Ausblick von der Hornisgrinde auf den Biberkessel | © Sunhikes Holzbrücke in der Ravennaschlucht | © Sunhikes Panorama am Feldberg im Südschwarzwald | © Sunhikes

Die besten Highlights im Schwarzwald - Seite 4

Der Schwarzwald, das größte Mittelgebirge in Deutschland, präsentiert eine Fülle an vielfältigen Landschaftsformen. Im Nördlichen Schwarzwald erstrecken sich ausgedehnte Waldgebiete, während der Mittlere Schwarzwald durch weite Wiesentäler geprägt ist. Die hohen, baumlosen Gipfel im Südlichen Schwarzwald runden das beeindruckende Landschaftsbild ab.

Der Schwarzwald zieht Besucher mit malerischen Karseen, spektakulären Wasserfällen und idyllischen Schluchten in seinen Bann. Von den Bergen bieten sich traumhafte Ausblicke auf die Rheinebene und bis zu den Alpen.

Image
auf Karte anzeigen

Sturzdobel inmitten der Wutachflühen – wo der Schwarzwald seine Zähne zeigt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht besucht – die man erlebt. Der Sturzdobel ist so ein Ort. Tief eingeschnitten in die Wutachflühen, umgeben von bis zu hundert Meter hohen Muschelkalkwänden und dem Rauschen des Sturzdobel-Wasserfalls, öffnet sich hier eine Welt, die sich anfühlt, als hätte sie auf den Menschen nie gewartet – und gerade deshalb so unwiderstehlich ist. 

Was ist der Sturzdobel – und warum lohnt er sich? 

Der Begriff „Dobel" steht im Schwarzwald für eine tief ins Gestein gefressene Schlucht. Beim Sturzdobel im Wutachtal hat sich der gleichnamige Bach rückschreitend in den harten Muschelkalk vorgearbeitet – und dabei einen Wasserfall von beachtlicher Wucht geschaffen. Der Sturzdobel-Wasserfall stürzt senkrecht über die Felskante in die Tiefe, direkt vom Wanderweg Wutachflühen aus sichtbar, ohne Umweg, ohne Inszenierung. 

Geografisch liegt der Sturzdobel zwischen dem markanten Mannheimer Felsen und dem Sackpfeiferdobel, auf dem Gemeindegebiet von Blumberg und Stühlingen im Landkreis Schwarzwald-Baar. Er zählt zu den beeindruckendsten Punkten im Naturschutzgebiet Wutachflühen – einem der wildesten und artenreichsten Gebiete im gesamten Südschwarzwald

Wandern in den Wutachflühen – nichts für die Sonnenbrille allein 

Wer den Sturzdobel erwandern will, sollte wissen, worauf er sich einlässt. Der Pfad durch die Flühen ist schmal, oft feucht, manchmal rutschig – und genau das macht ihn zum Erlebnis. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Festes Schuhwerk ist Pflicht. 

Der Schluchtensteig, eine der bekanntesten Wanderrouten im Südschwarzwald, führt direkt durch dieses Terrain. Der Sturzdobel ist eine zentrale Station der ersten Etappe des Schluchtensteigs von Stühlingen nach Blumberg – und wer diese Route geht, versteht schnell, warum sie Kultstatus hat. 

Eine besonders empfehlenswerte Option ist die Rundwanderung Wutachflühen, die am Wanderparkplatz Wutachflühen bei Fützen/Achdorf startet. In rund drei Stunden führt die Tour entlang der Wutach, vorbei an senkrechten Felskulissen, bis zum Sturzdobel – und wieder zurück. Moderat im Anspruch, maximal in der Wirkung. 

Tipp für das beste Erlebnis: Im Frühjahr, März und April, verwandeln die Flühen sich in ein Blütenmeer. Die Märzenbecher stehen dann in dichten Teppichen unter den Felsen – ein Anblick, der sich ins Gedächtnis brennt. 

Geologische Zeitreise: 240 Millionen Jahre in Stein 

Was die Wutachflühen von vielen anderen Wanderzielen unterscheidet, ist ihre geologische Tiefe – im wörtlichsten Sinne. Wer hier durch die Schlucht läuft, bewegt sich durch oberen Muschelkalk, der vor etwa 235 bis 243 Millionen Jahren unter einem flachen Meer abgelagert wurde, das damals weite Teile Mitteleuropas bedeckte. 

Die Muschelkalkwände der Wutachflühen sind bis zu hundert Meter hoch und von vertikalen Klüften und horizontalen Schichten durchzogen. Frost und Wasser arbeiten seit Jahrtausenden an diesem Gestein – das Ergebnis sind kantige Felsnadeln, Türme und Vorsprünge wie der Mannheimer Felsen, eine der markantesten Felsformationen der gesamten Region. 

Das Gebiet liegt zudem am Rand des Bonndorfer Grabens, einer tektonischen Störungszone, deren Spannungen die wilden Brüche und Verwerfungen im Gestein erklären. Tektonik, Erosion, Wasser – hier ist alles im Gange, und das seit Äonen. 

Am Sturzdobel selbst zeigt die Natur noch ein weiteres Phänomen: Kalktuffsinter. Das kalkreiche Wasser des Sturzdobel-Bachs lagert an feuchten Stellen weißliche Krusten ab – moosbewachsen, glänzend, wie aus der Zeit gefallen. Wer genau hinschaut, entdeckt diese stillen Zeugen des geologischen Prozesses an Bachläufen und Felsspalten. 

Wichtiger Hinweis: Der bröckelige Kalkstein macht die Steinschlaggefahr in den Wutachflühen real – besonders nach Frost oder Starkregen. Helm ist zwar kein Standard, Wachsamkeit aber schon. 

Mehr als Wandern: Die Sauschwänzlebahn als perfekte Ergänzung 

Wer den Tag abrunden will, kombiniert die Wanderung Wutachflühen mit einer Fahrt auf der historischen Sauschwänzlebahn. Die Strecke verläuft spektakulär oberhalb der Flühen und bietet Ausblicke, die man aus der Schlucht selbst nicht bekommt. Zwei Perspektiven auf denselben Ort – ein echter Mehrwert für jeden Besuch. 

Seltene Natur zwischen Fels und Wasser 

Zwischen den Muschelkalkwänden der Wutachflühen hat sich im Laufe der Jahrtausende eine außergewöhnliche Flora und Fauna entwickelt. Seltene Tier- und Pflanzenarten nutzen die Felsnischen, schattigen Schluchten und feuchten Bachabschnitte als Rückzugsräume. Das Naturschutzgebiet Wutachflühen ist kein Kulissennaturpark – es ist echter, lebendiger Lebensraum. 

Der Sturzdobel mittendrin ist mehr als ein Wasserfall. Er ist ein Punkt, an dem Geologie, Ökologie und Ästhetik zusammentreffen – und man für einen Moment das Gefühl bekommt, dass die Welt älter ist, stiller und schöner, als der Alltag vermuten lässt. 

Image
auf Karte anzeigen

Ravenna-Eisenbahnviadukt – Stein, Stille und die Magie des Höllentals

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer zum ersten Mal unter den gewaltigen Bögen des Ravenna-Viadukts steht, begreift sofort: Hier ist nicht einfach eine Brücke. Hier ist ein Denkmal. Massiv. Stumm. Aus grauem Schwarzwälder Granit gehauen, überspannt das Ravenna-Eisenbahnviadukt den Ausgang der Ravennaschlucht bei Breitnau und Hinterzarten – und gilt als eines der meistfotografierten Bauwerke Deutschlands. 

Vom Holzgerüst zum Granitriesen – die Geschichte des Viadukts 

Die Geschichte beginnt 1885, als die Höllentalbahn durch den Schwarzwald gebaut wird. Man errichtet zunächst eine Stahl-Fachwerkbrücke auf drei gemauerten Pfeilern – solide genug für die damaligen Züge, aber bald am Limit. Die Lokomotiven werden schwerer, die Anforderungen größer. 

1926–1928: Der Neubau aus Stein 

Man entscheidet sich für einen Neuanfang. Das heutige Ravenna-Viadukt entsteht als massive Steinbogenbrücke aus heimischem Granit – 224 Meter lang, 36 Meter hoch über dem Talgrund. Ein Bauwerk, das wirkt, als wäre es schon immer da gewesen. 

1945: Sprengung und Wiederaufbau 

Kurz vor Kriegsende lassen deutsche Truppen das Viadukt sprengen, um den Vormarsch der Alliierten zu bremsen. Was Jahrzehnte Ingenieursarbeit geschaffen hat, liegt innerhalb von Sekunden in Trümmern. Doch bereits 1947/48 wird das Viadukt im Schwarzwald unter großen Anstrengungen in seiner heutigen Form wiederaufgebaut – ein beeindruckendes Zeugnis des Wiederaufbauwillens. 

Heute: Teil der steilsten Hauptbahnstrecke Deutschlands 

Das Ravenna-Viadukt ist heute Teil der steilsten Hauptbahnstrecke Deutschlands – mit bis zu 57 ‰ Steigung. Die Höllentalbahn ist elektrifiziert und verbindet Freiburg mit dem Hochschwarzwald. Wer im Zug sitzt, spürt beim Überqueren des Viadukts einen kurzen Moment der Schwerelosigkeit. 

Wandern rund ums Ravenna-Viadukt – die besten Sunhikes Touren 

Für Sunhikes ist das Viadukt kein bloßes Postkartenmotiv – es ist der Dreh- und Angelpunkt für Wandertouren durch das Höllental und die Ravennaschlucht. Drei Routen stechen dabei besonders heraus. 

Der Klassiker: Heimatpfad Hochschwarzwald 

Die Route führt von Hinterzarten durchs Löffeltal direkt zum Ravenna-Viadukt, weiter durch die Ravennaschlucht und zurück nach Hinterzarten. Wer direkt unter den Steinbögen hindurchläuft, versteht erst dann, was 36 Meter wirklich bedeuten. Die Bögen wölben sich so weit in den Himmel, dass man unwillkürlich den Kopf in den Nacken legt. 

Ca. 7,5 km | ca. 2,5 Std. | moderat  Mehr Informationen zur Route

Panoramatour: Pikettfelsen-Blick 

Vom Hofgut Sternen geht es hinauf zum Pikettfelsen – einem der besten Aussichtspunkte auf das Ravenna-Eisenbahnviadukt. Sunhikes empfiehlt diesen Spot ausdrücklich für das klassische Profilfoto. Wer Glück hat, rollt genau in diesem Moment ein Zug über die Bögen – und der Auslöser klickt von selbst. 

Kurzer, steiler Abstecher | ca. 20 Min. ab Parkplatz 

Winterzauber: Weihnachtsmarkt-Tour 

In der Adventszeit wird das Ravenna-Viadukt zur Kulisse eines besonderen Weihnachtsmarkts. Direkt unter den illuminierten Bögen flackern Lichter, duftet Glühwein, liegt Stille über dem Schwarzwald. Sunhikes bietet spezielle Winterrouten an, die diese einzigartige Atmosphäre gezielt einschließen – ein Erlebnis, das man so nirgendwo sonst findet. 

Das Ravenna-Viadukt ist mehr als Infrastruktur. Es ist Geschichte, die man anfassen kann – und mit den Sunhikes Wandertouren erlebt man sie aus jedem Blickwinkel. 

Image
auf Karte anzeigen

Was gibt's in Todtmoos? Ein Ort, der mehr ist als Schwarzwald-Kulisse

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer das Wehratal hinaufsteigt, spürt es schon von Weitem: Todtmoos hat eine eigene Schwerkraft. Nicht jene träge, die müde macht – sondern die stille Anziehungskraft eines Ortes, der seit Jahrhunderten Menschen aus aller Welt auf sich zieht. Wallfahrtsort, heilklimatischer Kurort und Natur-Hotspot in einem – tief eingebettet ins tief eingeschnittene Wehratal, fernab der Alltagshektik. 

Das Wahrzeichen: Wallfahrtskirche Todtmoos 

Zwei barocke Zwiebeltürme ragen über die Dächer – und wer einmal vor der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau" steht, versteht sofort, warum dieser Ort seit dem 13. Jahrhundert Pilger anzieht. Die Kirche ist kein Museum, sondern lebendig. Sie prägt nicht nur das Ortsbild, sie prägt das Gefühl des gesamten Schwarzwald-Kurorts Todtmoos. Andächtige Stille trifft auf barocke Pracht – ein Kontrast, der unter die Haut geht. 

Naturspektakel direkt vor der Tür 

Todtmooser Wasserfall – Kraft in Kaskaden 

Nur ein kurzer Spaziergang vom Zentrum entfernt, im Ortsteil Strick, stürzt das Wasser über mehrere Stufen rund 40 Meter in die Tiefe. Der Wasserfall Todtmoos ist kein zahmes Postkartenmotiv – er ist laut, kühl und eindrucksvoll. Ideal für eine spontane Auszeit zwischen zwei Wanderetappen. 

