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Bahnhof Weizen und die Sauschwänzlebahn – wo der Schwarzwald dampft

Südlicher Schwarzwald
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Es gibt Orte, die man nicht googlet. Man findet sie, weil man irgendwo eine alte Landkarte aufschlägt, weil ein Großvater davon erzählt hat, oder weil man an einem Sonntagnachmittag einfach der Nase folgt. Bahnhof Weizen ist so ein Ort. Klein, unscheinbar, irgendwo im südlichen Schwarzwald bei Stühlingen – und doch der Startpunkt für eines der unvergesslichsten Eisenbahnerlebnisse in ganz Deutschland. 

Hier beginnt und endet die Sauschwänzlebahn, offiziell Wutachtalbahn, inoffiziell Legende. 

Warum heißt sie eigentlich Sauschwänzlebahn? 

Wer zum ersten Mal auf eine Karte der Strecke schaut, versteht sofort, woher der Name kommt. Die Bahnlinie ringelt sich durch das Wutachtal wie ein Schweinsschwanz – mit Kehrtunneln, Schleifen und Brücken, die man so anderswo kaum findet. Auf nur 26 Kilometern überwindet die historische Eisenbahn sage und schreibe 231 Höhenmeter. Ohne Zahnrad. Rein durch ingenieurtechnische Raffinesse. 

Das ist kein Zug. Das ist ein Kunststück. 

Die Wutachtalbahn gilt heute als technisches Kulturdenkmal von nationaler Bedeutung – und wer einmal mitgefahren ist, versteht warum. Dampf quillt aus dem Schornstein, der Wald rückt nah ans Fenster, und irgendwo im Tunnel wird es plötzlich dunkel, bevor die Welt wieder hell und grün aufflackert. 

Bahnhof Weizen: Das südliche Ende der Welt 

Der Bahnhof Weizen in 79780 Stühlingen ist die südliche Endstation der Sauschwänzlebahn. Hier kehren die Nostalgie-Züge um, hier steigt man aus, reckt den Rücken, atmet tief durch – und spürt, dass man gerade etwas Besonderes erlebt hat. 

Der Bahnhof liegt direkt an der B314, ist gut mit dem Auto erreichbar und verfügt über einen rollstuhlgerechten Parkplatz. Wer mit dem eigenen Rad anreist, kann es für 12 Euro (Hin- und Rückfahrt) im Zug mitnehmen lassen – was die Sauschwänzlebahn auch für Fahrradausflüge im Schwarzwald attraktiv macht. 

Kulinarisch ist man ebenfalls versorgt: Das nahegelegene Gasthaus Kreuz sorgt dafür, dass kein Magen knurrt. Am anderen Ende der Strecke, in Blumberg-Zollhaus, steht sogar ein Speisewagen bereit. 

Familientheater, Wanderpfade und Eisenbahn-Romantik 

Was den Bahnhof Weizen von einem gewöhnlichen Haltepunkt unterscheidet, ist das Leben, das hier zwischen den Abfahrten pulsiert. Saisonal finden direkt am Bahnhofsgelände Familientheater-Aufführungen statt – ein echtes Highlight für Kinder, die nicht nur Zug fahren, sondern auch staunen wollen. 

Wer lieber die Beine bewegt, startet hier eine Wanderung in die Wutachflühen, eine der wildesten und eindrucksvollsten Schluchtlandschaften des Schwarzwalds. Oder man folgt dem Eisenbahn-Lehrpfad nach Blumberg – eine entspannte Route, die Naturgenuss und Eisenbahngeschichte auf charmante Weise verknüpft. 

Die Sauschwänzlebahn als Ausflugsziel für Familien trifft hier ins Schwarze: Fahrt, Wandern, Museum, Theater – das reicht locker für einen ganzen Tag. 

Sauschwänzlebahn Fahrplan 2026: Wann dampft, wann rattert's? 

Die Sauschwänzlebahn fährt saisonal – und wer mitdampfen will, sollte den Fahrplan 2026 vorab genau studieren. Denn nicht an jedem Fahrtag schnauft die Dampflok. Manchmal übernimmt eine historische Diesellok, und der ist etwas günstiger im Tarif. 

In der Hauptsaison Sommer 2026 gilt folgendes Muster: Donnerstag, Samstag und Sonntag gehören der Dampflok – meist zwei Fahrten pro Tag, vormittags und nachmittags. In den Ferienzeiten (Pfingsten, Sommer) kommen vereinzelt Mittwoche dazu. Freitags fährt häufig die Dieselvariante. Montag und Dienstag ruht der Betrieb planmäßig. 

Am Bahnhof Weizen kommen die Züge aus Blumberg-Zollhaus üblicherweise gegen 11:07 Uhr und 15:07 Uhr an – die Rückfahrt startet jeweils ca. 28 Minuten später, also um 11:35 Uhr und 15:35 Uhr. 

Wichtig: Bei extremer Trockenheit und Waldbrandgefahr kann die Dampflok kurzfristig gegen eine Diesellok getauscht werden. Das ist kein Bürokratismus, das ist Vernunft im Schwarzwald-Sommer. 

