Image
auf Karte anzeigen

Zugspitze – Höchster Berg Deutschlands in den Wettersteinalpen

Mieminger Gebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man steht vor der Zugspitze und spürt die Erhabenheit dieses Gipfels, der mit 2.962 Metern Höhe über Bayern und Tirol thront. Deutschlands höchster Berg erhebt sich majestätisch als Wahrzeichen des Wettersteingebirges, während der Ostgipfel vollständig auf deutschem Boden liegt und der Westgipfel die Grenze zu Österreich markiert. Von hier aus schweift der Blick über die Alpen und man ahnt die Kraft und Schönheit der Natur, die diese Region prägt. 

Erstbesteigung der Zugspitze 

Man kann sich vorstellen, wie Josef Naus, Johann Georg Tauschl und ihr Messgehilfe Maier am 27. August 1820 den ersten Aufstieg wagten. Schon am 21. Juli hatte Naus das Reintal bis zum Nördlichen Schneeferner erkundet, im Auftrag des Königlich Bairischen Topographischen Bureaus. Von der Angerhütte aus starteten die Erstbesteiger über das Zugspitzplatt zum Westgipfel. Dort hinterließen sie einen Bergstock mit Tuch als Zeichen ihrer Anwesenheit, ehe ein plötzliches Gewitter mit Schneefall sie rasch zum Abstieg zwang. 

Die erste Begehung des Höllentals erfolgte am 26. September 1876 durch Franz Tillmetz und Franz Johannes mit den Führern Johann und Joseph Dengg. 

Namensherkunft – Zugspitze 

Man staunt, wenn man erfährt, dass die Zugspitze erstmals 1590 namentlich erwähnt wurde. Der Name leitet sich vermutlich von den Lawinenzugbahnen ab, die charakteristische Spuren aus Steinen und Geröll ins Tal ziehen. Frühere Bezeichnungen wie Zug, Zuggasse, Zugstick, Zugmösel oder Zugwankel spiegeln die landschaftliche Besonderheit wider. Bis ins 19. Jahrhundert war „Zugspitz“ gebräuchlich, ab 1836 taucht erstmals die Schreibweise „Zugspitze“ auf. 

Geologie & Gletscher 

Man berührt die Felsen aus Wettersteinkalk der Trias und spürt die Jahrtausende in den Gletschern: Nördlicher Schneeferner, Südlicher Schneeferner und Höllentalferner. Ursprünglich hatte die Zugspitze drei Gipfel: 

  • Ostgipfel – vollständig erhalten, auf deutschem Boden 

  • Mittelgipfel – 1930 für eine Seilbahnstation genutzt 

  • Westgipfel – 1938 gesprengt für Wehrmachtsbau 

Die Geschichte dieser Gipfel erzählt von Mensch und Natur, von Eroberung und Erhaltung. 

Heutige Normalrouten 

Man kann heute zwischen drei Hauptwegen wählen: 

1. Reintal-Route (leicht) 

Start in Garmisch-Partenkirchen, durch die Partnachklamm, vorbei an der Bockhütte. Über das Reintal und die Angerhütte (1.370 m), weiter zur Knorrhütte (2.051 m) und zum Zugspitzplatt, bevor man den Gipfel erreicht. 

2. Höllental-Route (anspruchsvoll) 

Landschaftlich reizvoll und technisch anspruchsvoll, für erfahrene Bergsteiger ein Abenteuer. 

3. Österreichisches Schneekar 

Eine alpine Route mit spektakulären Ausblicken auf das Tiroler Bergpanorama. 

Bekannte Gratüberschreitung: Der Jubiläumsgrat führt von der Zugspitze zur Alpspitze – ein Muss für Gipfelenthusiasten. 

Das Zugspitzmassiv entdecken 

Man wandert über das Zugspitzmassiv, das viele markante Gipfel umfasst: 

  • Zugspitzplatt: Karst-Hochfläche mit Höhlen 

  • Zugspitzeck (2.820 m), Schneefernerkopf (2.874 m), Wetterspitzen (2.747 m) 

  • Wetterwandeck (2.698 m), Plattspitzen (2.679 m), Gatterlköpfe (2.490 m) 

  • Südgrenze: Gatterl (2.024 m), Übergang zum Hochwanner 

  • Ostgrat: Jubiläumsgrat → Alpspitze und Hochblassen 

  • Nordostkamm: Riffelwandspitzen → Riffelköpfe → Riffelscharte → Waxensteinkamm → Waxenstein 

Jede Route offenbart neue Perspektiven, jede Aussicht lässt das Herz schneller schlagen. 

Erschließung & Tourismus 

Man erreicht die Zugspitze bequem: 

  • Seilbahnen: Tiroler Zugspitzbahn, Bayerische Zugspitzbahn, Seilbahn Zugspitze 

  • Winter: Skigebiet auf dem Zugspitzplatt mit Liften und Pisten 

Bergsteiger, Wanderer und Wintersportler schätzen die Zugspitze für alpine Natur, spektakuläre Ausblicke und vielseitige Routen. 

Wandertipp: Seebensee & Coburger Hütte – Naturjuwel der Tiroler Zugspitz Arena → 

Man startet die Wanderung im malerischen Ehrwald und folgt dem gut ausgeschilderten Weg hinauf zum glasklaren Seebensee, einem der schönsten Bergseen der Tiroler Zugspitz Arena. 

Die Wanderung führt durch saftige Almwiesen, dichte Wälder und beeindruckende Felsformationen. Am See angekommen, lädt die Coburger Hütte zu einer gemütlichen Einkehr ein – mit herrlichem Blick auf den See und die umliegenden Gipfel. 

Die Tour ist ideal für Naturliebhaber und Familien, die eine moderate Bergwanderung mit großartigen Panoramen suchen. Der Weg ist gut begehbar, zahlreiche Rastplätze laden ein, die Ruhe der Tiroler Alpen zu genießen. Von der Coburger Hütte aus lassen sich auch weitere Gipfel erkunden, wie die Ehrwalder Sonnenspitze.

Image
auf Karte anzeigen

Nebelhorn Allgäu – Panorama-Gipfel mit Blick auf 400 Berge

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man steht oben, spürt den Wind und merkt schnell: Das hier ist mehr als nur ein Gipfel. Das Nebelhorn in den Allgäuer Alpen erhebt sich auf 2.224 Metern über dem Alltag und öffnet einen Blick, der fast unwirklich wirkt. Über 400 Gipfel liegen ausgebreitet vor den Augen – Deutschland, Österreich und die Schweiz scheinen ineinanderzufließen. Tief unten wirkt Oberstdorf wie ein Modell aus einer anderen Welt. 

Viele Berge versprechen Aussicht. Doch kaum einer hält dieses Versprechen so kompromisslos wie das Nebelhorn. Bei klarer Sicht reicht der Blick vom Säntis über die Berner Alpen mit Eiger, Mönch und Jungfrau bis hin zu den Dolomiten – und an ganz besonderen Tagen sogar bis zum Bodensee. 

Lage & Charakter – zwischen Kalk und Flysch 

Man befindet sich hier auf einem Nebengipfel des Westlichen Wengenkopfs in der Daumengruppe. Geologisch erzählt der Berg seine eigene Geschichte: Oben prägt Hauptdolomit der Nördlichen Kalkalpen das Bild, darunter folgen weichere Flyschschichten. Diese Mischung verleiht dem Nebelhorn im Allgäu seine markante Form – schroff, aber nicht abweisend. 

Der Bergrücken zieht sich vom Geißfuß über die Wengenköpfe bis zum Großen und Kleinen Daumen. Alles wirkt offen, weit, fast grenzenlos. 

Aufstieg oder Seilbahn – zwei Wege nach oben 

Man kann sich den Gipfel erarbeiten oder bequem erreichen. Die Nebelhornbahn bringt einen in zwei Sektionen von Oberstdorf hinauf bis ganz nach oben. Von der Seealpe zur Station Höfatsblick und weiter zur Gipfelstation dauert die Fahrt keine halbe Stunde – genug Zeit, um zuzusehen, wie das Tal immer kleiner wird. 

