Die Pfarrkirche St. Barbara erhebt sich still im oberallgäuischen Tiefenbach, ein spätgotischer Bau mit Spuren aus dem Jahr 1458. In den Mauerpartien der Langhausnordwand sind noch Reste der ursprünglichen Marienkapelle sichtbar – ein Zeugnis jahrhundertelanger Geschichte. 

Zwischen 1499 und 1504 entstand aus Teilen der alten Kapelle die heutige Kirche, als Tiefenbach eine eigenständige Pfarrei wurde. Vollendet wurde der Chorbau 1504, die Weihe fand jedoch erst am 21. Juni 1513 durch den Konstanzer Weihbischof statt. 

Gotik trifft Barock 

Der Baustil der Kirche ist ursprünglich Frühgotik, erweitert unter Einbeziehung der alten Bauteile. Im 18. Jahrhundert erfuhr die Kirche eine umfassende Barockisierung, während das gotische Gewölbe des Chors unangetastet blieb. Das Langhaus erhielt eine mit Stuck verzierte Putzdecke, die Fenster wurden erneuert und vergrößert, und ein Oratorium entstand in der Nordwestecke des Chors. 

1824 folgte eine neue Altarausstattung, 1832 wanderte die reich verzierte Emporenbrüstung näher an den Altarraum. Restaurierungen in den Jahren 1843/44, 1879/83, 1933, 1938 und 1960 formten die Kirche in ihrer heutigen Gestalt. 

Künstlerische Kostbarkeiten 

Die Kirche beherbergt zahlreiche Schätze: einen alten Christopherus, die Figur des Hl. Teodul, Apostelbilder an der Emporenbrüstung, den gotischen Taufstein, vier barocke Medaillons, Freskoreste und einen barocken Kreuzweg. Auch das Kruzifix, die Orgel und die Kirchenfenster erzählen von der jahrhundertealten Kunstfertigkeit. 

Erinnerung und Geschichte 

St. Barbara birgt zudem eine Gedenktafel der Grafen von Königseck aus der Zeit des Spanischen Erbfolgekrieges. Die Kirche spiegelt nicht nur religiöse Geschichte wider, sondern auch die Entwicklung der Oberallgäuer Gemeinschaft – von der Marienkapelle über die spätgotische Pfarrkirche bis zur barocken Umgestaltung. 

Restaurierungen und Erhalt 

Zuletzt wurde die Kirche außen 1981 renoviert und im Inneren 1992 umfassend instand gesetzt. Jede Renovierung, jede Pflegeaktion trägt dazu bei, dass die Pfarrkirche St. Barbara bis heute als Zeitzeuge des Glaubens und der Kunst im Oberallgäu erhalten bleibt. 

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team