Busenberger Holzschuhpfad: Felsen, Burgen und weite Blicke im Wasgau
Tourencharakter
Der Busenberger Holzschuhpfad ist ein anspruchsvoller Premiumwanderweg im Herzen des Dahner Felsenlandes: knapp 27 Kilometer lang, mit rund 844 Höhenmetern und einer Gehzeit von etwa 9 Stunden. Aufgrund seiner Länge gilt die Runde als schwer – eine gute Grundkondition ist erforderlich.
Die besondere Note dieser Tour sind ihre zwei Felsentore: Der Weg führt sowohl am Löffelsbergfelsen als auch am Sprinzelfelsen mitten durch natürlich entstandene Durchbrüche im roten Buntsandstein. Dazu kommen Grate, Felsentürme und Aussichtspunkte in dichter Folge, die den Busenberger Holzschuhpfad zu einem der abwechslungsreichsten Wanderwege im Wasgau machen.
Hintergrundinformationen
Namensgeber der Tour: die Busenberger Holzschuhmacherei
Über 300 Jahre waren Holzschuhe die typische Fußbekleidung der ärmeren Landbevölkerung in Pfalz und Elsass. Auch in Busenberg fertigten Waldbauern im Nebenerwerb Holzschuhe und zogen zu Fuß bis in die Vorderpfalz, um sie dort an Winzer zu verkaufen. Der Busenberger Holzschuhpfad erinnert mit seinem Namen und dem durchgehenden Holzschuh-Symbol an diese alte Handwerkstradition.
Der Löffelsberg – Kammweg mit Felsentor
Der etwa 445 Meter hohe Löffelsberg liegt vollständig auf Busenberger Gemeindegebiet. Seine bis zu 26 Meter hohen Löffelsbergfelsen ragen wie eine natürliche Festung aus dem Mischwald. Ein torähnlicher Durchbruch im roten Buntsandstein lässt den Pfad direkt durch das Gestein hindurchführen, moosbedeckte Steinpyramiden säumen den Kammweg zum Gipfel.
Langwalder Felsen – Kletterkathedrale im Wald
Die Langwalder Felsen, auch Langenwalderfelsen genannt, bilden ein mehrere hundert Meter langes, bis zu 55 Meter hohes Buntsandsteinriff aus den Trifels-Schichten des roten Sandsteins. Der vorgelagerte Pferchfeldturm an der Südwand misst noch immer 39 Meter. Wabenstrukturen (Tafoni) und sanduhrförmige Vertiefungen zeugen von jahrmillionenlanger Erosion.
Die Buhlsteine – der verwunschene Felsgrat
Die Buhlsteine, auch Puhlsteine genannt, bilden ein langgezogenes Buntsandsteinriff zwischen Busenberg und Oberschlettenbach. Am südlichen Ende erhebt sich der fast 60 Meter hohe Buhlsteinpfeiler mit einer gesicherten Aussichtsplattform. Bei guter Sicht öffnet sich von hier der legendäre „Sechs-Burgen-Blick" – ein Panorama, das den Buhlsteinpfeiler zu einem der schönsten Aussichtspunkte im Wasgau macht.
Schlüsselfels und Gertrudiskapelle
Der Schlüsselfels mit dem Heidenpfeiler ist eine rund 60 Meter hohe Felsnadel am Heidenberg. Sein Name verweist auf keltische oder heidnische Ursprünge. In der Feuchtwiese darunter steht die Gertrudiskapelle, um 1450 erbaut und bis Mitte des 20. Jahrhunderts Ziel von Wallfahrten aus dem benachbarten Elsass.
Buchkammerfels – Gefängnis oder Schatzversteck?
Am Westhang des Heidenbergs liegt der Buchkammerfels, im Volksmund auch „Heidenkammern" genannt. Die Formation besteht aus vier rechteckigen, durch Gänge verbundenen Felsenkammern rund 7,4 Meter über dem Waldboden. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1567, als sie als Gefängnisse der Burg Drachenfels beschrieben wurden. Die genaue Funktion der Kammern ist bis heute ungeklärt.
Burgruine Drachenfels
Die Burgruine Drachenfels thront auf einem 150 Meter langen Sandsteinfelsen. Der höchste Teil des Burgfelsens, im Mittelalter als Bergfried genutzt, trägt im Volksmund den Namen „Backenzahn". Die Anfänge der Burg liegen im Dunkeln.