Oben angekommen, überrascht kein uriges Holzhaus, sondern ein modernes Gebäude mit Restaurant und geschützter Sonnenterrasse. Man sitzt windgeschützt, trinkt einen Kaffee und schaut hinaus in die Weite – Luxus, der hier oben durchaus seinen Platz hat. 

Hindelanger Klettersteig – Gratwanderung mit Respekt 

Direkt vom Gipfelbereich startet der Hindelanger Klettersteig, einer der bekanntesten Klettersteige im Allgäu. Er führt über den Westgrat des Westlichen Wengenkopfs, über den Großen Daumen bis Richtung Breitenberg. Ausgebaut wurde er von der Sektion Allgäu-Immenstadt des Deutscher Alpenverein. 

Man bewegt sich hier im Bereich B/C, teils ungesichert, mit großer Länge und enormer Ausgesetztheit. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und vollständige Ausrüstung sind Pflicht. Wer sich darauf einlässt, erlebt eine der eindrucksvollsten Gratüberschreitungen der Allgäuer Alpen. 

Edmund-Probst-Haus – Geschichte am Berg 

Unterhalb des Gipfelaufschwungs liegt das Edmund-Probst-Haus, benannt nach einem frühen Alpenvereinsvorsitzenden. Seit 1890 steht die Hütte in lawinensicherer Lage und ist Sommer wie Winter bewirtschaftet. Man kehrt hier ein, wärmt sich, hört Geschichten – und spürt, dass dieser Berg schon lange Menschen anzieht. 

Barrierefreiheit – Panorama für alle 

Das Nebelhorn ist einer der wenigen Hochalpengipfel, die konsequent auf Barrierefreiheit setzen. An der Station Höfatsblick und an der Gipfelstation gibt es barrierefreie Restaurants, Panoramawege und sanitäre Anlagen. Auch der Nordwandsteig ist rollstuhltaugig. So wird das Panorama der Allgäuer Alpen für viele Menschen erlebbar. 

Beste Zeit & klare Sicht 

Man lernt schnell: Der Name ist Programm. Nebel gehört dazu. Die besten Chancen auf Fernsicht bieten Herbst und Winter, besonders nach Kaltfronten. Früh morgens ist die Luft oft klarer als am Nachmittag. Im Sommer kann Dunst die Fernsicht begrenzen – beeindruckend bleibt sie trotzdem. 

Warme Kleidung gehört immer ins Gepäck. Wind, UV-Strahlung und Temperaturschwankungen darf man nicht unterschätzen. 

Oft wird das Nebelhorn unterschätzt  

Es ist nicht der höchste Berg, nicht der berühmteste, nicht der fotogenste. Und vielleicht liegt genau darin seine Stärke. Das Nebelhorn braucht keine Superlative – es überzeugt durch Offenheit, Weite und eine Aussicht, die ihresgleichen sucht. 

Man fährt wieder hinunter, mit müden Beinen oder entspannt von der Seilbahn. Doch der Blick von oben bleibt. Und mit ihm das Gefühl, einen der besten Aussichtsberge der Alpen erlebt zu haben.

Image
auf Karte anzeigen

Fischen im Allgäu – Heilklimatischer Kurort & Naturidylle

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man fährt durch das obere Illertal, spürt den Duft der Wiesen und das leise Murmeln der Iller, und plötzlich liegt er da: der heilklimatische Kurort Fischen im Allgäu, eingebettet zwischen Allgäuer Alpen und sanften Hügeln. Hier offenbart sich das Allgäu von seiner schönsten Seite – ein Ort, an dem Panoramagenießer und Naturliebhaber gleichermaßen auf ihre Kosten kommen. 

Die Gemeinde, amtlich Fischen i.Allgäu, liegt nur 5,5 Kilometer nördlich von Oberstdorf, und doch scheint sie wie eine eigene Welt, in der die Zeit langsamer vergeht. Zwischen sonnigen Hanglagen, schmalen Tobeln und stillen Uferwegen spürt man, wie Natur und Dorfleben harmonisch ineinanderfließen. 

Geografische Lage – Bergflüsse, Täler und Hörnerdörfer 

Man wandert am Fluss entlang: Hier vereinen sich Breitach, Trettach und Stillach, um gemeinsam die Iller zu bilden – ein kraftvoller Gebirgsfluss, der sein Wasser nach Ulm in die Donau trägt. Die Iller bei Fischen zieht weite Blickachsen, gesäumt von Gras- und Waldbergen. 

Die Gemeinde Fischen besteht aus zwölf Ortsteilen und Weiler: Au, Berg, Burgegg, Hof, Höldersberg, Jägersberg, Kreben, Langenwang, Maderhalm, Oberthalhofen, Unterthalhofen und Weiler. Jeder Ortsteil hat seinen eigenen Charakter, aber alle teilen die Ruhe und Schönheit des oberen Illertals

Dorfkern & Kultur – Kirche, Wallfahrtskapelle und Heimathaus 

Das Herz des Ortes bildet die Pfarrkirche Sankt Verena, deren spätgotischer Turm weit in den Himmel ragt. Daneben steht die Wallfahrtskapelle Unser Lieben Frau von den sieben Schmerzen, ein Kunstjuwel mit besonderer Atmosphäre. Nicht weit entfernt befindet sich das Heimathaus samt FIS-Skimuseum, das Einblicke in die regionale Kultur, Tradition und den Wintersport bietet. 

Man setzt sich auf einen Platz im Dorf, hört Musik aus dem Pavillon oder dem Kurhaus Fiskina, und spürt die Verbindung von Tradition und Moderne. Kurze Wege, gepflegte Plätze und ein lebendiges Vereinswesen machen das Dorf charmant und lebendig. 

Heilklimatischer Kurort – Natur und Gesundheit 

Man atmet tief ein: die Luft von Fischen ist heilklimatisch, klar und frisch. Spazierwege entlang der Iller, der Auwaldsee als ruhige Naturoase, Kurpark und Kneippgarten laden zum Verweilen ein. Seit 2002 ist Fischen als heilklimatischer Kurort „Premium Class“ anerkannt – ein Qualitätsmerkmal für Gesundheit, Erholung und Wohlbefinden. 

Ob Sommer oder Winter, der Ort bietet aktive Bewegung an der frischen Luft: Loipen im Winter, kleine ortsnahe Skihänge, im Sommer über 200 km gepflegte Wander- und Bergwege in die Hörnergruppe

Bergpanorama & Wanderungen – Hörnergruppe und Oberstdorf 

Von Fischen aus öffnet sich das Panorama der Allgäuer Alpen: die Hörnergruppe im Nordwesten, die Daumengruppe östlich, die Gipfel schimmern im Licht, während man über sanfte Höhenrücken wandert. Der Blick reicht zu den Gras- und Waldbergen des Oberallgäus, bis hin zu Oberstdorf, und bei klarer Sicht sogar zu den Schweizer Alpen und dem Bodensee. 

Man folgt stillromantischen Genusswegen entlang der Iller, durch Auwälder, über Wiesen und Hügelplateaus – teilweise barrierefrei. Ein perfekter Ort, um Natur, Bewegung und Entspannung miteinander zu verbinden. 

Familienfreundlichkeit & Infrastruktur 

Fischen im Allgäu ist familienfreundlich: Drei Spielplätze in Fischen, Au und Langenwang, Erlebnis- und Familienbad für warme Tage, ortsnahe Loipen für Winterspaß. Die Gastronomie reicht von Cafés bis zu Gasthöfen, Eisdielen laden zum Bummeln ein. Wer möchte, kann sich in Ferienwohnungen, Pensionen, Hotels oder auf dem Bauernhof einquartieren – Wohnmobile sind willkommen. 

Wege sind kurz, der Bahnhof an der Illertalstrecke, die B19 als Talachse und Linienbusse erleichtern die Erreichbarkeit. Wer nach Oberstdorf oder ins Kleinwalsertal will, ist in wenigen Minuten da. 

