Kleine Kalmit Runde: Felsenmeer, Gipfelblick & höchste Hütte im Pfälzerwald
Tourencharakter
Die Kleine Kalmit Runde ist eine kurze, familienfreundliche Rundwanderung von 5 km mit 185 Höhenmetern – ideal für einen entspannten halben Tag im Pfälzerwald. Das Highlight der Tour ist das Felsenmeer am Hüttenberg, ein beeindruckendes Naturdenkmal aus mächtigen Buntsandstein-Felsen mitten im Wald. Der Weg startet am Wanderparkplatz Hüttenhohl.
Die Kleine Kalmit Runde verbindet auf rund 5 km alles, was den Pfälzerwald ausmacht: Naturdenkmäler, Waldwege, Geschichte und einen Gipfelblick, der weit über die Region hinausreicht. Eine Tour, die sich lohnt – für Familien genauso wie für alle, die einfach mal Abstand suchen. Die Kalmit liegt im Naturpark Pfälzerwald und im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Vosges du Nord – einem der größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas.
Höhenprofil
Hintergrundinformationen
Was man über Felsenmeer & Kalmit wissen sollte
Geologie des Felsenmeers
Die Felsen des Felsenmeers bestehen aus Buntsandstein – einem der typischen Gesteine des Pfälzerwalds, das vor rund 250 Millionen Jahren in der frühen Trias abgelagert wurde. In den Eiszeiten zerlegte Frostsprengung die Felsschicht in Trümmer; Schmelzwasser trieb sie hangabwärts. Das Ergebnis ist ein Blockfeld, das vom Gipfelgrat – rund 700 m lang in Nord-Süd-Richtung – bis auf die Berghänge reicht, mit Formationen von kleinen Blöcken bis zu 10 m hohen Felsgebilden.
Woher kommt der Name »Kalmit«?
Der Ursprung ist nicht eindeutig geklärt. Eine Deutung leitet den Namen vom lateinischen calvus mons – »kahler Berg« – ab. Eine andere sieht einen indogermanischen Ursprung in kel/qel für »hoch, ragen«, was den Namen als »Höhenberg« oder »Gipfelberg« erklären würde. Ähnliche Namen wie Calmont oder Kallmünz werden als Vergleichsbeispiele genannt.
Der Königstein – ältestes Bauwerk auf der Kalmit
Auf dem Gipfel steht ein 5,5 m hohes Sandsteindenkmal für König Maximilian I. Joseph von Bayern, errichtet 1824 von den Bürgern Maikammers anlässlich seines 25. Regierungsjubiläums. Volkstümlich heißt es »Königstein« und wurde 2025 saniert.
Pfälzer Weinsteig – Prädikatsweg über die Kalmit
Die Kalmit ist Etappenziel des Pfälzer Weinsteigs, eines seit 2010 zertifizierten Fernwanderwegs. Die vierte Etappe führt von Neustadt über das Hambacher Schloss und die Hohe Loog auf den Gipfel – und weiter durch das Felsenmeer hinunter nach St. Martin.
Routenbeschreibung
Start am Hüttenhohl – auf in den Pfälzerwald
Los geht es am Wanderparkplatz Hüttenhohl. Ein weiß-grün markierter Weg führt nahe der Straße sanft bergauf in den Wald. Der Pfad ist mit Wurzeln und Steinen durchsetzt, Heidelbeerbüsche säumen ihn zu beiden Seiten – ein klassischer Pfälzerwald-Einstieg, der Lust auf mehr macht.
Nicht weit vom Ausgangspunkt entfernt erreicht man die Hüttenberghütte auf 591 m. Sie lädt zur ersten Rast ein und bietet bereits einen schönen Blick über die Rheinebene – ein Vorgeschmack auf das, was oben noch wartet.
Highlight: Das Felsenmeer am Hüttenberg
Der nächste Abschnitt ist das absolute Herzstück dieser Wanderung: das Felsenmeer am Hüttenberg, ein großartiges Naturdenkmal im Pfälzerwald.
