Wandern auf dem Burghalderweg in Hauenstein: Felstürme, Aussichten und der Pfälzerwald
Tourencharakter
Abwechslungsreiche Felsentour für Familien und Naturliebhaber: Wer im Pfälzerwald wandern möchte, ohne auf Vielfalt zu verzichten, ist auf dem Burghalderweg in Hauenstein genau richtig. Die Rundwanderung führt über Höhenrücken mit markanten Felsformationen aus Buntsandstein – Lanzenfahrter Felsen, Burghalder Fels, Sattelfelsen und Wolfsfelsen – und durchs idyllische Stephanstal entlang der Queich – Auenlandschaften wechseln mit Weihern ab, mal schattiger Buchenwald, mal freier Blick über den Wasgau, mal das leise Plätschern der Queich am Wegrand.
Die Tour ist rund 10,5 Kilometer lang, überwindet 319 Höhenmeter im Auf- und Abstieg und ist in etwa drei Stunden zu bewältigen. Die Wegmarkierung ist zuverlässig gut; trotzdem empfiehlt sich ein GPS-Track auf dem Smartphone als stille Reserve. Schwindelfreiheit ist beim Aufstieg auf den Lanzenfahrter Felsen von Vorteil.
Auf einen Blick
Länge: ca. 10,5 km
Höhenmeter: 319 m (Auf- und Abstieg)
Charakter: Rundwanderung, familienfreundlich
Markierung: sehr gut, GPS-Track empfohlen
Startpunkt: Wasgaufreibad Hauenstein
Hintergrundinformationen
Hauenstein und der Pfälzerwald: Felsen aus der Tiefe der Zeit
Die Felsen, die den Burghalderweg prägen, bestehen aus Buntsandstein der Trifels-Schichten – vor etwa 250 Millionen Jahren abgelagert, heute durch Wind, Wasser und Zeit in Formen geformt, die man nicht vergisst. Man steht vor diesen Wänden und spürt das Gewicht dieser Zahl.
Der Burghalder Fels, der der Tour seinen Namen gibt, war einst Standort einer karolingischen Fliehburg. Mauerreste sind kaum noch zu sehen; was geblieben ist, ist die Aussicht auf Hauenstein und das umliegende Tal.
Im hinteren Queichtal, dem Stephanstal, entspringt die Queich, die nach rund 52 Kilometern bei Germersheim in den Rhein mündet.
Routenbeschreibung
Aufstieg entlang des Gillenbachs – durch den Buchenwald zum Felsenpfad
Vom Wasgaufreibad Hauenstein führt der Weg zunächst taleinwärts, dem Gillenbach folgend. Das Rauschen des Baches begleitet die ersten Schritte, ehe der Pfad in weiten Serpentinen in den schattigen Buchenwald aufsteigt.
Lanzenfahrter Felsen – steil, eng, unvergesslich
Der Lanzenfahrter Fels ist der erste große Höhepunkt der Tour. Eine steile Metallleiter führt auf das Gipfelplateau – ein Abschnitt, der Trittsicherheit und etwas Mut verlangt. Oben angekommen öffnet sich der Blick weit über den Wasgau: Hauenstein zu Füßen, der Backelstein gegenüber, dahinter die sanften Wellen des Pfälzerwaldes bis zum Horizont.
Praktischer Tipp: Den Rucksack besser unten lassen – an den Metallgittern bleibt man sonst leicht hängen. Die Leiter hängt etwas nach rechts.
Sicherheitshinweis: Bei Nässe und im Winter werden die Metallstufen und Felsplatten schnell glatt. Festes Schuhwerk ist Pflicht.
Der Name des Felsens trägt Geschichte in sich: Wahrscheinlich beschreibt er einen schmalen Passweg am Fels – so eng wie eine Lanze, oder einst genutzt zum Transport langen Holzes. Direkt neben dem Lanzenfahrter Fels führt der Weg weiter steil bergan – mit einem Geländer gesichert.