Fazit – Fischen als perfekter Ausgangspunkt 

Man verlässt Fischen mit dem Gefühl, einen Ort erlebt zu haben, der Natur, Bergpanorama und heilklimatische Erholung perfekt kombiniert. Ein Dorf, in dem kurze Wege, klare Luft und die majestätische Bergkulisse der Allgäuer Alpen zusammenkommen. Ob Wandern, Skifahren, Familienurlaub oder stille Genusswege – Fischen im Allgäu bietet Ruhe, Bewegung und Erlebnis zugleich.

Image
auf Karte anzeigen

Breitachklamm Oberstdorf – Deutschlands tiefste Felsenschlucht

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Betritt man die Schlucht umfängt einen sofort die rohe Kraft der Natur. Das rauschende Wasser der Breitach donnert über Felsbänke, gurgelt durch tiefe Gumpen, spritzt als feiner Nebel gegen die Felsen und fängt das Licht in funkelnden Tropfen ein. Über 2,5 Kilometer und bis zu 150 Meter tief hat sich die Breitachklamm bei Oberstdorf in das harte Gestein gefräst und ist damit die tiefste Felsenschlucht Mitteleuropas – ein Erlebnis, das einem den Atem raubt. 

Schon die alten Namen zeugen von ihrer Macht: der Zwing, der große Zwing, ein Ort, an dem Naturgewalten spürbar sind. Sonnenstrahlen treffen auf kühle Felsen, Eiskristalle glitzern im Winter, Schneegestöber tanzt durch die engen Passagen. Licht und Schatten wechseln sich ab, immer begleitet vom ewigen Fluss der Breitach. 

Entstehung – die Kraft der Gletscher und der Breitach 

Die Breitachklamm entstand während der Gletscherschmelze am Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 10.000 bis 15.000 Jahren. Während die Gletscher weiches Gestein abrissen, blieb das harte stehen, und die Breitach schnitt sich unaufhörlich ein. Heute arbeitet der Fluss täglich noch am Gestein – nur um einen millionsten Millimeter. 

Die Schlucht entstand am Ende eines Hängetals, in dem die Kräfte des Hauptgletschers stärker wirkten als die der Seitengletscher. So formte sich eine Klamm, wie sie extremer kaum sein könnte. Heute kann man auf gesicherten Wegen wandern und diese gewaltige Naturkraft erleben, ohne selbst in Gefahr zu geraten. 

Historische Erschließung – der Mut der Tiefenbacher 

Stellt man sich vor, wie die Menschen Anfang des 20. Jahrhunderts hier standen, beeindruckt und eingeschüchtert zugleich. 1904 öffneten mutige Bewohner Tiefenbachs den Wanderweg durch die Klamm, angeführt vom Pfarrer Johannes Schiebel. Seit 1905 ist die Breitachklamm erschlossen – ein Meisterwerk menschlicher Beharrlichkeit, das den Respekt vor der Natur nicht mindert. 

Die Klamm beeindruckt mit senkrechten und überhängenden Wänden, an manchen Stellen fast hundert Meter hoch. Moose und Farne kleben an den feuchten Felsen, vereinzelte Fichten trotzen mutig der Schwerkraft. Jeder Schritt, jeder Blick ist ein Abenteuer. 

Naturwunder 2025 – Auszeichnung und Faszination 

Die Breitachklamm wurde 2025 zum Naturwunder des Jahres gewählt. Menschen stimmten in einer Aktion der Heinz Sielmann Stiftung und des Deutschen Wanderverbands ab – und die Klamm setzte sich gegen acht weitere Naturschönheiten durch. Wer hier wandert, versteht sofort, warum: Es ist ein Ort, an dem Wasser, Felsen und Licht eine atemberaubende Inszenierung liefern. 

Man kann die Klamm zu jeder Jahreszeit besuchen. Im Sommer erfrischt der kühle Wassernebel, im Herbst glitzern die Blätter im Sonnenlicht, und im Winter verwandeln sich Wasserfälle in glitzernde Eisvorhänge. 

Wanderwege – Rundwege und Erkundungen 

Auf den Rundwanderwegen der Breitachklamm, über den Zwingsteg und zur Alpe Dornach, wird man immer begleitet von tosenden Wassern, steilen Felsen und überraschenden Ausblicken auf die Oberstdorfer Berge. Für alle Sinne wird gesorgt: das Gurgeln des Wassers, die frische Luft, die grün schimmernden Moose und das Gefühl von Wildnis. 

Von Tiefenbach aus erreicht man den Haupteingang am Parkplatz P1, gut ausgeschildert von der B19. Alternativ fährt man bequem mit dem Bus vom Oberstdorfer Busbahnhof bis zur Klamm. Wer möchte, kann nach der Durchquerung direkt mit dem Bus zurück nach Oberstdorf fahren oder den ca. 1,5-stündigen Rundweg wählen. 

Breitachklamm im Winter – Märchen aus Eis 

Man betritt die Schlucht im Winter und ist sofort verzaubert. Glitzernde Eiszapfen, mächtige Eisvorhänge, erstarrte Wasserfälle und geheimnisvolle Höhlen verwandeln die Klamm in eine märchenhafte Winterlandschaft. Jeder Schritt knirscht im Schnee, jede Kurve eröffnet neue Perspektiven – ein Winterwandern-Erlebnis wie kein anderes. 

Fazit – das Naturerlebnis Breitachklamm 

Die Breitachklamm bei Oberstdorf ist mehr als ein Wanderziel: Sie ist ein Naturwunder, ein Abenteuer, eine Lehrstunde über die Kraft von Wasser, Eis und Zeit. Wer hier war, nimmt Erinnerungen mit, die nicht verblassen – von den tosenden Wassern über die schroffen Felsen bis hin zu den geheimnisvollen Moosen und Fichten.

Image
auf Karte anzeigen

Christlessee Oberstdorf – Geheimtipp der Allgäuer Alpen

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Betritt man das Trettachtal, nimmt man den Duft von feuchtem Moos und frischem Gras wahr. Plötzlich liegt er vor einem: der Christlessee in Oberstdorf, ein kleines, verborgenes Paradies inmitten der Allgäuer Alpen. Das Wasser glitzert, blau bis grün, so klar, dass man den Grund sehen kann. Kein Wunder, dass er auch „Spiegel der Berge“ genannt wird. Selbst bei Minus 30 Grad friert der Christlessee nicht zu – eine Besonderheit, die ihn unvergleichlich macht. 

Die Karstquellen des Christlessees, direkt südlich, speisen ihn unaufhörlich mit kristallklarem Trinkwasser. Sommer wie Winter hält das Wasser eine Temperatur von vier bis sechs Grad – zu kalt zum Baden, aber perfekt, um die Natur in ihrer reinsten Form zu genießen. Die umliegenden Wiesen sind heute ein Wasserschutzgebiet, frei von Beweidung und bewohnten Häusern, nur drei nicht dauerhaft bewohnte Bauernhäuser stehen dort. 

Lage & Zugänglichkeit – verstecktes Naturjuwel 

Der See ist über das Trettachtal erreichbar, entweder über die gesperrte Fahrstraße bis zum Renksteg oder zu Fuß auf dem Wanderweg von Oberstdorf über Gruben nach Gottenried. In Gottenried angekommen, öffnet sich der Blick auf den See – eingebettet zwischen Wäldern und sanften Bergflanken. Nur 100 Meter entfernt lädt das Café Christlessee zu einer Rast ein, perfekt für eine kleine Pause mit Aussicht. 

Auf einer Höhe von 916 Metern ü. NN liegt der Gebirgssee Oberstdorf idyllisch im Südosten der Stadt, gegenüber des Weilers Gottenried. Sein Quellwasser wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop von nationaler Bedeutung klassifiziert (Geotop-Nummer 780Q001). 