Wehraquelle & Wehratalschlucht – wilde Schwarzwälder Natur 

Wer etwas weiter denkt, wandert zur Wehraquelle: Oberhalb des Ortes entspringt die Wehra in einem idyllischen Hochmoor – still, moorig, beinahe mystisch. Und wer dann noch weiterwill, begibt sich ins furiose Finale des Schluchtensteigs durch die Wehratalschlucht – eine der wildesten Schluchten des gesamten Schwarzwalds. 

Todtmoos am Schluchtensteig 

Für Wanderinnen und Wanderer ist Todtmoos kein Durchgangspunkt – es ist ein strategischer Knotenpunkt. Der Ort markiert das Ziel der 5. Etappe und den Start der 6. Etappe des Schluchtensteigs. Wer hier ankommt, hat Großes geleistet. Wer hier aufbricht, erwartet noch Größeres. 

Schaubergwerk Hoffnungsstollen – Geschichte unter der Erde 

An Regentagen, wenn der Schwarzwald seine graue Seite zeigt, lohnt sich ein Abstecher ins Schaubergwerk Hoffnungsstollen. Hier erfährt man alles über den ehemaligen Magnetkies- und Nickelabbau im Hotzenwald – ein Stück Industriegeschichte, das überraschend packend erzählt wird. 

Kurpark & Musikpavillon – Entschleunigung auf Schwarzwälder Art 

Das Herzstück der Erholung liegt mitten im Ort: Der Kurpark Todtmoos mit seinem Musikpavillon lädt zu Kurkonzerten, Spaziergängen und jener wohltuenden Langsamkeit ein, die man in der Stadt so verzweifelt sucht. 

Lebkuchen & Kaffeehauskultur: Genuss mit Geschichte 

Todtmooser Lebkuchen – die Zelge 

Ein Pflichtprogramm: Todtmooser Lebkuchen, auch Zelge genannt, gebacken nach einem jahrhundertealten Wallfahrtsrezept. Diese kulinarische Tradition lebt bis heute – und wer einmal in ein frisches Stück gebissen hat, weiß warum. 

Café & Konditorei Zimmermann 

Direkt bei der Wallfahrtskirche am Kirchberg 2 befindet sich das Café Zimmermann – der Klassiker schlechthin. Die Glastheke ist ein kleines Kunstwerk: Schwarzwälder Kirschtorte, Zelge, handgemachte Konditoreiware. Klassisches Kaffeehaus-Ambiente, das zu nichts eilt. 

Café Bockstaller 

Herzlicher, manchmal ruhiger: Das Café Bockstaller an der Hauptstraße 16 ist ein echter Familienbetrieb. Sahnetorten, feine Pralinen, und ein Apfelkuchen, für den Wanderer schon früh aufgestanden sein sollen. Kein Schnickschnack – dafür echtes Handwerk. 

Winter-Highlight: Schlittenhunderennen Todtmoos 

Wer Todtmoos im Winter erlebt, erlebt ein Spektakel der besonderen Art: Das Schlittenhunderennen zieht jedes Jahr Tausende Besucherinnen und Besucher in den verschneiten Schwarzwald. Gespanngebell, Pulverschnee, Aufregung – ein Event, das in keinem Reiseführer fehlen darf. 

Image
auf Karte anzeigen

Was gibts in St. Blasien? Kuppel, Schlucht & Schwarzwaldseele

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man nähert sich St. Blasien und fragt sich kurz, ob man richtig ist. Dichter Tannenwald, ein enges Tal, die Alb rauscht irgendwo unten – und dann: Diese Kuppel. Weiß. Riesig. Vollkommen fehl am Platz und doch wie selbstverständlich hier. Willkommen in einem der seltsamsten und schönsten Flecken des Schwarzwalds

Der Dom – ein Gigant mitten im Wald 

Der Dom St. Blasien ist kein Gebäude, das man erwartet. Mit 36 Metern Kuppeldurchmesser ist er nach dem Petersdom in Rom und dem Invalidendom in Paris die drittgrößte Kirchenkuppel Europas – und er steht nicht in einer Metropole, sondern zwischen Schwarzwaldhängen und Mischwäldern. 

Der Innenraum ist komplett in strahlendem Weiß gehalten. Keine goldenen Altäre, keine dunklen Holzbänke, die das Licht schlucken – stattdessen eine fast schwebende Helligkeit, die den Raum größer macht, als er ohnehin schon ist. Man tritt ein und hält unwillkürlich die Luft an. 

Der Eintritt ist frei. Wer Glück hat, erwischt ein Orgelkonzert – die Akustik ist legendär, das Echo phänomenal. 

Der Brand, der den Dom formte 

Die heutige Kuppel ist nicht die ursprüngliche. Am 7. Februar 1874 brach in einer im Klosterkomplex ansässigen Baumwollspinnerei Feuer aus – ein glimmender Docht reichte, um die hölzerne Originalkuppel und weite Teile der Klostergebäude in Schutt zu legen. Was danach entstand, ist die markante Eisenkonstruktion, die 1883 fertiggestellt wurde, ergänzt durch eine moderne Innenkuppel aus Eisenbeton. Ein Unglück, das dem Dom seine endgültige Gestalt gab. 

Geschichte, die man spürt 

St. Blasien ist kein Ort, der seine Vergangenheit versteckt. Alles begann im 9. Jahrhundert mit einer kleinen Einsiedelei – Benediktinermönche aus dem Kloster Rheinau brachten Reliquien des heiligen Blasius hierher. Daraus wuchs eines der mächtigsten Klöster im deutschsprachigen Raum. 

Seinen Höhepunkt erlebte der Ort im 18. Jahrhundert unter Fürstabt Martin Gerbert: St. Blasien wurde zum Zentrum für Wissenschaft und Musik. Nach dem verheerenden Brand von 1768 ließ Gerbert den heutigen Dom im frühklassizistischen Stil errichten – Einweihung 1783. 

Mit der Säkularisation 1806 war es vorbei mit dem Klosterleben. Die Mönche zogen mitsamt Kunstschätzen und den Gebeinen früher Habsburger ins Stift St. Paul in Kärnten. Im 19. Jahrhundert übernahm die Industrie – eine Spinnerei zog ein. Später wurde St. Blasien zum exklusiven Lungenkurort, in dem sich die europäische Elite erholte. Etwas davon spürt man noch heute. 

Das Kolleg – Jesuiten mitten im Schwarzwald 

Direkt an den Dom schmiegt sich die ehemalige Benediktinerabtei, heute Heimat des Kolleg St. Blasien – eines der renommiertesten Jesuiten-Internate Deutschlands. Die barocke Klosteranlage prägt das gesamte Stadtbild und gibt dem Ort seine eigentümliche Mischung aus Strenge und Weiträumigkeit. 

Windbergschlucht – wo der Weg dramatisch wird 

Nur wenige Gehminuten vom Domplatz entfernt beginnt eine andere Welt. Die Windbergschlucht ist eng, feucht, laut – Wasser überall, bemoose Felsen, Holzstege über rauschenden Rinnsalen. Der Weg führt über Brücken und Treppen hinauf zum Windbergwasserfall, einem der schönsten Wegziele rund um St. Blasien. 

Es ist auch der krönende Abschluss der 4. Etappe des Schluchtensteigs: Man steigt durch die Schlucht ab, und plötzlich öffnet sich der Wald – und da steht dieser Dom. 

Hinweis Ausrüstung: Die Holzstege in der Schlucht sind durch die Gischt oft feucht – auch bei trockenem Wetter ist trittsicheres Schuhwerk Pflicht. 

Albtal & Albstausee – Stille flussabwärts 

St. Blasien liegt im tief eingeschnittenen Tal der Alb. Wer flussabwärts wandert, erreicht den Albstausee – ein ruhiges Gewässer, eingefasst von steilen Waldhängen. Hier ist es still auf eine andere Art als im Dom: keine Stille aus Stein, sondern eine aus Wasser, Wind und Wald. 

Die Strecke Richtung Häusern bietet dabei tolle Blicke auf die Staumauer des Albstausees – ein Geheimtipp, den viele Durchreisende verpassen. 

Kurpark & Wildgehege – für alle, die es ruhiger mögen 

Wer nach Kilometern im Gelände einfach ankommen will, findet im Kurpark an der Alb den richtigen Ort. Bänke, Bäume, Wasser. Wer noch etwas Energie hat, wandert zum Wildgehege am Haus des Gastes – Rotwild und Steinböcke lassen sich aus nächster Nähe beobachten. 

St. Blasien als Wanderknotenpunkt 

Kaum eine Stadt im Südschwarzwald ist so gut erschlossen wie St. Blasien. Drei große Routen kreuzen sich hier: 

Der Schluchtensteig – einer der spektakulärsten Fernwanderwege Deutschlands – nutzt St. Blasien als Übergang zwischen seiner 4. und 5. Etappe. Der Albsteig folgt dem Flusslauf der Alb vom Feldberg bis zum Rhein, mit St. Blasien als Herzstück. Dazu kommt der klassische Fernwanderweg Pforzheim–Waldshut

→ Schluchtensteig Etappe 4: Fischbach – St. Blasien 

Rund 20 km, etwa 6 Stunden, mittelschwer. Das Highlight: der Abstieg durch die Windbergschlucht direkt in die Stadt – und der Moment, wenn zwischen den Tannen plötzlich die Domkuppel auftaucht. 

Schluchtensteig Etappe 5: St. Blasien – Todtmoos 

Rund 19 km, etwa 6 Stunden, schwer. Viel Aussicht, stille Waldpfade hoch über dem Albtal. Die Etappe führt am Albstausee vorbei und über den felsigen Bildstein zum Lehenwieser Stein – einem einsamen Aussichtspunkt mit Schutzhütte, ideal für eine Rast mit Blick ins Tal. 

Kleine Runde für Kurzentschlossene 

Wer nicht den ganzen Schluchtensteig läuft: Die Windbergschlucht-Runde ab dem Domplatz ist mit rund 4 km überschaubar, aber eindrucksvoll. 

Einkehren & Ankommen 

In der verkehrsberuhigten Innenstadt rund um den Domplatz gibt es Cafés und Restaurants für jeden Geschmack – das Dom-Hotel und das Café Ell sind bewährte Anlaufstellen nach einer langen Etappe. 

St. Blasien – mehr als eine Durchgangsstation 

Man könnte St. Blasien als Etappenort abhaken. Dom anschauen, weiterziehen. Aber das wäre schade. Denn dieser Ort hat etwas, das man nicht sofort benennen kann: eine Mischung aus Größe und Abgelegenheit, aus Geschichte und Wildnis, aus Stille und Rauschen. Man braucht ein bisschen Zeit, um das zu spüren. 

Und spätestens beim Abstieg aus der Windbergschlucht, wenn die Kuppel zwischen den Bäumen auftaucht – dann versteht man es. 

Image
auf Karte anzeigen

Kanadiersteg an der Gauchachmündung – wo zwei Schluchten aufeinandertreffen

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wasser, das keine Wahl hat, findet seinen Weg. Hier, an der Gauchachmündung im Herzen des Schwarzwalds, tut es das mit Getöse und Eleganz zugleich: Die wilde Gauchach wirft sich in die Wutach, die Strömungen verzahnen sich, das Rauschen verdoppelt sich – und mittendrin steht, seit Jahrzehnten unerschütterlich, der Kanadiersteg

Wer über seine Bohlen geht, geht über Geschichte. Über internationale Zusammenarbeit. Und über eines der schönsten Fotomotive, die der Schwarzwald zu bieten hat. 

Eine Holzbrücke mit Herkunft 

Der Kanadiersteg ist keine gewöhnliche Wanderbrücke. Seinen Namen trägt er aus gutem Grund: 1976 wurde er von einer Einheit kanadischer Pioniere errichtet – Soldaten, die im Rahmen einer NATO-Übung in Deutschland stationiert waren und ein handfestes Projekt suchten. Was sie hinterließen, ist bis heute in Betrieb. 

Anlass für den Neubau war eine Katastrophe. In den frühen 1970er Jahren hatte ein Hochwasser der Wutach die damalige Holzbrücke schlicht mitgenommen. Ein Punkt auf der Karte war damit verschwunden, der für Wanderer strategisch unverzichtbar ist: die Verbindung zwischen Wutachschlucht und Gauchachschlucht

Die Kanadier lösten das Problem mit Akribie und Holz: Sie bauten eine massive, überdachte Holzkonstruktion in traditioneller Blockbauweise. Das Dach ist kein Schmuck, sondern Methode – es schützt die tragenden Balken vor Nässe und verlängert die Lebensdauer der Brücke erheblich. Dass der Steg zudem deutlich höher als sein Vorgänger angelegt wurde, war eine bewusste Entscheidung: Er sollte beim nächsten Hochwasser nicht wieder „auf Reisen gehen". 

