Betritt man das Trettachtal, nimmt man den Duft von feuchtem Moos und frischem Gras wahr. Plötzlich liegt er vor einem: der Christlessee in Oberstdorf, ein kleines, verborgenes Paradies inmitten der Allgäuer Alpen. Das Wasser glitzert, blau bis grün, so klar, dass man den Grund sehen kann. Kein Wunder, dass er auch „Spiegel der Berge“ genannt wird. Selbst bei Minus 30 Grad friert der Christlessee nicht zu – eine Besonderheit, die ihn unvergleichlich macht. 

Die Karstquellen des Christlessees, direkt südlich, speisen ihn unaufhörlich mit kristallklarem Trinkwasser. Sommer wie Winter hält das Wasser eine Temperatur von vier bis sechs Grad – zu kalt zum Baden, aber perfekt, um die Natur in ihrer reinsten Form zu genießen. Die umliegenden Wiesen sind heute ein Wasserschutzgebiet, frei von Beweidung und bewohnten Häusern, nur drei nicht dauerhaft bewohnte Bauernhäuser stehen dort. 

Lage & Zugänglichkeit – verstecktes Naturjuwel 

Der See ist über das Trettachtal erreichbar, entweder über die gesperrte Fahrstraße bis zum Renksteg oder zu Fuß auf dem Wanderweg von Oberstdorf über Gruben nach Gottenried. In Gottenried angekommen, öffnet sich der Blick auf den See – eingebettet zwischen Wäldern und sanften Bergflanken. Nur 100 Meter entfernt lädt das Café Christlessee zu einer Rast ein, perfekt für eine kleine Pause mit Aussicht. 

Auf einer Höhe von 916 Metern ü. NN liegt der Gebirgssee Oberstdorf idyllisch im Südosten der Stadt, gegenüber des Weilers Gottenried. Sein Quellwasser wurde vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als Geotop von nationaler Bedeutung klassifiziert (Geotop-Nummer 780Q001). 

Wanderung ins Trettachtal – Naturgenuss pur 

Auf dem Wanderweg von der Mühlenbrücke taucht man in das facettenreiche Trettachtal ein. Sonnige Lichtungen wechseln sich ab mit schattigen Alleen, die sich im Herbst in ein wahres Farbenmeer verwandeln. Auf der Strecke passiert man idyllische Ansiedlungen wie Dietersberg und Mumme, wo sich kleine Entdeckungen am Wegesrand bieten. 

Die letzten Meter von Gottenried nach Spielmannsau führen durch dichten Wald, vorbei am Fuße des Kegelkopfes. Hier öffnet sich ein atemberaubendes Panorama auf die wilden Felsformationen der Trettach und des Kratzers. Wer mag, kann die Wanderung noch verlängern: ein Abstecher ins Traufbachtal oder ein Besuch der Alpe Oberau lohnen sich immer. 

Alpenetappe des E5 – Startpunkt für Weitwanderer 

Man kann vom Christlessee Oberstdorf die Sommerwanderung auf der Alpenetappe des europäischen Fernwanderwegs E5 beginnen. Die Route führt zu den Höhen der Allgäuer Alpen und ist für Wanderer aller Erfahrungsstufen geeignet. Hier erlebt man die Berge hautnah, während die glasklaren Wasser des Christlessees im Hintergrund glitzern. 

Die abwechslungsreiche Strecke bietet Naturmomente für alle Sinne: das Rauschen der Trettach, Vogelgesang, die Ruhe der Wälder und das Panorama der Allgäuer Bergketten. Ein Ort, an dem man bewusst durchatmen und den Alltag hinter sich lassen kann. 

Geheimtipp & Erholung – Natur pur 

Wenn man am Ufer des Sees sitzt und die Füße ins Wasser hängen lässt, kann man zusehen, wie die Sonnenstrahlen auf der Wasseroberfläche tanzen. Die Stille wird nur vom leisen Plätschern der Quellen unterbrochen. Christlessee Oberstdorf ist kein touristischer Hotspot, sondern ein Ort der Ruhe, ein verstecktes Juwel, das zu jeder Jahreszeit seine Reize zeigt. 

Ob für einen kurzen Spaziergang, eine ausgedehnte Wanderung ins Trettachtal oder als Ausgangspunkt für längere Bergtouren – der See der niemals gefriert bleibt stets ein Naturparadies in den Allgäuer Alpen

Fazit – glasklare Schönheit im Trettachtal 

Man verlässt den Christlessee, das Herz voller Ruhe, die Sinne erfüllt von klarer Bergluft, Wasser und Grün. Der See ist ein Ort der Besinnung, ein Naturjuwel der Allgäuer Alpen, eingebettet in das Trettachtal bei Oberstdorf, das man einfach erleben muss. 

Ein Beitrag von
Sunhikes
Redaktions-Team