Wanderung ins Trettachtal – Naturgenuss pur 

Auf dem Wanderweg von der Mühlenbrücke taucht man in das facettenreiche Trettachtal ein. Sonnige Lichtungen wechseln sich ab mit schattigen Alleen, die sich im Herbst in ein wahres Farbenmeer verwandeln. Auf der Strecke passiert man idyllische Ansiedlungen wie Dietersberg und Mumme, wo sich kleine Entdeckungen am Wegesrand bieten. 

Die letzten Meter von Gottenried nach Spielmannsau führen durch dichten Wald, vorbei am Fuße des Kegelkopfes. Hier öffnet sich ein atemberaubendes Panorama auf die wilden Felsformationen der Trettach und des Kratzers. Wer mag, kann die Wanderung noch verlängern: ein Abstecher ins Traufbachtal oder ein Besuch der Alpe Oberau lohnen sich immer. 

Alpenetappe des E5 – Startpunkt für Weitwanderer 

Man kann vom Christlessee Oberstdorf die Sommerwanderung auf der Alpenetappe des europäischen Fernwanderwegs E5 beginnen. Die Route führt zu den Höhen der Allgäuer Alpen und ist für Wanderer aller Erfahrungsstufen geeignet. Hier erlebt man die Berge hautnah, während die glasklaren Wasser des Christlessees im Hintergrund glitzern. 

Die abwechslungsreiche Strecke bietet Naturmomente für alle Sinne: das Rauschen der Trettach, Vogelgesang, die Ruhe der Wälder und das Panorama der Allgäuer Bergketten. Ein Ort, an dem man bewusst durchatmen und den Alltag hinter sich lassen kann. 

Geheimtipp & Erholung – Natur pur 

Wenn man am Ufer des Sees sitzt und die Füße ins Wasser hängen lässt, kann man zusehen, wie die Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche tanzen. Die Stille wird nur vom leisen Plätschern der Quellen unterbrochen. Christlessee Oberstdorf ist kein touristischer Hotspot, sondern ein Ort der Ruhe, ein verstecktes Juwel, das zu jeder Jahreszeit seine Reize zeigt. 

Ob für einen kurzen Spaziergang, eine ausgedehnte Wanderung ins Trettachtal oder als Ausgangspunkt für längere Bergtouren – der See der niemals gefriert bleibt stets ein Naturparadies in den Allgäuer Alpen

Fazit – glasklare Schönheit im Trettachtal 

Man verlässt den Christlessee, das Herz voller Ruhe, die Sinne erfüllt von klarer Bergluft, Wasser und Grün. Der See ist ein Ort der Besinnung, ein Naturjuwel der Allgäuer Alpen, eingebettet in das Trettachtal bei Oberstdorf, das man einfach erleben muss. 

Image
auf Karte anzeigen

Grundbach Fischen im Allgäu – Natur, Wanderung & Angelsport

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Der Grundbach schlängelt sich sanft durch Fischen im Allgäu und prägt das Bild des heilklimatischen Kurorts. Über eine Länge von 4,9 km fließt er als linkes Nebengewässer der Iller und verbindet Natur, Freizeit und Ortsleben auf harmonische Weise. 

Entlang des Grundbachwegs öffnen sich Aussichten auf den klaren Bach, der den Kurpark berührt und Wanderer auf Teilstrecken des Rundwegs oder des Themenwegs „Wasserwege – dem Ursprung entgegen“ begleitet. Die leisen Plätschertöne vermitteln Ruhe, während die umgebenden Wiesen und Bäume die Landschaft wie einen lebendigen Rahmen umschließen. 

Freizeit und Angelsport am Grundbach 

Für Angler ist der Grundbach Fischen im Allgäu ein beliebtes Revier, besonders zum Fliegenfischen. Die klaren Wasserläufe und ruhigen Buchten machen das Gewässer ideal, um die Natur zu beobachten und die Technik des Angelsports zu genießen. 

Gleichzeitig lädt der Bach Spaziergänger und Wanderer ein, die frische Luft, die Nähe zum Wasser und das Panorama der Allgäuer Berge zu genießen. Ein Besuch am Grundbach verbindet Naturerlebnis, sportliche Aktivität und Erholung in einem. 

Image
auf Karte anzeigen

St. Martin Fischbachau – Martinsmünster zwischen Stil und Geschichte

Mangfallgebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Im Licht der Morgensonne glänzt das Martinsmünster in Fischbachau, als wäre die Zeit stehen geblieben. Die katholische Pfarrkirche St. Martin erhebt sich als lebendiger Zeuge über 900 Jahre Geschichte. 1492 nach einem Brand wieder aufgebaut, trägt die Kirche Spuren der Vorgängerkirche von 1096–1110 in ihren Mauern. 

Die Verbindung von Romanik, Barock und Rokoko lässt den Raum zu einem Ort der Harmonie werden. Hier verschmelzen Kunst, Spiritualität und Geschichte zu einem Erlebnis, das im Gedächtnis bleibt. 

Geschichte des Martinsmünsters 

Die Ursprünge der Kirche liegen im Benediktinerkloster, das 1080 von Haziga von Diessen in Bayrischzell gegründet und 1085 nach Fischbachau verlegt wurde. 1119 fand das Kloster in Scheyern seine endgültige Heimat. Während der kurzen Zeit in Fischbachau entstand die Klosterkirche, deren romanische Elemente noch heute im Mauerwerk erkennbar sind. 

1492 zerstörte ein Brand die Kirche, die anschließend wieder aufgebaut wurde. 1628 begann die Barockisierung, 1700 erhöhte Johann Mayr d. Ä. die Hauptapsis, baute einen Turm und vergrößerte die Fenster. 1733 folgte der Einbau einer Holztonne, 1765 die Ausstattung im Rokoko-Stil. 

Ausstattung und Kunstwerke 

Die Stuckierung der Kirche entstand in mehreren Phasen: 1692 goss Leonhard Mayr Apostelkreuze, 1737/38 wurde das Mittelschiff mit Bandelwerk versehen, 1765 folgte ergänzender Rokaille-Stuck. 

Im Hauptschiff beeindrucken 73 Fresken von Melchior Puchner, die Szenen aus dem Leben des heiligen Martin zeigen. Der Hochaltar im Rokoko-Stil, mit sechs Säulen und einem Altarblatt von Johann Baptist Deyrer, zeigt die Stifterin Haziga von Scheyern. Die Stuck-Kanzel mit Ölgemälden von Sebastian Troger vervollständigt das Ensemble. Ein Taufstein aus Rotmarmor erinnert an die spätgotische Zeit der Kirche. 

Architektur – Harmonie der Epochen 

Die Kirche vereint Romanik, Barock und Rokoko in vollkommener Harmonie. Band- und Laubwerksmuster der Wessobrunner-Stukkateure von 1737/38 zieren Mittelschiff und Seitenschiffe. Die Hauptapsis, der Turm und die großen Fenster fangen Licht ein, das die Kunstwerke und Fresken erstrahlen lässt. Die romanische Basilika bildet das Fundament, während barocke Volumen und Rokoko-Ornamente den Raum in ein lebendiges Gesamtkunstwerk verwandeln. 

Restaurierung und heutige Bedeutung 

Seit 2006 erstrahlt das Martinsmünster in neuer Schönheit. Die Restaurierung wurde von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz finanziell unterstützt. Die Kirche zeigt, dass historische Baukunst und religiöse Traditionen lebendig bleiben können. Besucher erleben hier ein kleines Stück Himmel auf Erden – ein Ort, an dem Geschichte, Kunst und Spiritualität aufeinander treffen.

Image
auf Karte anzeigen

Friedhofskirche Mariä Schutz Fischbachau – Geschichte & Kunst

Mangfallgebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Friedhofskirche „Mariä Schutz“ erhebt sich still zwischen alten Grabsteinen, ein Zeuge der Jahrhunderte und der bewegten Geschichte Fischbachaus. Oft wird sie auch Alte Pfarrkirche genannt, denn in Klosterzeiten diente sie als Laienkirche der Gemeinde. Bereits 1085 begann der Bau der Kirche, die 1087 feierlich geweiht wurde – ein Monument der frühen Romanik, das bis heute die Jahrhunderte überdauert hat. 