Ein Eingangstor in eine andere Welt 

Wer von der Wutachmühle aufbricht, erreicht den Kanadiersteg nach etwa 20 bis 30 Minuten auf einem flachen, entspannten Weg entlang der Wutach – rund 1,5 Kilometer, die man genießen kann, bevor es wilder wird. 

Denn ab hier ändert sich der Charakter der Landschaft. Der Steg ist das Eingangstor zur Gauchachschlucht: enger, schroffer, schattiger. Die Pfade werden schmaler, die Wurzeln dickknufriger, die Felsen rücken enger zusammen. Nach Regen ist besonderes Gespür gefragt – die Trails sind dann rutschig, die Atmosphäre dafür noch dichter. 

Wer eine Pause braucht, bevor er weitergeht: Direkt am Steg laden oft flache Kiesbänke an der Wutach zur Rast ein. Füße ins Wasser, Blick auf den Zusammenfluss, Atem holen. Besser geht es kaum. 

Saniert, aber nicht verbogen 

Holz in einer feuchten Schlucht – das ist keine einfache Kombination. Der Steg musste über die Jahrzehnte mehrfach instand gesetzt werden. 2010 erfolgte eine umfassende Sanierung, um die Verkehrssicherheit für die tausenden Wanderer zu gewährleisten, die seitdem den Schluchtensteig begehen. 

Heute gilt der Kanadiersteg als eines der meistfotografierten Motive der gesamten Wutachschlucht – und als stilles Symbol für die Verbundenheit der Region mit den einstigen alliierten Schutzkräften. 

Wanderrouten ab dem Kanadiersteg 

Drei-Schluchten-Wanderung 

Die Klassikerroute ab der Wutachmühle führt direkt über den Kanadiersteg in die Gauchachschlucht, weiter zur Burgmühle und zurück über die Engeschlucht. Rund 10 Kilometer, 3,5 bis 4 Stunden, moderat bis anspruchsvoll – abwechslungsreich, schattig, wasserreich. Wer nur eine Tour in dieser Ecke des Schwarzwalds macht, sollte es diese sein. 

→ Schluchtensteig Etappe 2: Blumberg – Schattenmühle 

Der Kanadiersteg markiert auf dieser „Königsetappe" des Schluchtensteigs den Einstieg in den wildesten Abschnitt. Flussaufwärts geht es vorbei an den Flühen, dem Räuberschlössle und mächtigen Muschelkalkwänden. Rund 20 Kilometer, 6,5 Stunden, anspruchsvoll – aber landschaftlich ohne Konkurrenz. 

→ Rundweg Wutachmühle – Kanadiersteg – Gauchachschlucht 

Eine kürzere Variante für heiße Tage: Der Weg verläuft fast durchgehend im Schatten, konzentriert sich auf die unteren Schluchtenabschnitte und bleibt dabei dicht, grün und ruhig. 

Praktische Hinweise für deine Tour 

Die Burgmühle in der Gauchachschlucht – rund 45 Minuten ab dem Kanadiersteg – ist ein klassisches Einkehrziel auf diesen Routen. Wer Einweg-Touren plant, dem empfiehlt sich der Wanderbus, der regelmäßig an der Wutachmühle hält. Trittsicherheit ist ab dem Steg in die Schlucht hinein Pflicht, kein Nice-to-have. 

Warum der Kanadiersteg bleibt, was er ist 

Manche Orte brauchen keine große Inszenierung. Der Kanadiersteg an der Gauchachmündung ist so ein Ort. Er ist aus einer Not entstanden, von fremden Händen gebaut und von einer Region angenommen worden, als wäre er schon immer da gewesen. Er verbindet nicht nur Wanderwege – er verbindet Geschichten. 

Wer ihn überquert, hört das Wasser unter sich, sieht, wie sich zwei Flusswelten vereinen, und versteht: Hier beginnt etwas. Die Schlucht. Der Weg. Der Moment. 

Image
auf Karte anzeigen

Pikettfelsen im Höllental – wo der Schwarzwald seinen dramatischsten Auftritt hat

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Manche Orte trifft man unvermittelt. Man biegt ab, folgt einem schmalen Pfad bergauf, und plötzlich öffnet sich die Welt. Der Pikettfelsen im Höllental ist so ein Ort – ein Felsvorsprung mit Postkarten-Potenzial, der einen atemlos zurücklässt. Nicht nur wegen des Aufstiegs. 

Der Aufstieg: kurz, knackig, lohnenswert 

Direkt beim Hofgut Sternen im Höllental beginnt der Weg. Der Parkplatz Hofgut Sternen ist der Startpunkt – gut erreichbar, gut beschildert. Von dort folgt man der Ausschilderung steil bergauf, vorbei an Wurzeln, schmalen Passagen und dem Duft feuchten Waldbodens. Zehn bis fünfzehn Minuten braucht man für den Aufstieg zum Pikettfelsen – aber die sind es wert. 

Trittsicherheit sollte man mitbringen, besonders wenn die Wege nass sind. Wer das beherzigt, wird mit einer der eindrucksvollsten Aussichten des Hochschwarzwalds belohnt. 

Der Blick: Felskanzel trifft Steinbogenbrücke 

Oben angekommen, steht man auf einer natürlichen Felskanzel direkt gegenüber dem Ravenna-Viadukt – jener 36 Meter hohen Steinbogenbrücke, die sich mit stiller Eleganz über die Ravennaschlucht spannt. Wenn dann die rote Höllentalbahn über die Brücke gleitet, ist das der Moment, auf den man gewartet hat. Kamera raus. Moment festhalten. Durchatmen. 

Eine Bank lädt dazu ein, den Blick in Ruhe zu genießen – auf das Viadukt Höllental, die steilen Felswände und das leise Rauschen des Bachs tief unten. Der Pikettfelsen liegt am Eingang der Ravennaschlucht und ist Teil des Heimatpfads Hochschwarzwald, einem der schönsten Wanderwege der Region. 

Achtung: Nicht verwechseln mit dem Piketfelsen im Wehratal – der Pikettfelsen im Höllental ist ein eigener, eigenständiger Aussichtspunkt. 

Weiter wandern: die große Runde durch die Ravennaschlucht 

Wer nicht nur kurz innehalten, sondern richtig wandern möchte, nutzt den Pikettfelsen als Startpunkt für die große Runde durch die Ravennaschlucht Richtung Breitnau. So empfiehlt es auch Sunhikes: erst der beste Ausblick, dann gemütlich am Bachlauf entlang nach oben. Eine Wanderung mit Dramaturgie. 

Geheimtipp: Pikettfelsen zur Adventszeit 

Zur Weihnachtszeit verwandelt sich das Tal darunter. Der Weihnachtsmarkt unter dem Ravenna-Viadukt zieht Besucher aus der ganzen Region an – und wer vom Pikettfelsen auf das beleuchtete Spektakel hinunterschaut, erlebt etwas, das man so schnell nicht vergisst. Allerdings: Dann ist es voll. Wer Stille sucht, kommt besser an einem ruhigen Novembermorgen. 

Image
auf Karte anzeigen

Wo ein Fluss seine Seele findet – die Wehraquelle im Südschwarzwald

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht sucht – man findet sie einfach. Die Wehraquelle ist so ein Ort. Auf rund 1.050 m ü. NHN, eingebettet in ein stilles Hochmoorbecken zwischen Todtmoos und Bernau im Schwarzwald, sprudelt hier das Wasser aus einer gefassten Steinbeckenfassung ins Freie. Unspektakulär auf den ersten Blick – und doch der Beginn von etwas Großem. 

Ein stiller Kraftort im Hochmoor 

Die Quelle der Wehra liegt in einer sanften, oft feuchten Wiesenmulde. Das Gelände ringsherum ist moorig, der Boden federt unter den Füßen, die Luft riecht nach Erde und Kiefer. Wer hier ankommt, hält unwillkürlich inne. Es ist ein fast mystischer Ort – einer dieser raren Plätze, an denen die Natur im Schwarzwald noch vollständig bei sich ist. 

An der gefassten Quelle kann man sich an heißen Wandertagen im Schwarzwald das Gesicht kühlen. Eine Bank lädt zur kurzen Rast ein. Bitte: unbedingt auf dem Pfad bleiben, das Moor drumherum ist empfindlich. 

Wanderknoten und Schluchtensteig-Highlight 

Die Wehraquelle ist kein Geheimtipp mehr – sie ist ein zentraler Wegpunkt, an dem wichtige Fernwanderwege aufeinandertreffen. Vor allem der Schluchtensteig Baden führt hier entlang: Auf der finalen 6. Etappe des Schluchtensteigs von Todtmoos nach Wehr passiert man die Quelle als eines der eindrucksvollsten Highlights der gesamten Route. 

Von Todtmoos-Zentrum aus erreicht man die Quelle nach einem moderaten Aufstieg in etwa 45 bis 60 Minuten. Danach folgt der Weg dem noch jungen Bachlauf hinunter Richtung Todtmoos-Au – bevor die eigentliche Wehratalschlucht beginnt und der Fluss sein wahres Gesicht zeigt. Auch der Albsteig verläuft in der Nähe und verbindet das Wehratal mit dem Albtal

Die Wehra – „wilder Bruder" der Alb 

Aus dem stillen Hochmoor wird binnen Kilometern ein anderer Fluss. Die Wehra im Südschwarzwald legt auf 26 km einen wilden Weg zurück: Sie gräbt sich tief in das Urgestein des Hotzenwaldes, bricht durch Granit und Buntsandstein, stürzt über riesige Gesteinsblöcke in unzähligen kleinen Kaskaden – und gilt dabei als eine der ursprünglichsten Schluchten Deutschlands. 

Die Wehratalschlucht ist das Herzstück dieser Reise. Felswände ragen bis zu 200 Meter steil auf. Der Weg führt auf schmalen, in den Fels gehauenen Pfaden mit spektakulären Tiefblicken auf das rauschende Wasser. An der Hirschsprung-Engstelle rücken die Felsen so nah zusammen, dass man meint, die Schlucht halte die Luft an. 

Große Teile des Tals stehen als Bannwald Schwarzwald unter strengem Naturschutz: kein Eingriff, kein Aufräumen – umgestürzte Bäume, wilder Bewuchs, echtes Urwaldfeeling mitten in Baden-Württemberg

Sunhikes-Check: Das sollte man wissen 

Wer die 6. Etappe Schluchtensteig mit Sunhikes plant, bekommt hier vorab den ehrlichen Check: Die rund 22 km von Todtmoos nach Wehr (Baden) sind anspruchsvoll. Die Felsenpfade am Wehratal verlangen trittsichere Schuhe und volle Aufmerksamkeit. Dafür liefert die Tour ein Panorama, das lange im Gedächtnis bleibt. 

Kurz vor dem Ziel in Wehr am Rhein wird der Fluss von der Wehratalsperre aufgestaut – der Stausee speist das Kavernenkraftwerk Wehr, eine beeindruckende Ingenieursleistung direkt am Wanderweg. Dann mündet die Wehra in den Rhein, und die Etappe endet so dramatisch, wie sie begonnen hat. 

Fazit: Ein Ursprung, der nicht loslässt 

Die Wehraquelle ist mehr als ein Wegpunkt auf einer Wanderkarte. Sie ist der Ursprung eines Flusses, der sich durch Jahrhunderte Gestein gefressen hat – still, beharrlich, unaufhaltsam. Wer hier steht, begreift: Wandern im Schwarzwald ist kein Sport. Es ist ein Gespräch mit der Landschaft. 

Image
auf Karte anzeigen

Blasiwald-Althütte: Wo der Hochschwarzwald noch atmet

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer den Hochschwarzwald kennt, denkt zuerst an den Feldberg, den Titisee, den Schluchsee. Aber wer wirklich ankommen will – in sich und in der Landschaft – der biegt irgendwann ab. Rauf auf das Plateau. Rein nach Blasiwald-Althütte

Auf rund 1.100 Metern, zwischen Schluchsee und St. Blasien, liegt ein Flecken, den man nur findet, wenn man ihn sucht. Oder wenn man ihn geht. Und genau das ist das Schöne daran. 

Kapelle St. Pantaleon: Ein Kleinod auf dem Hochplateau 

Mitten in die Weite hineingesetzt, als hätte jemand genau gewusst, dass dieser Ort etwas Bleibendes braucht – so steht die Kapelle St. Pantaleon auf dem Hochplateau von Blasiwald-Althütte. 1746 erbaut, denkmalgeschützt, und noch heute von einer Stille umhüllt, die man kaum beschreiben kann. 

Der heilige Pantaleon, einer der 14 Nothelfer und Schutzpatron der Ärzte und Hebammen, gab ihr den Namen. Den Schwarzwaldhöfen ringsum gab sie früher den religiösen Mittelpunkt – denn der Weg hinunter nach St. Blasien war lang, und im Winter oft unpassierbar. 

