis Colmar.
Die drei Burgen im Überblick: Dagsbourg, Wahlenbourg, Weckmund
Was heute wie eine einzige Ruine wirkt, entstand in drei Schritten. Am Anfang stand im 11. Jahrhundert eine große Burg, vermutlich weitläufiger als spätere Anlagen und birnenförmig, mit der Spitze nach Süden. Später teilte der Bau der Wahlenbourg sie in zwei Hälften. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde die südliche Hälfte noch einmal geteilt, dort entstand die Weckmund. So wurden aus einer Grafenburg drei eigenständige Burgen auf einem Höhenrücken, aus rotem Vogesensandstein gebaut und von Nord nach Süd aufgereiht.
Dagsbourg (Dagsburg) – die nördliche Burg
Auf dem nördlichen Felskopf ragt der mächtige, viereckige Bergfried der Dagsbourg auf. Sie gehörte zum Erbe der Grafen von Dabo-Dagsburg. Der Name erinnert an diese Verbindung.
Wahlenbourg (Wahlenburg) – die mittlere Burg
Die Wahlenbourg liegt zwischen den beiden anderen Anlagen. Ihr Name verweist auf diese Lage, sie war die „mittlere Burg”.
Weckmund – die südliche Burg
Die Burg Weckmund bildet das südliche Ende der Anlage und ist die jüngste der drei. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde der südliche Teil der Grafenburg, damals im Besitz der Grafen von Pfirt, noch einmal geteilt. In der südlichen Hälfte entstand die Weckmund, die andere Hälfte erhielt wegen ihrer Lage den Namen Wahlenbourg. Ein tiefer Graben trennt die Weckmund von den beiden anderen Burgen.
Sagen vom Schlossberg
Drei Burgen, drei Geschichten: Einer örtlichen Sage nach birgt jede Burg etwas anderes, Feuer, Wasser und Gold. Eine weitere Erzählung macht die Türme zur Sonnenuhr der Rheinebene, deren Schatten die Tageszeit verraten. Beides ist Legende, kein archäologischer Befund.
Geschichte der Drei Exen: Grafen, Papst und Fehde
Die Grafen von Eguisheim
Das Geschlecht der Grafen von Eguisheim zählte im Frühmittelalter zu den mächtigsten Familien der Region. Die Burg wird im frühen 11. Jahrhundert erstmals erwähnt, damals im Besitz von Graf Hugo.
Um 1080 teilte eine Heirat die Anlage in einen nördlichen und einen südlichen Teil. Der Südteil fiel an die Grafen von Vaudémont, später durch Erbe an die Grafen von Pfirt. Beide Seiten bauten einen eigenen Bergfried. Nach dem Aussterben der Dabo-Linie 1225 stritten Friedrich II. von Pfirt und der Straßburger Bischof Berthold von Teck um die Dagsbourg. Nach dem Sieg des Bischofs bei Blodelsheim 1230 fiel sie an das Hochstift Straßburg. 1251 erwarb Bertholds Nachfolger Heinrich von Stahleck auch die beiden anderen Burgen und führte so die Besitzverhältnisse wieder zusammen.
Papst Leo IX. und die Pankratiuskapelle
Der bekannteste Sohn des Hauses ist Bruno von Egisheim-Dagsburg, 1049 zum Papst Leo IX. gewählt. Er wuchs auf der Burg auf. Dass er dort auch geboren wurde, erzählt die Überlieferung, als gesichert gilt es nicht.
Leo IX. wird auch die dem heiligen Pankratius geweihte Burgkapelle zugeschrieben. Von ihr ist heute nichts mehr zu sehen.
1466: das Ende im Sechs-Denare-Krieg
Der Sechs-Denare-Krieg (Guerre des Six Deniers, im Deutschen auch Sechsplappertkrieg) besiegelte das Schicksal der Burgen. 1466 nahmen Truppen der Stadt Mülhausen und ihrer elsässischen Verbündeten die Anlage ein und zerstörten sie. Hinter dem Angriff stand ein Konflikt zwischen Mülhausen und dem regionalen Adel, nicht die Fehde eines einzelnen Nachbarn. Als befestigter Herrschaftssitz hatte die Burg damit ausgedient, aufgebaut wurde sie nie wieder.
Die drei Türme blieben stehen und sind bis heute weithin sichtbar. Am Mauerwerk lassen sich die verschiedenen Bauphasen ablesen.
Seit 1840 stehen die Ruinen unter Denkmalschutz. In den 1960er Jahren wurden sie in der „Opération Taupe” (Operation Maulwurf) umfassend restauriert.
Erhalt der Ruinen: die Association 2W
Die Association 2W – Weckmund Wahlenbourg engagiert sich für den Erhalt der Drei Exen. Der private Verein setzt sich für die Pflege und Sicherung der mittelalterlichen Burgruinen und ihrer Zugangswege ein. Neben ehrenamtlichen Arbeiten zur Instandhaltung gehört auch die Vermittlung der Burggeschichte zu seinen Aufgaben, unter anderem durch geführte Besichtigungen. So trägt die Association 2W dazu bei, das historische Erbe der Drei Exen für Besucher und kommende Generationen zu bewahren.
Bei den Ruinen steht eine Spendenbox. Wer den Erhalt der Burgen unterstützen möchte, kann dort freiwillig etwas hineingeben.
Wandern zu den Drei Exen
Wer bei Colmar wandern möchte, findet hier eine abwechslungsreiche Burgenwanderung mit rund 10 km und 398 Hm. Die Rundwanderung führt vom Château du Hagueneck über die Drei Exen und den Aussichtsfelsen Rocher Turenne zum Waldweiher Étang Herzog. Dabei wechseln stille Waldwege, mittelalterliche Ruinen und weite Blicke über die Rheinebene einander ab.
