Von Kleinlesau nach Pottenstein: durch Höhlen und die Bärenschlucht
Tourencharakter
Fels. Höhle. Fachwerk. Kaum eine Wanderung zeigt die landschaftliche Vielfalt der Fränkischen Schweiz auf so kurzer Strecke wie der Weg von Kleinlesau nach Pottenstein.
Auf 9,2 Kilometern führt die Tour durch stille Wälder, vorbei an den kleinen Karsthöhlen Pferdsloch und Kühloch, hinein in das malerische Tüchersfeld und weiter entlang der Püttlach durch die wilde Bärenschlucht. Kurz vor dem Ziel wartet mit dem Alpinen Steig noch ein überraschend felsiger Abschnitt, bevor man schließlich hinab nach Pottenstein gelangt.
Für die Wanderung sollte man etwa 3 Stunden reine Gehzeit einplanen. Mit 249 Höhenmetern im Aufstieg und 234 Höhenmetern im Abstieg bleibt die Tour insgesamt leicht.
Einige Passagen sind jedoch schmal und felsig. Besonders im Bereich der Bärenschlucht und auf dem Alpinen Steig bei Pottenstein ist etwas Trittsicherheit von Vorteil.
Die Strecke ist keine Wanderung mit nur einem großen Höhepunkt. Hier folgt einer auf den anderen.
Hintergrundinformationen
Wo Wasser den Jurakalk geformt hat
Die Wanderung führt durch eine Landschaft, deren Geschichte tief im Gestein verborgen liegt.
Über Millionen von Jahren hat Wasser den porösen Jurakalk ausgewaschen. Dabei entstanden Höhlen, Felsspalten und die markanten Felsformationen, die heute das Landschaftsbild der Fränkischen Schweiz prägen. Schon früh auf der Strecke begegnet man dieser geologischen Vergangenheit.
Das Pferdsloch und das Kühloch sind kleine, frei zugängliche Karsthöhlen am Wegesrand. Sie gehören zu einer Landschaft, die zu den höhlenreichsten Regionen Deutschlands zählt.
Tüchersfeld: eines der berühmtesten Fotomotive
Weiter südlich trifft die Wanderung auf einen der bekanntesten Orte der Fränkischen Schweiz.
Tüchersfeld wirkt beinahe wie eine sorgfältig komponierte Landschaftsszene: Fachwerkhäuser stehen im Tal, während unmittelbar dahinter mächtige Dolomitfelsen aufragen. Der Kontrast zwischen historischen Gebäuden und den zerklüfteten Felsformationen macht den Ort zu einem der meistfotografierten Ziele der Region.
Im historischen Judenhof befindet sich das Fränkische-Schweiz-Museum. Zum Ensemble gehört auch eine erhaltene ehemalige Synagoge, die einen wichtigen Teil der regionalen Geschichte dokumentiert.
Felsen und Klettergeschichte in der Bärenschlucht
Mit der Bärenschlucht verändert sich die Landschaft erneut. Das Tal wird enger, die Felswände rücken näher an den Wanderweg heran und aus der ruhigen Talwanderung wird ein besonders eindrucksvoller Felsabschnitt.
Die Fränkische Schweiz gehört zu den bekanntesten Kletterregionen Deutschlands. In der Bärenschlucht zeigen sich viele typische Strukturen des fränkischen Jurakalks: Pfeiler, Risse, Überhänge und die charakteristischen Löcher im Gestein. Felstürme wie der Püttlachkamin oder der Teufelskrallen-Turm sind Teil dieser eindrucksvollen Felslandschaft.
Routenbeschreibung
Vom Ortsrand Kleinlesau in den Wald
Der Weg startet unmittelbar am Ortsrand von Kleinlesau und führt über breite Forstwege bald in schmalere, wurzelige Pfade hinein. Nach rund 1,5 Kilometern erreicht man die ersten Höhlen der Tour. Die Route führt direkt in das Herz des Naturparks Fränkische Schweiz-Frankenjura.