Historischer Hintergrund der Alten Pfarrkirche 

Die Kirche entstand in einer Zeit, als Fischbachau eng mit Klostertraditionen verbunden war. Als Laienkirche stand sie allen Bewohnern offen, während die Klostergemeinschaft ihre eigenen Gotteshäuser nutzte. Der Bau von 1085 bis 1087 markiert den Beginn eines sakralen Lebens, das die Struktur der kleinen Ortschaft prägte. 

Die Jahrhunderte hinterließen ihre Spuren. Im frühen 17. Jahrhundert, etwa um 1630, erhielt die Friedhofskirche Mariä Schutz ihre frühbarocken Stukkaturen, geschaffen nach der Kunst der Miesbacher Meister.  

Architektur und Ausstattung – Romanik trifft Frühbarock 

Die Kirche wirkt klein, aber würdevoll. Die romanischen Grundzüge sind noch erkennbar: massive Mauern, klare Formen, ein schlichtes Mittelschiff. Daneben entfaltet sich die barocke Stuckkunst, die Räume mit Ornamenten, Linien und Reliefs belebt. 

Historisch betrachtet ist die Friedhofskirche ein seltenes Zeugnis der frühbarocken Kirchenkunst in Bayern, das in seiner Schlichtheit und Schönheit besticht. Heute strahlt die Friedhofskirche „Mariä Schutz“ eine besondere Ruhe aus. Zwischen den alten Grabsteinen vor der Kirche und den Stuckornamenten im Inneren spürt man die Jahrhunderte. Besucher erfahren hier die Verbindung zwischen Klostergeschichte, Pfarrkirche und lokaler Baukunst. 

Kunsthandwerk der Miesbacher Meister 

Die Miesbacher Meister, die um 1630 die Stuckaturen anfertigten, verbanden lokale Handwerkstradition mit barockem Stilbewusstsein. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch klare Linienführung, harmonische Ornamentik und Detailreichtum aus. Jede Stuckverzierung erzählt vom Kunstsinn und der Spiritualität der damaligen Zeit. 

Die Kombination von romanischen Grundformen und barocken Verzierungen macht die Friedhofskirche zu einem besonderen architektonischen Zeugnis Bayerns, vergleichbar nur mit wenigen regionalen Kirchenbauten dieser Epoche.

Image
auf Karte anzeigen

Judenkirche am Ochsenberg Oberstdorf – Naturdenkmal & Aussicht

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Hoch über Oberstdorf ragt die Judenkirche am Ochsenberg empor, ein Felsbogen, der die Fantasie beflügelt und an die Ruine einer romanischen Kirche denken lässt. Die Natur hat hier ein Kunstwerk geschaffen: Kalkstein, subhorizontal gebankt, formt einen Hohlraum wie ein Chor, durch den der Blick weit über den Oberstdorfer Talkessel reicht. 

Der Name „Judenkirche“ ist ein sprachliches Rätsel. Vermutlich geht er auf ein Missverständnis zurück: „In der Kirche“ könnte fälschlich als „Judenkirche“ übersetzt worden sein. Trotz seines verwirrenden Namens ist die Judenkirche kein religiöses Bauwerk, sondern ein geologisches Naturdenkmal, das seit Juni 2007 geschützt ist. Der Felsbogen misst etwa 15 Meter in der Breite, 5 Meter in der Höhe und ist 1 bis 2 Meter dick. Der Dachbereich ist gesperrt, da Einsturzgefahr besteht. 

Ein geologisches Meisterwerk 

Die Judenkirche ist eine Naturbrücke in Form einer Einsturz-Doline. Durch den Einbruch eines Höhlendaches entstand der Hohlraum, während der obere Felsbalken erhalten blieb. Risse an der talseitigen Flanke und die nachträgliche Abtragung lockerten die Gesteinsmassen, sodass ein kathedralenartiger Raum entstand. Das Bayerische Landesamt für Umwelt klassifiziert die Formation als wertvolles Geotop (Geotop-Nummer 780A025). 

Die freigelegten Bäume am Bogen erlauben heute einen ungehinderten Ausblick auf die umliegenden Berge und Täler. Wer hier steht, spürt die Jahrtausende der Erdgeschichte unter den Füßen, die Kraft der Natur und die Ruhe der Allgäuer Alpen zugleich. 

Mystik und Geschichte 

Um die Judenkirche ranken sich Legenden. Manche erzählen, dass sich hier einst Juden vor Verfolgung versteckten. Historisch belegt ist dies nicht, doch die Geschichten verleihen dem Ort eine geheimnisvolle Aura. Seit Jahrhunderten zieht die Felsformation Wanderer, Naturfreunde und Fotografen an. Nur wenige Pfade führen hierher, was die Judenkirche zu einem echten Geheimtipp im Allgäu macht. 

Der Weg führt durch dichte Wälder und offene Wiesen, vorbei an kleinen Bächen, bis die markante Felsbrücke auftaucht. Die Aussicht über Oberstdorf, die Allgäuer Alpen und das Kleinwalsertal ist beeindruckend – ein Ort, der Natur, Geologie und Geschichte in einem Blick vereint. 

Wandern und Naturschutz 

Die Judenkirche Wanderung ist sowohl kurzweilig als auch faszinierend. Aufgrund der Einsturzgefahr bleibt der Bogen selbst gesperrt, doch die Umgebung lädt zum Staunen ein. Das Naturdenkmal verbindet Abenteuer, Geologie und Panoramen in einer unvergleichlichen Kulisse. 

Wer die Allgäuer Alpen liebt, erlebt hier ein Stück Naturgeschichte hautnah: den Felsbogen Judenkirche, das Ochsenberg-Plateau, den Blick auf Oberstdorf und die Magie eines Ortes, den die Natur selbst gestaltet hat.

Image
auf Karte anzeigen

Malerwinkel bei Hinang – Aussicht & Wanderidylle im Allgäu

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man verlässt den Parkplatz, der Wald schließt sich langsam, und mit jedem Schritt wird der Alltag leiser. Der Malerwinkel bei Hinang macht seinem Namen alle Ehre. Oben angekommen öffnet sich der Blick – weit, ruhig, fast ehrfürchtig. Man steht über Altstädten und schaut hinaus ins Oberallgäu, bis der Alpenrand bei Oberstdorf den Horizont zeichnet. 

Ein Spaziergang voller Bilder 

Man geht durch Buchenwald, hört Laub unter den Schuhen, besonders im Herbst ein leises Versprechen von Ruhe. Auf halbem Weg bleibt man stehen. Der Blick auf Altstädten entschädigt für den sanften Anstieg. Der Aussichtspunkt Malerwinkel liegt auf einer Anhöhe, lichtdurchflutet, offen – ein Platz, an dem man länger verweilt als geplant. 

Fabelhafter Ausblick über das Oberallgäu 

Man sieht Hügel, Wälder, Dächer. Das Panorama Oberallgäu wirkt wie gemalt. Kein Wunder, dass dieser Ort seit jeher inspiriert. Der Malerwinkel Aussichtspunkt bietet einen Rundumblick, der sich mit jedem Licht verändert – morgens klar, abends weich. 

Wanderwege & Trimm-Dich-Pfad 

Man folgt einem der vielen Wanderwege am Malerwinkel. Der Wald ist von Rundwegen durchzogen, geeignet für Sommer wie Winter. Wer Bewegung sucht, nutzt den Trimm-Dich-Pfad, der über einen Rundparcours zurückführt oder bis nach Altstädten reicht. Besonders schön ist die Runde von Au-Thalhofen über den Malerwinkel, zurück entlang der Iller

Aktivitäten & Erholung 

Man wandert, atmet, lässt los. Der Heilklima-Wanderweg Malerwinkel lädt zu bewussten Schritten ein, ebenso Routen, die den Hinanger Wasserfall einbeziehen. Der Ort eignet sich für Spaziergänge, leichte Wanderungen und stille Pausen. 