Von außen ist es ein schlichter Schwarzwälder Kapellenbau mit kleinem Dachreiter, wie aus einer anderen Zeit. Innen empfängt ein barocker Altar, volkstümliche Heiligenfiguren, gedämpftes Licht. Wer kurz innehält, spürt, warum dieser Ort bis heute Hochzeiten und kleine Andachten anzieht. Zwischen alten Schwarzwaldhöfen und weiten Bergwiesen wirkt er schlicht unwiderstehlich. 

Und wer den Blick hebt: Bei klarer Sicht öffnet sich direkt neben der Althütter Kapelle ein Alpenpanorama, das den Atem stocken lässt. Vom Säntis bis zum Mont Blanc – das ist keine Übertreibung, das ist Geografie. 

Schluchtensteig Etappe 4: Der stille Pol der Wanderung 

Blasiwald-Althütte liegt direkt auf der 4. Etappe des Schluchtensteigs (Fischbach – St. Blasien). Wer hier ankommt, hat den anstrengendsten Abschnitt hinter sich – den Aufstieg vom Schluchsee-Ufer hinauf auf das Hochplateau. Was folgt, ist einer jener seltenen Momente, in denen Wandern zur Meditation wird. 

Die Kapelle St. Pantaleon ist ein markanter Orientierungspunkt am Schluchtensteig, kurz bevor der Abstieg durch die Windbergschlucht beginnt. Von hier sind es noch rund 6 Kilometer und etwa anderthalb bis zwei Stunden hinunter zum Dom von St. Blasien – spektakulär, schattig, in sich versunken. 

Wer auf Sunhikes recherchiert, stößt schnell auf eine Beschreibung, die trifft: Althütte ist der stille Pol der Schluchtensteig-Tour. Ein Ort, an dem man noch einmal tief durchatmet, bevor die Welt wieder beginnt. 

Gasthof Althütte: Einkehr mit Seele 

Direkt neben der Kapelle steht der Gasthof Althütte – ein Familienbetrieb, der nicht mehr verspricht, als er hält, und damit genau das Richtige ist. 

Die Küche ist rustikale badische Hausmannskost in ihrer besten Form: Vesperplatten mit hausmacher Wurst, Kässpätzle, Schäufele. Dazu hausgemachter Kuchen – klassischerweise Schwarzwälder Kirsch. Die Gaststube ist aus viel Holz gemacht und viel Gemütlichkeit. Die Terrasse gibt den Blick frei über das gesamte Hochplateau. 

Der Gasthof ist der einzige Einkehrstopp direkt auf diesem Plateau – und damit strategisch unverzichtbar. Öffnung in der Hauptsaison meist ab 11 Uhr, Ruhetag häufig Montag und Dienstag (vorab kurz prüfen). Wer mit einer Gruppe kommt, reserviert am Wochenende lieber einmal kurz. 

Für alle, die die Etappe aufteilen wollen: Es gibt einfache, gemütliche Gästezimmer – ideal für Wanderer auf dem Schluchtensteig, die sich Zeit lassen möchten. 

Geheimtipp: Blasiwald-Althütte im Winter 

Während am Feldberg die Schlangen wachsen, liegt Blasiwald-Althütte im Winterschlaf der Entschleunigung. Die Loipen Richtung Schluchsee und Häusern sind sorgfältig gespurt, die Winterwanderwege ruhig und gepflegt. Wer Langlauf im Hochschwarzwald abseits des Trubels sucht, findet ihn hier. 

Und wer mit etwas Glück an einem Inversionstag kommt – wenn das Tal im Nebel versinkt und die Gipfel in der Sonne schwimmen – der versteht, warum manche Orte nicht berühmt sein müssen, um unvergesslich zu sein. 

Blasiwald-Althütte. Ruhig. Ursprünglich. Hochschwarzwald pur.

Image
auf Karte anzeigen

Roodbach-Wasserfall: Wo der Schwarzwald noch wild ist

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer dem Trubel der bekannten Touristenpfade entfliehen möchte, dem flüstert der Hochschwarzwald manchmal leise Geheimnisse zu. Eines davon trägt den Namen Roodbach-Wasserfall – versteckt in der wildromantischen Haslachschlucht bei Lenzkirch, auf knapp 800 Metern Höhe, wo das Wasser seit jeher seinen eigenen Weg kennt. 

Fernab des Trubels: Die Haslachschlucht entdecken 

Man folgt dem Ruf des Wassers. Vom Rathaus Lenzkirch aus führt der Weg zunächst durch den Kurpark, vorbei an der historischen Lochmühle, dann weiter entlang des Mühlenwegs – bis das Rauschen lauter wird und die Bäume enger zusammenrücken. Rund 2,9 km südöstlich von Lenzkirch und 2,4 km von Holzschlag entfernt öffnet sich die Schlucht und gibt den Blick frei auf die Kaskaden des Roodbachs, einem Zufluss der Haslach. 

Kaskaden, Fels und feuchte Pfade 

Der Abstieg zum Wasserfall Hochschwarzwald hat Charakter: steil, feucht, unverfälscht. Kein Geländer, kein Wegweiser-Wald – nur schmale Steige, moosbedeckte Steine und das konstante Gischtgefühl auf der Haut. Festes Schuhwerk ist hier kein optionaler Luxus, sondern schlicht vernünftig. Wer gut ausgestattet kommt, wird mit einem Naturerlebnis Schwarzwald belohnt, das die großen, vielbesuchten Wasserfälle der Region an Ursprünglichkeit mühelos übertrifft. 

Highlights: Felsen, Schluchten und die Geburt der Wutach 

Ein kurzes Stück weiter flussabwärts geschieht etwas Bemerkenswertes: Haslach und Gutach vereinigen sich zur Wutach – die Geburtsstunde der legendären Wutachschlucht. Wer möchte, kann diesen Moment erleben und versteht sofort, warum die Haslachschlucht als „kleine Schwester" des berühmten Fernwanderwegs Schluchtensteig gilt. In der direkten Nachbarschaft warten zudem die spektakulären Hölloch- und Rechenfelsen – über schmale Steige erreichbar, wildromantisch und kaum überlaufen. 

Geheimtipp mit Substanz 

Der Roodbach-Wasserfall ist kein Ort für Selfie-Stationen und Eiscafés. Er ist ein Ort, an dem man innehalten kann, dem Wasser zusieht und begreift, warum Menschen den Schwarzwald seit Generationen lieben. Eine Wanderung Lenzkirch durch die Haslachschlucht ist kein Ausflug – sie ist eine kleine Reise zurück zur Natur. 

Image
auf Karte anzeigen

Großjockenmühle: Wo das Wasser durchs Dach fließt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Tief in der Ravennaschlucht bei Breitnau verbirgt sich ein Ort, der einen irgendwie nicht mehr loslässt. Die Großjockenmühle – auch unter dem Namen Großjockenhofmühle bekannt – steht dort, wo das Gelände so steil wird, dass selbst Wasser andere Wege nehmen muss als üblich. Moosige Steine, das Rauschen des Ravennabachs, jahrhundertealtes Holz: Wer hier ankommt, begreift sofort, warum dieser Fleck zu den fotogensten historischen Mühlen im Hochschwarzwald zählt. 

Ein Ingenieurskunstwerk aus dem Jahr 1883 

Was die Großjockenmühle von gewöhnlichen Mahlmühlen unterscheidet, steckt im Detail – und das Detail hat es in sich. 

Weil das Gelände schlicht zu steil ist, wird das Wasser des Ravennabachs über eine hölzerne Rinne direkt durch das Dach auf das oberschlächtige Wasserrad geleitet. Ein Anblick, der Besucher bis heute verblüfft. 

Noch raffinierter: Über eine Drahtseiltransmission wurde die Wasserkraft einst rund 400 Meter weit – bergauf – auf den Großjockenhof übertragen, wo sie Sägen und andere landwirtschaftliche Geräte antrieb. Mechanisches Denken in Reinform, lange bevor das Wort „Ingenieurskunst" zum Modebegriff wurde. 

Denkmalschutz & Geschichte 

Bis etwa 1956 drehte sich hier das Rad noch im echten Betrieb – als Hof- und Mahlmühle für den Eigenbedarf des Großjockenhofs. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wurde Ende der 1970er Jahre aufwendig restauriert. 

Besichtigen lässt sich die Mühle jederzeit von außen – wer Glück hat, erwischt einen der Aktionstage, etwa den Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag, wenn das Mahlwerk wieder in Bewegung gesetzt wird. Ein seltenes Schauspiel. 

Die Mühle ist zudem fester Bestandteil des Heimatpfads Hochschwarzwald – einem der schönsten thematischen Wanderwege der Region. 

Wandern zur Großjockenmühle: Die besten Touren 

Da die Mühle mitten im steilsten Abschnitt der Schlucht liegt, führen die schönsten Wege zu ihr als Rundtouren vorbei. 

→ Ravennaschlucht & Löffeltal – Der Heimatpfad Route: Hinterzarten – Löffeltal – Hofgut Sternen – Ravennaschlucht – Großjockenmühle – Hinterzarten | ca. 7,5 km | 2,5 Std. | moderat Unterwegs wartet ein Technikparcours aus einem anderen Jahrhundert: Seilerei, Klopfsäge, das mächtige Ravennaviadukt – und am Ende die Mühle mit dem Wasser im Dach. 

Kleiner Schluchtencheck ab Hofgut Sternen Route: Parkplatz Hofgut Sternen – Ravennaviadukt – Großjockenmühle – retour | ca. 3 km | 1 Std. | moderat (trittsicher sein!) Die Kurzversion für alle, die wenig Zeit, aber einen guten Blick wollen. Spektakuläre Meter, kein Umweg. 

Große Panorama-Runde über Breitnau Route: Hinterzarten – Ravennaschlucht – Großjockenmühle – Breitnau (Kirche) – Hinterzarten | ca. 11 km | 3,5 Std. | mittelschwer Nach dem kühlen Aufstieg durch die Schlucht öffnet sich oben ein weiter Blick über den Schwarzwald bis zum Feldberg. Großes Kino. 

Tipps, bevor man loswandert 

Bestes Licht für Fotos: Vormittags, wenn die Sonne in die Schlucht fällt – die Großjockenmühle gehört zu den meistfotografierten Motiven im Hochschwarzwald

Schuhwerk: Der Pfad direkt bei der Mühle ist oft feucht und moosig, die Holzstufen können rutschig sein. Profilsohlen sind Pflicht, keine Verhandlungssache. 

Saisonal checken: Nach dem Winter lohnt ein kurzer Blick, ob die Schlucht schon eisfrei und offiziell freigegeben ist – das ist meist ab Ende März / April der Fall. 

Image
auf Karte anzeigen

Lehenkopfturm am Schluchtensteig – ein Balkon über dem Schwarzwald

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Man verlässt St. Blasien, den Rücken zur mächtigen Domkuppel, und der Wald schließt sich sofort um einen. Schritt für Schritt, 270 Höhenmeter bergauf, durch das ruhige Grün des Hotzenwalds. Wer die Schluchtensteig Etappe 5 läuft, hat hier sein erstes großes Ziel klar vor Augen – den Lehenkopfturm auf 1.039 Metern

Ein Turm mit Geschichte – seit 1886 

Schon Ende des 19. Jahrhunderts erkannte der Schwarzwaldverein (Ortsgruppe St. Blasien), was dieser Gipfel zu bieten hat: eine der schönsten Aussichten im südlichen Schwarzwald. 1886 wurde der erste Aussichtsturm auf dem Lehenkopf errichtet – einer der frühen Zeugen des aufkeimenden Schwarzwald-Tourismus. 

Der heutige Holzturm auf massivem Steinfundament, mit seinem unverwechselbaren Pyramidendach, ist das Ergebnis mehrerer Renovierungen und Wiederaufbauten nach Sturmschäden. Gedrungen, robust, ehrlich – wie der Schwarzwald selbst. 

Der Lehenkopf war einst auch eine wichtige Landmarke der Klosterwirtschaft St. Blasiens. Man erzählt sich, dass Waldarbeiter früher vom Turm aus die Glocken des Doms so klar hörten, dass sie damit die Vesperzeit einläuteten. 

Blitzschlag 2023 – und die Rückkehr 

Im August 2023 traf ein Blitzeinschlag den Turm und hinterließ erhebliche Schäden an Holzkonstruktion und Elektrik. Für fast ein Jahr war der Lehenkopfturm gesperrt. Seit Sommer 2024 ist er wieder vollständig begehbar – und empfängt Wandernde auf dem Fernwanderweg Schluchtensteig wie eh und je. 

Das Panorama, das einen sprachlos macht 

Wer die Stufen erklimmt – bei feuchtem Wetter bitte mit Bedacht, die Holzstufen können rutschig sein – wird belohnt. Im Norden schaut man zurück auf die Kuppel des Doms von St. Blasien und, bei guter Sicht, bis zum Feldberg. Im Süden, bei Föhn oder Inversion, zieht sich eine Alpenkette fast über den gesamten Horizont – ein Anblick, der selbst erfahrene Schwarzwaldwanderer immer wieder verblüfft. 