Auf dem Grat des Hüttenbergs (620 m) erstrecken sich über rund 400 Meter mächtige Felstrümmer aus Buntsandstein – übermooste Blöcke, bizarre Felsformationen, dazwischen schmale Pfade. Entstanden sind sie in den Eiszeiten, als Frostsprengung die einst geschlossene Felsschicht in einzelne Trümmer zerlegte. Der Weg führt entweder als Gratweg über die Felsen oder unterhalb der Formationen entlang – Abenteuerlustige können dabei direkt über die Felsen klettern.
Zu den bekanntesten Felsen zählen der Hausfelsen mit knapp 19 m Höhe und der Kugelfelsen. Das Gebiet ist auch bei Boulderern beliebt, die hier ideale Bedingungen vorfinden. Die rund 800 Meter durch das Felsenmeer sind das Highlight der Tour – und vergehen viel zu schnell. Überall gibt es etwas zu entdecken: bizarre Felsformationen, enge Felsgassen, moosbedeckte Blöcke und immer wieder neue Ausblicke durch das Gestein. Wer sich Zeit nimmt, wird belohnt.
Aufstieg zur Kalmit – durch Mischwald auf den Gipfel
Nach dem Felsenmeer führt der Weg durch schönen Pfälzerwald-Mischwald mit hohen Kiefern und Fichten weiter bergauf. Der Anstieg geht gemächlich voran, die Sonne fällt durch die Baumwipfel – ein schöner, ruhiger Waldweg hinauf zum Gipfel. Kurz vor dem Gipfel erreicht man einen großen Parkplatz – von dort sind es nur noch wenige Schritte über Sandsteinstufen auf den Gipfel.
Auf dem Weg dorthin passiert man eine ehemalige NATO-Militärstation sowie den markanten Stahlfachwerk-Sendeturm – ein interessanter Kontrast zur Naturkulisse.
Gipfel der Kalmit: 673 m – höchster Berg im Pfälzerwald
Der Kalmit-Gipfel auf 673,64 m ü. NHN ist der höchste Punkt im Pfälzerwald und nach dem Donnersberg der zweithöchste Gipfel der gesamten Pfalz. Oben angekommen stehen der Aussichtsturm Kalmit – heute leider für Besucher gesperrt – sowie das bewirtschaftete Kalmithaus.
Kalmithaus – höchste und älteste Wanderhütte im Pfälzerwald
Das Kalmithaus, früher Ludwigshafener Hütte, wurde 1908 von der PWV-Ortsgruppe Ludwigshafen errichtet. Es ist damit nicht nur die höchstgelegene, sondern auch eine der ältesten Wanderhütten im Pfälzerwald. Auf der Terrasse und im Innenbereich gibt es pfälzische Küche, Wildspezialitäten und wechselnde Tagesgerichte – genau das Richtige nach dem Aufstieg.
Panoramablick bis zum Schwarzwald
Von der Terrasse des Kalmithauses reicht der Blick weit über die Oberrheinische Tiefebene – auf Maikammer, St. Martin, Ludwigshafen, Mannheim und Speyer. Bei klarem Wetter sieht man bis zum Odenwald, zur Hornisgrinde (1164 m) und zur Badener Höhe (1002 m) im Nordschwarzwald. Eine beeindruckende Aussicht, die man sich ruhig eine Weile gönnen sollte.
Wissenswertes am Rande: Am 25. April 2023 wurde auf der Kalmit der höchstgelegene Weinberg in Rheinland-Pfalz angelegt – nachzulesen auf einer Infotafel vor Ort.
Abstieg: Kriegerdenkmal, Hahnenschritt, zurück zum Start
Der Rückweg führt über Sandsteinstufen bergab, dem weiß-grünen Balken folgend. Unterwegs passiert man das Kriegerdenkmal des PWV Maikammer-Alsterweiler, das an die gefallenen Vereinsmitglieder erinnert.
Kurz darauf quert man eine schmale Asphaltstraße. Der Wanderweg führt nach links – ein Stück durch dichten Nadelwald, bevor man die Kalmit-Höhenstraße am Wanderparkplatz Hahnenschritt überquert. Von dort verläuft die Route durch lichten Mischwald parallel zur Höhenstraße zurück zum Ausgangspunkt Wanderparkplatz Hüttenhohl.
Hinweise + Tipps
Das Kalmithaus ist zu jahreszeitlich wechselnden Zeiten geöffnet. Aktuelle Öffnungszeiten direkt auf kalmithaus.de.
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