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Eisgrotte Allalin: Gletscherabenteuer & Virtual-Reality-Erlebnis

Walliser Alpen
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Kaum hat man die Bergstation der Metro Alpin verlassen, spürt man die Kühle der Höhenluft. Vor einem liegt der 70 Meter lange Stollen, der einst direkt in die Eisgrotte Allalin führte – das geheimnisvolle Innere des jahrtausendealten Allalingletschers. Die Gedanken schweifen, während man die Stollenwände aus blankem Eis betrachtet: Jeder Kristall scheint Licht zu fangen, jeder Tropfen erzählt von der stillen Arbeit der Jahrtausende. 

Doch seit 2023 ist der Zugang dauerhaft gesperrt. Die Natur fordert ihren Tribut: Gletscherbedingte Veränderungen und steigende Temperaturen machten die sichere Begehung unmöglich. Die Eisgrotte Allalin bleibt nun ein Ort der Erinnerung – und ein virtueller Traum. 

VirtuAllalin – das Gletschereis digital erleben 

Für alle, die den Gletscher nicht mehr physisch betreten können, gibt es VirtuAllalin. Mit dieser Virtual-Reality-Erfahrung taucht man interaktiv in die Tiefen des Allalingletschers ein. Jeder Besucher kann die Eisformationen bewundern, das glitzernde Innere erkunden und die schiere Größe des Gletschers fühlen – als würde man selbst durch die alten Stollen schreiten. 

VirtuAllalin macht es möglich, dass die Eisgrotte Allalin weiterlebt, auch wenn man nicht mehr direkt auf 3.500 Metern steht. Ein Erlebnis, das Technik und Naturwunder harmonisch verbindet. 

Panorama und Drehrestaurant – der Blick über Saas-Fee 

Neben der Grotte lockt das höchste Drehrestaurant der Welt auf dem Mittelallalin. Hier dreht sich die Welt langsam, während man den Blick über die Berg- und Gletscherwelt des Saastals genießt. Majestätische Gipfel, schimmernde Eisfelder und das endlose Blau des Himmels – alles liegt einem zu Füßen. 

Die Aussichtsplattform Allalin bietet zusätzlich einen freien Blick auf die umliegenden Gletscher, die sich in der Sonne wie silbrige Bänder winden. Selbst wenn die Eisgrotte Allalin geschlossen ist, bleiben diese Ausblicke ein Höhepunkt jeder Saas-Fee-Reise. 

Geschichte und Bedeutung der Eisgrotte 

Die Eisgrotte Allalin war mehr als eine Attraktion: Ein Symbol für die Kraft der Natur. Über 5.500 Quadratmeter Eisfläche erstreckten sich einst unterirdisch, geformt über Jahrtausende durch die unermüdliche Arbeit des Gletschers. Stollen, Gänge und Kristallwände machten den Allalingletscher zu einem einzigartigen Naturdenkmal. 

Die Anlage war direkt vom Mittelallalin aus zugänglich – ein Highlight für Wanderer, Familien und Gletscherliebhaber. Heute bleibt die Erinnerung lebendig – und virtuell erlebbar. 

Anreise & aktuelle Informationen 

Die Eisgrotte Allalin liegt in Saas-Fee, erreichbar über die Metro-Alpin-Bahn. Auch wenn der Eispavillon geschlossen ist, sind das Drehrestaurant Allalin und die Aussichtsplattform weiterhin regulär zugänglich. Wer die Gletscherwelt Saastal erleben möchte, kann zudem auf VirtuAllalin zurückgreifen. 

Aktuelle Hinweise zu den Freizeitanlagen und Wintersportangeboten finden Besucher im Wintersportbericht Saas-Fee. So lässt sich ein Tag auf dem Mittelallalin perfekt planen, egal ob virtuell oder real. 

Fazit – Magie des Allalingletschers 

Man verlässt das Mittelallalin mit einem Gefühl von Ehrfurcht. Auch ohne direkten Zugang zur Eisgrotte Allalin ist die Magie spürbar: Der Blick auf die Dreitausender, die glitzernden Gletscher und das sanfte Drehen des Restaurants hinterlassen Eindrücke, die man nie vergisst. Virtuell oder real – die Eisgrotte Allalin bleibt ein Juwel der Saas-Fee Attraktionen.

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Feegletscher bei Saas-Fee – Gletschererlebnis im Wallis

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Bei der Ankunft kurz stehenbleiben und genießen. Einen Moment lang. Denn was sich oberhalb von Saas-Fee auftürmt, ist mehr als nur Landschaft. Es ist eine Bühne aus Eis, Fels und Licht. Der Feegletscher, hoch oben an der Ostseite der Mischabelgruppe in den Walliser Alpen, öffnet hier seine Welt. 

