Die Friedhofskirche „Mariä Schutz“ erhebt sich still zwischen alten Grabsteinen, ein Zeuge der Jahrhunderte und der bewegten Geschichte Fischbachaus. Oft wird sie auch Alte Pfarrkirche genannt, denn in Klosterzeiten diente sie als Laienkirche der Gemeinde. Bereits 1085 begann der Bau der Kirche, die 1087 feierlich geweiht wurde – ein Monument der frühen Romanik, das bis heute die Jahrhunderte überdauert hat. 

Historischer Hintergrund der Alten Pfarrkirche 

Die Kirche entstand in einer Zeit, als Fischbachau eng mit Klostertraditionen verbunden war. Als Laienkirche stand sie allen Bewohnern offen, während die Klostergemeinschaft ihre eigenen Gotteshäuser nutzte. Der Bau von 1085 bis 1087 markiert den Beginn eines sakralen Lebens, das die Struktur der kleinen Ortschaft prägte. 

Die Jahrhunderte hinterließen ihre Spuren. Im frühen 17. Jahrhundert, etwa um 1630, erhielt die Friedhofskirche Mariä Schutz ihre frühbarocken Stukkaturen, geschaffen nach der Kunst der Miesbacher Meister.  

Architektur und Ausstattung – Romanik trifft Frühbarock 

Die Kirche wirkt klein, aber würdevoll. Die romanischen Grundzüge sind noch erkennbar: massive Mauern, klare Formen, ein schlichtes Mittelschiff. Daneben entfaltet sich die barocke Stuckkunst, die Räume mit Ornamenten, Linien und Reliefs belebt. 

Historisch betrachtet ist die Friedhofskirche ein seltenes Zeugnis der frühbarocken Kirchenkunst in Bayern, das in seiner Schlichtheit und Schönheit besticht. Heute strahlt die Friedhofskirche „Mariä Schutz“ eine besondere Ruhe aus. Zwischen den alten Grabsteinen vor der Kirche und den Stuckornamenten im Inneren spürt man die Jahrhunderte. Besucher erfahren hier die Verbindung zwischen Klostergeschichte, Pfarrkirche und lokaler Baukunst. 

Kunsthandwerk der Miesbacher Meister 

Die Miesbacher Meister, die um 1630 die Stuckaturen anfertigten, verbanden lokale Handwerkstradition mit barockem Stilbewusstsein. Ihre Arbeiten zeichnen sich durch klare Linienführung, harmonische Ornamentik und Detailreichtum aus. Jede Stuckverzierung erzählt vom Kunstsinn und der Spiritualität der damaligen Zeit. 

Die Kombination von romanischen Grundformen und barocken Verzierungen macht die Friedhofskirche zu einem besonderen architektonischen Zeugnis Bayerns, vergleichbar nur mit wenigen regionalen Kirchenbauten dieser Epoche.

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team