Den interaktiven Fahrplan mit tagesgenauen Angaben – inklusive Symbol, ob Dampf oder Diesel – gibt es auf der offiziellen Website

Tickets & Preise 2026: Was kostet der Dampf-Spaß? 

Eine Fahrt auf der Sauschwänzlebahn ist kein Schnäppchen – aber ein echtes Erlebnis, das seinen Preis wert ist. Die Tickets beinhalten den Eintritt in das Eisenbahnmuseum Blumberg-Zollhaus, was den Ausflug nochmal runder macht. 

Für die Dampfzugfahrt Hin- und Rückfahrt zahlen Erwachsene 35 Euro, Kinder zwischen 4 und 15 Jahren 19,50 Euro. Die einfache Fahrt kostet 30 Euro (Erwachsene) bzw. 16,50 Euro (Kinder). Wer als Familie reist: Eine Familienkarte (2 Erwachsene + Kinder) kostet 85 Euro hin und zurück, 73 Euro einfach. Hunde dürfen für 6 Euro mit – egal ob hin, zurück oder beides. 

Für Spontanentscheider, die nur eine Teilstrecke von Haltepunkt zu Haltepunkt fahren möchten, fällt ein Dampfzug-Zuschlag von 6 Euro an. Kleinkinder unter 4 Jahren reisen kostenlos, haben aber keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Gruppen ab 15 Personen profitieren von ermäßigten Gruppenpreisen – Erwachsene zahlen dann rund 35 Euro für Hin- und Rückfahrt. 

Hinweis: Das Deutschland-Ticket gilt auf der Sauschwänzlebahn nicht. Tickets gibt es ausschließlich über das offizielle Buchungsportal – und eine Reservierung wird dringend empfohlen, besonders für Dampfzug-Termine. Die sind oft Wochen im Voraus ausgebucht. 

Das Eisenbahnmuseum in Blumberg: Geschichte zum Anfassen 

Am anderen Ende der Strecke, im Bahnhof Blumberg-Zollhaus, wartet das kostenlose Eisenbahnmuseum. Wer hier ein wenig stöbert, taucht ein in die Geschichte einer Bahn, die ursprünglich als strategische Militärverbindung geplant war – für den Bau wurden einst 21,3 Millionen Reichsmark aufgewendet. Heute ist sie ein Denkmal, das lebt und atmet und dampft. 

Die Ausstellung zeigt historische Fahrzeuge, Dokumente und Exponate, die die außergewöhnliche Entstehungsgeschichte der Wutachtalbahn greifbar machen. Perfekt als Abschluss vor der Rückfahrt nach Weizen. 

Tipps für den perfekten Tag an der Sauschwänzlebahn 

Man bucht früh – besonders Dampfzug-Samstage im Sommer sind schnell vergriffen. Man prüft vorab den interaktiven Fahrplan, um sicher zu gehen, ob die Dampflok oder die Dieselvariante fährt. Man plant Zeit für das Eisenbahnmuseum in Blumberg ein. Und man startet am besten von Bahnhof Weizen aus – mit einem kurzen Abstecher in die Wutachflühen oder einfach einem Kaffee im Gasthaus Kreuz, bevor der Zug pfeift. 

Denn hier, wo der Schwarzwald am wildesten und die Schluchten am tiefsten sind, rattert eine Bahn, die das 21. Jahrhundert höflich ignoriert. Und wer einmal in diesem Dampf gesessen hat, weiß: Das ist kein Ausflug. Das ist eine Reise zurück in eine Zeit, als Reisen noch nach Abenteuer roch. 

Alle Preise und Fahrzeiten beziehen sich auf die Saison 2026 und können sich kurzfristig ändern. Aktuelle Informationen und Buchungen ausschließlich über die offizielle Website der Wutachtalbahn/Sauschwänzlebahn. 

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Lenzkirch: Wo der Schwarzwald seinen wilden Kern zeigt

Südlicher Schwarzwald
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Wer den Hochschwarzwald wirklich kennenlernen will, kommt an Lenzkirch nicht vorbei. Das Städtchen liegt mittendrin – geografisch, atmosphärisch und als Wanderknotenpunkt sowieso. Hier laufen der Schluchtensteig, der Querweg Freiburg–Bodensee und der Mittelweg zusammen, als hätten die alten Pfade hier eine stille Verabredung getroffen. 

Haslachschlucht: Die wilde Schwester der Wutach 

Direkt am Ortsrand beginnt eine der eindrucksvollsten Kurztouren der Region. Die Haslachschlucht gilt als die „kleine Schwester" der berühmten Wutachschlucht – und wer sie einmal durchquert hat, versteht warum. Felsformationen wie der Rechenfelsen und das geheimnisvolle Hölloch säumen den Weg, bevor man am Roodbach-Wasserfall innehält. Festes Schuhwerk ist kein optionales Zubehör, sondern echte Notwendigkeit: Die Pfade sind wurzelig, feucht und wunderschön. 

