Schroff und urgewaltig. Der Rappenschrofen ist der wildeste Punkt des Ottenhöfener Felsenwegs – eine aufragende Porphyrwand mit einem Blockmeer zu Füßen, das von jahrtausendealten Felsstürzen erzählt. Er gilt als „große Bruder" des Breitfelsens – verwandtes Gestein, aber wilder, zerklüfteter, alpiner. Der Rappenschrofen ist kein Aussichtspunkt mit Geländer und Plattform – der Fels fällt steil und unvermittelt ab. Vorsicht ist geboten, vor allem mit Kindern.

Rappenschrofen am Ottenhöfener Felsenweg – Porphyrwand, Blockmeer & Panorama

Der Rappenschrofen bei Ottenhöfen gilt als einer der spektakulärsten Aussichtspunkte des Felsenwegs im Nordschwarzwald. Mit ca. 667 m ü. NHN ist er einer der höchsten Punkte der Tour. Der Pfad führt direkt an die Kante – der Blick öffnet sich unvermittelt über das obere Achertal und die Gemeinde Ottenhöfen.

Aussicht: Achertal, Simmersbach & Hornisgrinde

Von der Felskante blickt man weit über das obere Achertal, die Dächer von Ottenhöfen und die umliegenden Schwarzwaldtäler. Bei guter Sicht reicht der Blick bis in den Ortsteil Simmersbach, tief in die bewaldeten Schwarzwaldtäler und hinauf zur Hornisgrinde (1.164 m) – dem höchsten Gipfel des Nordschwarzwalds.

Geologie: Härtling aus Quarzporphyr

Wie der Breitfelsen besteht der Rappenschrofen aus Quarzporphyr (Rhyolith) – vulkanisches Ergussgestein, etwa 260 bis 280 Millionen Jahre alt. Er widerstand der Erosion, während das weichere Gestein ringsum längst abgetragen wurde. Was blieb, ist ein sogenannter Härtling – der harte Kern, den die Zeit nicht bezwingen konnte.

Das Blockmeer – Zeugen vergangener Felsstürze

Das markanteste Merkmal des Rappenschrofens liegt nicht oben, sondern unten: Ein gewaltiges Blockmeer aus riesigen Porphyr-Brocken bedeckt den Hang unterhalb der Wand. Über Jahrtausende sprengten Frost, Wurzeln und Temperaturschwankungen den Fels Stück für Stück auf – die Trümmer blieben liegen.

Drei Kräfte arbeiten unaufhörlich am Gestein: Frostsprengung – Wasser gefriert in Klüften und dehnt sich um neun Prozent aus. Wurzelsprengung – Baumwurzeln wirken wie biologische Keile. Wärmedehnung – Sonne und Kälte erzeugen Spannungen im Gefüge.

Das Blockmeer ist das Ergebnis – wild, urzeitlich, unberührt. Es liegt unterhalb des Felsens – aus der Vogelperspektive erahnbar, wild und urzeitlich.

Was steckt hinter dem Namen Rappenschrofen?

Der Name trägt sein Wesen im Wort.

„Rappen" verweist auf Schwarz – wie das schwarze Pferd, wie der Kolkrabe. Der Porphyr des Rappenschrofens wirkt feucht und im Schatten fast schwarz. Solche dunklen, exponierten Felswände waren im Schwarzwald klassische Nistplätze für Kolkraben – und wurden entsprechend benannt.

„Schrofen" bezeichnet im süddeutschen Raum eine steil abfallende, zerklüftete Felswand – wilder und brüchiger als ein glatter „Fels". Kein kompakter Block, sondern ein von Rissen, Spalten und vorstehenden Kanten durchzogenes Gestein.

Der Rappenschrofen ist also der schwarze, zerklüftete Felsabsturz – und selten hat ein Name einen Ort so treffend beschrieben.

Wandern am Rappenschrofen: Tipps & Hinweise

Der Rappenschrofen liegt auf dem Ottenhöfener Felsenweg, nahe dem Breitfelsen. Die Abfolge in diesem Abschnitt: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen. Der Fels ist deutlich alpiner als andere Stationen des Weges – festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind Pflicht. Mit Kindern besondere Vorsicht.

Rappenschrofen Ottenhöfen – Praktische Infos im Überblick

  • Lage: Ottenhöfener Felsenweg, Nordschwarzwald, ca. 667 m ü. NHN
  • Gestein: Quarzporphyr (Rhyolith), ca. 260–280 Mio. Jahre alt
  • Aussicht: Oberes Achertal, Ottenhöfen, Simmersbach, Hornisgrinde (1.164 m)
  • Besonderheit: Blockmeer, Fließstrukturen, Härtling
  • Schwierigkeit: Anspruchsvoll, kein Geländer
  • Abfolge: Sesselfelsen – Spitzfelsen – Breitfelsen – Rappenschrofen
  • Beste Zeit: Herbst & Frühjahr
Author Sunhikes | © Sunhikes
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