Anfahrt & Parken 

Man erreicht den Malerwinkel Hinang direkt vom Wanderparkplatz an der Hinanger Steige (Ortsausgang Altstädten, Kreisstraße OA4). Der Parkplatz liegt an der Verbindungsstraße zwischen Hinang und Altstädten und ist gebührenpflichtig: 2 € pro Stunde oder 6 € pro Tag, zahlbar mit Münzen oder der Parkster App. Von hier führt ein Forstweg direkt in den Wald – und in eine andere Stimmung. 

Image
auf Karte anzeigen

Oberstdorf – Berge, Täler und Naturerlebnis im Allgäu

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man kommt an und spürt es sofort: Oberstdorf liegt nicht einfach in den Bergen – es öffnet sie. Der Blick hebt sich, die Luft wird klarer, die Wege führen hinaus. Man steht im südlichsten Ort Deutschlands und ahnt, dass hier jedes Tal eine Einladung ist. 

Täler, die in die Höhe führen 

Von Oberstdorf aus öffnet man Schritt für Schritt die Landschaft. Man geht ins Breitachtal, folgt der Stillach ins Rappenalptal, steht plötzlich nahe Einödsbach, dem südlichsten bewohnten Punkt des Landes. Im Dietersbachtal beginnt der Weg nach Gerstruben, Deutschlands höchstgelegenem Dorf. Jedes Tal ist eigenständig – und doch Teil eines großen Ganzen. 

Gipfel über 2.600 Meter 

Man hebt den Blick zu den Allgäuer Alpen. Namen werden zu Bildern: Nebelhorn, erschlossen und weitblickend. Höfats, scharf gezeichnet und ehrfurchtgebietend. Der Großer Krottenkopf ragt als höchster Gipfel der Allgäuer Alpen auf. Man versteht schnell, warum Oberstdorf ein Sehnsuchtsort für Bergsteiger ist. 

Seen wie Spiegel der Landschaft 

Man rastet am Christlessee, dessen Wasser Trinkqualität hat, oder steigt hinauf zum Rappensee auf über 2.000 Metern. Der Freibergsee lädt zum Baden, die Gaisalpseen zum Verweilen. Jeder See reflektiert Himmel, Fels und Stille. 

Geschichte zwischen Stein und Zeit 

Man geht durch den Ort und weiß: Diese Wege sind alt. Schon mesolithische Jäger waren hier. Römer, Alamannen, Bischöfe und Kaufleute folgten. Brände, Wiederaufbau, die Geburt des Tourismus im 19. Jahrhundert – Oberstdorf lernte früh, vom Gast zu leben, ohne sich zu verlieren. 

Wintersport & Weitblick 

Man steht an der Schattenbergschanze und hört den Applaus der Geschichte. Seit 1953 beginnt hier die Vierschanzentournee. Heute ist Oberstdorf heilklimatischer Kur- und Kneippkurort, Sommer wie Winter aktiv. 

Wandern, Übergänge, Fernwege 

Man startet hier den E5, geht zu Fuß oder mit dem Rad über die Alpen bis Meran. Sechs bis acht Tage, viele Höhenmeter – und ein Gefühl von Weite. Auch Klettersteige wie der Hindelanger Klettersteig oder der Heilbronner Weg beginnen mit einem ersten Schritt in Oberstdorf. 

Warum man wiederkommt 

Man bleibt, weil hier 75 % der Fläche geschützt sind. Man kommt zurück, weil Täler, Gipfel und Wege nie gleich wirken. Oberstdorf Allgäu ist kein Ort, den man abhakt. Es ist ein Ort, den man geht. 

Image
auf Karte anzeigen

Partnachklamm – Naturgewalt, Wasser & Fels bei Garmisch

Bayerische Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Der erste Schritt in die Partnachklamm fühlt sich an wie ein Übergang. Die Welt wird schmaler, kühler, lauter. Hohe Felswände rücken nah zusammen, das Licht fällt gefiltert herab, während tief unten das Wasser tosend seinen Weg sucht. Die Klamm liegt im Reintal nahe Garmisch-Partenkirchen und zählt zu den eindrucksvollsten Naturdenkmälern der Bayerischen Alpen. 

Auf rund 700 Metern Länge hat sich der Wildbach Partnach bis zu 80 Meter tief in den Fels geschnitten. Der Weg folgt stets der rechten Bachseite, auf etwa 800 Metern Höhe – sicher angelegt, aber immer nah am Geschehen. 

Eine Landschaft aus Zeit 

Was heute spektakulär wirkt, begann vor rund 240 Millionen Jahren. Damals bedeckte ein flaches Meer das Gebiet der heutigen Klamm. Auf seinem Grund lagerten sich dunkle, harte Muschelkalkschichten ab – der sogenannte Wurstel- oder Knollenkalk. Noch heute lassen sich darin Spuren urzeitlicher Meeresbewohner erkennen. 

Millionen Jahre später folgten weichere Mergel, die als Partnach-Schichten bekannt sind. Während der alpinen Gebirgsbildung entstand der Wamberger Sattel, und die vom Schneeferner auf dem Zugspitzplatt gespeiste Partnach begann, sich tief in das Gestein zu graben. 

Die Kraft des Wassers 

Das Wasser ist allgegenwärtig. Es rauscht, spritzt, tropft von den Felswänden. Über Jahrtausende hat es die Klamm geformt – geduldig, unaufhaltsam. Jeder Schritt eröffnet neue Perspektiven: schroffe Gesteinsmassive, enge Durchgänge, wechselnde Farben zwischen Grau, Grün und Blau. Die Naturgewalt der Partnachklamm zeigt sich nicht in einem Moment, sondern in der Dauer. 

Naturdenkmal seit über 100 Jahren 

Bereits 1912 wurde die Klamm unter Schutz gestellt. Seitdem gilt sie als eindrucksvolles Beispiel alpiner Erosionskraft. Der Besuch ist kein bloßer Spaziergang, sondern ein intensives Naturerlebnis – unmittelbar, roh und eindrucksvoll. 

Wichtige Hinweise für den Besuch 

Tickets werden vorab digital erworben und per QR-Code am Eingang gescannt. In der Klamm gibt es keinen Handyempfang, daher sollte das Ticket unbedingt vorher gespeichert werden. Kinderwägen, Buggys, Rollatoren sowie Drohnen sind nicht erlaubt. Das Gelände ist alpin, der Weg schmal – festes Schuhwerk und Aufmerksamkeit gehören dazu. 

Am Ausgang bleibt oft ein kurzer Moment des Innehaltens. Die Geräusche klingen nach, der Blick weitet sich wieder. Zurück bleibt das Gefühl, einem Ort begegnet zu sein, der Zeit sichtbar macht.

Image
auf Karte anzeigen

St. Barbara Tiefenbach – Gotische Kirche bei Oberstdorf

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Pfarrkirche St. Barbara erhebt sich still im oberallgäuischen Tiefenbach, ein spätgotischer Bau mit Spuren aus dem Jahr 1458. In den Mauerpartien der Langhausnordwand sind noch Reste der ursprünglichen Marienkapelle sichtbar – ein Zeugnis jahrhundertelanger Geschichte. 

Zwischen 1499 und 1504 entstand aus Teilen der alten Kapelle die heutige Kirche, als Tiefenbach eine eigenständige Pfarrei wurde. Vollendet wurde der Chorbau 1504, die Weihe fand jedoch erst am 21. Juni 1513 durch den Konstanzer Weihbischof statt. 

Gotik trifft Barock 

Der Baustil der Kirche ist ursprünglich Frühgotik, erweitert unter Einbeziehung der alten Bauteile. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Kirche eine umfassende Barockisierung, während das gotische Gewölbe des Chors unangetastet blieb. Das Langhaus erhielt eine mit Stuck verzierte Putzdecke, die Fenster wurden erneuert und vergrößert, und ein Oratorium entstand in der Nordwestecke des Chors. 