Auf dem Schluchtensteig markiert Lenzkirch das Ende der Etappe 3 und den Start der Etappe 4 – rund 18,3 Kilometer von Schattenmühle hierher, mit 6,5 Stunden Gehzeit und jeder Menge Höhenmetern, die man hinterher mit gutem Gewissen feiert. 

Ursee: Moorlandschaft aus einer anderen Zeit 

Wer es ruhiger mag, folgt dem Urseeweg in ein stilles Seitental. Der Ursee ist einer der letzten nacheiszeitlichen Hochmoorseen im Schwarzwald – ein Naturschutzgebiet, in dem Heideröschen und Fingerhut blühen und die Zeit sich spürbar verlangsamt. Die Rundwanderung ist mit etwa 8 bis 9 Kilometern und 2,5 Stunden Gehzeit für die meisten gut machbar, der Blick auf das Panorama von Lenzkirch inklusive. 

Burgruine Urach & Bähnle-Radweg 

Etwas oberhalb des Ortes, in Richtung Fischbach, thronen die Mauerreste der Burgruine Urach. Von hier oben öffnet sich ein weites Tal, das man am liebsten mit den Augen abschreitet. Wer lieber rollt als läuft, nimmt den Bähnle-Radweg: Die ehemalige Bahntrasse zwischen Titisee-Neustadt, Lenzkirch und Bonndorf ist nahezu steigungsfrei – ideal für Familien, entspannte Nachmittage oder alle, deren Beine nach der Schlucht schon genug gehabt haben. 

Kurpark, Kino & das Flair eines echten Schwarzwaldorts 

Im Ortszentrum lädt der Kurpark zur kurzen Pause ein – ein gepflegtes Stück Schwarzwald-Idylle zwischen zwei Etappen. Und wer abends noch Energie hat: Das ehrenamtlich betriebene Kino befindet sich direkt im Ortskern und ist eines der kleinsten und charmantesten Kinos der Region. Eintritt lohnt sich. 

Für Familien mit Kindern sei noch der Kuhnigundes Kuhle(h)rpfad am Kuhberg erwähnt – ein Erlebnispfad mit Spielstationen und grandiösem Gipfelpanorama direkt vor der Haustür. 

Abends essen: Zwei Adressen, zwei Stimmungen 

Nach einem langen Wandertag stellt sich die entscheidende Frage: wohin? 

Wer es gehoben und badisch möchte, ist im Adler Post richtig. Rinderfilet, hausgemachte Maultaschen, saisonale Wildgerichte – die Küche ist regional, der Service aufmerksam, das Ambiente gediegener Schwarzwald. Reservierung unter +49 7653 9692440. 

Deftig und gemütlich geht's im Brauereigasthof Rogg zu. Brauhaus-Schnitzel, Vesperplatten mit Schwarzwälder Speck, Kässpätzle – und dazu ein frisch gezapftes Rogg Spezial aus der lokalen Brauerei. Rustikale Holztische, große Portionen, kein Schnickschnack. Reservierung: +49 7653 96210. 

Mehr entdecken: Sunhikes-Touren rund um Lenzkirch 

Das Wanderportal Sunhikes listet mehrere Touren in der Umgebung, die das Beste der Region bündeln – von der anspruchsvollen Schluchtensteig-Etappe über den beschaulichen Urseeweg bis zur Drei-Schluchten-Tour bei Löffingen-Bachheim (ca. 15 Minuten entfernt), die Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht auf rund 10 Kilometern verbindet. 

GPX-Daten herunterladen oder die Route selbst im 3D-Routenplaner planen? Weiter zu den Wanderzielen auf Sunhikes. 

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Was gibt's in Wehr? Das Ziel des Schluchtensteigs – und so viel mehr

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Man hat 119 Kilometer in den Beinen. Die Schluchten des Hotzenwaldes liegen hinter einem, der Rhein glitzert irgendwo da unten – und dann steht man plötzlich in Wehr (Baden), am offiziellen Ziel des Schluchtensteigs. Was zunächst wie ein schlichter Ort wirkt, entpuppt sich als kleine Stadt mit erstaunlich viel Charakter, Geschichte und Leben. 

Am Zielstein: Das erste Foto nach 119 Kilometern 

Der markante Schluchtensteig-Zielstein im Stadtzentrum – unweit von Busbahnhof und Stadtkirche – ist das erste, was man sucht. Zu Recht. Hier holt man sich den finalen Stempel ins Wanderbuch, atmet durch und lässt den Moment sacken. Ein einfacher Stein, aber mit einer Menge emotionaler Wucht für alle, die ihn zu Fuß erreicht haben. 

Ritter, Habsburger, Textilbarone – die Geschichte von Wehr 

Wer einen Moment länger bleibt, merkt: Wehr hat Schichten. Im 11. Jahrhundert war die Stadt Stammsitz der Freiherren von Wehra, bewacht von Burgen wie der Burg Werrach (heute Ruine Altschloss) und der Burg Bärenfels, die strategisch über dem Rheintal thront. Später gehörte Wehr Jahrhunderte lang zu Vorderösterreich – die habsburgische Prägung steckt noch heute in der Architektur und der katholischen Tradition der Stadt. 

