Im Portzbachtal bei Erlenbach verändert sich die Landschaft des Dahner Felsenlands auf einmal grundlegend. Die trockenen Kiefernwälder und roten Sandsteinfelsen des Wasgaus weichen einer anderen Welt: Wasser, Schilf, Bruchwälder, das leise Rauschen eines Bachs zwischen aufgestauten Teichen. Der Portzbach schafft hier, auf wenigen Kilometern, eine Landschaft, die im südlichen Pfälzerwald ihresgleichen sucht.
Eine Weiherkette – kein gewöhnlicher Bach
Der Portzbach ist rund 8,3 Kilometer lang und entspringt im südlichen Pfälzerwald. Was ihn besonders macht, ist sein mittlerer Lauf im Bereich von Erlenbach und Seehof: Hier wurde er mehrfach aufgestaut. Es entstand keine einzelne Wasserfläche, sondern eine Kette aus Woogen und Weihern – vom Frauenwoog bachaufwärts bis zum großen Seehofweiher.
Zwischen den Wasserflächen liegen Bruchwälder, Röhrichte und feuchte Talauen – für den sonst von Fels und Kiefern geprägten Wasgau ein ungewöhnliches, stilles Landschaftsbild.
Der Seehofweiher – Naturbadesee mit Sandstrand
Das Herzstück des Portzbachtals ist der Seehofweiher: mit rund 15 Hektar für Pfälzerwald-Verhältnisse ein großes Gewässer, maximal etwa drei Meter tief, eingebettet in Wald und Wiesen direkt unterhalb der Burg Berwartstein.
Seit 1950 wird der See offiziell als Bade- und Fischgewässer genutzt. Der südliche Teil des Ufers lädt mit einem flachen Sandstrand und einer großzügigen, kostenfreien Liegewiese zum Verweilen ein. Der nördliche und östliche Bereich des Sees ist privates Gelände.
Direkt am Wasser befindet sich die Strandhütte zum Seehof – Kiosk und Einkehrmöglichkeit für Wanderer und Badegäste. An warmen Sommertagen und Wochenenden zieht der See viele Familien und Ausflügler aus der Region an.
Hinweis: Der Seehofweiher ist ein reiner Naturbadesee ohne Wasseraufbereitung. Bei starker Hitze können Algenentwicklungen auftreten – aktuelle Hinweise der Wasserbehörden beachten.
Der Frauenwoog – die stille Schwester
Bachaufwärts, abseits des Badebetriebs, liegt der Frauenwoog: kleiner, stiller, von Feuchtwald umgeben. Er ist ein bevorzugter Rastpunkt auf den Wanderrouten des Portzbachtals und lässt sich gut mit dem Seehofweiher zu einer Runde verbinden.
Die kurze Seehof-Tour (ca. 3,9 km, kaum Höhenmeter, als Kinderwagentour ausgewiesen) führt vom Seehofweiher am Fischweiher entlang zum Frauenwoog und zurück – ideal für einen ruhigen Nachmittag im Tal.
Geschichte unter dem Wasser – Bleierzgrube und Ritterstein
Das Portzbachtal ist kein geschichtsloses Idyll. Am südlichen Ende des Seehofweihers erinnert Ritterstein Nr. 29 an die ehemalige Bleierzgrube am Breitenberg: erstmals 1765 erwähnt, mehrfach vom Grundwasser bedroht, 1901 endgültig aufgegeben. Reste der einstigen Schmelzanlage und eine Bleischlackenhalde im Bereich „Am Bleiwerk" sind noch erkennbar.
Im Tal finden sich außerdem Reste der Westwall-Panzersperren aus dem Jahr 1938 – Betonhöcker, die das Portzbachtal gegen Panzer sperren sollten. Auf wenigen Kilometern begegnet man hier mittelalterlicher Burgengeschichte, industrieller Bergbauvergangenheit und den Spuren des 20. Jahrhunderts.
Natur: Amphibien und Feuchtlandschaft
Das Gebiet um den Seehofweiher steht zum Schutz der dort lebenden Amphibien unter besonderer Beobachtung. Die Gemeinde nennt ausdrücklich den Feuersalamander als charakteristische Art des Tals – heute selten zu sehen, aber ein Hinweis auf die ökologische Qualität der Feuchtlandschaft.
Das gesamte Gebiet liegt im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.
Wandern im Portzbachtal
Das Tal ist bestens in das Wanderwegenetz rund um Erlenbach eingebunden.
Die Hans-Trapp-Tour (14,6 km) startet in Erlenbach und führt über Schniddelfelsen, Lauterschwan und den Seehofweiher zur Burg Berwartstein – das Portzbachtal bildet dabei den ruhigen, wasserreichen Gegenpol zur Fels- und Burglandschaft.
Die Berwartstein Rundwanderung über Schniddelfelsen, Portzbachtal und Wehrturm Kleinfrankreich (10,3 km) startet am Parkplatz der Burg Berwartstein. Die Kombination Schniddelfelsen → Frauenwoog → Portzbach → Seehofweiher bietet einen besonders schönen Landschaftswechsel: vom Aussichtsfelsen hinab in die stille Feuchtwiesenlandschaft des Portzbachtals.
Außerdem führt der Pfälzer Waldpfad durch das Portzbachtal – vom Seehofweiher flussabwärts bis kurz vor die Mündung in die Wieslauter.
Anreise nach Erlenbach bei Dahn
Mit dem Auto: Über die A65, Ausfahrt Landau oder Kandel-Nord, dann B427 Richtung Dahn, weiter nach Erlenbach. Parkplätze befinden sich am Seehofweiher sowie an der Burg Berwartstein.
Mit Bus und Bahn: Bahn bis Dahn oder Bad Bergzabern, dann Regionalbus nach Erlenbach. Fahrplancheck über den VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) empfohlen.
Der Seehofweiher und das Portzbachtal sind ganzjährig frei zugänglich.