Burg Drachenfels im Wasgau
Wie ein steinernes Schiff liegt die Burg Drachenfels über den Wäldern des Wasgaus – kaum ein anderer Ort verbindet Fels und Bauwerk so untrennbar wie die Felsenburg bei Busenberg.
Name und Geschichte der Felsenburg Drachenfels
Woher der Name Drachenfels stammt, bleibt bis heute ungeklärt. Die Anfänge der Burg liegen weitgehend im Dunkeln. Archäologische Funde aus der Zeit vor der Mitte des 13. Jahrhunderts fehlen.
Urkundlich fassbar wird die Burg erstmals 1245 mit Walter von Drachenfels. Die folgenden Jahrhunderte waren geprägt von wechselnden Besitzverhältnissen und immer wieder aufflammenden Konflikten: Belagerungen im 14. Jahrhundert zwangen die Burgherren, Teile der Anlage nach und nach zu verkaufen – der Drachenfels wurde zur Ganerbenburg, mehrere Familien teilten sich fortan den Besitz. 1510 sicherte sich sogar der berüchtigte Reichsritter Franz von Sickingen einen Anteil. Nach seiner Niederlage 1523 übergab man die Burg kampflos, dennoch ließen die siegreichen Fürsten sie endgültig zerstören.
Was von den Mauern übrig blieb, diente fortan als Steinbruch: 1778 ließ ein Nachkomme der einstigen Burgherren mit Steinen vom Drachenfels das sogenannte „Schlösschen" mitten in Busenberg errichten. Auch in der Busenberger Kirche finden sich bis heute Steine aus der einstigen Burganlage.
Eine Burg, gewachsen aus dem Fels
Die Ruine Drachenfels zählt zu den eindrucksvollsten Felsenburgen im Dahner Felsenland. Ihr massiver Burgfels ist so eng mit dem Mauerwerk verwachsen, dass sich Naturstein und Bauwerk kaum noch trennen lassen – ein Merkmal vieler Burgen im Wasgau, hier aber besonders eindrücklich sichtbar.
Durch das Tor am Torturm betritt man eine auf mehreren Ebenen angelegte Felsenburg. Ein Halsgraben trennt die Anlage vom angrenzenden Gelände, dahinter erhebt sich der wuchtige Westfelsen als natürlicher Teil der einstigen Wehranlage. Der Rundgang führt vorbei an Mauerresten, in den Fels geschlagenen Wegen und immer wieder an nacktem, aus dem Buntsandstein gehauenem Gestein.
Herzstück der Anlage ist der Bergfried, dessen kantige, wuchtige Form ihm im Volksmund den Beinamen „Backenzahn" eingebracht hat. Von der östlichen Oberburg aus zeigt sich dieser Turm besonders eindrucksvoll – nah genug, um jede verwitterte Kante des Steins zu erkennen. In den Felskammern der Oberburg, direkt aus dem Buntsandstein geschlagen, lassen sich einstige Wohn- und Wirtschaftsräume erahnen; im Kellergewölbe darunter liegt sogar eine alte Zisterne, die einst der Wasserversorgung der Burgbewohner diente.
Aussicht über den Wasgau
Wer den Aufstieg zur Burgruine Drachenfels auf sich nimmt, wird oben mit einem der schönsten Panoramen des Wasgaus belohnt. Der Blick verliert sich in einem Meer bewaldeter Hügel – Fels um Fels, Kuppe um Kuppe, bis weit an den Horizont. An warmen Tagen sonnen sich Eidechsen auf dem erwärmten Buntsandstein am Wegrand – ein kleines, stilles Detail am Rand der großen Aussicht.
Wandern zur Ruine Drachenfels
Die Ruine Drachenfels ist weit mehr als ein einzelnes Ausflugsziel – sie ist ein wiederkehrender Fixpunkt zahlreicher Wanderungen im Wasgau. Auf der Eichelberg & Dickenberg: Abenteuer-Felsenrunde taucht sie gleich mehrfach am Horizont auf: von der Eichelbergplatte, dem Kammweg der Dickenbergwand und der Felskanzel am Sprinzel aus zeigt sie sich wie ein steinernes Schiff zwischen den Wäldern. Wer die Burg direkt erwandern möchte, findet in der Wanderung zur Ruine Drachenfels im Wasgau die passende Route: Sie führt teils entlang des Busenberger Holzschuhpfads durch stillen Wald hinauf zum Torturm und erschließt die Anlage Schritt für Schritt.
Anreise
Die Burgruine Drachenfels liegt im Wasgau bei Busenberg. Man fährt über die B 427 zwischen Busenberg und Bruchweiler-Bärenbach bis auf die Passhöhe. Dort biegt man in den Wirtschaftsweg Richtung Weißensteiner Hof ab; kurz davor führt eine Abzweigung nach rechts direkt zum großen Wanderparkplatz an der Drachenfelshütte – dem Ausgangspunkt für den Aufstieg zur Burgruine.
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