Wer tief in den Schwarzwald eintaucht, wer die breiten Forstwege hinter sich lässt und sich auf schmale Pfade durch dunkle Tannen vorwagt, der stößt irgendwann auf sie: die Sexauer Hütte. Kein Gasthaus mit dampfenden Suppenkesseln, kein Trubel, keine Speisekarte – sondern ein stiller, ehrlicher Rastplatz auf rund 776 Metern Höhe, mitten im oberen Renchtal, unweit von Bad Peterstal-Griesbach

Und genau das ist ihre Stärke. 

Rustikale Schutzhütte mit echtem Charakter 

Die Sexauer Hütte ist eine klassische Schutzhütte im Schwarzwald – keine bewirtschaftete Station wie viele andere Punkte am Westweg, sondern ein Ort zum Durchatmen. Man findet hier einen Innenraum für Regentage sowie einen vollständig überdachten Außenbereich mit Sitzgelegenheiten, der bei jedem Wetter Schutz bietet. 

Was die Hütte besonders macht: Direkt daneben entspringt eine frische Wasserquelle – ein stilles, verlässliches Geschenk des Waldes. Für Wanderer auf langen Etappen ist sie oft der erste Orientierungspunkt, das erste Aufatmen, der erste Schluck kaltes Wasser nach einem langen Aufstieg. 

Herzstück des Teufelskanzelsteigs 

Die bekannteste Route, die an der Sexauer Hütte vorbeiführt, ist der Teufelskanzelsteig – ein abenteuerlicher Premiumwanderweg durch dichten Wald, vorbei an bizarren Felsformationen, rauschenden Wasserfällen und einer Landschaft, die man so schnell nicht vergisst. 

Eckdaten: ca. 7 km | ca. 3 Stunden | moderat 

Highlights der Route: der markante Aussichtsfelsen Teufelskanzel, die Griesbacher Wasserfälle – und die Sexauer Hütte selbst, als idealer Brotzeitplatz auf halber Strecke. Hier legt man den Rucksack ab, streckt die Beine aus, hört dem Wald zu. 

Für alle, die mehr wollen: Die große Wasserfall-Runde 

Wer eine ausgedehnte Schwarzwald-Tagestour sucht, findet in der Großen Wasserfall-Runde eine der schönsten Optionen der Region. Die Route führt von der Kreuzkopfschanze hinunter zu den Griesbacher Wasserfällen, weiter aufwärts zur Sexauer Hütte und schließlich zum Kreuzkopf, bevor es wieder ins Tal geht. 

Eckdaten: ca. 13,7 km | ca. 5 Stunden | anspruchsvoll 

Die Sexauer Hütte markiert auf dieser Tour den höchsten Punkt – strategischer Umkehrpunkt, stiller Moment, lohnende Pause vor dem Abstieg. 

Weiter zur Renchtalhütte – das beste aus beiden Welten 

Wer die Ruhe der Schutzhütte schätzt, aber nach einer warmen Einkehr verlangt, dem bietet sich ein nahtloser Übergang: Von der Sexauer Hütte zur Renchtalhütte sind es nur rund 4 bis 5 Kilometer – eine machbare Verbindungsetappe mit großem Belohnungspotenzial. An der Renchtalhütte wartet ein rustikales Vesper, ein wärmendes Fondue, Bewirtschaftung mit Charakter. 

Der Rhythmus der Tour ergibt sich dann fast von selbst: Rucksackverpflegung an der Sexauer Hütte – warme Einkehr an der Renchtalhütte. 

Praktisch gedacht: So gelingt der Ausflug 

Der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen zur Sexauer Hütte ist der Wanderparkplatz an der Kreuzkopfschanze in Bad Griesbach. Von dort erschließen sich alle beschriebenen Routen – kurze wie lange, leichte wie anspruchsvolle. 

Wer auf den Pfaden rund um die Hütte unterwegs ist, sollte auf gutes Schuhwerk mit Profil setzen: Die Wege sind schmal, bei Feuchtigkeit rutschig – und schöner als jede asphaltierte Straße. Rucksackverpflegung ist Pflicht, denn an der Sexauer Hütte selbst gibt es keine Gastronomie. Wer eine komfortable Alternative sucht: Das Hotel Dollenberg in der Nähe bietet sich als gehobene Einkehrmöglichkeit an. 

Wanderungen im Überblick 

Route Distanz Dauer Schwierigkeit Highlights 
Teufelskanzelsteig ca. 7 km ca. 3 Std. moderat Teufelskanzel, Griesbacher Wasserfälle, Sexauer Hütte 
Große Wasserfall-Runde ca. 13,7 km ca. 5 Std. anspruchsvoll Wasserfälle, Sexauer Hütte als Höhepunkt, Kreuzkopf 
Sexauer Hütte → Renchtalhütte ca. 4 – 5 km ca. 1,5 Std. leicht – moderat Waldpfade, Renchtalhütte zur Einkehr
 

Ein Ort, der nicht erklärt werden muss 

Die Sexauer Hütte ist kein Ziel, das man vermarkten müsste. Sie ist einfach da – ruhig, verlässlich, unprätentiös. Ein Ort, an dem man versteht, warum Menschen immer wieder in den Schwarzwald kommen. Nicht für die großen Gesten. Sondern für diese kleinen, stillen Momente, in denen der Wald einem kurz die Hand auf die Schulter legt. 

Rucksack packen. Loslaufen. Die Hütte wartet. 

Author Sunhikes | © Sunhikes
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