Château du Hagueneck – mittelalterliche Burgruine im Elsass
Das Château du Hagueneck (deutsch: Burg Hagueneck) ist eine mittelalterliche Burgruine in den bewaldeten Vorbergen der Vogesen. Sie liegt westlich von Wettolsheim im Département Haut-Rhin, nur wenige Kilometer von Colmar entfernt. Keine Gipfelburg, kein lauter Auftritt. Wer die Treppe auf den Bergfried steigt, wird oben mit einem großartigen Ausblick belohnt.
Das Château du Hagueneck auf einen Blick
- Lage: Wettolsheim, Département Haut-Rhin, Region Grand Est
- Höhe: etwa 420 Meter
- Entfernung: rund 1,5 Kilometer westlich von Wettolsheim, etwa 5 Kilometer südwestlich von Colmar
- Erste Erwähnung: 1263
- Bergfried: quadratisch, 18 Meter hoch, mit Metalltreppe zur Aussichtsplattform
- Eigentümer: Gemeinde Wettolsheim (seit 1912)
- Schutzstatus: Monument historique (seit 1923)
- Eintritt: frei
- Zustieg: etwa 10 Minuten vom Wanderparkplatz westlich von Wettolsheim
Lage: Burgruine im stillen Waldtal bei Wettolsheim
Etwa 420 Meter über dem Meer, rund 1,5 Kilometer westlich von Wettolsheim und etwa 5 Kilometer südwestlich von Colmar, steht die Ruine auf einem Felssporn in einem schmalen Seitental. Sie liegt zwischen dem Hohlandsbourg und den Drei Exen, die stolz über der Rheinebene thronen. Das Hagueneck selbst scheint sich im Tal zu verstecken. Reben unten, Wald oben. Schatten, Moos, Stille.
Geschichte der Burg Hagueneck
Wie alt ist das Hagueneck? Darüber gehen die Angaben auseinander. Die Gemeinde Wettolsheim datiert die Anfänge auf das Ende des 11. Jahrhunderts, die französische Denkmalinventarisierung sieht die wichtigsten Bauphasen im 12. und 13. Jahrhundert. Sicher belegt ist erst das Jahr 1263, in dem die Burg erstmals urkundlich auftaucht.
- 1263: Burkhard von Hagueneck wird als Besitzer genannt, ein Vasall des Bischofs von Straßburg. Die Burg markierte vermutlich die Nordgrenze der bischöflichen Herrschaft Rufach (Oberes Mundat).
- Um 1300: Der Johanniterorden (Orden des heiligen Johannes von Jerusalem) taucht als Besitzer auf, ab 1303 die Familie von Laubgassen.
- 1304: Die Burg wird bei einer Fehde mit den Herren von Haus und Hattstatt niedergebrannt.
- 14. und 15. Jahrhundert: Die Anlage wird wiederhergestellt und erweitert. Die Herren von Rappoltstein, Jean de Wettolsheim (1478 bis 1482, für einen Dritten) und die Herren von Rust folgen als Besitzer. 1511 brennt die Burg erneut.
- 1640: Im Dreißigjährigen Krieg zerstören schwedische Truppen die Burg. Danach ist sie Ruine.
- 1672: Die Ruine kommt an den Malteserorden, wie sich der Johanniterorden inzwischen nennt. In der Französischen Revolution wird die Burg 1796 versteigert.
- 1912: Die Gemeinde Wettolsheim erwirbt die Burg für 42.000 Goldmark.
- 1923: Am 29. Januar werden die Ruinen als Monument historique unter Schutz gestellt.
Architektur der Burgruine: Was von der Burg geblieben ist
Das Hagueneck wurde nach einem schlichten Plan gebaut. Zwei rechteckige Mauerringe, durch tiefe Gräben vom Berg getrennt, schützten die Anlage. Heute erzählen die Mauerzüge davon, kompakt und nüchtern.
Vom Hauptgebäude, sind Fensteröffnungen und unterschiedlich bearbeitete Steine erhalten. Der Burgkern besteht überwiegend aus Granit. Für feinere Teile wie Fensterrahmen wurde gelblicher Sandstein aus der Gegend von Rouffach verwendet. Grau neben Gelb, grob neben fein.
Der Bergfried: Treppe, Plattform, Aussicht
Der quadratische Bergfried ist das markanteste Element der Burg. Er ist 18 Meter hoch und steht auf der Angriffsseite, direkt über dem Wohnbau. Seine Ecken bestehen aus kantig behauenen Quadern, die im Sonnenlicht warm leuchten.
Eine moderne Wendeltreppe aus Metall windet sich an der Turmmauer nach oben. Stahlstufen, Rundgeländer, darüber blauer Himmel. Neben dem Metall wirkt der alte Stein umso rauer. In der dicken Mauer führt außerdem ein schmaler Treppengang aus Stein ins Dunkel.