Saas-Fee liegt auf einem Hochplateau, umgeben von elf Viertausendern. Der Blick schweift über Gipfel und Gletscherflächen, und schon dieser erste Anblick macht deutlich: Allein dafür lohnt sich der Weg ins Saastal. Saas-Fee gehört zu jenen Orten in der Schweiz, an denen sich die Welt der Gletscher ohne Umwege erschliesst. Rund 20 Gletscher verteilen sich im gesamten Tal – klein, gross, verborgen oder allgegenwärtig. Wer einem Gletscher ganz nah kommen will, ist hier willkommen. 

Feegletscher erleben – zwischen Sommer und Winter 

Bereits an der Talstation des Alpin Express auf 1800 m ü. M. verändert sich die Wahrnehmung. Zwischen Ausflüglern in Wanderschuhen stehen Skifahrer und Snowboarder in winterlicher Montur. Während einige hastig Jacken aus dem Rucksack ziehen und vorsichtige Schritte setzen, schnallen andere ihre Hightech-Bretter an und gleiten davon. 

Hier existieren Sommer und Winter nebeneinander. Der Feegletscher macht diese Gleichzeitigkeit möglich – Bewegung trifft auf Staunen, Hitze auf Eis, Leichtigkeit auf alpine Ernsthaftigkeit. 

Zahlen, Eis und Zeit – Fakten zum Feegletscher 

Der Feegletscher erstreckt sich über eine Länge von rund fünf Kilometern, erreicht eine Breite von bis zu sechs Kilometern und bedeckt eine Fläche von etwa 13 km². Insgesamt lagern hier rund 570 Millionen Kubikmeter Eis (Stand 2024). 

Das Eis zieht sich von 4200 m ü. M. bis hinunter auf 1900 m ü. M. und teilt sich in zwei Bereiche: den Nord-Feegletscher – auch Kleiner Feegletscher genannt – und den Süd-Feegletscher, den Grossen Feegletscher. 

Seit dem ersten Gletscherinventar von 1850 hat der Feegletscher rund ein Drittel seiner Fläche verloren. Im Vergleich zu anderen Alpengletschern ist dieser Rückgang moderat, da das Eis in grosse Höhen reicht. Am tiefsten liegt es unterhalb des Mittelallalin. Weite Teile des Süd-Feegletschers sind heute als Sommerskigebiet Saas-Fee erschlossen – dem zweitgrössten Sommerskigebiet der Schweiz. 

Lage und Geschichte von Nord- und Süd-Feegletscher 

Der Nord-Feegletscher entspringt der steilen Ostflanke der Mischabelgruppe. Seine schmale Zunge zieht nördlich von Längfluh talwärts. 1955 wurde ihr vorderster Teil durch einen Bergsturz auf 500 Metern Länge verschüttet. Über Jahrzehnte überfuhr das Eis den Schutt, regenerierte sich – bis sich ab 1988 erneut ein deutlicher Rückzug einstellte. 1973 betrug die Fläche des Nord-Feegletschers noch rund 7,5 km². 

Der Süd-Feegletscher liegt am Nordhang des Allalinhorns (4027 m ü. M.) und endet in mehreren Zungenlappen. Beide Gletscher speisen die Feevispa, die ihr Wasser durch das Saastal zur Rhone trägt. 

Während der Kleinen Eiszeit reichte das Eis bis in den Talkessel hinter Saas-Fee und umschloss die damalige Gletscheralp vollständig – ein stilles Zeugnis der Kraft des Eises. 

Anreise zum Feegletscher bei Saas-Fee 

Die Anreise führt mit dem Auto oder dem öffentlichen Verkehr von Sierre über Visp nach Saas-Fee. Von dort tragen Bergbahnen Schritt für Schritt hinauf in die hochalpine Gletscherwelt. 

Gletscherlehrpfad Feegletscher – Wissen im Gehen 

Langsam setzt man sich in Bewegung. Zwischen der Felskinnbahn und dem Restaurant Gletschergrotte entfaltet sich der Gletscherlehrpfad Feegletscher. Auf 1,9 Kilometern vermitteln zwölf Informationstafeln anschauliche Einblicke in naturwissenschaftliche Zusammenhänge. 

Der Pfad verbindet Wissen mit Bewegung, führt durch eine vom Gletscher geprägte Landschaft und öffnet immer wieder weite Ausblicke. Trotz teils schwindelerregender Passagen ist der Weg gut für Familien geeignet. Von Frühling bis Herbst zeigt sich hier, wie ein Gletscher Landschaft formt – sichtbar, greifbar, eindrücklich.