Im 19. Jahrhundert dann der nächste Umbruch: Die Wasserkraft der Wehra machte Wehr zu einem bedeutenden Zentrum der Textilindustrie im Schwarzwald. Unternehmerfamilien wie die Brennets hinterließen herrschaftliche Villen und mächtige Fabrikareale – eine Kulisse, die heute noch das Stadtbild prägt. 

Altes Schloss & Neues Schloss: Barock trifft Mittelalter 

Mitten im Ort erzählen zwei Schlösser die Stadtgeschichte auf engstem Raum. Das Alte Schloss, ein spätmittelalterlicher Bau, beherbergt heute das Textilmuseum Wehr – ein Ort, an dem Webstühle, Druckmaschinen und Stoffmuster von zwei Jahrhunderten Industriegeschichte erzählen. Gleich daneben das Neue Schloss: ein barocker Prachtbau, der heute als Rathaus dient, umgeben von einem gepflegten Schlosspark – ideal für eine entspannte Runde nach langer Wanderung. 

Der Kontrast zwischen Barockfassade und massiven Fabrikgebäuden ist kein Zufall, sondern das eigentliche Markenzeichen dieser Stadt am Fluss

Wehratalsperre und Kavernenkraftwerk: Technik im Großformat 

Kurz vor dem Ortseingang liegt die Wehratalsperre – ein 40 Meter hoher Staudamm, von dem aus man nochmal zurückblickt in die Schlucht, durch die man gerade gewandert ist. Darunter, tief im Fels, arbeitet das Kavernenkraftwerk Wehr, seit 1976 eines der wichtigsten Pumpspeicherwerke Deutschlands. Regenerative Energie im XXL-Format – unsichtbar, aber beeindruckend. 

Mediathek in der alten Fabrikhalle: Architektur mit Haltung 

Wer noch einen Moment der Ruhe sucht, findet ihn in der preisgekrönten Mediathek Wehr – untergebracht in einer umgebauten Fabrikhalle. Industriecharme trifft auf moderne Bibliothekskultur. Ein schöner Ort, um in Wanderführern zu blättern oder einfach anzukommen. 

Essen, Trinken, Feiern – der verdiente Abschluss 

Auf 119 Kilometer folgt ein kühles Bier. In der Innenstadt laden Cafés und Gasthöfe zum Verweilen ein – wer einen klassischen Anlaufpunkt sucht, ist im Gasthaus Zum Ochsen gut aufgehoben. Auf die geschafften Kilometer, auf die Schluchten, auf den Hotzenwald. 

Wer noch Kraft übrig hat: Der Aufstieg zur Burgruine Bärenfels dauert vom Ortszentrum rund 45 Minuten und belohnt mit einem letzten weiten Blick über das Rheintal bis in die Schweiz. Ein Abschluss, der sitzt. 

Fazit: Wehr lohnt sich – vor und nach dem Weg 

Wehr (Baden) ist mehr als ein Zielort. Es ist eine Stadt, die ihre Widersprüche trägt – mittelalterliche Burgen, habsburgische Tradition, industrielle Vergangenheit und moderner Wandertourismus –, und dabei erstaunlich lebendig bleibt. Wer hier ankommt, hat nicht nur den Schluchtensteig beendet. Man hat eine Region erlebt, die sich lohnt. 

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Was gibt's in Todtmoos? Ein Ort, der mehr ist als Schwarzwald-Kulisse

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Wer das Wehratal hinaufsteigt, spürt es schon von Weitem: Todtmoos hat eine eigene Schwerkraft. Nicht jene träge, die müde macht – sondern die stille Anziehungskraft eines Ortes, der seit Jahrhunderten Menschen aus aller Welt auf sich zieht. Wallfahrtsort, heilklimatischer Kurort und Natur-Hotspot in einem – tief eingebettet ins tief eingeschnittene Wehratal, fernab der Alltagshektik. 

Das Wahrzeichen: Wallfahrtskirche Todtmoos 

Zwei barocke Zwiebeltürme ragen über die Dächer – und wer einmal vor der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau" steht, versteht sofort, warum dieser Ort seit dem 13. Jahrhundert Pilger anzieht. Die Kirche ist kein Museum, sondern lebendig. Sie prägt nicht nur das Ortsbild, sie prägt das Gefühl des gesamten Schwarzwald-Kurorts Todtmoos. Andächtige Stille trifft auf barocke Pracht – ein Kontrast, der unter die Haut geht. 

Naturspektakel direkt vor der Tür 

Todtmooser Wasserfall – Kraft in Kaskaden 

Nur ein kurzer Spaziergang vom Zentrum entfernt, im Ortsteil Strick, stürzt das Wasser über mehrere Stufen rund 40 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall Todtmoos ist kein zahmes Postkartenmotiv – er ist laut, kühl und eindrucksvoll. Ideal für eine spontane Auszeit zwischen zwei Wanderetappen. 

Wehraquelle & Wehratalschlucht – wilde Schwarzwälder Natur 

Wer etwas weiter denkt, wandert zur Wehraquelle: Oberhalb des Ortes entspringt die Wehra in einem idyllischen Hochmoor – still, moorig, beinahe mystisch. Und wer dann noch weiterwill, begibt sich ins furiose Finale des Schluchtensteigs durch die Wehratalschlucht – eine der wildesten Schluchten des gesamten Schwarzwalds. 