Weitere Wandermöglichkeiten
- Kurzer Besuch vom Parkplatz: Der Parkplatz liegt an der Route des Cinq Châteaux, die Ruinen sind in wenigen Minuten erreicht. Die Tourismusinformation nennt etwa 30 Minuten für den Besuch. Leicht, aber mit Waldwegen und unebenem Untergrund.
- Rundweg „Vignoble et Châteaux” ab Eguisheim: etwa 10,5 km, rund 370 Höhenmeter, ca. 3,5 Stunden, mittel. Er führt durch Weinberge und Kastanienwald hinauf zu den Burgen.
- Route des Cinq Châteaux: verbindet die Drei Exen mit Hohlandsbourg und Pflixbourg. Streckenangaben unterscheiden sich je nach Quelle, deshalb lohnt eine Wegbeschreibung mit festem Start- und Endpunkt.
Ziele rund um die Drei Exen: Burgen, Felsen und Rastplätze
Rund um den Schlossberg liegen Ruinen, Felsen und Rastplätze, die den Besuch der Drei Exen sinnvoll ergänzen.
Château du Hagueneck – die stille Waldburg
Die kleine Burgruine Hagueneck liegt abgeschieden im Wald oberhalb von Wettolsheim. 1263 erstmals erwähnt, seit 1923 unter Denkmalschutz. Vom Parkplatz führt ein markierter Weg in etwa zehn Minuten zur Burg, der Eintritt ist frei.
Rocher Turenne – der Hexenfels
Der Rocher Turenne ist ein markanter Fels im Wald zwischen den Burgen.
Étang Herzog – der ehemalige Bootsteich
Die Familie Herzog legte den Étang Herzog Anfang des 20. Jahrhunderts als Ausflugsziel mit Bootsteich an. Der leichte Sentier Herzog (etwa 2,8 km) führt vom Château du Hagueneck hierher. Der Teich kann zeitweise trocken liegen.
Damen- und Herrensessel – Rastplätze im Wald
Der Damensessel und der Herrensessel sind zwei Rastpunkte am Hang oberhalb von Husseren-les-Châteaux. Vom Herrensessel reicht der Blick über die Rheinebene bis zum Schwarzwald, am Damensessel schränken Bäume die Sicht ein.
Château du Hohlandsbourg – die ausgebaute Burganlage
Das Château du Hohlandsbourg ist eine ausgebaute Burganlage mit umfangreichen Mauern und Innenbereichen.
Château du Pflixbourg – die Ruine im Wald
Das Château du Pflixbourg ist eine versteckte Waldruine im Burgengebiet.
Anreise und Parken
Am besten plant man die Anreise zu den Les Trois Châteaux d’Eguisheim im Elsass mit dem Auto oder im Rahmen einer Wanderung. Die Burgen thronen auf dem bewaldeten Schlossberg oberhalb der elsässischen Weinberge.
Mit dem Auto: Man erreicht die Burgen über die elsässische Panoramastraße, die Route des Cinq Châteaux (Route der fünf Burgen). Direkt unterhalb der Ruinen liegt ein Wanderparkplatz, von dem aus man die letzten Meter bequem zu Fuß geht.
Wintersperre: Die Zufahrtsstraße ist vom 15. November bis 15. März für den Autoverkehr gesperrt. In dieser Zeit sind die Burgen nur zu Fuß erreichbar. Geschlossen sind die Ruinen deshalb nicht.
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Direkte Busverbindungen bis vor die Burgruinen gibt es nicht. Busse ab Colmar bringen einen in der Regel bis nach Eguisheim. Von dort steigt man zu Fuß auf, je nach Route etwa 400 Höhenmeter und rund 1 bis 1,5 Stunden Gehzeit.
Eintritt: Der Eintritt ist frei, ohne Kontrolle und ganzjährig. Der Erhalt der Burgen freut sich über freiwillige Spenden in der Spendenbox bei den Ruinen.
Tipps für den Besuch
- Feste Wanderschuhe: unebene Steine, lose Mauerteile und Absturzkanten. Für Kinderwagen und eingeschränkte Mobilität nicht geeignet.
- Eguisheim mit seinen konzentrischen Gassen, Fachwerkhäusern und Weinstuben passt gut vor oder nach der Wanderung.
Häufige Fragen zu den Drei Exen
Wo liegen die Drei Exen?
Die Drei Exen (Les Trois Châteaux d’Eguisheim) stehen auf dem 591 Meter hohen Schlossberg oberhalb von Eguisheim und Husseren-les-Châteaux im Oberelsass, Département Haut-Rhin.
Wie heißen die drei Burgen?
Die drei Burgen heißen Dagsbourg im Norden, Wahlenbourg in der Mitte und Weckmund im Süden. Die Weckmund ist die jüngste Anlage und entstand zu Beginn des 13. Jahrhunderts.
Kostet der Besuch der Drei Exen Eintritt?
Nein. Die Ruinen der Drei Exen sind kostenlos und ganzjährig frei zugänglich, es gibt keine festen Öffnungszeiten. Bei den Ruinen steht eine Spendenbox für den Erhalt der Burgen.
Kann man im Winter zu den Drei Exen fahren?
Die Zufahrtsstraße, die Route des Cinq Châteaux, ist vom 15. November bis 15. März für Fahrzeuge gesperrt. Die Burgen bleiben in dieser Zeit zu Fuß erreichbar.
Wann wurden die Drei Exen zerstört?
Truppen aus Mülhausen und verbündeten elsässischen Städten zerstörten die Burgen 1466 im Sechs-Denare-Krieg. Wieder aufgebaut wurden sie nie.
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