Direkt am Turmfuß lädt ein klassischer Rastplatz zur Rast ein: Holzbänke, Tische, eine offene Schutzhütte und sogar eine Himmelsliege – ideal, um nach dem Aufstieg die Beine hochzulegen und das Alpenpanorama Schwarzwald auf sich wirken zu lassen. 

Weiter auf dem Schluchtensteig 

Nach der Rast führt der Fernwanderweg Schluchtensteig weiter – bergab zum Albstausee und nach Häusern, dem nächsten Etappenziel Richtung Todtmoos. Auch der Albsteig kreuzt hier den Lehenkopf, was den Turm zu einem echten Knotenpunkt der Schwarzwald-Fernwanderwege macht. 

Sunhikes-Tipp: Wer nicht die komplette Etappe gehen will, startet eine Rundwanderung ab dem Dom St. Blasien – rund 7 km, die sich mehr als lohnen. Der Lehenkopfturm ist dabei das emotionale Herzstück der Tour. 

Praktische Infos auf einen Blick 

Aufstieg: ca. 45–60 Min. ab St. Blasien | ca. 3 km | 270 Höhenmeter Nächster Stopp: Albstausee (ca. 45 Min. vom Turm) Tipp: Oben kann es deutlich windiger und kühler sein – eine Windjacke gehört in den Rucksack. 

Image
auf Karte anzeigen

Mühledobel-Wasserfall – wo der Schwarzwald flüstert

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer die Wutachschlucht kennt, kennt ihre lauten Momente: tosende Stromschnellen, überwältigende Schluchten, Wanderer Schulter an Schulter. Doch wer genauer hinsieht – wer den schmalen Pfad in den Mühledobel hinabsteigt – findet etwas Selteneres: absolute Stille, unterbrochen nur vom Rauschen des Wassers. 

Ein Wasserfall mit Charakter 

Auf rund 756 Metern Höhe, versteckt in einem Seitental der mittleren Wutachschlucht, stürzt der Mühledobel-Wasserfall über terrassenförmige Muschelkalk-Kaskaden in die Tiefe. Stufe für Stufe, fast wie eine Naturtreppe – als hätte die Erde hier selbst Architektur betrieben. Das markante Muschelkalkgestein gibt dem Wasserfall sein unverwechselbares, fast skulpturales Gesicht und macht ihn zu einem geologischen Highlight im Schwarzwald

Stiller Star am Schluchtensteig 

Man muss ihn verdienen, diesen Ort. Der Mühledobelwasserfall liegt direkt an der Etappe 3 des Schluchtensteigs – einer der spektakulärsten Wanderrouten Deutschlands – auf dem Abschnitt von der Schattenmühle nach Schluchsee-Fischbach. Wer die Route läuft, passiert ihn fast beiläufig. Wer innehält, wird belohnt. 

Rundwanderung ab Holzschlag – der schönste Zugang 

Besonders beliebt ist die mittelschwere Rundwanderung ab Holzschlag, einem Ortsteil von Bonndorf im Schwarzwald. Der Weg führt vorbei am Schwarzwaldhof Nicklas, hinab in den engen Mühledobel, direkt zum Wasserfall – und weiter nach Göschweiler. Ein Weg, der einen wandelt, nicht nur führt. 

Achtung: Die Pfade im Dobel sind schmal, bei Nässe rutschig. Trittsicherheit und festes Wanderschuhwerk sind kein optionaler Tipp, sondern echte Voraussetzung. 

Geheimtipp: Stallegger Brücke & Ruine Stallegg 

Wer den Besuch ausweitet, kombiniert den Wasserfall Wutachschlucht mit der historischen Stallegger Brücke oder der nahegelegenen Ruine Stallegg – stumme Zeugen einer Zeit, als die Schlucht noch Energie für Mühlen und Hammerwerke lieferte. Geschichte und Natur in einem Atemzug. 

Fazit: Hingehen, bevor es alle wissen 

Der Mühledobel-Wasserfall ist kein Instagram-Hotspot – und genau das ist sein größter Trumpf. Ein Naturjuwel im Schwarzwald, das Ruhe schenkt statt Trubel. Wer echte Schwarzwald-Wasserfälle abseits der Masse sucht, findet hier einen der schönsten überhaupt. 

Image
auf Karte anzeigen

Ibacher Friedenskreuz – Wo Stille und Weite den Atem verschlagen

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer auf der 5. Etappe des Schluchtensteigs zwischen St. Blasien und Todtmoos unterwegs ist, dem öffnet sich irgendwann die Landschaft – und plötzlich steht man davor: das Ibacher Friedenskreuz, wuchtig und still zugleich, auf einer markanten Anhöhe auf rund 930 Metern über dem Ibacher Hochtal

Ein Holzkreuz mit Geschichte 

Das große Holzkreuz ist kein gewöhnliches Wegzeichen. Es wurde nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet – als Mahnmal für den Frieden und zum Gedenken an die Gefallenen. Wer hier oben steht, spürt das. Der Wind trägt etwas mit sich, das schwer in Worte zu fassen ist – eine ruhige Schwere, eine aufrechte Würde. Der Gedenkort Ibach im Südschwarzwald zieht Menschen an, die nicht nur wandern, sondern auch innehalten wollen. 

Panorama ohne Kompromisse 

Dann der Blick. Man dreht sich um – und vergisst kurz, weiterzugehen. Das Panorama am Friedenskreuz Ibach zählt zu den eindrucksvollsten im gesamten Hotzenwald: das weite Hochtal, der Feldberg am Horizont, und bei Föhn oder Inversionswetterlage ein Alpenpanorama, das die Brust weitet. Die Alpenkette liegt dann wie gemalt in der Ferne – und beim Sonnenuntergang leuchtet sie rosa: Alpenglühen über dem Schwarzwald, ein Motiv, das kein Fotofreund verpassen sollte. 

Rasten, atmen, ankommen 

Direkt am Aussichtspunkt Friedenskreuz laden Bänke und eine Himmelsliege dazu ein, einfach zu sein. Die Landschaft ist offen und weitläufig – ein spürbarer Kontrast zu den engen Schluchten, die man auf dem Wanderweg Schluchtensteig zuvor durchquert hat. Hier fühlt sich eine Pause nicht wie Unterbrechung an, sondern wie Ziel. 

Ideal eingebettet in die Wanderregion 

Das Friedenskreuz Ibach Hotzenwald liegt auf dem Abschnitt zwischen dem Albstausee und dem Anstieg zum Bildstein bei Dachsberg – ein Abschnitt, der konditionell fordert, landschaftlich aber mehr als entschädigt. Von hier führt der Weg weiter auf den Ibacher Panoramaweg, einen der schönsten Genießerpfade im Südschwarzwald überhaupt. 

Tipp: Die meditative Seite des Gipfels 

Sunhikes beschreibt das Friedenskreuz Ibach treffend als idealen Ort für eine meditative Wanderpause. Die exponierte Lage sorgt dafür, dass es dort oft kräftig bläst – doch genau dieser Wind gehört dazu. Er macht die Stille hörbar. Wer das Ibacher Friedenskreuz besucht, nimmt etwas mit – kein Souvenir, sondern ein Gefühl.

Image
auf Karte anzeigen

Die Schattenmühle – Wo die Wutachschlucht ihren Takt schlägt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Tief im Tal, wo die Sonne im Winter kaum den Felsboden berührt, liegt sie: die Schattenmühle. Schon der Name verrät alles. Hier, zwischen Bonndorf und Löffingen, schlägt das touristische Herz der Wutachschlucht – ruhig, verwurzelt, und mit einer Geschichte, die weit ins 15. Jahrhundert zurückreicht. 

Wer den Schluchtensteig wandert, der „Grand Canyon des Schwarzwalds", kommt hier zwangsläufig vorbei. Und bleibt meist länger als geplant. 

Eine Mühle mit Geschichte – seit 1419 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Schattenmühle im Jahr 1419. Jahrhundertelang mahlte und sägte sie für die Bauern der umliegenden Hochebenen – ein harter, bodenständiger Betrieb mitten in der Einsamkeit des Schwarzwalds. 

Der Name ist kein Zufall: Im Winter erreicht die Sonne den Talgrund hier kaum. Man steht buchstäblich im Schatten – der Felswände, der Geschichte, der Zeit. 

Mit dem Aufkommen des Schwarzwälder Tourismus um 1890 wandelte sich die Mühle zur Raststation. Das charakteristische Hauptgebäude im klassischen Schwarzwaldstil stammt aus dieser Blütezeit. Anfang des 20. Jahrhunderts kam ein Wasserkraftwerk dazu – die Wutach liefert bis heute sauberen Strom. 

Fast wäre das alles Geschichte geworden: In den 1950er Jahren sollte die Wutach gestaut werden. Das „Wutachprojekt" hätte die Schattenmühle – und die gesamte Schlucht – unter Wasser verschwinden lassen. Naturschützer verhinderten es. 1960 scheiterte das Projekt. Die Wutachschlucht blieb erhalten – und mit ihr dieser besondere Ort. 

Seit der Eröffnung des Schluchtensteigs 2008 ist die Schattenmühle offiziell das, was sie inoffiziell schon immer war: der wichtigste Etappenstützpunkt im ganzen Tal. 

Gasthaus & Hotel – Hunger? Hier schon. 

Nach Kilometern durch die wilde Wutachschlucht gibt es kaum einen befriedigenderem Anblick als die Sonnenterrasse der Schattenmühle direkt am Fluss. Im Sommer ist sie der natürliche Treffpunkt aller Wanderer – und der Duft aus der Küche macht das letzte Quäntchen Motivation zunichte. 

Die Speisekarte ist ehrlich, badisch und auf hungrige Beine zugeschnitten. Portionen ohne Kompromisse, Klassiker ohne Schnörkel. 

Ideal für die Pause – Vesper & Brotzeit: Wer kurz durchatmen will, greift zum Wurstsalat „Schattenmühle" mit Brägele (Bratkartoffeln), zur Schwarzwälder Schinkenplatte mit hausgebackenem Brot oder zum Strammer Max. Preise zwischen ca. 13 und 15 €. 

Warme Küche – Schwarzwaldklassiker in Bestform: Der Bestseller ist das panierte Schnitzel Wiener Art – mit Pommes oder Kartoffelsalat, schlicht und treffsicher. Wer Saison hat, findet Wildgerichte auf der Karte: Rehgulasch oder Wildschweinbraten aus heimischer Jagd. Die Kässpätzle mit Röstzwiebeln machen ebenfalls eine gute Figur. Und wer Fisch mag: Die Forelle Müllerin Art kommt frisch aus der Region – direkt aus der Nachbarschaft der Wutach. Hauptgerichte kosten meist zwischen 14 und 26 €. 

Zum Abschluss: Schwarzwälder Kirschtorte in ordentlichen Stücken – für den Energieschub nach dem Abstieg. Oder hausgemachter Apfelstrudel mit Vanillesauce. 

Wer nur kurz Halt macht: Am Kiosk im Außenbereich gibt es Snacks und Wanderkarten für die Wutachschlucht

Übernachten lässt es sich hier ebenfalls – das Hotel Schattenmühle ist ein beliebter Stützpunkt für Etappenwanderer, die den Schluchtensteig in mehreren Tagen gehen. 

Wanderknotenpunkt – alles läuft hier zusammen 

Die Schattenmühle ist mehr als ein Gasthaus. Sie ist das logistische Zentrum der gesamten Wutachschlucht-Wanderung

Der Schluchtensteig macht hier Station: Die 2. Etappe von Blumberg endet hier, die 3. Etappe Richtung Lenzkirch beginnt. Wer nicht die gesamte Route geht, startet oder endet viele seiner Tagestouren genau an diesem Punkt. 

Direkt gegenüber der Mühle zweigt die Lotenbachklamm ab – eine steile, enge Seitenschlucht mit Wasserfällen und rohen Granitfelsen. Der Aufstieg dauert 30 bis 45 Minuten und lohnt sich absolut. Viele empfinden die Lotenbachklamm als wilder und beeindruckender als die Hauptschlucht selbst. 

Der Wanderbus hält direkt hier. Von der Schattenmühle aus gelangt man bequem zurück zur Wutachmühle oder nach Bonndorf und Löffingen – ohne Rucksack, mit müden Beinen, zufrieden. 

Geologie & Natur – der wilde Teil beginnt hier 

Wer von der Schattenmühle flussabwärts wandert, betritt den spektakulärsten Abschnitt der Wutachschlucht: Richtung Bad Boll und zum Räuberschlössle. Die Schlucht wird enger, das Wasser lauter, die Felsen höher. 

Das historische Wasserkraftwerk in der Nähe der Mühle nutzt die Energie der Wutach – ein stiller Zeuge dafür, dass dieser Ort nie nur romantische Kulisse war, sondern immer auch gelebte Praxis. 