1824 folgte eine neue Altarausstattung, 1832 wanderte die reich verzierte Emporenbrüstung näher an den Altarraum. Restaurierungen in den Jahren 1843/44, 1879/83, 1933, 1938 und 1960 formten die Kirche in ihrer heutigen Gestalt. 

Künstlerische Kostbarkeiten 

Die Kirche beherbergt zahlreiche Schätze: einen alten Christopherus, die Figur des Hl. Teodul, Apostelbilder an der Emporenbrüstung, den gotischen Taufstein, vier barocke Medaillons, Freskoreste und einen barocken Kreuzweg. Auch das Kruzifix, die Orgel und die Kirchenfenster erzählen von der jahrhundertealten Kunstfertigkeit. 

Erinnerung und Geschichte 

St. Barbara birgt zudem eine Gedenktafel der Grafen von Königseck aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges. Die Kirche spiegelt nicht nur religiöse Geschichte wider, sondern auch die Entwicklung der Oberallgäuer Gemeinschaft – von der Marienkapelle über die spätgotische Pfarrkirche bis zur barocken Umgestaltung. 

Restaurierungen und Erhalt 

Zuletzt wurde die Kirche außen 1981 renoviert und im Inneren 1992 umfassend instand gesetzt. Jede Renovierung, jede Pflegeaktion trägt dazu bei, dass die Pfarrkirche St. Barbara bis heute als Zeitzeuge des Glaubens und der Kunst im Oberallgäu erhalten bleibt. 

Image
auf Karte anzeigen

Starzlachklamm Bayern – Tosende Wasserfälle & Naturerlebnis

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Hoch am Fuß des Grünten zwischen Sonthofen-Winkel und der Topfenalpe erstreckt sich die Starzlachklamm, ein Meisterwerk der Natur. Jahrtausende des Wassers haben hier die Felsen geformt, kesselförmige Wassermühlen geschaffen und die tosenden Wasserfälle in die Schlucht getrieben. Die Starzlach, die hier entspringt, springt wie ihr Name verrät über die Felsen – ein lebendiger „Sturzbach“, der die Klamm in ein Naturtheater verwandelt. 

Entstehung und Geologie 

Die Starzlachklamm ist weit mehr als nur ein Wasserfall. Sie ist eine geologische Schatzkammer: Oberkreide- bis Alttertiär-Gestein, bruchtektonisch beanspruchte Schichten und die beeindruckenden Moränenablagerungen der Würmzeit erzählen von der Erdgeschichte der Alpen. Die Klamm gilt zudem als Nummulitenklamm, benannt nach den münzenförmigen Tierresten, die vor rund 30 Millionen Jahren im Meeresschlamm entstanden. Sogar seltene Fossilien wie die Krabbe Xanthopsis sonthofenensis lassen sich hier finden. 

Abenteuerliche Schluchtwanderung 

Der Einstieg erfolgt am 12 Meter hohen Schleierfall, wo das Wasser in schäumenden Strudeln über die Felsen springt. Über Brücken, Stege und Treppen windet sich der Weg durch die enge Schlucht, vorbei an beeindruckenden Wasserfällen und überhängenden Felsformationen. Kinder sind fasziniert von der tosenden Natur, Erwachsene genießen die Kraft des Wassers und die urwüchsige Landschaft. 

Für eine längere Wanderung führen Serpentinen zur Alpe Topfen oder zum Berggasthof Alpenblick. Wer möchte, kann einen Abstecher zur Erlebniswelt Erzgruben am Grünten machen und alles über die Bergbaugeschichte des „Wächters des Allgäus“ erfahren. 

Familienfreundlich und sicher 

Obwohl die Klamm schmale Pfade und Treppen bietet, ist sie für Familien geeignet. Kleinkinder können in Tragen mitgenommen werden; feste Schuhe sind empfehlenswert, da es an vielen Stellen rutschig ist. Wer die Klamm in Ruhe genießen möchte, sollte Stoßzeiten vermeiden. Für kürzere Ausflüge lässt sich die Klamm auch auf dem Hin- und Rückweg erkunden, ohne die gesamte Wanderung zu absolvieren. 

Anfahrt und Tipps 

Parkplätze gibt es am Wanderparkplatz Starzlachklamm in Sonthofen-Winkel. Toiletten stehen zur Verfügung, in den Wintermonaten jedoch geschlossen. Der Parkplatz ist mit Parkster (Zone 86720) buchbar. Von hier aus erreicht man die Klamm, den Bergbauernmuseum, die Sturmannshöhle und die Breitachklamm – ein perfekter Ausgangspunkt für Natur- und Familienerlebnisse im Allgäu. 

Die Magie der Starzlachklamm 

Wer durch die Starzlachklamm wandert, erlebt das Allgäu von seiner wildromantischsten Seite. Tosende Wasserfälle, schäumende Kaskaden und kesselförmige Wassermühlen lassen die Natur lebendig werden. Ein Ausflug hierher ist nicht nur ein Abenteuer für Kinder, sondern auch eine stille Begegnung mit der Urkraft der Natur – unvergesslich und faszinierend zugleich. 

Image
auf Karte anzeigen

Untere Firstalm Spitzingsee – Wandern, Skifahren & Rodelspaß

Mangfallgebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Die Untere Firstalm liegt eingebettet im Firstgraben, umrahmt von Brecherspitz, Bodenschneid und Suttenstein. Ganzjährig geöffnet, ist sie ein beliebtes Ziel für Wanderer, Rodel-Fans und Skitourengeher. Am schnellsten erreichbar vom Parkplatz Kurvenlift östlich des Spitzingsees, führt ein breiter Forstweg in rund 45 Minuten hinauf. 

Im Winter wird die Forststraße zur beliebten Rodelbahn, ideal für Familien mit kleinen Kindern. Schlitten können direkt an der Alm ausgeliehen werden. Ein lohnendes Skitourenziel ist der Brecherspitz-Westgipfel (1.630 m), der in etwa einer Stunde erklommen werden kann. 

Wander-Highlights ab der Unteren Firstalm 

In der Sommer- und Wandersaison lockt der Hauptgipfel des Brecherspitz (1.683 m). Über den Westgipfel führt ein felsiger, teils ausgesetzter Grat zum Gipfel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier erforderlich. 

Die Bodenschneid (1.669 m) lässt sich über den Suttenstein innerhalb von 1 ¼ Stunden erreichen. Die Obere Firstalm (1.375 m) liegt nur zehn Minuten entfernt. Wer weiter wandern möchte, erreicht das Bodenschneidhaus (1.365 m) oder die Albert-Link-Hütte (1.053 m) in jeweils etwa 1 ¼ Stunden. 

Kulinarisch werden auf der Alm bayerische Spezialitäten, Brotzeiten und süße Leckereien angeboten. Übernachtungen sind auf der Unteren Firstalm nicht möglich. 

Anfahrt & Parkmöglichkeiten 

Mit dem Auto: Über die Autobahn München – Salzburg (A8) bis Ausfahrt Weyarn. Weiter über Miesbach und Schliersee nach Neuhaus. Hinter dem Ortsende von Neuhaus rechts Richtung Spitzingsee und zum Spitzingsattel hinauf. Gleich danach rechts zum Kurvenlift abbiegen, Auto am großen Parkplatz abstellen. Entfernung von München: ca. 65–70 km. 

Mit Bus & Bahn: Mit der Bayerischen Oberlandbahn von München Hauptbahnhof bis Schliersee. Von dort mit Bus-Linie 9562 bis zur Haltestelle Spitzingsattel. Anschließend 10 Minuten Fußweg zum Parkplatz Kurvenlift. 

Aufstieg & Wegbeschreibung 

Vom Parkplatz Kurvenlift führt der breite Forstweg in 45 Minuten zur Unteren Firstalm (ca. 200 Höhenmeter). Am westlichen Ende des Parkplatzes zeigt ein großer Wegweiser Richtung Alm. Durch dichten Bergwald, vorbei an einzelnen Gebäuden, und über leicht ansteigende Wege erreicht man schließlich die Alm. 