Pferdsloch und Kühloch
Ein unscheinbarer Abzweig führt hinauf zur Pferdslochhöhle, einem kurzen, offenen Felsdurchlass im Jurakalk, durch den Tageslicht fällt. Wenige hundert Meter weiter liegt das Kühloch: ein flacher, horizontal verlaufender Hohlraum mit rauer, ursprünglicher Struktur, spürbar kühler als die Umgebung. Eine feste Bank am zweiten Ausgang lädt zur kurzen Rast mit Blick ins Waldtal ein.
Hinweis: Zwischen 1. Oktober und 31. März dienen viele Höhlen der Region als Winterquartier für Fledermäuse. In dieser Zeit sollten Höhlen grundsätzlich nicht betreten werden, um die Tiere in ihrer Winterruhe nicht zu stören.
Ankunft in Tüchersfeld
Nach dem Waldabschnitt öffnet sich die Landschaft, und man erreicht Tüchersfeld. Wer mag, steigt über Treppenstufen und Metallleitern zur gesicherten Aussichtsplattform auf dem Fahnenstein auf. Der Weg selbst führt weiter hinein in den Ort, vorbei am Fränkische-Schweiz-Museum im historischen Judenhof, und über die Püttlach zurück auf den Wanderpfad. Vom Ortsausgang aus lohnt der Blick zurück auf die beiden markanten Felstürme, die sich steil über die Fachwerkhäuser erheben.
Entlang der Püttlach in die Bärenschlucht
Von Tüchersfeld aus folgt der Weg der ruhig dahinfließenden Püttlach in Richtung Pottenstein. Nach und nach verengt sich das Tal, und die ersten Felswände der Bärenschlucht rücken näher. Namen wie Püttlachkamin oder Teufelskrallen-Turm zeugen von einem der bekanntesten Klettergebiete der Region. Ein schmaler, wurzeliger Pfad führt fast auf Ebene mit dem Fluss direkt unter den senkrechten Jurawänden hindurch – Kalkstein, ausgewaschene Rinnen und kleine Felslöcher zum Greifen nah.
Der alpine Steig vor Pottenstein
Kurz vor Pottenstein zweigt der kurze Alpine Steig ab: ein schmaler Pfad, der sich in engen Kehren den Hang hinaufwindet, vorbei an bemoosten und efeuüberwachsenen Felsen, durch einen kurzen Felstunnel und schließlich durch einen engen Felskamin wieder hinab. Von hier aus werden schon die ersten Dächer von Pottenstein sichtbar, bevor ein breiterer Fahrweg zügig ins Tal führt.
Ankunft in Pottenstein
Der historische Ortskern empfängt mit engen Gassen, restaurierten Fachwerkhäusern und der auf einem Felssporn thronenden Burg Pottenstein. Wer noch Zeit und Energie hat, steigt zum Aussichtspunkt Breitenstein auf – von dort öffnet sich ein weiter Blick über die gesamte Stadt.
Hinweise + Tipps
Anreise
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Ortsteil Kleinlesau, der zur Stadt Pottenstein in der Fränkischen Schweiz gehört. Der Weg startet direkt am Ortsrand und führt am Ende der Tour zurück nach Pottenstein, wo sich mit Bahnhof und Parkplätzen gute Anschlussmöglichkeiten für die Rückfahrt bieten.
Tipps
- Winterruhe der Fledermäuse respektieren: Zwischen Oktober und März gehören die Höhlen den Fledermäusen – auf einen Besuch sollte in dieser Zeit verzichtet werden.
- Trittsicherheit für den Alpinen Steig: Der kurze, aber steile Abschnitt vor Pottenstein ist bei Nässe rutschig – festes Schuhwerk zahlt sich aus.
- Zeit für Tüchersfeld einplanen: Das Fränkische-Schweiz-Museum und die Aussichtsplattform auf dem Fahnenstein lohnen einen längeren Zwischenstopp.
- Fotomotive mitnehmen: Die Felstürme über den Fachwerkhäusern von Tüchersfeld zählen zu den meistfotografierten Ansichten der Region – am besten im weichen Morgen- oder Abendlicht.
- Pottensteiner Bier probieren: Nach der Tour laden traditionelle Brauereien und Gasthäuser im Ort zur verdienten Einkehr ein.
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