Todtmoos am Schluchtensteig 

Für Wanderinnen und Wanderer ist Todtmoos kein Durchgangspunkt – es ist ein strategischer Knotenpunkt. Der Ort markiert das Ziel der 5. Etappe und den Start der 6. Etappe des Schluchtensteigs. Wer hier ankommt, hat Großes geleistet. Wer hier aufbricht, erwartet noch Größeres. 

Schaubergwerk Hoffnungsstollen – Geschichte unter der Erde 

An Regentagen, wenn der Schwarzwald seine graue Seite zeigt, lohnt sich ein Abstecher ins Schaubergwerk Hoffnungsstollen. Hier erfährt man alles über den ehemaligen Magnetkies- und Nickelabbau im Hotzenwald – ein Stück Industriegeschichte, das überraschend packend erzählt wird. 

Kurpark & Musikpavillon – Entschleunigung auf Schwarzwälder Art 

Das Herzstück der Erholung liegt mitten im Ort: Der Kurpark Todtmoos mit seinem Musikpavillon lädt zu Kurkonzerten, Spaziergängen und jener wohltuenden Langsamkeit ein, die man in der Stadt so verzweifelt sucht. 

Lebkuchen & Kaffeehauskultur: Genuss mit Geschichte 

Todtmooser Lebkuchen – die Zelge 

Ein Pflichtprogramm: Todtmooser Lebkuchen, auch Zelge genannt, gebacken nach einem jahrhundertealten Wallfahrtsrezept. Diese kulinarische Tradition lebt bis heute – und wer einmal in ein frisches Stück gebissen hat, weiß warum. 

Café & Konditorei Zimmermann 

Direkt bei der Wallfahrtskirche am Kirchberg 2 befindet sich das Café Zimmermann – der Klassiker schlechthin. Die Glastheke ist ein kleines Kunstwerk: Schwarzwälder Kirschtorte, Zelge, handgemachte Konditoreiware. Klassisches Kaffeehaus-Ambiente, das zu nichts eilt. 

Café Bockstaller 

Herzlicher, manchmal ruhiger: Das Café Bockstaller an der Hauptstraße 16 ist ein echter Familienbetrieb. Sahnetorten, feine Pralinen, und ein Apfelkuchen, für den Wanderer schon früh aufgestanden sein sollen. Kein Schnickschnack – dafür echtes Handwerk. 

Winter-Highlight: Schlittenhunderennen Todtmoos 

Wer Todtmoos im Winter erlebt, erlebt ein Spektakel der besonderen Art: Das Schlittenhunderennen zieht jedes Jahr Tausende Besucherinnen und Besucher in den verschneiten Schwarzwald. Gespanngebell, Pulverschnee, Aufregung – ein Event, das in keinem Reiseführer fehlen darf. 

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Was gibts in St. Blasien? Kuppel, Schlucht & Schwarzwaldseele

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Man nähert sich St. Blasien und fragt sich kurz, ob man richtig ist. Dichter Tannenwald, ein enges Tal, die Alb rauscht irgendwo unten – und dann: Diese Kuppel. Weiß. Riesig. Vollkommen fehl am Platz und doch wie selbstverständlich hier. Willkommen in einem der seltsamsten und schönsten Flecken des Schwarzwalds

Der Dom – ein Gigant mitten im Wald 

Der Dom St. Blasien ist kein Gebäude, das man erwartet. Mit 36 Metern Kuppeldurchmesser ist er nach dem Petersdom in Rom und dem Invalidendom in Paris die drittgrößte Kirchenkuppel Europas – und er steht nicht in einer Metropole, sondern zwischen Schwarzwaldhängen und Mischwäldern. 

Der Innenraum ist komplett in strahlendem Weiß gehalten. Keine goldenen Altäre, keine dunklen Holzbänke, die das Licht schlucken – stattdessen eine fast schwebende Helligkeit, die den Raum größer macht, als er ohnehin schon ist. Man tritt ein und hält unwillkürlich die Luft an. 

Der Eintritt ist frei. Wer Glück hat, erwischt ein Orgelkonzert – die Akustik ist legendär, das Echo phänomenal. 

Der Brand, der den Dom formte 

Die heutige Kuppel ist nicht die ursprüngliche. Am 7. Februar 1874 brach in einer im Klosterkomplex ansässigen Baumwollspinnerei Feuer aus – ein glimmender Docht reichte, um die hölzerne Originalkuppel und weite Teile der Klostergebäude in Schutt zu legen. Was danach entstand, ist die markante Eisenkonstruktion, die 1883 fertiggestellt wurde, ergänzt durch eine moderne Innenkuppel aus Eisenbeton. Ein Unglück, das dem Dom seine endgültige Gestalt gab. 

