Drachenfels-Tour: Wanderung zur Burgruine im Dahner Felsenland
Tourencharakter
Die Drachenfels-Tour ist die kurze, kompakte Antwort auf alle, die Geschichte, Wald und ein lohnendes Panorama in nur zwei Stunden erleben möchten. Rund 5,4 Kilometer führt der Rundweg ab dem Wanderparkplatz Hexenplätzel in Busenberg, vorbei an einem stillen Zeugnis jüdischer Geschichte, über offene Wiesenwege und schließlich hinauf zur Burgruine Drachenfels.
Die Steigungen halten sich in Grenzen, sodass diese Wanderung auch für weniger geübte Beine gut zu bewältigen ist – ein kompaktes Ausflugsziel im Dahner Felsenland, das dennoch mit einem der eindrucksvollsten Felsentürme der Region aufwartet.
Hintergrundinformationen
Die Burgruine Drachenfels – der „Backenzahn" über dem Wasgau
Auf einem 150 Meter langen Sandsteinfelsen, der sich auf einem Bergrücken in gut 367 Metern Höhe erstreckt, thront die Burgruine Drachenfels. Ihr höchster Punkt, einst als Bergfried ausgebaut, hat der Ruine ihren volkstümlichen Namen eingebracht: „Backenzahn" – nach der eigentümlichen Form des freistehenden Turmrests. Diese markante Silhouette macht die Burg zu einer der auffälligsten Ruinen ihrer Art in ganz Rheinland-Pfalz.
Der jüdische Friedhof Busenberg
Unweit des Weges liegt der jüdische Friedhof Busenberg, angelegt im Jahr 1824 als gemeinsame letzte Ruhestätte für die jüdischen Gemeinden aus Busenberg, Dahn, Erlenbach und Vorderweidenthal. Zuvor mussten Verstorbene oft über beschwerliche, weite Strecken gebracht werden.
Fast 300 Grabsteine, sogenannte Mazewot, sind bis heute erhalten geblieben und zeugen von der langen Geschichte des Landjudentums in dieser Region. Seit 1985 steht das Areal unter Denkmalschutz und wird ehrenamtlich gepflegt. Die letzte Bestattung fand hier 1979 statt.
Routenbeschreibung
Vom Hexenplätzel zum jüdischen Friedhof
Die Drachenfels-Tour beginnt am Wanderparkplatz Hexenplätzel, am Ende der Waldstraße in Busenberg. Von dort führt ein befestigter, asphaltierter Wirtschaftsweg zunächst durch den Wald, dann über offene Wiesenlandschaften erreicht man den jüdischen Friedhof Busenberg. Eine Infotafel gibt Einblick in die bewegte Geschichte dieses besonderen Ortes, bevor der Weg weiterzieht.
Über die B 427 zum Weißensteiner Hof
Der befestigte Weg läuft schließlich auf die Bundesstraße B 427 zu. Auf Höhe des Weißensteiner Hofs überquert man die Straße – hier bietet sich zugleich ein alternativer Ausgangspunkt für alle, die die Tour etwas verkürzen möchten.
Aufstieg zur Drachenfelshütte und Burgruine
Ab dem Weißensteiner Hof beginnt der Weg, spürbar, aber gemächlich anzusteigen, hinein in den Wald. Der Pfad führt zur bewirtschafteten PWV-Drachenfelshütte, die sich für eine kleine Rast und Stärkung geradezu anbietet.
Dann folgt ein kurzer, aber lohnender Schlussanstieg zur Burgruine Drachenfels. Zeit einplanen, um die Felsenburg im Detail zu erkunden – ein Rundgang lohnt sich: Wege, die teilweise direkt in den Fels geschlagen wurden, führen hinauf zum Plateau des ehemaligen Bergfrieds, wo sich noch Reste einer alten Zisterne finden. Zahlreiche Kammern, Balkenlöcher und Bearbeitungsspuren im Sandstein erzählen davon, dass der Felsen einst fast vollständig von Fachwerk- und Steingebäuden umschlossen war.
Deutlich mehr Bausubstanz hat sich in der Unterburg und der Toranlage erhalten. Wer durch den Torturm mit seinen kunstvoll behauenen Buckelquadern schreitet, entdeckt zahlreiche Steinmetzzeichen. Ein Treppenaufgang zwischen den beiden Tortürmen – vermutlich einst eine Reitertreppe – führt weiter hinauf. Im Hof der Unterburg stehen noch Reste zweier Wirtschaftsgebäude; am Kellereingang eines davon lässt sich bis heute die Jahreszahl 1515 erkennen.
Wer noch etwas Zeit hat, wirft auch einen Blick auf den westlichen, etwas niedrigeren Burgfelsen – hier sind Teile des Aufgangs, einer alten Wachstube und eines Flankierungsturms mit schmalen Schießscharten erhalten. Besonders sehenswert: ein altes Drachenbild, das einst in den Fels geritzt wurde. Vom „Backenzahn" aus entfaltet sich schließlich ein Rundumblick, der weit über den Wasgau und den Pfälzerwald reicht.
Rückweg zum Hexenplätzel
Der Rückweg führt zunächst über Wald- und Wiesenpfade hinunter, ehe die Route durch den Ortskern von Busenberg verläuft – vorbei an Wohnstraßen, ehe man erneut die B 427 quert. Von dort führt ein befestigter Weg zurück zum Ausgangspunkt am Hexenplätzel. Nach insgesamt rund zwei Stunden ist die Runde komplett.
Hinweise + Tipps
Anreise
Die Drachenfels-Tour startet am Wanderparkplatz Hexenplätzel in Busenberg, am Ende der Waldstraße. Die Gemeinde liegt im Dahner Felsenland, dem südlichen Pfälzerwald, unweit von Dahn. Wer die Runde verkürzen möchte, kann auch direkt am Weißensteiner Hof starten.
Tipps
- Die PWV-Drachenfelshütte eignet sich ideal für eine kurze Stärkung zur Halbzeit der Tour – Öffnungszeiten vorab prüfen.
- Wer weniger Zeit hat, startet direkt am Weißensteiner Hof statt am Hexenplätzel.
- Der „Backenzahn" der Burgruine Drachenfels bietet einen der schönsten Rundumblicke über den Wasgau – bei klarer Sicht besonders lohnenswert.
- Dank befestigter Wege und offener Flächen eignet sich die Drachenfels-Tour auch gut als Winterwanderung.
- Festes Schuhwerk empfiehlt sich für die Waldabschnitte und den Aufstieg zur Burg.
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