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Rimpfischhorn 4.199 m – Hochtour zwischen Eis und Fels

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Man steht nicht davor. Man ahnt ihn. Das Rimpfischhorn entzieht sich dem schnellen Blick. Obwohl es stolze 4.199 Meter erreicht, zeigt es sich weder von Zermatt noch von Saas-Fee aus. Und gerade darin liegt seine besondere Kraft. Zwischen Mischabelgruppe und Monte-Rosa-Massiv, eingebettet in die Walliser Alpen, erhebt sich dieser Berg als mehrzackiger Felskamm zwischen Mellichgletscher und Allalingletscher – rau, eigenständig, unverwechselbar. 

Der Gipfel liegt genau dort, wo sich die Grenzen der Gemeinden Täsch, Zermatt und Saas-Almagell berühren. Ein schmaler Punkt, kaum Platz für einen Menschen. Wer hier oben steht, steht allein – mit dem Wind, dem Eis und der Weite. 

Charakter & Gestalt des Rimpfischhorns 

Ein Berg mit vielen Gesichtern. Im Westen und Norden breiten sich weite Gletscherfelder aus, hell und ruhig. Im Süden und Osten jedoch fällt eine dunkle, fast bedrohliche Wand über 600 Meter steil zum Allalingletscher ab. Diese Gegensätze verleihen dem Rimpfischhorn seinen düsteren, fast archaischen Charakter. 

Der ausgesetzte Gipfelkamm ist flach, doch von Gendarmen durchzogen. Er wirkt wie der gepanzerte Rücken eines urzeitlichen Wesens. Ganz anders als das sanfte, gleichmässige Strahlhorn, das ihm gegenüberliegt. Abgegrenzt wird das Rimpfischhorn durch zwei hohe Übergänge: den Adlerpass im Süden und den Allalinpass im Norden. 

Geografie zwischen Mattertal und Saastal 

Dieser stark vergletscherte Gebirgskamm trennt das Mattertal vom Saastal.Keine drei Kilometer nördlich erhebt sich das Allalinhorn, südöstlich das Strahlhorn. Die nächste Ortschaft, Täsch, liegt fast zehn Kilometer entfernt. 

Vom Hauptgipfel ziehen Grate in alle Richtungen: ein Nordgrat zum Grossen Gendarm (4.107 m), eine Südostrippe zum Adlerpass, ein Westgrat zur Pfulwe. Westlich liegt ein namenloser Firnbuckel, getrennt durch den Rimpfischsattel (3.988 m). Um den Berg schmiegen sich mächtige Gletscher: Allalingletscher, Mellichgletscher, Adlergletscher und Längfluegletscher. Das Rimpfischhorn markiert zugleich den höchsten Punkt der Gemeinde Saas-Almagell. 

Alpinismus & Geschichte am Rimpfischhorn 

Man blickt zurück ins Jahr 1859. Am 9. September erreichten Sir Leslie Stephen und Robert Liveing gemeinsam mit den Bergführern Melchior Anderegg und Johann Zumtaugwald erstmals den Gipfel – über den Südwestgrat. 

Bis heute gilt die Hochtour Rimpfischhorn als klassisch. Im Sommer führt der Weg meist von der Britanniahütte oder vom Berghaus Fluhalp hinauf. Ausgangsorte sind Saas-Fee oder Zermatt. Die rund siebenstündigen Anstiege werden auf der SAC-Hochtourenskala mit WS bewertet. Im Winter ist das Rimpfischhorn eine anspruchsvolle Skitour, je nach Route mit WS+ oder ZS+. 

Besonders eindrücklich bleibt die Besteigung von Albert Siebenmorgen, der 1971 im Alter von 77 Jahren den Gipfel erreichte – ein stilles Zeichen dafür, dass dieser Berg weniger Kraft als Haltung verlangt. 

Routen & Aufstieg – Schritt für Schritt zum Gipfel 

Vom Berggasthaus Fluhalp zieht sich der Weg über Moränenseen zum Pfulwe-Sattel (3.155 m). Man quert die Nordostflanke zum Längfluejoch, folgt dem Firnrücken über den Westgipfel zum Rimpfischsattel. Über Bänder, eine Wandeinbuchtung und kurze Kletterstellen erreicht man schliesslich den schmalen Gipfelgrat – luftig, klar, eindrücklich. 