Geschichte, die man spürt 

St. Blasien ist kein Ort, der seine Vergangenheit versteckt. Alles begann im 9. Jahrhundert mit einer kleinen Einsiedelei – Benediktinermönche aus dem Kloster Rheinau brachten Reliquien des heiligen Blasius hierher. Daraus wuchs eines der mächtigsten Klöster im deutschsprachigen Raum. 

Seinen Höhepunkt erlebte der Ort im 18. Jahrhundert unter Fürstabt Martin Gerbert: St. Blasien wurde zum Zentrum für Wissenschaft und Musik. Nach dem verheerenden Brand von 1768 ließ Gerbert den heutigen Dom im frühklassizistischen Stil errichten – Einweihung 1783. 

Mit der Säkularisation 1806 war es vorbei mit dem Klosterleben. Die Mönche zogen mitsamt Kunstschätzen und den Gebeinen früher Habsburger ins Stift St. Paul in Kärnten. Im 19. Jahrhundert übernahm die Industrie – eine Spinnerei zog ein. Später wurde St. Blasien zum exklusiven Lungenkurort, in dem sich die europäische Elite erholte. Etwas davon spürt man noch heute. 

Das Kolleg – Jesuiten mitten im Schwarzwald 

Direkt an den Dom schmiegt sich die ehemalige Benediktinerabtei, heute Heimat des Kolleg St. Blasien – eines der renommiertesten Jesuiten-Internate Deutschlands. Die barocke Klosteranlage prägt das gesamte Stadtbild und gibt dem Ort seine eigentümliche Mischung aus Strenge und Weiträumigkeit. 

Windbergschlucht – wo der Weg dramatisch wird 

Nur wenige Gehminuten vom Domplatz entfernt beginnt eine andere Welt. Die Windbergschlucht ist eng, feucht, laut – Wasser überall, bemoose Felsen, Holzstege über rauschenden Rinnsalen. Der Weg führt über Brücken und Treppen hinauf zum Windbergwasserfall, einem der schönsten Wegziele rund um St. Blasien. 

Es ist auch der krönende Abschluss der 4. Etappe des Schluchtensteigs: Man steigt durch die Schlucht ab, und plötzlich öffnet sich der Wald – und da steht dieser Dom. 

Hinweis Ausrüstung: Die Holzstege in der Schlucht sind durch die Gischt oft feucht – auch bei trockenem Wetter ist trittsicheres Schuhwerk Pflicht. 

Albtal & Albstausee – Stille flussabwärts 

St. Blasien liegt im tief eingeschnittenen Tal der Alb. Wer flussabwärts wandert, erreicht den Albstausee – ein ruhiges Gewässer, eingefasst von steilen Waldhängen. Hier ist es still auf eine andere Art als im Dom: keine Stille aus Stein, sondern eine aus Wasser, Wind und Wald. 

Die Strecke Richtung Häusern bietet dabei tolle Blicke auf die Staumauer des Albstausees – ein Geheimtipp, den viele Durchreisende verpassen. 

Kurpark & Wildgehege – für alle, die es ruhiger mögen 

Wer nach Kilometern im Gelände einfach ankommen will, findet im Kurpark an der Alb den richtigen Ort. Bänke, Bäume, Wasser. Wer noch etwas Energie hat, wandert zum Wildgehege am Haus des Gastes – Rotwild und Steinböcke lassen sich aus nächster Nähe beobachten. 

St. Blasien als Wanderknotenpunkt 

Kaum eine Stadt im Südschwarzwald ist so gut erschlossen wie St. Blasien. Drei große Routen kreuzen sich hier: 

Der Schluchtensteig – einer der spektakulärsten Fernwanderwege Deutschlands – nutzt St. Blasien als Übergang zwischen seiner 4. und 5. Etappe. Der Albsteig folgt dem Flusslauf der Alb vom Feldberg bis zum Rhein, mit St. Blasien als Herzstück. Dazu kommt der klassische Fernwanderweg Pforzheim–Waldshut

→ Schluchtensteig Etappe 4: Fischbach – St. Blasien 

Rund 20 km, etwa 6 Stunden, mittelschwer. Das Highlight: der Abstieg durch die Windbergschlucht direkt in die Stadt – und der Moment, wenn zwischen den Tannen plötzlich die Domkuppel auftaucht. 

Schluchtensteig Etappe 5: St. Blasien – Todtmoos 

Rund 19 km, etwa 6 Stunden, schwer. Viel Aussicht, stille Waldpfade hoch über dem Albtal. Die Etappe führt am Albstausee vorbei und über den felsigen Bildstein zum Lehenwieser Stein – einem einsamen Aussichtspunkt mit Schutzhütte, ideal für eine Rast mit Blick ins Tal. 

Kleine Runde für Kurzentschlossene 

Wer nicht den ganzen Schluchtensteig läuft: Die Windbergschlucht-Runde ab dem Domplatz ist mit rund 4 km überschaubar, aber eindrucksvoll. 

Einkehren & Ankommen 

In der verkehrsberuhigten Innenstadt rund um den Domplatz gibt es Cafés und Restaurants für jeden Geschmack – das Dom-Hotel und das Café Ell sind bewährte Anlaufstellen nach einer langen Etappe. 