Dickenberg und Sprinzelfelsen – Felstor mit drei Gipfeln
Der Dickenberg besticht durch rotbraune Buntsandsteinwände. Die Sprinzel, auch Sprinzelfelsen oder Dickenbergturm genannt, bildet drei markante Felsgipfel mit weitem Panorama über den Wasgau bis zur Burgruine Drachenfels. Ihr faszinierendstes Detail ist das Felsentor: ein natürlicher Durchbruch im roten Buntsandstein, durch den der Wanderweg mitten hindurchführt.
Eichelbergplatte – Aussicht über Busenberg
Die Eichelbergplatte ist eine flache Felsplattform auf dem Eichelberg, die einen weiten Blick auf Busenberg und die Burgruine Drachenfels freigibt. Als letzter markanter Aussichtspunkt vor dem Rückweg zum Hexenplätzel bildet sie einen würdigen Abschluss der Felsformationen entlang der Route.
Routenbeschreibung
Waldeinstieg vorbei an den Langenwalderfelsen zum Löffelsberg
Vom Wanderparkplatz Hexenplätzel in Busenberg aus taucht der Busenberger Holzschuhpfad unmittelbar in den Wald ein. Zunächst führt der Weg leicht abwärts, vorbei an der Pumpstation Eichelbach, ehe er sich in Serpentinen wieder emporschraubt – hinauf zum Langenwalder Felsen.
An der Wegkreuzung Langenwalderfelsen lohnt ein kurzer Abstecher zum 39 Meter hohen Pferchfeldturm, der wie eine schmale Nadel aus dem Wald ragt. Danach verläuft der Busenberger Holzschuhpfad unterhalb der massiven Langenwalderfelsen – bis zu 55 Meter hoch und mehrere hundert Meter lang zieht sich das Buntsandstein-Riff dahin. Zu Beginn öffnet sich der Blick immer wieder auf das imposante Felsmassiv, dann schließt sich der Wald wieder über dem Pfad. Kurz darauf führt der Weg zwischen den Galgenfelsen hindurch: zwei kleine, aber eindrucksvolle Felsformationen, deren urwüchsiger Charme sich zwischen moosbewachsenen, umgestürzten Bäumen entfaltet.
Zügig geht es nun bergauf, hinein in Richtung des ersten großen Highlights der Tour: dem Löffelsberg. Vorbei an einem kleinen Buntsandsteinfelsen führt der Pfad hinauf zum ersten Aussichtspunkt – ein weites Panorama über Berge und Täler des Wasgaus breitet sich aus, bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zu den Burgen Lindelbrunn und Madenburg. Über einen Meter hohe Steinmännchen säumen die Szenerie wie stille Wegweiser.
Auf einem schmalen Kammweg führt die Route weiter über den Gipfel des Löffelsbergs (445 m), begleitet von weiteren Steinpyramiden und ersten Ausblicken auf die fernen Langenwalderfelsen. Am Löffelsbergfelsen wartet ein eigener Aussichtspunkt mit Blick auf Drachenfels, Schindhard und erneut die Langenwalderfelsen. Der Abstieg führt entlang des Felsriffs und schließlich mitten durch das beeindruckende Felsentor im Löffelsbergfelsen – ein enger Durchgang, der die Wanderung für einen Moment zum kleinen Abenteuer macht.
Über den Buhlsteingrat zur Gertrudiskapelle
Im Talgrund angekommen, schwenkt der Weg nach links und schlängelt sich in engen Serpentinen hinauf zum Buhlsteingrat. Am nördlichen Ende dieses markanten Felsgrats liegt ein erster Aussichtspunkt mit Blick nach Nordwesten über den weiten Wasgau.
Von hier zieht sich der Höhenweg an einem rund 500 Meter langen Felsband entlang: Fels reiht sich an Fels, immer wieder unterbrochen von schmalen Durchbrüchen, durch die sich beide Seiten des Riffs erkunden lassen. Am südlichen Ende des Grats erwartet schließlich der Buhlsteinpfeiler – über einen kurzen Stichweg erreichbar und mit dem legendären „Sechs-Burgen-Blick" belohnt: Bei guter Sicht reicht das Panorama von der Burg Lindelbrunn über die Burgen Berwartstein und Drachenfels bis zum Eyberg.
Vom Buhlstein führt der Weg erneut bergab ins Tal, wo die Bundesstraße 427 überquert wird. Dahinter öffnet sich unvermittelt ein idyllisches Feuchtwiesengebiet, in dem die historische Gertrudiskapelle aus dem 14. Jahrhundert still ihren Platz behauptet. Der Busenberger Holzschuhpfad führt weiter durch Wald und Wiesenlandschaft, vorbei am Landgasthof Weißensteinerhof.