Sunhikes-Tipp 

Kombinier die Rast an der Schattenmühle unbedingt mit einem Abstecher in die Lotenbachklamm – und geh sie möglichst früh am Tag, bevor die Wandergruppen kommen. Wilder, stiller, beeindruckender geht es in der Wutachschlucht kaum. 

Image
auf Karte anzeigen

Wutachaustritt bei Achdorf – Wo der Fluss aus dem Felsen bricht

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Manchmal verschwindet ein Fluss einfach. Nicht in einem See, nicht im Meer – sondern mitten in der Landschaft, als hätte ihn die Erde einfach geschluckt. Genau das passiert der Wutach im Schwarzwald. Und wer wissen will, wo sie wieder auftaucht, muss nach Achdorf bei Blumberg wandern – zum Wutachaustritt, einem der faszinierendsten geologischen Naturschauspiele Südwestdeutschlands. 

Das Naturwunder: Ein Fluss, der unter der Erde reist 

Man steht vor einer Felswand, hört das Wasser, bevor man es sieht. Dann schießt es aus Spalten und Klüften hervor – klar, kraftvoll, unaufhaltsam. Die Wutach ist zurück. Dabei hat sie gerade eine rund 1,3 Kilometer lange unterirdische Reise absolviert, durch das dunkle Innere eines Muschelkalkberges, unsichtbar und doch unaufhörlich fließend. 

Was hier passiert, nennt die Geologie Karstphänomen – und es ist im wahrsten Sinne des Wortes ein Schauspiel zum Anfassen. 

Warum versickert die Wutach? Geologie, die begeistert 

Der Muschelkalk ist das Geheimnis. Dieses Kalkgestein, das die Region prägt, ist nicht so massiv und undurchdringlich, wie es aussieht. Über Jahrtausende hat das Wasser – leicht angesäuert durch Kohlendioxid aus der Luft – den Kalkstein Schicht für Schicht aufgelöst. Entstanden sind dabei tiefe Risse, Spalten, ganze unterirdische Höhlensysteme

An der sogenannten Wutachversickerung verschwindet der Fluss in diesen Schlucklöchern – auf Fachsprache Ponore – im Flussbett. Bei normalem oder niedrigem Wasserstand saugt das Gestein das Wasser regelrecht auf, und der Fluss hört einfach auf zu existieren. Oberirdisch. 

Unterirdisch fließt er weiter, durch das Dunkel des Berges, bis er am Wutachaustritt bei Achdorf wieder ans Licht drängt – wie ein Fluss, der Atem holt. 

Das beste Jahreszeit für das Phänomen 

Wer das Spektakel in seiner reinsten Form erleben will, kommt im Hochsommer. Dann führt die Wutach so wenig Wasser, dass das Flussbett zwischen Versickerung und Austritt vollständig trocken liegt. Man kann buchstäblich in einem leeren Flussbett spazieren gehen – ein surreales Erlebnis, das sich tief ins Gedächtnis brennt. 

Nach starken Regenfällen oder im Frühjahr hingegen schießt das Wasser am Austritt mit beeindruckendem Druck aus dem Fels – dann wird aus dem stillen Naturphänomen ein donnerndes Naturerlebnis. Beides hat seinen eigenen Reiz. 

Wander-Knotenpunkt: Hier treffen sich die großen Wege 

Der Wutachaustritt ist nicht nur geologisch bedeutsam – er liegt auch an einer der schönsten Wanderkreuzungen des Schwarzwalds. 

Der Schluchtensteig, Deutschlands wildester Fernwanderweg, führt direkt hier entlang. Der Austritt markiert das Ende der ersten Etappe und den Beginn der zweiten: von Blumberg nach Schattenmühle, der sogenannten Königsetappe. Rund 20 Kilometer, 6,5 Stunden, ein Weg, der durch den größten Canyon Deutschlands führt – vorbei am Kanadiersteg, an mächtigen Muschelkalkwänden und der Gauchachmündung. 

Auch der Ostweg (Pforzheim–Schaffhausen), einer der klassischen Schwarzwald-Fernwanderwege, passiert hier. Wer beide Wege kombinieren will, findet am Wutachaustritt den perfekten Ausgangspunkt. 

Rundwanderung Achdorf: Klein, lehrreich, unvergesslich 

Nicht jeder hat Lust auf 20 Kilometer. Und das muss man auch nicht. Eine Rundwanderung von etwa 5 bis 6 Kilometern direkt ab Achdorf genügt völlig, um das volle Programm zu erleben: flussaufwärts zur Versickerung – dort, wo der Fluss in der Erde verschwindet – und zurück über den Austritt, wo er wieder hervorsprudelt. Rund 1,5 bis 2 Stunden, moderat, ideal für Familien und Geologie-Fans. 

Parkplätze gibt es im Ort Achdorf selbst oder an der Wutachmühle. Beides gut ausgeschildert, beides direkt am Weg. 

Die Drei-Schluchten-Wanderung: Für alle, die mehr wollen 

Wer noch tiefer in die Schluchtenlandschaft eintauchen möchte, nimmt die Drei-Schluchten-Wanderung – eine Tour, die die weite Wutachschlucht mit der engen, wilden Gauchachschlucht und der Engeschlucht verbindet. Start meist bei der Wutachmühle nahe Achdorf. Ein Pflichtprogramm für Schwarzwald-Kenner. 

Wer unterwegs hungrig wird: Die Burgmühle in der Gauchachschlucht ist eine der schönsten Einkehrmöglichkeiten der Region. 

Achdorf: Das Dorf am Ende des unterirdischen Flusses 

Der Austritt liegt nur wenige Gehminuten vom Ortskern Achdorf entfernt. Und das kleine Dorf hat mehr zu bieten als seinen berühmten Nachbarn aus dem Fels. Das Gasthaus Scheffellinde ist eine Institution – bekannt für seine badische Küche und eine Atmosphäre, die nach Geschichte riecht. Nach einer Wanderung durch Schlucht und Karstlandschaft gibt es kaum einen besseren Ort zum Verschnaufen. 

Wutachaustritt – Ein Ort, der Fragen stellt 

Was passiert mit dem Wasser, wenn man es nicht mehr sieht? Wohin fließt ein Fluss, wenn er in der Erde verschwindet? Am Wutachaustritt bei Achdorf bekommt man die Antwort – und sie ist eindrucksvoller als jede Erklärung. Hier bricht die Natur aus dem Fels, laut und klar und voller Energie. 

Das ist kein Ort für schnelles Vorbeigehen. Das ist ein Ort zum Stehen, Staunen und Zuhören.

Image
auf Karte anzeigen

Wolf- und Bärenpark Schwarzwald: Wo wilde Seelen Frieden finden

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Tief im Schwarzwald, wo das Wolftal sich zwischen dunklen Tannen und moosbewachsenen Felsen in die Stille faltet, beginnt eine Welt, die man nicht so schnell vergisst. In Bad Rippoldsau-Schapbach, nur etwa 15 bis 20 Autominuten von der Talsperre Kleine Kinzig entfernt, liegt der Alternative Wolf- und Bärenpark Schwarzwald – ein Ort, der weit mehr ist als eine Sehenswürdigkeit. Er ist ein Versprechen. 

Kein Zoo – ein Refugium für verlorene Tiere 

Wer hier eintritt, betritt kein gewöhnliches Gelände. Der Alternative Bärenpark Schwarzwald ist ein Tierschutzprojekt der Stiftung für Bären – gegründet für jene Tiere, die in Zirkussen misshandelt, in Betonkäfigen gehalten oder anderweitig aus der Wildnis gerissen wurden. Auf rund 10 Hektar naturnaher Schwarzwälder Landschaft finden Bären, Wölfe und Luchse ein Leben, das ihrem Wesen wieder gerecht wird. 

Man könnte sagen: Hier beginnt für viele Tiere die Geschichte neu. 

Jurka – die Mutter des berühmten Problembären Bruno 

Wer den Namen Bruno kennt – jenen Braunbären, der 2006 als erster wilder Bär seit über 170 Jahren deutschen Boden betrat und schließlich erschossen wurde –, der wird hier innehalten. Denn Jurka, Brunos Mutter, lebt im Wolftal-Bärenpark in Sicherheit. Sie ist kein Exponat. Sie ist eine Überlebende. Ihr Anblick, wenn man ihn erhascht, ist einer jener Momente, die schweigend machen. 

Der Rundweg: 2,5 Kilometer durch bewaldete Freigehege 

Der Weg durch den Park ist selbst schon ein Erlebnis. Auf einem ca. 2,5 km langen Rundweg schlängelt man sich durch bewaldete Freigehege, die den Tieren echte Rückzugsmöglichkeiten bieten. Das ist gewollt. Hier wird nicht zur Schau gestellt – hier wird geschützt. 

Das bedeutet: Geduld ist gefragt. Ein Fernglas im Gepäck ist keine schlechte Idee. Wer wartet, wer still ist, wer lauscht, der wird belohnt – mit dem Rascheln im Unterholz, dem schweren Tritt eines Bären, dem wachen Blick eines Schwarzwald-Wolfes zwischen den Stämmen. 

Der Forscher-Pfad: Geschichten, die man kennen sollte 

Entlang des Weges erzählen Infotafeln auf dem Forscher-Pfad die oft erschütternden Schicksale der Parkbewohner. Man liest von Bären aus osteuropäischen Stiefelhaltungen, von Wölfen aus illegalen Privathaltungen, von Luchsen, die nie gelernt haben, frei zu sein. Das Wissen über Wildtiere kommt hier nicht trocken daher – es kommt mit Gesicht. 

Wer den Luchspark Schwarzwald oder den Wolfspark Schwarzwald bisher nur vom Hörensagen kannte, begreift hier, warum solche Projekte existieren müssen. 

Bär-Mobil: Barrierefreiheit im Wildnispark 

Der Alternative Bärenpark Bad Rippoldsau denkt auch an Menschen mit eingeschränkter Mobilität. Nach Voranmeldung steht das Bär-Mobil – ein Elektro-Fahrzeug – für eine komfortable Rundfahrt durch den Park bereit. Der Schwarzwald gehört allen, die ihn erleben möchten. 

Blockhaus Bärenblick: Pause mit Aussicht 

Nach dem Rundgang – oder auch mittendrin – lädt das Blockhaus Bärenblick zur Rast. Mit Speisen und Getränken, direktem Blick auf die Gehege und dem unverkennbaren Geruch von Tannenholz und frischer Bergluft ist es einer jener Orte, an denen man länger bleibt als geplant. Ein Kaffee, ein Stück Kuchen, und draußen bewegt sich vielleicht ein Schatten durchs Gehege. 

Öffnungszeiten & Eintritt – alle Infos auf einen Blick 

Der Wolf- und Bärenpark Schwarzwald hat das ganze Jahr geöffnet: 

  • März bis Oktober: täglich 10:00 – 18:00 Uhr 

  • November bis Februar: täglich 10:00 – 16:00 Uhr 

Der Eintritt beträgt für Erwachsene ca. 10,00 € bis 12,00 €. Inhaber der Schwarzwald Plus Karte oder der SchwarzwaldCard erhalten häufig freien Eintritt oder Rabatte – ein lohnender Grund, die Karte griffbereit zu haben. 

Hunde sind herzlich willkommen – an der kurzen Leine. 

Praktische Tipps für den Besuch 

  • Festes Schuhwerk ist Pflicht – der Weg ist teils steil und naturbelassen. 

  • Ein Fernglas erhöht die Chancen auf echte Tierbeobachtungen erheblich. 

  • Wer das Bär-Mobil nutzen möchte, sollte es vorab anmelden

  • Der Park liegt eingebettet in die Natur des Schwarzwald-Wolftals – eine Anreise über die malerische Schwarzwaldhochstraße lohnt sich. 

  • Kombinierbar mit einem Ausflug zur Talsperre Kleine Kinzig, nur wenige Autominuten entfernt. 

Ein Ort, der bleibt 

Der Alternative Wolf- und Bärenpark im Schwarzwald ist kein Ort für schnelle Selfies. Er ist ein Ort zum Verweilen, zum Nachdenken, zum Staunen. Man verlässt ihn anders, als man ihn betritt – mit einem tieferen Verständnis für das, was Wildtiere brauchen, und einem leisen Respekt vor jenen, die dafür sorgen, dass Tiere wie Jurka, wie die Wölfe und Luchse im Wolftal, eine zweite Chance bekommen. 

Das Wolftal wartet. Die Tiere auch. 

Image
auf Karte anzeigen

Wo die Schluchten enden und der Horizont beginnt – Wandern in Fischbach mit Sunhikes

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer den Schluchtensteig kennt, weiß: Irgendwo zwischen Fels und Fichte, zwischen Rauschen und Stille, verändert sich die Welt. Dieser Ort heißt Schluchsee-Fischbach – ein sonniges Hochtal auf 1.000 Metern, das man nicht einfach durchquert, sondern erlebt. 

