Auf der Spur des Drachen: Rundwanderweg Drachenfels – Drachenhöhle und Durchblickkammer
Tourencharakter
Rund 10,5 Kilometer misst der Rundwanderweg Drachenfels, mit etwa 374 Höhenmetern im Auf- und Abstieg – eine Gehzeit von etwa 3 bis 4 Stunden. Die Tour gilt als mittelschwer und ist durchgehend mit einem eigenen Drachen-Logo ausgeschildert. Der erste Anstieg vom Tal hinauf zum Felsplateau verlangt etwas Kondition. Wer diesen Abschnitt gemeistert hat, wandert danach deutlich entspannter zurück ins Tal.
Das Gipfelplateau des Drachenfels ist der Höhepunkt der Wanderung und lädt zum Erkunden ein. Auf dem Felsgrat ist stellenweise etwas Vorsicht geboten – teils ungesicherte Kanten.
Highlights auf einen Blick:
- Aussicht vom Westfels bis Donnersberg und Hunsrück
- 180-Grad-Panorama vom Südfels über Rheinebene und Pfälzerwald
- Sagenumwobene Drachenhöhle und Durchblickkammer
- Malerischer Kammweg – wer vom Weg abweicht, entdeckt das Buntsandsteinriff
- Einkehr am Waldhaus Lambertskreuz
- Rückweg entlang des Stütertalbachs
Hintergrundinformationen
Mit 570,8 Metern ist der Drachenfels die höchste Erhebung des Pfälzerwaldes nördlich der Linie Hochspeyerbach/Speyerbach – ein Felsenriff aus Buntsandstein, das von der Rheinebene aus gut sichtbar ist. Seit 1972 steht das Gipfelplateau als Naturschutzgebiet unter Schutz.
Der Name des Berges ist seit Generationen mit der Nibelungensage verknüpft: Der Überlieferung nach soll in den Höhlen einst ein feuerspeiendes Ungeheuer gehaust haben, das der Sage nach von Siegfried bezwungen wurde. Belegt ist das nicht – die Geschichte lebt als Volkssage weiter und verleiht dem Fels bis heute seine geheimnisvolle Aura. Am Fuß des Berges erinnert der Friedrichsbrunnen, im Volksmund auch Siegfriedsbrunnen genannt, an die Sage – erreichbar über einen Abstecher auf dem Wanderweg „Blauer Strich" des Pfälzerwald-Vereins. Dort entspringt der Glashüttentalbach.
Zwei Aussichtspunkte prägen das Plateau: Westfels und Südfels. Ein malerischer Kammweg verbindet beide und lässt das langgezogene Buntsandsteinriff des Drachenfels in seiner ganzen Ausdehnung erahnen.
Routenbeschreibung
Wald, Fels und Sage – drei Worte, die diese Runde tragen. Wer sich auf den Rundwanderweg Drachenfels begibt, folgt einem alten Pfad durch dichten Pfälzer Wald hinauf zu einem der markantesten Felsmassive der Region.
Start am Saupferch
Die Runde beginnt am Wanderparkplatz Saupferch im Jägerthal. Man folgt der Beschilderung links an der Waldgaststätte vorbei, nach wenigen hundert Metern zweigt der Weg rechts ab – hinein in den steilen Anstieg.
Der Aufstieg durch das Waldgebiet
Naturbelassene Waldpfade, windschiefe Stufen, wurzelreiche Passagen führen stetig bergauf. Auf halber Strecke liegt die kleine Westfelshütte, eine einfache Schutzhütte für Wanderer – ein guter Ort für eine kurze Verschnaufpause.
Westfels
Sobald der Buntsandstein unter den Stiefeln knirscht, ist das gigantische, schiffartige Felsenriff des Drachenfels erreicht. Über in den Fels geschlagene Stufen führt es hinauf zur Kanzel des Westfels – Blick frei bis Donnersberg und Hunsrück.
Kammweg
Ein malerischer Kammweg verbindet Westfels und Südfels: ein schmaler Pfad, der teils über Buntsandsteinstufen, teils über Wurzelpfade führt. Vom Hauptweg zweigen immer wieder kleine Pfade über den Kamm ab. Wer wenige Schritte rechts und links vom Weg abweicht, entdeckt neben Fauna und Flora auch das langgezogene Buntsandsteinriff des Drachenfels.
Auf dem Hochplateau finden sich zudem Reste einer alten Befestigungsanlage: Im westlichen Teil, unter dichtem Bewuchs kaum noch erkennbar, verläuft ein römischer Ringwall. Forscher vermuten, dass bereits Kelten den Berg befestigten, später nutzten Römer die strategisch günstige Lage – Wallanlagen, die sogenannte Heidenmauer, umgaben einst das Plateau, das an einer alten Heerstraße zwischen Rheinebene und Pfälzerwald lag. Wer hier geht, geht auf altem Grund.
Nicht verpassen: Südfels, Drachenhöhle und Durchblickkammer erreicht man über einen Stichweg auf dem Gipfelplateau des Drachenfels – nicht direkt dem Wegweiser Richtung Lambertskreuz folgen.
