Man kommt an und spürt es sofort: Oberstdorf liegt nicht einfach in den Bergen – es öffnet sie. Der Blick hebt sich, die Luft wird klarer, die Wege führen hinaus. Man steht im südlichsten Ort Deutschlands und ahnt, dass hier jedes Tal eine Einladung ist. 

Täler, die in die Höhe führen 

Von Oberstdorf aus öffnet man Schritt für Schritt die Landschaft. Man geht ins Breitachtal, folgt der Stillach ins Rappenalptal, steht plötzlich nahe Einödsbach, dem südlichsten bewohnten Punkt des Landes. Im Dietersbachtal beginnt der Weg nach Gerstruben, Deutschlands höchstgelegenem Dorf. Jedes Tal ist eigenständig – und doch Teil eines großen Ganzen. 

Gipfel über 2.600 Meter 

Man hebt den Blick zu den Allgäuer Alpen. Namen werden zu Bildern: Nebelhorn, erschlossen und weitblickend. Höfats, scharf gezeichnet und ehrfurchtgebietend. Der Großer Krottenkopf ragt als höchster Gipfel der Allgäuer Alpen auf. Man versteht schnell, warum Oberstdorf ein Sehnsuchtsort für Bergsteiger ist. 

Seen wie Spiegel der Landschaft 

Man rastet am Christlessee, dessen Wasser Trinkqualität hat, oder steigt hinauf zum Rappensee auf über 2.000 Metern. Der Freibergsee lädt zum Baden, die Gaisalpseen zum Verweilen. Jeder See reflektiert Himmel, Fels und Stille. 

Geschichte zwischen Stein und Zeit 

Man geht durch den Ort und weiß: Diese Wege sind alt. Schon mesolithische Jäger waren hier. Römer, Alamannen, Bischöfe und Kaufleute folgten. Brände, Wiederaufbau, die Geburt des Tourismus im 19. Jahrhundert – Oberstdorf lernte früh, vom Gast zu leben, ohne sich zu verlieren. 

Wintersport & Weitblick 

Man steht an der Schattenbergschanze und hört den Applaus der Geschichte. Seit 1953 beginnt hier die Vierschanzentournee. Heute ist Oberstdorf heilklimatischer Kur- und Kneippkurort, Sommer wie Winter aktiv. 

Wandern, Übergänge, Fernwege 

Man startet hier den E5, geht zu Fuß oder mit dem Rad über die Alpen bis Meran. Sechs bis acht Tage, viele Höhenmeter – und ein Gefühl von Weite. Auch Klettersteige wie der Hindelanger Klettersteig oder der Heilbronner Weg beginnen mit einem ersten Schritt in Oberstdorf. 

Warum man wiederkommt 

Man bleibt, weil hier 75 % der Fläche geschützt sind. Man kommt zurück, weil Täler, Gipfel und Wege nie gleich wirken. Oberstdorf Allgäu ist kein Ort, den man abhakt. Es ist ein Ort, den man geht. 

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team