Alternativ führen Anstiege von der Täschhütte oder der Britanniahütte über Allalinpass und Mellichgletscher hinauf. Immer bleibt das Gefühl: Dieser Berg lässt sich erarbeiten, nicht erobern.

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Strahlhorn 4.190 m – stiller Viertausender bei Saas-Fee

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Auf der Terrasse der Britanniahütte schweift der Blick über ein endloses Meer aus Eis, und plötzlich ist er da. Still. Klar. Vollständig. Das Strahlhorn zeigt sich hier in seiner ganzen Schönheit. Ein Berg, der nichts beweisen muss und doch alles erzählt. 

Mit 4.190 Metern erhebt sich das Strahlhorn hoch über Saas-Fee in den Walliser Alpen. Nur wenige Kilometer trennen seinen Gipfel von der italienischen Grenze. Eingebettet zwischen Mischabelgruppe und Monte-Rosa-Massiv gehört er zur Allalingruppe und ist deren dritthöchster Gipfel. Sein Name erinnert an die Form eines Seesterns – ein passendes Bild für diesen Berg, der seine Grate in alle Richtungen ausstreckt. 

Ein „Einstiegsviertausender“ mit Anspruch 

Unter Kennern gilt das Strahlhorn als Einstiegsviertausender. Technisch mag das stimmen. Doch man merkt schnell: Dieser Berg fordert Ausdauer. Der lange Auf- und Abstieg verlangt eine sehr gute Kondition. Der Weg beginnt meist an der Britanniahütte und führt über Hohlaubgletscher und Allalingletscher hinauf zum Adlerpass, bevor sich der Gipfel auf 4.190 m ü. M. öffnet. 

Man bewegt sich stundenlang durch eine hochalpine Welt aus Eis und Weite. Spalten, Schnee und Wind begleiten jeden Schritt. Der Gipfel belohnt nicht mit Dramatik, sondern mit Ruhe – und einem Panorama, das sich tief einprägt. 

Geografie zwischen Mattertal und Saastal 

Das Strahlhorn markiert den südlichsten Viertausender einer stark vergletscherten Gebirgskette, die Mattertal und Saastal voneinander trennt. Unmittelbar nordwestlich erhebt sich das Rimpfischhorn, verbunden über den Adlerpass (3.786 m). Nördlich liegt das Allalinhorn, südlich das Schwarzberghorn an der italienischen Grenze. Zermatt und Saas-Fee liegen rund elf Kilometer entfernt. 

Vom Gipfel ziehen mehrere markante Grate: ein Südwestgrat über das Adlerhorn zum Findelgletscher, ein Grat über das Fluchthorn Richtung Mattmarksee, sowie ein Südgrat zum Schwarzberg Weisstor. Der Berg liegt – einem Seestern gleich – mitten im Eismeer von Findel- und Allalingletscher

Eis, Grate und Gegensätze 

Die Vielschichtigkeit dieses Berges wird schnell erkennbar. Im Norden reichen sanft geneigte Kämme fast bis an den Gipfel. Im Westen und Nordosten gleiten Grate elegant zu seinen Trabanten Adlerhorn und Fluchthorn. Im Süden bricht der Berg abrupt über Felswände auf ein einsames Gletscherplateau ab. Besonders eindrücklich ist die Ostwand, die steil zum Schwarzberggletscher abfällt. 

Fast der gesamte Berg ist vergletschert. Nur die obersten Meter des Gipfels sind eisfrei. Gerade bei diffuser Sicht kann die Orientierung schwierig werden – Respekt vor dem Gletscher ist hier unerlässlich. 

Hochtouren & Skitouren am Strahlhorn 

Die Hochtour Strahlhorn gehört zu den klassischeren Unternehmungen der Region. Die Normalroute von der Britanniahütte über den Adlerpass und den WNW-Grat wird mit WS bewertet. Eine sehr lange, selten begangene Route führt vom Mattmarksee über das Fluchthorn. Von Westen erreicht man den Gipfel vom Berghaus Fluhalp oberhalb von Zermatt. 

Im Winter zeigt sich das Strahlhorn besonders beliebt als Skitour. Der weite, vergletscherte Charakter macht den Berg zu einem idealen Ziel für erfahrene Skitourengeher. 

Geschichte eines stillen Gipfels 

Man blickt zurück in die goldene Zeit des Alpinismus. Am 15. August 1854 erreichten Christopher Smyth, Edmund J. Grenville sowie die Schweizer Bergführer Ulrich Lauener und Franz Joseph Andenmatten erstmals den Gipfel. 

Seitdem hat sich wenig verändert. Das Strahlhorn bleibt ein Berg für jene, die Weite suchen – und Stille.