St. Blasien – mehr als eine Durchgangsstation 

Man könnte St. Blasien als Etappenort abhaken. Dom anschauen, weiterziehen. Aber das wäre schade. Denn dieser Ort hat etwas, das man nicht sofort benennen kann: eine Mischung aus Größe und Abgelegenheit, aus Geschichte und Wildnis, aus Stille und Rauschen. Man braucht ein bisschen Zeit, um das zu spüren. 

Und spätestens beim Abstieg aus der Windbergschlucht, wenn die Kuppel zwischen den Bäumen auftaucht – dann versteht man es. 

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Blasiwald-Althütte: Wo der Hochschwarzwald noch atmet

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Wer den Hochschwarzwald kennt, denkt zuerst an den Feldberg, den Titisee, den Schluchsee. Aber wer wirklich ankommen will – in sich und in der Landschaft – der biegt irgendwann ab. Rauf auf das Plateau. Rein nach Blasiwald-Althütte

Auf rund 1.100 Metern, zwischen Schluchsee und St. Blasien, liegt ein Flecken, den man nur findet, wenn man ihn sucht. Oder wenn man ihn geht. Und genau das ist das Schöne daran. 

Kapelle St. Pantaleon: Ein Kleinod auf dem Hochplateau 

Mitten in die Weite hineingesetzt, als hätte jemand genau gewusst, dass dieser Ort etwas Bleibendes braucht – so steht die Kapelle St. Pantaleon auf dem Hochplateau von Blasiwald-Althütte. 1746 erbaut, denkmalgeschützt, und noch heute von einer Stille umhüllt, die man kaum beschreiben kann. 

Der heilige Pantaleon, einer der 14 Nothelfer und Schutzpatron der Ärzte und Hebammen, gab ihr den Namen. Den Schwarzwaldhöfen ringsum gab sie früher den religiösen Mittelpunkt – denn der Weg hinunter nach St. Blasien war lang, und im Winter oft unpassierbar. 

Von außen ist es ein schlichter Schwarzwälder Kapellenbau mit kleinem Dachreiter, wie aus einer anderen Zeit. Innen empfängt ein barocker Altar, volkstümliche Heiligenfiguren, gedämpftes Licht. Wer kurz innehält, spürt, warum dieser Ort bis heute Hochzeiten und kleine Andachten anzieht. Zwischen alten Schwarzwaldhöfen und weiten Bergwiesen wirkt er schlicht unwiderstehlich. 

Und wer den Blick hebt: Bei klarer Sicht öffnet sich direkt neben der Althütter Kapelle ein Alpenpanorama, das den Atem stocken lässt. Vom Säntis bis zum Mont Blanc – das ist keine Übertreibung, das ist Geografie. 

Schluchtensteig Etappe 4: Der stille Pol der Wanderung 

Blasiwald-Althütte liegt direkt auf der 4. Etappe des Schluchtensteigs (Fischbach – St. Blasien). Wer hier ankommt, hat den anstrengendsten Abschnitt hinter sich – den Aufstieg vom Schluchsee-Ufer hinauf auf das Hochplateau. Was folgt, ist einer jener seltenen Momente, in denen Wandern zur Meditation wird. 

Die Kapelle St. Pantaleon ist ein markanter Orientierungspunkt am Schluchtensteig, kurz bevor der Abstieg durch die Windbergschlucht beginnt. Von hier sind es noch rund 6 Kilometer und etwa anderthalb bis zwei Stunden hinunter zum Dom von St. Blasien – spektakulär, schattig, in sich versunken. 

Wer auf Sunhikes recherchiert, stößt schnell auf eine Beschreibung, die trifft: Althütte ist der stille Pol der Schluchtensteig-Tour. Ein Ort, an dem man noch einmal tief durchatmet, bevor die Welt wieder beginnt. 

Gasthof Althütte: Einkehr mit Seele 

Direkt neben der Kapelle steht der Gasthof Althütte – ein Familienbetrieb, der nicht mehr verspricht, als er hält, und damit genau das Richtige ist. 

Die Küche ist rustikale badische Hausmannskost in ihrer besten Form: Vesperplatten mit hausmacher Wurst, Kässpätzle, Schäufele. Dazu hausgemachter Kuchen – klassischerweise Schwarzwälder Kirsch. Die Gaststube ist aus viel Holz gemacht und viel Gemütlichkeit. Die Terrasse gibt den Blick frei über das gesamte Hochplateau. 

Der Gasthof ist der einzige Einkehrstopp direkt auf diesem Plateau – und damit strategisch unverzichtbar. Öffnung in der Hauptsaison meist ab 11 Uhr, Ruhetag häufig Montag und Dienstag (vorab kurz prüfen). Wer mit einer Gruppe kommt, reserviert am Wochenende lieber einmal kurz. 

Für alle, die die Etappe aufteilen wollen: Es gibt einfache, gemütliche Gästezimmer – ideal für Wanderer auf dem Schluchtensteig, die sich Zeit lassen möchten. 

