Wer im Pfälzerwald unterwegs ist und wissen möchte, was Jahrmillionen aus Buntsandstein machen können, findet beim Sattelfelsen bei Hauenstein eine Antwort – und beim Hasenteller gleich nebenan noch eine zweite, rätselhaftere dazu.

Der Sattelfelsen: Ein geschütztes Naturdenkmal

Der Sattelfelsen Hauenstein ist offiziell als Naturdenkmal ausgewiesen – und das aus gutem Grund. Seine Silhouette erinnert unmittelbar an einen riesigen Reitsattel: zwei widerstandsfähige Felstürme, die „Sattelhörner", flankieren eine tiefe Einbuchtung. Weichere Gesteinsschichten wurden über Jahrtausende abgetragen, die härteren blieben. So einfach, so beeindruckend.

Wabenverwitterung: Der Fels als versteinerter Bienenstock

An den Flanken des Sattelfelsens zeigt der Buntsandstein eines seiner faszinierendsten Gesichter: die sogenannte Wabenverwitterung. Salze treten durch Feuchtigkeit an die Oberfläche, kristallisieren, sprengen den Stein von innen – zurück bleibt ein Muster wie aus einem Bienenstock.

Dunkle, fast schwarze Linien durchziehen das Gestein zusätzlich: Limonit- und Eisenkiesel-Einlagerungen, deutlich härter als der umliegende Sandstein. Sie wirken wie ein inneres Korsett – und haben dem Fels seine markante Form über die Jahrtausende bewahrt.

Rastplatz mit Aussicht ins Stephanstal

Wer rastet, rastet hier gut. Die natürliche Mulde des Sattels lädt zum Verweilen ein, die umliegenden Baumwipfel rahmen reizvolle Blicke auf das Stephanstal und die gegenüberliegenden Stephanstürme. Kein 360-Grad-Panorama – aber stille, grüne Tiefe.

Der Hasenteller: Eine Schale, viele Theorien

Unweit des Sattelfelsens liegt der Hasenteller – eine fast perfekt kreisrunde, flache Vertiefung in einer waagerecht liegenden Felsplatte. Die Wissenschaft nennt es nüchtern „Auskolkung": Regenwasser höhlt den Stein durch chemische und physikalische Verwitterung gleichmäßig aus.

Doch der Volksmund denkt weiter: Hasen des Waldes sollen hier gefressen haben, Heimatforscher spekulieren über historische Grenzmarkierungen oder gar prähistorische Kultstätten im Wasgau. Die Form lässt Raum für beides.

Geologischer Höhepunkt im Wasgau – für Naturfreunde und Fotografen

Die Kombination aus der bizarren Architektur des Sattelfelsens und der feinen, fast künstlich wirkenden Struktur des Hasentellers macht diesen Abschnitt zu einem der geologischen Höhepunkte im Pfälzerwald – für Wanderer, Naturfreunde und Fotografen gleichermaßen.

In unmittelbarer Nähe liegt zudem der Wolfsfelsen, auch „Eben-fällt-er" genannt – der nächste Grund, weiterzugehen.

Wanderwege

Der Sattelfelsen liegt versteckt im Wald nordwestlich von Hauenstein und ist Bestandteil folgender Routen:

Burghalder Weg – eine der bekanntesten Touren der Region, auf der der Sattelfelsen zu den geologischen Highlights zählt.

Sunhikes Wanderung: Hauenstein – Backelstein, Hühnerstein, Wolfsfelsen & Lanzenfahrter Felsen – auf dieser abwechslungsreichen Runde passiert man den Sattelfelsen und den Hasenteller.

Kürzester Zugang: Vom Paddelweiher

Vom Paddelweiher Hauenstein aus hat man einen der kürzesten und schönsten Zugänge zu Sattelfelsen und Hasenteller – je nach Gehtempo in etwa 20 bis 25 Minuten.

Author Sunhikes | © Sunhikes
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Sunhikes
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