Über den Heidenberg zum Schlüsselfels und Buchkammerfels
Der Pfad zieht nun erneut an und führt hinauf in die Flanke des Heidenbergs. Vorbei am Heidenturm erreicht man den Schlüsselfels, auch als Heidenpfeiler bekannt – eine markante Felsnadel und ein weiterer lohnender Aussichtspunkt mit Blick hinüber zur fernen Burg Berwartstein.
Über den bewaldeten Gipfel des Heidenbergs (422 m) gelangt man zum Buchkammerfels mit seinen geheimnisvollen „Heidenkammern" – vier durch Gänge miteinander verbundene Felsenkammern, deren einstige Nutzung bis heute ein Rätsel geblieben ist.
Zur Drachenfelshütte und Burgruine Drachenfels
Bergab schlängelt sich der Weg zur bewirtschafteten PWV-Drachenfelshütte, die sich ideal für eine längere Rast und Stärkung anbietet. Direkt oberhalb der Hütte thront die imposante Burgruine Drachenfels. Sie erstreckt sich auf einem Bergrücken über einen gleichnamigen Sandsteinfelsen von 150 Metern Länge; der höchste Teil des Felsens wurde einst zu einem Bergfried ausgebaut, der im Volksmund seines Aussehens wegen „Backenzahn" genannt wird.
Von der Burg aus öffnet sich ein sensationeller Ausblick über das Dahner Felsenland – zahlreiche Felsformationen und die imposante Dahner Burgengruppe prägen das Panorama. Die Erkundung dieser alten Burganlage zählt zu den absoluten Höhepunkten der gesamten Tour.
Über den Dickenberg, Sprinzelfelsen und das Felsentor
Nach der Burganlage schlägt der Busenberger Holzschuhpfad einen weiten Bogen nach Süden bis Südosten und führt durch ruhige, schattige Waldabschnitte, ehe er ins Wiesental am Geiersteinbach abzweigt. Durch offene Wiesenlandschaften führt der Weg weiter zum Dickenberg.
Durch lichten Wald steigt der Pfad zu den Sprinzelfelsen hinauf, bevor er über Stufen – teils mit Geländer gesichert – zum Felsentor im Dickenbergturm absteigt. Mitten durch dieses natürliche Felsentor führt der Weg hindurch, ein enger, eindrücklicher Durchgang im roten Buntsandstein. Auf der anderen Seite des Felsenriffs geht es steil bergauf zur Felskanzel auf dem Sprinzelfelsen – ein großartiger Aussichts- und Rastpunkt hoch über dem Wald.
Vorbei an den drei markanten Felsgipfeln des Sprinzelfelsen führt ein wunderschöner Kammweg am Grat der Dickenbergwand weiter Richtung Eichelberg.
Über den Eichelberg zurück zum Hexenplätzel
Der Wanderweg quert die B 427, führt durch das Waldgebiet bei den Eilöchelfelsen und erreicht nach einer weiteren Straßenquerung den Wanderparkplatz Schindhard am Eichelberg.
Rund um den Eichelberg führt der Pfad zur Eichelbergplatte – dem letzten schönen Aussichtspunkt der Tour, der noch einmal einen tiefen Blick auf den Ort Busenberg und die Burgruine Drachenfels freigibt. Der kurze Abstecher zum oberen Aussichtspunkt lohnt sich allemal.
Zum Abschluss führt der Busenberger Holzschuhpfad über sanfte Waldpfade am Fuß der gewaltigen Buntsandsteinriffe von Kreuzeckfels und den Drei Steinen vorbei an der Lourdes-Grotte bergab. Nach einer großen Runde erreicht man schließlich wieder den Ausgangspunkt am Hexenplätzel.
Hinweise + Tipps
Anreise
Busenberg liegt im Dahner Felsenland im südlichen Pfälzerwald, nahe der deutsch-französischen Grenze. Der Wanderparkplatz Hexenplätzel befindet sich in der Waldstraße beim Sportplatz und Tennisclub – von dort startet die Tour direkt in den Wald.
Tipps
- Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind für die felsigen Passagen an Löffelsberg, Buhlsteinpfeiler und Sprinzelfelsen unerlässlich.
- Die PWV-Drachenfelshütte eignet sich ideal für eine längere Rast zur Halbzeit der Tour – Öffnungszeiten vorab prüfen.
- Der Busenberger Holzschuhpfad lässt sich auch in mehreren Teilrouten begehen – passende Touren dazu finden sich auf sunhikes.com.
- Aufgrund der Länge von rund 27 km und rund 850 Höhenmetern empfiehlt sich ein früher Start, um genug Zeit für Rast und Fotostopps zu haben.
- Ein GPS-Track ist auf dieser langen Route besonders sinnvoll, um sicher zu navigieren und keinen der Aussichtspunkte auf den Felsen zu verpassen.
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