Hier enden die wilden Schluchten. Hier beginnt das weite Plateau. Und hier kreuzen sich zwei der eindrucksvollsten Etappen des gesamten Steigs. 

Etappe 3: Von der Schattenmühle nach Fischbach 

Die Schluchtensteig Etappe 3 ist kein Spaziergang – sie ist eine Erfahrung. Rund 18,3 Kilometer, gut sechs Stunden unterwegs, Schwierigkeitsgrad: schwer. Der Weg führt durch Wald- und Wiesenlandschaften, durch den engen Canyon der Haslachschlucht, entlang von Wurzelpfaden, die schon ab der Schattenmühle das Tempo diktieren. 

Wer Ausdauer mitbringt, wird belohnt: mit dem Blick auf Lenzkirch, mit der stillen Cyriakkapelle und schließlich mit dem Gefühl, im offenen Fischbach angekommen zu sein – als hätte man eine andere Welt betreten. 

Der GPX-Track zur Etappe 3 steht auf Sunhikes zum Download bereit, inklusive detaillierter Streckenbeschreibung. 

Etappe 4: Von Fischbach nach St. Blasien 

Von Fischbach aus öffnet sich der Blick – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn. Die Schluchtensteig Etappe 4 gilt als eine der aussichtsreichsten des gesamten Wegs. Knapp 19,7 Kilometer, zunächst über asphaltierte Wege zum Waldrand, dann auf naturbelassenen Pfaden durch Muchenland und die kleine, verwunschene Windbergschlucht kurz vor St. Blasien. 

Das Highlight schlechthin: der Panoramablick vom Bildstein auf den gesamten Schluchsee – an klaren Tagen bis zu den Alpen. Wer hier oben steht, versteht, warum Wanderer aus ganz Europa diesen Steig suchen. 

Das Haus des Gastes in Fischbach ist der offizielle Startpunkt der Etappe – und der Ort, wo man sich den begehrten Stempel ins Wanderbuch holen kann. Wer vorher oder danach einkehren möchte, ist im Gasthof zum Hirschen gut aufgehoben. 

Der GPS-Track zur Etappe 4 ist ebenfalls bei Sunhikes verfügbar. 

Mehr entdecken: Rundwege ab Fischbach 

Fischbach denkt in Schleifen. Zwei lokale Rundwege machen den Ort auch für Tagesgäste attraktiv: 

Die Fischbach-Bildstein-Runde verbindet auf rund 12 Kilometern den Ort mit dem Gipfel des Bildsteins (1.134 m) und dem Seglerhof – kompakt, lohnend, unvergesslich. 

Die Große Fischbach-Tour hingegen entfaltet ihren ganzen Charme im Winter: verschneite Hänge, klare Luft, das Dorf wie aus einem Advent-Kalender. Kein Wunder, dass sie als traumhafte Winterwanderung im Schwarzwald gilt. 

Fischbach im Winter: Loipen, Stille, Aussicht 

Wandergebiet ist Fischbach das eine – Wintersportort das andere. Das Loipennetz rund um den Ort ist erstklassig gepflegt und verbindet direkt mit der Aha-Schluchsee-Loipe. Auch die Winterwanderwege sind bestens in Schuss. Wer den Schwarzwald abseits der Hochsaison kennenlernen möchte, findet hier eine unaufgeregte, ehrliche Alternative. 

Sunhikes: Der digitale Begleiter auf dem Schluchtensteig 

Sunhikes ist mehr als ein Portal – es ist der zuverlässige Wanderbegleiter für alle, die den Schluchtensteig Schwarzwald nicht nur ablaufen, sondern verstehen wollen. Mit detaillierten Routenbeschreibungen, aktuellen GPX-Downloads und geografischen Einordnungen macht Sunhikes aus einer guten Tour eine große. 

Fischbach nimmt dabei eine besondere Rolle ein: Als Schnittpunkt zweier zentraler Etappen und als der Ort, an dem laut Sunhikes „die wilden Schluchten enden und das weite Hochplateau beginnt", ist er nicht nur geografischer Mittelpunkt – er ist die Seele des Steigs. 

Image
auf Karte anzeigen

Der Rümmelesteg – wo die Wutach ihre Geschichte erzählt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Wer tief in die Wutachschlucht einsteigt, betritt eine andere Welt. Das Licht fällt schmal zwischen Felswände, das Wasser rauscht unbeeindruckt, und irgendwo im Dunkel des Schwarzwalds taucht er auf: der Rümmelesteg. Eine schlichte Brücke – und doch weit mehr als das. 

Ein Denkmal, das Brücken schlägt 

Benannt nach dem Bahnbauingenieur Karl Rümmele, der Ende des 19. Jahrhunderts maßgeblich daran beteiligt war, die Wutachschlucht für Wandernde zugänglich zu machen, trägt dieser Steg seinen Namen wie eine stille Verbeugung vor der Pionierzeit. Man spürt es hier, dieses Gefühl, auf den Spuren von Menschen zu gehen, die diese Wildnis erst zähmbar gemacht haben. 

Was die wenigsten wissen: Es gibt den Alten Rümmelesteg und den Neuen Rümmelesteg. Die Wutach selbst hat das entschieden – sie verlagerte ihr Bett, machte den ursprünglichen Standort obsolet. Heute steht das historische Bauwerk als begehbares Denkmal, während der aktive Wanderweg durch die Wutachschlucht über einen modernen Steg flussaufwärts führt. Zwei Brücken, zwei Epochen, eine Schlucht. 

Die Königsetappe wartet 

Der Rümmelesteg liegt mittendrin – auf der Etappe 2 des Schluchtensteigs, jener sagenumwobenen Königsetappe zwischen Wutachmühle und Schattenmühle. Wer diese Route läuft, versteht, warum die Wutachschlucht gern als „Grand Canyon des Schwarzwalds" bezeichnet wird. 

Eine der beliebtesten Touren führt von der Wutachmühle über den Rümmelesteg bis zum Wutachaustritt – eine Strecke, die landschaftlich kaum zu überbieten ist. Felsgalerien, tosende Stromschnellen, dichter Auwald. Kein Handynetz. Nur Natur in Reinform. 

Trittsicher, bitte! 

Der Weg verlangt Respekt. Schmal, felsig, feucht – die Pfade rund um den Rümmele-Steg sind nichts für Turnschuhe und Unachtsamkeit. Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier keine Empfehlung, sondern Voraussetzung. Wer das mitbringt, wird mit einem der ursprünglichsten Wandererlebnisse im Schwarzwald belohnt. 

Sunhikes-Tipp: Rundwanderung ab Bachheim 

Auf Sunhikes findet man detaillierte GPX-Tracks für die Rundwanderung ab Bachheim, die den Rümmelesteg als zentrales Highlight einbezieht – ideal für alle, die keine Lust auf Hin-und-zurück haben und trotzdem nichts verpassen wollen. 

Beste Reisezeit: Ab Mai, wenn die Wege nach der Winterpause offiziell freigegeben sind und der Frühling die Schlucht in sattes Grün taucht, ist der Rümmelesteg auf dem absoluten Höhepunkt seiner Schönheit. 

Image
auf Karte anzeigen

Sausenburg am Westweg – wo der Schwarzwald seine wildeste Seite zeigt

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Manche Orte trifft man unvermittelt – und sie lassen einen nicht mehr los. Die Sausenburg ist so ein Ort. Wer auf der Etappe 11 des Westwegs durch den Südschwarzwald wandert, steht plötzlich vor einem der eindrucksvollsten mittelalterlichen Burgruinen Baden-Württembergs: massives Mauerwerk, das sich aus dem Wald schält, als hätte die Natur es selbst aufgetürmt. Der Sausenberg bei Kandern – 665 Meter, kaum bekannt, aber unvergesslich. 

Eine Ruine, die erzählt 

Die Geschichte der Sausenburg bei Kandern beginnt im 13. Jahrhundert. Die Herren von Rötteln ließen die Burg im Markgräflerland errichten – ein Machtzeichen in einer Zeit, in der Schwarzwaldhöhen Herrschaft bedeuteten. Mehr als vier Jahrhunderte stand die Anlage. Dann, 1678, rücken französische Truppen an. Was sie hinterlassen, sind Ruinen. Und Mythen. 

Denn wer heute durch das Burgtor tritt, spürt: Hier hängt noch etwas in der Luft. Die Ringmauer der Sausenburg steht noch in weiten Teilen, der Halsgraben ist tief, der Palas lässt sich erahnen. Der dichte Buchenwald, der die Anlage umschließt, verstärkt das Verwunschene. Kein Wunder, dass am Sagenweg Sausenburg Tafeln an die „Weiße Frau" erinnern – eine Erscheinung, die angeblich noch heute durch die Gemäuer streift. 

Der Aussichtsturm: 360 Grad, die den Atem nehmen 

Das eigentliche Herzstück der Burgruine Sausenburg ist ihr massiver Rundturm – begehbar, stabil, und mit einer Aussichtsplattform, die alles rechtfertigt, was der Aufstieg an Schweiß gekostet hat. 

Oben angekommen öffnet sich ein 360-Grad-Panorama über das Markgräflerland, das man so schnell nicht vergisst. Der Blick schweift über den Südschwarzwald, hinunter in die Rheinebene, bei klarer Luft bis zu den Vogesen im Westen und den Alpen im Süden. An guten Tagen fühlt man sich wie auf einem Aussichtspunkt, den der Rest der Welt noch nicht entdeckt hat. Genau so ein Ort ist das. 

Westweg Etappe 11 – die Westvariante mit Charakter 

Die Westvariante der Westweg-Etappe 11 führt vom Hochblauen über den Sausenberg nach Kandern – und gilt unter Kennern als eine der schönsten Tagestouren im Südschwarzwald. Die rote Raute des Westwegs leitet zuverlässig durch den Wald, direkt durch das Burgtor der Sausenburg hindurch. Wer hier zufällig hindurchläuft, ohne zu wissen, was ihn erwartet, hält unweigerlich inne. 

Wer gezielt zur Burgruine Sausenburg wandern möchte, kann auch kürzer ansetzen: Von der Vogelbachermühle oder dem Wanderparkplatz bei Kandern aus erreicht man die Ruine in rund 30 bis 45 Minuten zu Fuß. Der Eintritt? Kostenlos. Das Gelände ist jederzeit frei zugänglich – ein seltenes Privileg bei einem Ort dieser Qualität. 

Von der Burg hinunter nach Kandern 

Nach der Rast auf dem Rastplatz im Burghof – rustikale Tische, Walddunkel, Stille – beginnt der finale Abschnitt der Etappe. Und der hat es in seiner Schlichtheit nochmal in sich. 

Von der Sausenburg nach Kandern sind es rund vier Kilometer, kaum mehr als eine Stunde, und fast durchgehend bergab. Etwa 300 Höhenmeter verliert man dabei – gemütlich, durch schattige Buchenwälder im Schwarzwald, die einen sanft ins Tal führen. Kurz vor Kandern passiert man die historische Vogelbachermühle, ein stiller Wegbegleiter, der die Atmosphäre der letzten Kilometer perfekt abrundet. 

Dann: Kandern. Das historische Städtchen empfängt den Wanderer mit gepflasterten Gassen und einer kleinen, aber lebendigen Keramikszene – die Stadt ist bekannt für ihre Töpferkunst. Ein kurzer Bummel lohnt sich, bevor man sich zur wohlverdienten Einkehr niederlässt. Der Goldene Engel in Kandern ist dabei eine klassische, verlässliche Adresse. 

Tipps für deinen Besuch auf der Sausenburg 

  • Sagenweg beachten: Die Infotafeln entlang des Aufstiegs erzählen die Mythen rund um die Burg – ein unterschätztes Extra, das den Weg noch reichhaltiger macht. 

  • Beste Sichtbedingungen: Früh morgens oder nach Regenfronten bietet das Panorama vom Aussichtsturm Sausenburg besonders klare Fernsicht bis zu den Alpen. 

  • Vesper einpacken: Der Burghof ist ein idealer Rastplatz kurz vor dem Etappenziel. Wer seine Brotzeit hier auspackt, macht es richtig. 

  • Eintritt: Freier Zugang, keine Öffnungszeiten – die Ruine ist jederzeit zugänglich. 

Warum die Sausenburg ein Muss auf dem Westweg ist 

Der Westweg durch den Schwarzwald hat viele Höhepunkte. Aber die Sausenburg auf dem Sausenberg gehört zu jenen Momenten, in denen man begreift, warum Wandern mehr ist als das bloße Zurücklegen von Kilometern. Geschichte, Natur, Ausblick und die fast greifbare Stille eines Waldkamms – all das verdichtet sich hier auf engstem Raum. 

Wer einmal auf der Burgruine Sausenburg gestanden hat, versteht, warum manche Wege wichtiger sind als ihre Ziele. 