Winter & Faschingstradition 

Die Untere Firstalm liegt im Skigebiet Spitzingsee und ist im Winter eine lebhafte Skihütte. Der Skialmfasching, älteste Tradition Oberbayerns seit 1925, findet jährlich am Faschingssonntag ab 10 Uhr statt. Maskierte genießen günstigere Liftpreise, Maskenprämierungen und das „Zipfäbobrenaz“, ein Rennen mit frisierten Kinderschlitten. 

Image
auf Karte anzeigen

Markus Wasmeier Freilichtmuseum: Historische Welt am Schliersee

Mangfallgebirge
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Das Markus Wasmeier Freilichtmuseum öffnet die Tore zu einer anderen Zeit. Zwischen den sanften Hügeln am Südufer des Schliersees breitet sich das ländliche Oberbayern des 18. und 19. Jahrhunderts in voller Pracht aus. Die weitläufige Anlage zeigt historische Bauernhöfe, Werkstätten und Stadel, die originalgetreu aus der Region zusammengetragen und restauriert wurden. Viele dieser Gebäude wären andernorts dem Verfall oder Abriss ausgeliefert gewesen. 

Auf den Wegen zwischen den Höfen offenbaren traditionelle Wohnstuben mit bemalten Möbeln, Kachelöfen und handwerkliche Werkstätten die Lebenswelt vergangener Generationen. Schmiede, Töpfer, Imker und andere Handwerker vermitteln das alte bayerische Handwerk authentisch und erlebbar. Die Details in jedem Gebäude erzählen Geschichten von einfacher Landwirtschaft, regionaler Kultur und handwerklicher Kunstfertigkeit. 

Die Gastwirtschaft „Beim Wofen“ bietet regionale Spezialitäten aus hochwertigen Zutaten. Frisches Bauernbrot, hausgemachter Obazdn, saftiger Schweinsbraten und ein kühles Helles aus der Brauerei laden zum Verweilen ein. Der Biergarten mit Blick auf die historischen Höfe und die Alpen sorgt an sonnigen Tagen für ein besonders stimmungsvolles Ambiente. 

Eine Wanderung zu den Josefsthaler Wasserfällen lässt sich ideal mit einem Besuch im Freilichtmuseum kombinieren, wodurch ein ganzer Tag voller Entdeckungen entsteht. Das Gelände, eingebettet in die malerische Bergkulisse, macht das Freilichtmuseum Schliersee zu einem Erlebnis, das Geschichte spürbar und sichtbar werden lässt. Alte Traditionen, bayerisches Landleben und handwerkliche Fertigkeiten verschmelzen hier zu einem lebendigen Bild vergangener Zeiten.

Image
auf Karte anzeigen

Zipfelsfall Bad Hindelang – Wasserfall & Wanderung erleben

Allgäuer Alpen
, Zentralalpen Deutschland , Deutschland
auf Karte anzeigen

Mit jedem Schritt durch Hinterstein, dem kleinen Ortsteil von Bad Hindelang, spürt man die frische Bergluft, die langsam den Kopf frei macht. Schon von der Kirche aus ist der Zipfelsfall in der Ferne zu erkennen: ein Wasserfall, der den Zipfelsbach über Felsen 300 Meter in die Tiefe stürzt. Das Rauschen des Wassers füllt die Luft mit einem belebenden, fast magischen Geräuschteppich. 

Ankunft am Zipfelsfall – Natur pur erleben 

Vom Parkplatz in Hinterstein führt der Weg zunächst durch einen schmalen Waldpfad, gesäumt von Moos und Farnen, hin zu einem der malerischsten Wasserfälle in Bayern. Der Zipfelsbachwasserfall wirkt wie ein lebendiges Gemälde, die Wassermassen stürzen unaufhaltsam über die Felsen, gleißendes Wasser trifft auf dunkle, nasse Steine. Die kühle, reine Luft lädt zum tiefen Einatmen ein, jeder Atemzug fühlt sich an wie eine kleine Bergbefreiung. 

Auf dem Weg spürt man den leisen Pulsschlag der Natur: das Rascheln der Blätter, der Duft feuchter Erde und der Sprühnebel des Wasserfalls, der im Sonnenlicht glitzert. Immer wieder öffnen sich kleine Blicke auf den tosenden Zipfelsbach, der sich seinen Weg durch das Tal bahnt. 

Aufstieg zum Köpfle – Panorama & Bergblick 

Weiter führt der Wanderweg bergauf Richtung Aussichtspunkt Köpfle, einem der schönsten Aussichtspunkte im Hintersteiner Tal. Jeder Schritt auf den idyllischen Pfaden belohnt mit neuen Perspektiven: die umliegenden Gipfel der Allgäuer Alpen, grüne Wiesen, dichte Wälder und das sanft geschwungene Tal. Oben angekommen, öffnet sich ein Panorama, das die Seele beruhigt und die Weite der Natur spürbar macht. 

Das Köpfle eignet sich perfekt für kurze Rastpausen, Fotos oder einfach nur, um den Blick über die Gipfel schweifen zu lassen. Hier verschmilzt die Bergwelt mit dem Rauschen des Zipfelsbachs in einer unvergesslichen Symphonie aus Wasser, Licht und Luft. 

Wildfräuleinstein – Legenden am Wegesrand 

Vom Köpfle aus geht es weiter zum Wildfräuleinstein, einer geheimnisvollen Felsformation nahe des Wasserfalls. Die Sage erzählt von einem wilden Fräulein, das in den Felsen versteinert wurde – ein Ort voller Mythen und Geschichten. Beim Anblick des imposanten Felsens fühlt man die Jahrhunderte alter Legenden und die mystische Kraft der Alpen. 

Die Pfade dahin winden sich durch blühende Wiesen und lichte Wälder, vorbei an Farnen und Bergblumen. Jeder Schritt lässt das Gefühl entstehen, Teil einer Landschaft zu sein, die zeitlos scheint. Der Wildfräuleinstein verbindet Natur, Kultur und Geschichte auf eine Weise, die den Aufenthalt zu einem besonderen Erlebnis macht. 

Rückweg durch Wälder & Wiesen 

Der Rückweg nach Hinterstein folgt idyllischen Pfaden durch den Wald, vorbei an kleinen Bächen und bunten Bergwiesen. Die Geräusche des Zipfelsbachs klingen noch lange nach, das Bild des Wasserfalls bleibt im Kopf. Die Wanderung ist leicht zu gehen, bietet jedoch zahlreiche Möglichkeiten für Pausen, Fotos oder einfach, die Natur in Ruhe zu genießen. 

Unterwegs lassen sich kleine Abenteuer entdecken: versteckte Felsen, Moose, alte Wurzeln, die über den Weg wachsen, und immer wieder der Ausblick auf den tosenden Zipfelsfall. Am Ende der Runde erreicht man wieder Hinterstein, erfüllt von Eindrücken, Naturgeräuschen und dem Duft frischer Bergluft. 

Tipps für Wanderer & Naturfreunde 

  • Parkplatz Hinterstein: Startpunkt der Wanderung, direkt hinter der Kirche 

  • Dauer: Rundgang zum Wasserfall, Köpfle und Wildfräuleinstein in 2–3 Stunden 

  • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis moderat, familienfreundlich 

  • Besonderheiten: Zipfelsbachwasserfall, Köpfle-Aussicht, Wildfräuleinstein, Allgäuer Alpen 

  • Ausrüstung: Festes Schuhwerk, Kamera, Wasser, evtl. Wanderstöcke 

Fazit: Zipfelsfall – Natur, Wasser & Legenden erleben 

Die Wanderung zum Zipfelsfall Bad Hindelang ist ein Erlebnis für alle Sinne: das Rauschen des Wasserfalls, die klare Bergluft, das Panorama vom Köpfle und die mystische Aura des Wildfräuleinsteins schaffen ein unvergessliches Naturerlebnis. Für Wanderer, Familien oder Naturliebhaber ist der Zipfelsbachwasserfall ein Ziel, das die Schönheit der Allgäuer Alpen perfekt widerspiegelt.