Burghalder Fels – Namensgeber mit Weitblick
Nach dem Lanzenfahrter Felsen führt die Route zum Burghalder Fels, dem Namensgeber der Tour. Auf dem Plateau befand sich einst eine karolingische Fliehburg; von ihr sind heute nur noch Gesteinsreste zu erahnen. Der Gipfelbereich ist offiziell nicht vollständig begehbar – eine größere Spalte erschwert den Zugang zum Gipfelkreuz. Die Aussicht auf Hauenstein und seine Umgebung ist der Lohn des Abstechers. Zurück auf dem Hauptweg führt der Pfad am Berghang entlang – vorbei an den Benz-Türmen und unterhalb des Hohen Kopf (442 m).
Sattelfelsen, Hasenteller, Wolfsfelsen – Natur als Bildhauer
Der weitere Weg führt entspannt durch den Pfälzerwald, bis der Sattelfelsen auftaucht – offiziell als Naturdenkmal ausgewiesen und aus gutem Grund. Zwei widerstandsfähige Felstürme flankieren eine tiefe Einbuchtung; die Silhouette erinnert unmittelbar an einen riesigen Reitsattel. An seinen Flanken zeigt der Buntsandstein eines seiner faszinierendsten Gesichter: die Wabenverwitterung – Salze sprengen den Stein von innen, zurück bleibt ein Muster wie ein versteinerter Bienenstock.
Unweit des Sattelfelsens liegt der Hasenteller – eine runde, flache Vertiefung in einer Felsplatte. Auskolkung, sagt die Wissenschaft nüchtern. Ob Hasen, Grenzmarkierung oder prähistorische Kultstätte – der Volksmund denkt weiter.
Nur wenige Meter entfernt erhebt sich der Wolfsfelsen – auch „Ebenfällter" genannt, nach einer Legende mit Augenzwinkern. Zwei Hauensteiner sollen nach einer ausgiebigen Einkehr auf dem Bärenbrunnerhof den Fels passiert haben und einander zugerufen haben: „Schnell weg do, äwe fällt er." Das 300 Meter lange Massiv bietet zwischen seinen Felsblöcken einen Blick auf die tiefer liegenden Stephanstürme.
Wanderheim Dicke Eiche – wohlverdiente Einkehr
Weiter auf dem breiten Forstweg, unterbrochen durch einen kurzen Pfad bergauf, taucht das Wanderheim Dicke Eiche (405 m) auf – auch als Hauensteiner Hütte bekannt. Die ehrenamtlich betriebene PWV-Hütte liegt hoch über dem Stephanstal, mit freiem Blick auf den Stephansturm und den Wolfsfelsen. Gutbürgerliche Pfälzer Küche, ein geräumiger Außenbereich und Übernachtungsmöglichkeiten machen sie zu einem lohnenden Halt.
Fazit
Der Burghalderweg in Hauenstein ist eine der kurzweiligsten Rundwanderungen im südlichen Pfälzerwald. Bizarre Felsformationen, weite Aussichten, eine bewirtschaftete Wanderhütte und der beschauliche Rückweg am Wasser machen die Tour zu einem Erlebnis für Familien, Naturliebhaber und alle, die den Wasgau abseits der ausgetretenen Pfade erkunden wollen. Wer noch mehr Felsen erleben möchte, findet eine weitere Option in der Runde über Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen und Lanzenfahrter Felsen – eine lohnende Erweiterung für Felsenfans. Im Frühling, Sommer und Herbst ebenso empfehlenswert wie an klaren Wintertagen.
Hinweise + Tipps
Anreise nach Hauenstein
Hauenstein (Pfalz) liegt an der B10 zwischen Landau und Pirmasens. Der Parkplatz am Wasgaufreibad Hauenstein ist der Ausgangspunkt der Tour. Mit der Bahn ist Hauenstein über den gleichnamigen Bahnhof erreichbar – vom Bahnhof sind es wenige Gehminuten zum Startpunkt.
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