Image
auf Karte anzeigen

Wo die Zeit stehen geblieben ist – die Cyriakkapelle bei Schwende

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Manche Orte trifft man fast zufällig. Man biegt vom Wanderweg ab, folgt einem schmalen Pfad durch den Hochschwarzwald – und plötzlich steht man davor: die Cyriakkapelle bei Schwende, einem Ortsteil der Gemeinde Lenzkirch. Klein, still, unaufgeregt. Und doch steckt in diesen Mauern eine Geschichte, die weit über tausend Jahre zurückreicht. 

Ein Kleinod seit dem 12. Jahrhundert 

Man vermutet, dass hier bereits um 1150 eine erste Holzkapelle stand – geweiht dem heiligen Cyriak, einem der vierzehn Nothelfer. Wer Schutz suchte, wer krank war, wer Angst um sein Vieh hatte, der betete hier. Denn der Weg hinunter zur Pfarrkirche Lenzkirch war im Schwarzwälder Winter oft schlicht unpassierbar. 

Im 14. Jahrhundert erhielt die St. Cyriak Kapelle ihr steinernes Gesicht – ein Bau der Spätgotik, der sich bis heute erhalten hat. Später wurde sie zum Wallfahrtsort: Menschen aus den umliegenden Schwarzwaldhöfen wallfahrteten hier her, auf der Suche nach Heilung und Beistand. 

Die Renovierung in den 1980er Jahren rettete das, was diesen Raum bis heute so besonders macht: die mittelalterlichen Fresken und den kunstvollen Holzaltar. 

Was einen drinnen erwartet 

Das Innere der Kapelle Schwende ist schlicht – und genau das ist seine Stärke. Die Wandmalereien aus verschiedenen Epochen zeigen biblische Szenen und Heilige, deren Farben die Jahrhunderte überlebt haben. Der Holzaltar fügt sich ein, ohne zu prahlen. Und die Stille? Die ist hier greifbar. Die Kapelle ist meist geöffnet und lädt jeden Wanderer zur Rast und zur inneren Einkehr ein. 

Panorama, das den Atem verschlägt 

Die Cyriakkapelle liegt auf rund 950 Metern Höhe. Wer sich auf die Bank vor dem Portal setzt, bekommt mehr als nur Ruhe – bei klarer Sicht, besonders bei Inversionswetterlage oder Föhn, öffnet sich ein Alpenpanorama, das vom Säntis bis ins Berner Oberland reicht. Ein Ausblick, für den man anderswo lang wandern müsste. 

Wandern zur Cyriakkapelle – Routen & Tipps 

Die Kapelle bei Lenzkirch ist mehr als ein stiller Andachtsort – sie ist ein lohnendes Wanderziel im Schwarzwald

Von Lenzkirch nach Schwende: Der Aufstieg vom Ortskern dauert rund 45 Minuten und ist auch für gemächliche Wanderer gut zu schaffen. 

→ Schluchtensteig Etappe 4: Wer auf der Schluchtensteig-Route von Lenzkirch nach St. Blasien unterwegs ist, sollte den kleinen Abstecher zur Cyriakkapelle Schwende einplanen – bevor es weiter Richtung Fischbach und Schluchsee geht. 

Sunhikes-Tipp: Direkt unterhalb der Kapelle wartet der Berggasthof Schwende – ideal für ein zünftiges Vesper nach Besichtigung und Aussicht.

Image
auf Karte anzeigen

Die Wutachmühle – Tor zur wildesten Schlucht im Schwarzwald

Südlicher Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Irgendwo zwischen Zivilisation und Wildnis liegt ein Ort, an dem die Zeit einen anderen Rhythmus schlägt. Wo das Rauschen der Wutach lauter wird als jeder Gedanke, wo feuchte Felsluft die Lungen füllt und man spürt: Hier beginnt etwas anderes. Hier beginnt die Wutachschlucht

Die Wutachmühle ist dieser Ort. 

Von der Sägemühle zum Wanderklassiker 

Früher war hier Arbeit. Harte, lärmende, nasskalte Arbeit. Die Wutachmühle nutzte das Gefälle des Flusses, um Holz aus den umliegenden Schwarzwaldwäldern zu verarbeiten – eine klassische Sägemühle, wie sie im ganzen Schwarzwald zu finden war. Doch die Wutach ist kein zahmer Fluss. Massive Hochwasser schädigten die Anlage über die Jahrhunderte immer wieder. Aufbauen, verlieren, neu beginnen – das ist die Geschichte dieses Ortes. 

Mit dem Wandertourismus im 20. Jahrhundert veränderte sich alles. Die Industrienutzung trat in den Hintergrund, das Gebäude wurde zur Raststation. Heute kennt man die Wutachmühle vor allem als Wanderparkplatz, als Bushaltestelle und als ersten tiefen Atemzug vor dem Abenteuer Schlucht. 

Fast versunken – die Geschichte des Wutachprojekts 

Es hätte anders kommen können. In den 1930er Jahren gab es ernsthafte Pläne, die Wutach zu stauen – das sogenannte Wutachprojekt. Die Mühle, die Schlucht, der ganze Naturraum wären unter Wasser verschwunden. Engagierte Naturschützer kämpften dagegen, jahrelang, beharrlich. 1960 wurde das Projekt endgültig gestoppt. 

Dieser Kampf hat die Wutachschlucht als Naturschutzgebiet gerettet. Und mit ihr diesen Ort, der heute jährlich Tausende Wanderer empfängt. 

Ankommen an der Wutachmühle: Was einen erwartet 

Man parkt, schnürt die Stiefel, atmet durch. Der Wanderparkplatz Wutachmühle ist der meistgenutzte Einstiegspunkt für Touren in die Schlucht – und an Wochenenden entsprechend beliebt. Frühaufsteher haben die besseren Karten. 

Direkt am Fluss steht ein kleiner Kiosk, der Wanderer seit Jahren mit Currywurst, Pommes und kühlen Getränken versorgt. Keine Gourmetküche, aber genau das Richtige, wenn man nach Stunden durch feuchte Schluchten geschlurft ist. Ein paar Bänke, das Rauschen des Wassers, der Duft von Frittierfett – das ist die Wutachmühle, wie man sie liebt. 

Wer kein Auto nutzen möchte oder eine Streckenwanderung plant: Der Wanderbus Wutachschlucht (Linie 7344) hält direkt hier. Mit der KONUS-Gästekarte kostenlos, an Wochenenden oft im Stundentakt. 

Die schönsten Touren ab der Wutachmühle 

→ Klassiker zur Schattenmühle – rund 13 Kilometer flussaufwärts, vorbei an Muschelkalkwänden, Wasserfällen und dem Rauschen der Wutach. Einer der schönsten Wanderwege Deutschlands, ohne Übertreibung. 

Gauchachmündung & Kanadiersteg – nur ein kurzes Stück flussaufwärts treffen Gauchach und Wutach aufeinander. Der markante überdachte Holzsteg ist ein stilles Highlight, das viele übersehen. 

→ Drei-Schluchten-Tour – ein anspruchsvoller Rundweg (ca. 10 km), der Wutach-, Gauchach- und Engeschlucht miteinander verbindet. Für alle, die mehr wollen als einen gemütlichen Spaziergang. 

→ Schluchtensteig Etappe 2 – seit der Eröffnung des Schluchtensteigs 2008 ist die Wutachmühle offizieller Startpunkt der zweiten Etappe. Der Fernwanderweg führt von hier tief in den Grand Canyon des Schwarzwalds

Wanderbus 2026: Saison, Zeiten, Hinweise 

Der Wanderbus Wutachschlucht fährt in der Saison 2026 vom 11. April bis 4. Oktober. Linie 7344 verbindet Bonndorf, Wutachmühle und Schattenmühle. 

An Wochenenden und Feiertagen läuft der Bus meist im Stundentakt. Unter der Woche gibt es ein reduziertes Angebot, das sich teilweise am Schülerverkehr orientiert. Wichtig für 2026: Durch Bauarbeiten an der L 170 kann es zu Routenänderungen kommen. Als Ausweichhaltestellen sind Boll Oberhaldenparkplatz und Lotenbachklamm vorgesehen. 

Gruppen ab 10 Personen müssen sich vorab beim Südbadenbus Kundencenter anmelden. 

Strategie-Tipp: Auto am Ziel abstellen – also an der Schattenmühle – und mit dem Bus zur Wutachmühle fahren. Dann einfach flussaufwärts zurückwandern, ohne Zeitdruck und ohne Shuttle-Stress. 

Ausrüstung: Was wirklich zählt 

Die Pfade in der Wutachschlucht sind eng, wurzelig und bei Feuchtigkeit rutschig. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist keine Empfehlung – es ist Pflicht. Wer in Turnschuhen aufbricht, merkt das spätestens nach dem dritten nassen Stein. 

Ein Ort, der bleibt 

Die Wutachmühle hat keine Instagram-Kulisse zu bieten, kein Panorama-Restaurant, keinen Infinity-Pool. Was sie bietet, ist echter: den Einstieg in eine der ursprünglichsten Landschaften Deutschlands. Den Moment, in dem Waldgeruch und Wasserrauschen alles andere übertönen. 

Image
auf Karte anzeigen

Der Pavillon am Burgbachfelsen – wo das Wolftal den Atem anhält

Mittlerer Schwarzwald
, Schwarzwald , Deutschland
auf Karte anzeigen

Es gibt Orte, die man nicht sucht – die einen finden. Der Pavillon am Burgbachfelsen bei Bad Rippoldsau-Schapbach ist so ein Ort. Hoch oben auf einem steil aufragenden Felsmassiv thront er über dem Burgbachtal, während wenige Meter darunter das Wasser in die Tiefe stürzt – frei, tosend, ungebändigt. Denn direkt zu seinen Füßen liegt der Burgbachwasserfall, einer der höchsten frei fallenden Wasserfälle Deutschlands. 

Ein Aussichtspunkt mit Weitblick – und Geschichte 

Wer den Aufstieg wagt, wird belohnt. Der Blick, der sich vom Aussichtspavillon Burgbachfelsen aus öffnet, reicht weit ins untere Burgbachtal hinein – und hinüber zum Bärleichkopf, der sich auf 872 Metern erhebt. Ein Panorama im Schwarzwald, das man so schnell nicht vergisst. 

Doch der Felsen hat mehr zu erzählen als nur Aussichten. Schon im Mittelalter soll an diesem strategisch klug gewählten Punkt eine Wehranlage gestanden haben – ein Ort der Kontrolle, des Schutzes, der Macht. Heute ist es ein Ort der Stille. Wer hier oben sitzt, versteht, warum Menschen diesen Felsen seit Jahrhunderten nicht loslässt. 

Direkt neben dem Abgrund: Rast mit Panorama 

Neben dem Pavillon laden ein großer Tisch und Bänke zur Pause ein – ideal für ein Picknick im Wolftal oder ein rustikales Vesper mit Schwarzwaldblick. Die Kombination aus wilder Natur, historischem Flair und der Ruhe hier oben macht diesen Rastplatz am Burgbachfelsen zu einem der schönsten Pausen-Momente auf jeder Schwarzwald-Wanderung

Wandern zum Pavillon – drei Wege, ein Ziel 

Der Pavillon am Burgbachfelsen ist ein zentrales Etappenziel auf mehreren Routen im Wolftal:

Klösterle-Schleife – der zertifizierte Premiumwanderweg führt auf rund 8,5 Kilometern sowohl am Burgbachwasserfall als auch am Pavillon vorbei. Eine der schönsten Wanderungen bei Bad Rippoldsau-Schapbach

Direkter Aufstieg – vom Wasserfall aus schlängelt sich ein steiler Pfad in engen Serpentinen bergauf, bis eine markante Treppe aus Buntsandsteinen den letzten Anstieg zum Felsen markiert. Nicht für schwache Nerven – aber für starke Eindrücke. 

Rundwanderung Wolftal – eine moderate Rundtour von circa 5 bis 6 Kilometern, die im Wolftal startet, den Wasserfall passiert und schließlich hinauf zum Pavillon führt. Ein klassischer Halbtagsausflug mit großem Erlebnisfaktor. 

Gut vorbereitet in den Schwarzwald 

Der Weg ist steil und schmal – Kinderwägen und Rollstühle kommen hier nicht weiter. Wer sich danach nach einer Einkehr im Wolftal sehnt, findet im Gasthof Klösterlehof oder im Café zum Schlüssel (rund 4,5 Kilometer Wanderdistanz) genau das Richtige. Der ideale Startpunkt für die Wanderung zum Burgbachfelsen ist der Wanderparkplatz an der Burgbachstraße

Der Pavillon am Burgbachfelsen ist kein Ausflugsziel für mal eben zwischendurch. Er ist eines für Menschen, die den Schwarzwald wirklich spüren wollen – mit jedem Schritt bergauf, mit jedem Blick in die Weite.