Oben liegt eine Plattform mit Rundgeländer um eine Öffnung im Boden. Von hier reicht der Blick weit über die Rheinebene. Im Herbst leuchten die Hänge in Gelb und Rot, am Horizont verschwimmen die Hügel im Dunst. Ob der Zugang aktuell offen ist, sollte man vor dem Besuch prüfen.
Wandern zum Château du Hagueneck
Wer bei Colmar wandern möchte, findet hier ein ruhiges Ziel für kurze und lange Touren.
Kurzer Zustieg: Vom Wanderparkplatz westlich von Wettolsheim führt ein markierter Waldweg in etwa zehn Minuten zur Ruine. Festes Schuhwerk ist sinnvoll.
Herzogpfad (Sentier Herzog): Ein leichter Waldweg von rund 2,8 Kilometern verbindet die Burg mit dem ehemaligen Bootsteich der Familie Herzog. Die Angabe gilt für diesen Weg, nicht für eine komplette Rundwanderung.
→ Rundwanderung durch die Burgenlandschaft: Aus dem Hagueneck lässt sich eine abwechslungsreiche Burgenwanderung machen. Sie führt über die Drei Exen (Les Trois Châteaux d’Eguisheim) und den Aussichtsfelsen Rocher Turenne zum Waldweiher Étang Herzog (9,8 km, 398 Hm, ca. 3,5 h). Stille Waldwege, mittelalterliche Ruinen und weite Blicke über die Rheinebene wechseln sich ab. Zum Ausklang liegt Eguisheim nah, ein Weinort mit Fachwerk und Weinstuben.
Anreise zur Burgruine Hagueneck: Ausgangspunkt Wettolsheim
Mit dem Auto: Von Wettolsheim führt die Zufahrt westwärts durch die Weinberge zum Parking Hagueneck. Von dort geht man zu Fuß zur Ruine. Im Winter kann die Zufahrt eingeschränkt sein.
Zu Fuß oder mit dem Bus: Busse verbinden Colmar mit Wettolsheim und Eguisheim. Von dort lässt sich die Burg auf Wanderwegen durch die Weinberge erreichen, was deutlich länger dauert als der Zustieg vom Parkplatz.
Praktische Hinweise für den Besuch
- Eintritt: Die Ruine ist ein frei zugängliches Wanderziel, kein besetztes Museum.
- Bergfried: Die Metalltreppe führt zur Aussichtsplattform. Der Aufstieg lohnt sich, vor dem Besuch den aktuellen Zugang prüfen.
- Ausrüstung: Wanderschuhe mit griffiger Sohle, besonders bei Nässe.
- Sicherheit: Auf unebenem Boden und auf den Treppenstufen vorsichtig gehen. Nicht auf ungesicherte Mauern oder Felsen klettern.
- Beste Jahreszeit: Frühling bis Herbst. Im Herbst sind die Weinberge am schönsten, bei Regen werden die Waldwege rutschig.
Sehenswertes in der Umgebung
Drei Exen (auch Drei Egsen): Drei Burgruinen auf einem Höhenrücken über der Rheinebene, mit eindrucksvoller Felskulisse und weitem Blick.
Rocher Turenne: ein markanter Fels im Wald zwischen den Burgen.
Château du Hohlandsbourg: Eine deutlich größere, restaurierte Burg mit weitem Blick über die Ebene und saisonalem Besucherbetrieb.
Eguisheim: Ein historischer Weinort mit engen Gassen und Fachwerkhäusern, gut als Start oder Abschluss einer Wanderung.
Häufige Fragen zum Château du Hagueneck
Wo liegt das Château du Hagueneck?
Die Burgruine liegt im Département Haut-Rhin, etwa 1,5 Kilometer westlich von Wettolsheim und rund 5 Kilometer südwestlich von Colmar, auf etwa 420 Metern Höhe.
Kann man auf den Bergfried steigen und gibt es eine Aussicht?
Ja. Eine Wendeltreppe aus Metall führt an der Turmmauer zur Aussichtsplattform, von der der Blick weit über die Rheinebene reicht. Den aktuellen Zugang sollte man vorab prüfen.
Wie lange dauert der Fußweg vom Parkplatz zur Burg?
Vom Wanderparkplatz westlich von Wettolsheim braucht man etwa zehn Minuten.
Kostet der Besuch der Burgruine Eintritt?
Nein. Die Ruine wird als frei zugängliches Wanderziel beschrieben.
Kann man das Hagueneck mit den Drei Exen verbinden?
Ja. Die Burgruine lässt sich gut in eine Rundwanderung über die Drei Exen (Les Trois Châteaux d’Eguisheim), den Rocher Turenne und den Étang Herzog einbauen.
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