Geheimtipp: Blasiwald-Althütte im Winter 

Während am Feldberg die Schlangen wachsen, liegt Blasiwald-Althütte im Winterschlaf der Entschleunigung. Die Loipen Richtung Schluchsee und Häusern sind sorgfältig gespurt, die Winterwanderwege ruhig und gepflegt. Wer Langlauf im Hochschwarzwald abseits des Trubels sucht, findet ihn hier. 

Und wer mit etwas Glück an einem Inversionstag kommt – wenn das Tal im Nebel versinkt und die Gipfel in der Sonne schwimmen – der versteht, warum manche Orte nicht berühmt sein müssen, um unvergesslich zu sein. 

Blasiwald-Althütte. Ruhig. Ursprünglich. Hochschwarzwald pur.

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Wo die Schluchten enden und der Horizont beginnt – Wandern in Fischbach mit Sunhikes

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Wer den Schluchtensteig kennt, weiß: Irgendwo zwischen Fels und Fichte, zwischen Rauschen und Stille, verändert sich die Welt. Dieser Ort heißt Schluchsee-Fischbach – ein sonniges Hochtal auf 1.000 Metern, das man nicht einfach durchquert, sondern erlebt. 

Hier enden die wilden Schluchten. Hier beginnt das weite Plateau. Und hier kreuzen sich zwei der eindrucksvollsten Etappen des gesamten Steigs. 

Etappe 3: Von der Schattenmühle nach Fischbach 

Die Schluchtensteig Etappe 3 ist kein Spaziergang – sie ist eine Erfahrung. Rund 18,3 Kilometer, gut sechs Stunden unterwegs, Schwierigkeitsgrad: schwer. Der Weg führt durch Wald- und Wiesenlandschaften, durch den engen Canyon der Haslachschlucht, entlang von Wurzelpfaden, die schon ab der Schattenmühle das Tempo diktieren. 

Wer Ausdauer mitbringt, wird belohnt: mit dem Blick auf Lenzkirch, mit der stillen Cyriakkapelle und schließlich mit dem Gefühl, im offenen Fischbach angekommen zu sein – als hätte man eine andere Welt betreten. 

Der GPX-Track zur Etappe 3 steht auf Sunhikes zum Download bereit, inklusive detaillierter Streckenbeschreibung. 

Etappe 4: Von Fischbach nach St. Blasien 

Von Fischbach aus öffnet sich der Blick – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Schluchtensteig Etappe 4 gilt als eine der aussichtsreichsten des gesamten Wegs. Knapp 19,7 Kilometer, zunächst über asphaltierte Wege zum Waldrand, dann auf naturbelassenen Pfaden durch Muchenland und die kleine, verwunschene Windbergschlucht kurz vor St. Blasien. 

Das Highlight schlechthin: der Panoramablick vom Bildstein auf den gesamten Schluchsee – an klaren Tagen bis zu den Alpen. Wer hier oben steht, versteht, warum Wanderer aus ganz Europa diesen Steig suchen. 

Das Haus des Gastes in Fischbach ist der offizielle Startpunkt der Etappe – und der Ort, wo man sich den begehrten Stempel ins Wanderbuch holen kann. Wer vorher oder danach einkehren möchte, ist im Gasthof zum Hirschen gut aufgehoben. 

Der GPS-Track zur Etappe 4 ist ebenfalls bei Sunhikes verfügbar. 

Mehr entdecken: Rundwege ab Fischbach 

Fischbach denkt in Schleifen. Zwei lokale Rundwege machen den Ort auch für Tagesgäste attraktiv: 

Die Fischbach-Bildstein-Runde verbindet auf rund 12 Kilometern den Ort mit dem Gipfel des Bildsteins (1.134 m) und dem Seglerhof – kompakt, lohnend, unvergesslich. 

Die Große Fischbach-Tour hingegen entfaltet ihren ganzen Charme im Winter: verschneite Hänge, klare Luft, das Dorf wie aus einem Advent-Kalender. Kein Wunder, dass sie als traumhafte Winterwanderung im Schwarzwald gilt. 

Fischbach im Winter: Loipen, Stille, Aussicht 

Wandergebiet ist Fischbach das eine – Wintersportort das andere. Das Loipennetz rund um den Ort ist erstklassig gepflegt und verbindet direkt mit der Aha-Schluchsee-Loipe. Auch die Winterwanderwege sind bestens in Schuss. Wer den Schwarzwald abseits der Hochsaison kennenlernen möchte, findet hier eine unaufgeregte, ehrliche Alternative. 

Sunhikes: Der digitale Begleiter auf dem Schluchtensteig 

Sunhikes ist mehr als ein Portal – es ist der zuverlässige Wanderbegleiter für alle, die den Schluchtensteig Schwarzwald nicht nur ablaufen, sondern verstehen wollen. Mit detaillierten Routenbeschreibungen, aktuellen GPX-Downloads und geografischen Einordnungen macht Sunhikes aus einer guten Tour eine große. 

Fischbach nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Als Schnittpunkt zweier zentraler Etappen und als der Ort, an dem laut Sunhikes „die wilden Schluchten enden und das weite Hochplateau beginnt", ist er nicht nur geografischer Mittelpunkt – er ist die Seele des Steigs.