Drachenhöhle
Unterhalb des Südfelsens verbirgt sich die Drachenhöhle, über einen kurzen, steilen Treppenabstieg erreichbar. Ein schmaler Pfad führt über Sandsteinstufen am Fels entlang zur Sandsteingrotte. Die breite Felsnische soll laut Volkssage einst dem Drachen als Unterschlupf gedient haben.
Von der Drachenhöhle geht es wieder hinauf aufs Gipfelplateau des Drachenfels. Auf dem Weg zum Südfels laden rustikale Rastplätze aus Sandsteinmobiliar zu einer weiteren Pause ein.
Südfels
Der Südfels gilt als die eigentliche Hauptattraktion des Gipfelplateaus. Ein 180-Grad-Panorama öffnet sich über das grüne Wäldermeer des Pfälzerwaldes – bis zum Schänzel, zur Kalmit, zur Rheinebene und zum fernen Bismarckturm. Zwischen den Felsformationen kann man herumsteigen, auf den glatten Felsen rasten, die Aussicht genießen und Eidechsen beim Sonnenbad beobachten.
Durchblickkammer
Im Buntsandsteinmassiv des Südfels liegt die Durchblickkammer, auch Drachenkammer genannt – ein mächtiger Felsdurchbruch, entstanden durch Verwitterung. Der Zugang liegt versteckt zwischen den Felsspalten am Südfels, ehe Stufen hinab zur Kammer führen – ein kleines Abenteuer für alle, die genau hinschauen. Die Felsen hier sind nicht durchgehend gesichert, Trittsicherheit und Aufmerksamkeit sind Pflicht.
Von der Durchblickkammer folgt man dem Stichweg auf dem Gipfelplateau des Südfels zurück zur Wegkreuzung hinter dem Abzweig zur Drachenhöhle. Unterwegs liegt ein natürlicher Aussichtspunkt mit Blick bis in die Rheinebene.
Zur Wegspinne „Sieben Wege"
Nachdem man das Plateau und den Südfels ausgiebig erkundet und die Aussicht genossen hat, führt der Weg bergab zur Wegkreuzung „Sieben Wege". Der Pfad führt durch urwüchsigen Wald mit Baumriesen, die auf gewaltigen Wurzelstöcken stehen. Von der Wegkreuzung aus ist ein Abstecher zum Friedrichsbrunnen möglich. Von dort verläuft die Route deutlich flacher und entspannter weiter.
Einkehr am Waldhaus Lambertskreuz
Sanft geht es weiter zur beliebten PWV-Hütte Waldhaus Lambertskreuz (468 m) – eine der beliebtesten Hütten im Pfälzerwald mit großem Außenbereich und typisch pfälzischer Küche. Das Lambertskreuz verdankt seinen Namen einem vermutlich frühmittelalterlichen Steinkreuz, das hier von Mitgliedern des Pfälzerwald-Vereins ausgegraben wurde.
Der Rückweg ins Tal
Gestärkt tritt man das letzte Stück an: Von der Hütte aus wandert man auf einem schönen, schattigen Pfad bergab durch das idyllische Tal entlang des Stütertalbachs zurück zum Ausgangspunkt an der Waldgaststätte zum Saupferch.
Hinweise + Tipps
Anreise
Mit dem Auto: Von Bad Dürkheim auf der B 37 Richtung Kaiserslautern / Enkenbach-Alsenborn, vorbei an Hardenburg und Jägerthal. Wenige hundert Meter nach dem Gasthaus Jägerthal zweigt links die Forststraße zum kostenlosen Wanderparkplatz Saupferch ab.
Mit Bus und Bahn: Bahnanreise nach Bad Dürkheim, von dort mit der Buslinie 485 bis zur Haltestelle „Hardenburg Abzw. Saupferch". Von hier führt ein rund zweikilometerlanger Fußweg (ca. 30 Minuten) entlang einer gesperrten Forststraße zum Parkplatz.
Tipps
- Ausrüstung: Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist Pflicht – die Pfade sind teils felsig und wurzelig.
- Naturschutz: Auf markierten Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen, Hunde an der Leine führen.
- Sicherheit an den Felsen: Rund um Durchblickkammer bestehen steile, ungesicherte Abbrüche. Bei Nässe wird der Buntsandstein rutschig – besondere Vorsicht, gerade mit Kindern.
- Mit Kindern unterwegs: Höhlen und Klettermöglichkeiten machen die Tour zum Abenteuer. Kinderwagen sind ungeeignet, eine Kraxe ist möglich.
- Einkehr am Lambertskreuz: Hunde willkommen, großer Kinderspielplatz, der Bienenstich gilt als besonders empfehlenswert.
- Picknick mit Aussicht: Ein Picknick auf dem Drachenfels-Plateau mit Blick über den Pfälzerwald lohnt sich – ein besonderer Ort für eine Rast.
- Sagenhafter Abstecher: Wer mag, wandert über den Weg „Blauer Strich" zum Friedrichsbrunnen (Siegfriedsbrunnen) am Fuß des Berges.
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