Steil. Steinalt. Atemberaubend. Die Burgruine Husen thront seit dem 13. Jahrhundert auf dem Schlossberg über Hausach – und macht dabei noch immer eine richtig gute Figur. Zinnengekrönt, von Jahrhunderten geformt, ist sie das unübersehbare Wahrzeichen von Hausach und einer der coolsten Aussichtspunkte im ganzen Schwarzwald. Das Beste? Kostenlos. 

Gegründet von Zähringern, geliebt von allen – die Ursprünge der Burg Husen 

Um 1220 ließen die Zähringer hier oben bauen – nicht für die Optik, sondern aus knallhartem Kalkül: Die Silbergruben rund um Hausach waren bares Geld wert, und wer sie schützte, hatte die Macht. Die erste urkundliche Erwähnung als „castrum husen" stammt aus dem Jahr 1246 – die Burg war also schon ein Begriff, als anderswo noch Schlammpfade als Straßen galten. 

1303 wechselte sie auf romantischem Weg den Besitzer: Gräfin Verena von Freiburg brachte die Burg als Mitgift in ihre Ehe mit Graf Heinrich II. von Fürstenberg – ein Hochzeitsgeschenk, das über 500 Jahre Bestand hatte. Zwischen 1453 und 1477 erlebte die Anlage dann ihre Glanzzeit: Graf Heinrich VI. ließ großzügig ausbauen, und so entstanden Palas, Halsgraben und Bergfried in der Form, die man heute noch sehen kann. 

Krieg, Feuer, Ruine – und trotzdem noch da 

Das 17. Jahrhundert war kein Spaß. 1632 brannte die Burg nieder – ein harter Schlag, der zunächst noch überwunden wurde. Doch 1643 kamen die Weimarischen Truppen und machten kurzen Prozess: Die Festung Husen wurde endgültig zerstört. Ein Wiederaufbau? Kam nicht mehr. Was blieb, waren dicke Mauern, trotzige Steine – und eine Ruine mit Charakter. 

Interessantes Detail am Rande: Nach dem Krieg war die Ruine noch lange nicht aus dem Spiel. Sie wurde in ein militärisches Verteidigungssystem eingebunden – ein Netz aus Schanzen, das sich quer durchs Kinzigtal zog, um feindliche Truppen aufzuhalten. Selbst als Wrack hatte Burg Husen noch strategischen Wert. Respekt. 

Was heute noch steht – und beeindruckt 

Wer die Burgruine Hausach besucht, erlebt mehr als Steine und Moos. Der Bergfried mit seiner markanten Zinnenkrone – die 1896 den ursprünglichen Turmhelm ablöste – dominiert die Silhouette und ist aus dem Kinzigtal weithin sichtbar. Dazu: Reste des Palas und der gut erhaltene Halsgraben, einst die letzte Hürde für jeden Angreifer. 

1968 kaufte die Stadt Hausach die Ruine von der Familie zu Fürstenberg. Von 1985 bis 1989 wurde saniert, gesichert und fit für Besucher gemacht. Heute kann man frei durch die Anlage laufen – ohne Kassenhäuschen, ohne Wartezeit, ohne schlechtes Gewissen. 

Die Aussicht? Ein echtes Highlight 

Der Aufstieg ist kurz und steil – der Blick oben oben macht ihn mehr als wett. Von der Burgruine Husen aus öffnet sich ein weites Panorama über Hausach, das Kinzigtal, das Einbachtal und bis hin zum Brandenkopf. An klaren Tagen wirkt die Welt von hier oben erstaunlich ruhig – ein schöner Kontrast zur bewegten Geschichte des Ortes. 

BURGerLEBEN – wenn die Ruine wieder lebendig wird 

Von Mai bis Oktober passiert hier jeden ersten Sonntag etwas Besonderes: Beim „BURGerLEBEN" erwacht die Burg zum Mittelalterspektakel. Handwerk, Vorführungen, Lagerfeuer-Atmosphäre – und endlich ist auch der Aussichtsturm im Bergfried offen, der ein kleines Museum beherbergt und sonst geschlossen bleibt. Für Familien, Geschichtsnerds und alle, die einfach mal Lust auf etwas anderes haben: ein echter Tipp. 

So kommt man hin 

Zu Fuß: Von der Hausacher Innenstadt oder dem Bahnhof geht es in rund 20 Minuten bergauf zur Ruine – steil, aber machbar. Wer lieber eine schönere Route wählt: Der 3 km lange Abenteuerpfad Hausach führt direkt an der Burg vorbei und macht auch mit Kindern Spaß. 

Mit dem Auto: Aus Richtung Offenburg am Ortseingang der Beschilderung zum Waldparkplatz folgen – von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang. 

Eintritt: Kostenlos. Das Gelände ist frei zugänglich und das ganze Jahr über offen. 

Fazit: Einfach hingehen. 

Man verlässt die Burgruine Husen in Hausach mit dem Gefühl, dass manche Orte keine große Inszenierung brauchen. Keine Eintrittskasse, kein Audioguide, kein Rummel. Nur 800 Jahre Geschichte, ein fantastischer Blick übers Kinzigtal – und Mauern, die schon einiges gesehen haben und offensichtlich noch lange nicht fertig sind. 

Author Sunhikes | © Sunhikes
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Sunhikes
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